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2 Ressourcenschutz in der Landwirtschaft

2.1 Flächennutzung und Biodiversität

Grünes Deutschland 
Die Land- und Forstwirtschaft erhält und pflegt 28,9 Millionen Hektar Acker, Wiesen und Wald. Das sind knapp 81 Prozent der Fläche Deutschlands. Sie erhält die natürlichen Lebensgrundlagen und sichert die Ernährung. Vielfältige Landschaften, darunter auch die von der Landwirtschaft gepflegten Kulturlandschaften, dienen als Freizeit- und Erholungsräume und stellen darüber hinaus einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar.
 
Auf den Ackerflächen dominiert Getreide
Auf den 11,8 Millionen Hektar Ackerland wurden 2017 rund 6,3 Millionen Hektar Getreide angebaut, vor allem Weizen (3,2 Millionen Hektar). Ölpflanzen, hauptsächlich Winterraps, wurden auf 1,3 Millionen Hektar angebaut. Der Anbau von Silomais stagniert bei 2,1 Millionen Hektar. Der Anbau von Hülsenfrüchten liegt bei 197.000 Hektar, die Flächenstilllegung bei ca. 310.000 Hektar.
 
Flächenverbrauch statt Ressourcenschutz
Durch den Flächenverbrauch geht die unvermehrbare Ressource Boden als Produktionsgrundlage für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie von nachwachsenden Rohstoffen verloren. Auch der Natur- und Landschaftsschutz ist betroffen, denn durch neue Siedlungs- und Verkehrsflächen werden Landschaften zersiedelt und Lebensräume für Tiere und Pflanzen eingeschränkt.
 
Ansatzpunkte zur Minderung des Flächenverbrauchs 
  • Innenentwicklung und Baulückenschließung statt Bauen „auf der Grünen Wiese“
  • Flächenrecycling und Entsiegelung 
  • Naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen flexibel und flächenneutral durchführen (in die landwirtschaftliche Produktion integrierte Kompensationsmaßnahmen; Aufwertung vorhandener Biotope)
  • Schutz landwirtschaftlicher Flächen analog zum Bundeswaldgesetz
Quelle: Deutscher Bauernverband
 
Flächenverbrauch leicht rückläufig, aber weiter hoch 
Der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen beträgt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit 62 Hektar pro Tag (Durchschnitt der Jahre 2014-2016), was der Fläche von 90 Fußballfeldern entspricht. Es werden selbst in Regionen mit Bevölkerungsrückgang mehr Flächen neu versiegelt als entsiegelt. Die für Siedlung und Verkehr genutzte Fläche ist seit 1992 um 1,05 Millionen Hektar auf 5,1 Millionen Hektar angewachsen. Die Gebäude- und Freifläche, also Wohn- und Gewerbegebiete, machen den größten Anteil der überbauten Flächen aus.
 
1,25 Millionen Hektar Flächenverlust zu Lasten der Landwirtschaft
Den amtlichen Liegenschaftskatastern zufolge hat die Landwirtschaftsfläche von 1992 bis 2016 um etwa 1.247.500 Hektar abgenommen. Im gleichen Zeitraum erfolgte eine Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche um 1.049.400 Hektar. Das ist mehr als die landwirtschaftlich genutzte Fläche des Landes Schleswig-Holstein (988.000 Hektar).
 
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen 
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz müssen Eingriffe in Natur und Landschaft durch Baumaßnahmen soweit wie möglich minimiert bzw. ausgeglichen oder kompensiert werden. Die Kompensationsflächen für diese Eingriffe betragen bisweilen das Mehrfache der eigentlich versiegelten Fläche. Häufig werden gerade die fruchtbarsten Böden als Kompensationsflächen für den Naturund Landschaftsschutz verwendet, weil diesen aus Naturschutzsicht eine geringe Wertigkeit und damit ein großes Aufwertungspotenzial beigemessen werden.
 
Hohe Flächenanteile unter Natur- und Landschaftsschutz 
Der Naturschutz in Deutschland geht bis auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Ein Kerninstrument ist die Erhaltung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten durch die Ausweisung von Schutzgebieten. In den vergangenen Jahren kamen zahlreiche neue Schutzgebiete hinzu. Vorrangiges Ziel ist dabei häufig nicht unmittelbar der Schutz von bestimmten Arten, sondern eine großflächige Unterschutzstellung von Lebensräumen. Im Vergleich zu anderen dicht besiedelten Ländern ist in Deutschland ein vergleichsweise hoher Anteil der Landesfläche unter Schutz gestellt.