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2 Ressourcenschutz in der Landwirtschaft

2.1 Flächennutzung und Biodiversität

Grünes Deutschland 
Die Land- und Forstwirtschaft erhält und pflegt 29,3 Millionen Hektar Acker, Wiesen und Wald. Das sind gut 82 Prozent der Fläche Deutschlands. Sie erhält die natürlichen Lebensgrundlagen und sichert die Ernährung. Vielfältige Landschaften, darunter auch die von der Landwirtschaft gepflegten Kulturlandschaften, dienen als Freizeit- und Erholungsräume und stellen darüber hinaus einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar.
 
Auf den Ackerflächen dominiert Getreide 
Auf den 11,8 Millionen Hektar Ackerland wurden 2016 rund 6,4 Millionen Hektar Getreide angebaut, vor allem Weizen (3,2 Millionen Hektar). Ölpflanzen, hauptsächlich Winterraps, wurden auf 1,4 Millionen Hektar angebaut. Der Anbau von Silomais stagniert bei 2,1 Millionen Hektar. Der Anbau von Hülsenfrüchten liegt bei etwa 190.000 Hektar, die Flächenstilllegung bei ca. 310.000 Hektar.
 
Flächenverbrauch statt Ressourcenschutz 
Durch den Flächenverbrauch geht die unvermehrbare Ressource Boden als Produktionsgrundlage für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie von nachwachsenden Rohstoffen verloren. Auch der Natur- und Landschaftsschutz ist betroffen, denn durch neue Siedlungs- und Verkehrsflächen werden Landschaften zersiedelt und Lebensräume für Tiere und Pflanzen bedroht.
 
Flächenverbrauch leicht rückläufig, aber weiter hoch 
Der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit 66 Hektar pro Tag (Durchschnitt der Jahre 2012-2015), was der Fläche von 95 Fußballfeldern entspricht. Es werden selbst in Regionen mit Bevölkerungsrückgang mehr Flächen neu versiegelt als entsiegelt. Die für Siedlung und Verkehr genutzte Fläche ist seit 1992 um 876.000 Hektar auf 4,91 Millionen Hektar angewachsen. Die Gebäude- und Freifläche, also Wohn- und Gewerbegebiete, macht mit rund 51 Prozent den größten Anteil der überbauten Flächen aus.
 
1,1 Millionen Hektar Flächenverlust zu Lasten der Landwirtschaft 
Den amtlichen Liegenschaftskatastern zufolge hat die Landwirtschaftsfläche von 1992 bis 2015 um etwa 1.078.000 Hektar abgenommen. Im gleichen Zeitraum erfolgte eine Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche um 876.000 Hektar. Das ist weit mehr als die landwirtschaftlich genutzte Fläche der Länder Rheinland-Pfalz und Saarland (776.000 Hektar).
 
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen 
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz müssen Eingriffe in Natur und Landschaft durch Baumaßnahmen soweit wie möglich minimiert bzw. ausgeglichen oder kompensiert werden. Die Kompensationsflächen für diese Eingriffe betragen bisweilen das Mehrfache der eigentlich versiegelten Fläche. Häufig werden gerade die fruchtbarsten Böden als Kompensationsflächen für den Naturund Landschaftsschutz verwendet, weil diesen aus Naturschutzsicht eine geringe Wertigkeit und damit ein großes Aufwertungspotenzial beigemessen werden.
 
Ansatzpunkte zur Minderung des Flächenverbrauchs 
  • Innenentwicklung und Baulückenschließung statt Bauen „auf der Grünen Wiese“ 
  • Flächenrecycling und Entsiegelung 
  • Naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen flexibel und flächenneutral durchführen (in die landwirtschaftliche Produktion integrierte Kompensationsmaßnahmen; Aufwertung vorhandener Biotope) 
  • Schutz landwirtschaftlicher Flächen analog zum Bundeswaldgesetz
Quelle: Deutscher Bauernverband
 
Hohe Flächenanteile unter Natur- und Landschaftsschutz 
Der Naturschutz in Deutschland geht bis auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Ein Kerninstrument ist die Erhaltung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten durch die Ausweisung von Schutzgebieten. In den vergangenen Jahren kamen zahlreiche neue Schutzgebiete hinzu. Vorrangiges Ziel ist dabei häufig nicht unmittelbar der Artenschutz, sondern eine großflächige Unterschutzstellung von Lebensräumen. Im Vergleich zu anderen dicht besiedelten Ländern ist in Deutschland ein vergleichsweise hoher Anteil der Landesfläche unter Schutz gestellt.
 
Agrarumweltprogramme fördern die Artenvielfalt 
Etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland oder gut 6 Millionen Hektar werden über Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Neben der Förderung des ökologischen Landbaus ist hierbei der Erhalt von Grünland und vielfältigen Fruchtfolgen von zentraler Bedeutung. Der Erhalt der regional angepassten Sorten- und Rassenvielfalt von Kulturpflanzen und Nutztieren wird ebenfalls gefördert. Erfahrungen mit den Agrarumweltmaßnahmen zeigen, dass die „Produktion“ von Biodiversität für den Landwirt auch wirtschaftlich interessant sein kann.
 
Agrarbiodiversität erhalten 
Die Erhaltung der Vielfalt hergebrachter landwirtschaftlicher Nutzpflanzen ist ein wichtiges Ziel. Die vorhandenen genetischen Ressourcen sind eine wichtige Basis für künftige Tier- und Pflanzenzüchtungen, z.B. zur Anpassung an den Klimawandel. Nicht zuletzt wird auch ein Beitrag für vielfältige Kulturlandschaften geleistet.