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3 Agrarstruktur

3.1 Kapitaleinsatz

Landwirtschaft ist kapitalintensiv
Der Kapitalstock der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei, definiert als jahresdurchschnittliches Bruttoanlagevermögen (ohne Boden) zu Wiederbeschaffungspreisen, ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Noch wesentlich stärker nahm der Kapitaleinsatz je Erwerbstätigen (Kapitalintensität) zu. Mit heute 439.000 Euro Kapital je Erwerbstätigen gehört die Landwirtschaft zu den kapitalintensivsten Branchen. Im produzierenden Gewerbe (Industrie) zum Beispiel fällt die Kapitalintensität mit 187.000 Euro je Erwerbstätigen deutlich niedriger aus. Im Handel sind es sogar nur 114.000 Euro und im Baugewerbe 36.000 Euro.
 
Land- und forstwirtschaftliches Vermögen ist nur zu 31 Prozent fremdfinanziert Das Nettoanlagevermögen (Bruttoanlagevermögen vermindert um die Abschreibungen, ohne Boden) der deutschen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei lag 2011 bei 146,8 Milliarden Euro. Davon entfielen 39 Prozent auf Ausrüstungsgüter (Maschinen und Geräte) und 61 Prozent auf Bauten. Finanziert wurde das Sachkapital der deutschen Land-, Forstwirtschaft und Fischerei zu 31 Prozent mit Fremdmitteln und zu 69 Prozent mit Eigenkapital. Im Vergleich zu gewerblichen Unternehmen ist der Fremdfinanzierungsanteil relativ gering.
 
Landwirtschaft nimmt mehr Kredite auf
Der Fremdkapitalbestand in der deutschen Land- und Forstwirtschaft erreichte Ende Juni 2013 mit 45,6 Milliarden Euro einen neuen Rekordstand. Im Jahresvergleich waren das gut 3 Prozent mehr. 82 Prozent des Kreditbestandes sind langfristige Kredite und dienen damit der Finanzierung langfristiger Investitionen. Kurz- und mittelfristige Kredite mit einer Laufzeit von unter 1 bzw. 5 Jahren spielen mit einem Anteil von 18 Prozent eine untergeordnete Rolle. Die deutsche Land- und Forstwirtschaft nutzt im wachsenden Umfang Fremdkapital zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Ergebnisse. Dazu trägt auch das günstige Zinsniveau bei.