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3 Agrarstruktur

3.6 Forstwirtschaft

Knapp ein Drittel der Fläche Deutschlands ist Wald
Deutschland ist eines der waldreichsten Länder Europas. Rund 11,1 Millionen Hektar, 31 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands, sind mit Wald bedeckt. Regional schwankt der Bewaldungsanteil stark, zwischen 3 Prozent im Landkreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) und 64 Prozent im Landkreis Regen (Bayern). In den letzten vier Jahrzehnten nahm der Wald in Deutschland um etwa 1 Million Hektar oder 10 Prozent zu. Die Bundeswaldinventur weist einen jährlichen Zuwachs von rund 95 Millionen m3 je Jahr aus. Die Bilanz zwischen Holzzuwachs und Holzabgang ergibt, dass mehr Holz hinzuwächst als dem Wald entnommen wird. Mit 328 Festmetern Holzvorrat pro Hektar hat Deutschland soviel Holz im Wald wie kaum ein anderes europäisches Land.


Immer mehr Laubbäume
In deutschen Wäldern kommen 76 verschiedene Baumarten vor. Der Flächenanteil von Laubbäumen beträgt 40 Prozent, derjenige von Nadelbäumen rund 60 Prozent. Bevor Menschen Einfluss nahmen, bestand der heimische Wald zu rund 80 Prozent aus Laubbäumen. Der Laub- und Mischwaldanteil nimmt seit einigen Jahren ebenso zu wie der Anteil der über 80-jährigen Bestände, der mittlerweile bei einem Drittel der Waldfläche liegt.


Landwirte bewirtschaften 1,4 Millionen Hektar Wald
Von den 18,4 Millionen Hektar Betriebsfläche bewirtschaften die landwirtschaftlichen Betriebe rund 1,4 Millionen Hektar Wald. Von den 145.800 landwirtschaftlichen Betrieben mit Wald – das ist fast jeder zweite Betrieb – bewirtschaften 28.600 mindestens 10 Hektar Wald. Das sind fast so viele Betriebe wie es in Deutschland Forstbetriebe gibt (29.800). Forstbetriebe sind in der Statistik als Betriebe mit mindestens 10 Hektar Wald ohne relevante landwirtschaftliche Produktion definiert. Zusammen bewirtschaften die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe 8,8 Millionen Hektar oder 80 Prozent des deutschen Waldes. Die übrigen 20 Prozent des Waldes sind zumeist im Kleinwaldbesitz von fast 2 Millionen Waldbesitzern. Forstbetriebsgemeinschaften als Selbsthilfeeinrichtungen können die wirtschaftliche Situation des Kleinwaldbesitzes verbessern helfen. So können viele Betriebsarbeiten als gemeinsame Dienstleistung ausgeführt werden. In Deutschland gibt es derzeit rd. 4.300 forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse mit mehr als 400.000 Mitgliedern, die zusammen ca. 3,8 Millionen Hektar Wald betreuen.


35 Prozent des Privatwaldes sind Bauernwald
Unter den 8,8 Millionen Hektar Waldflächen von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sind 27 Prozent im Eigentum der Kommunen, 29 Prozent im Eigentum von Staat und gut 28 Prozent im Eigentum von  privaten Forstbetrieben. Die übrigen rund 16 Prozent entfallen auf landwirtschaftliche Betriebe. Private Forstbetriebe sowie landwirtschaftliche Betriebe stellen mit zusammen 44 Prozent den Privatwaldbesitz dar. Bezogen auf den Privatwaldbesitz liegt der Anteil des Bauernwaldes im Bundesdurchschnitt bei 35 Prozent.


Bewirtschaftungsstrukturen sehr unterschiedlich
Die landwirtschaftlichen Betriebe mit Wald haben eine durchschnittliche Waldfläche von 35 Hektar und die privaten Forstbetriebe eine entsprechende Fläche von 116 Hektar. Der Kommunalwald mit seinen 7.723 Forstbetrieben weist eine Durchschnittsfläche von 313 Hektar Wald auf, der Staatswald mit seinen 401 Forstbetrieben eine Durchschnittsfläche von 6.340 Hektar. Der Staatswald, der mit seinen Forstämtern auch Betreuungsaufgaben für den Privat- und Kommunalwald wahrnimmt, gehört vornehmlich den Bundesländern. Der Bund selbst besitzt derzeit rund 410.000 Hektar Wald, der vorwiegend militärisch genutzt wird.


Energieholz-Plantagen haben bisher kaum Bedeutung
In der Landwirtschaftszählung 2010 wurden erstmals Kurzumtriebsplantagen erhoben. Diese betrugen für Flächen von forst- und landwirtschaftlichen Betrieben rund 5.400 Hektar. Diese so genannten Kurzumtriebsplantagen (KUP) wachsen auf landwirtschaftlichen Flächen und zählen damit nicht zur Waldfläche. Eine weitere Ausdehnung der KUP hängt vor allem von der Entwicklung der Agrar- und Energiepreise untereinander ab.