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Pressemeldungen  | 17.03.2014

Zuversicht am Milchmarkt

5. Berliner Milchforum mit Teilnehmerrekord

 
 
"Am Milchmarkt herrscht eine sehr gute Grundstimmung. Milch und Milchprodukte sind weiterhin gefragt - im Inland wie auf den Exportmärkten". Mit dieser Einschätzung waren sich der Milchbauernpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, und der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes, Dr. Karl-Heinz Engel, nach dem zweitägigen 5. Berliner Milchforum am 13. und 14. März 2014 einig. Namhafte Milchexperten aus dem In- und Ausland analysierten die Entwicklungen auf den internationalen Märkten und entwickelten Strategien, um mit der Milchwirtschaft im ländlichen Raum noch mehr Wertschöpfung zu erhalten. Das Forum fand zum fünften Mal statt und verzeichnete 500 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Molkereien, Politik und Wissenschaft, die über das Thema "Milcherzeuger und Molkereien im internationalen Wettbewerb - Wie geht es weiter?" eingehend diskutierten, berichten die Veranstalter.
 
Treibende Kraft für die Zuversicht auf dem heimischen Milchmarkt sei derzeit der gefestigte Inlandsmarkt und der Export, stellte Milchbauernpräsident Folgart fest. Der Milchmarkt böte keinen grundlegenden Anlass, die Preise "niedrig zu reden". Eine Preissenkung wie zuletzt bei Butter sei ein "falsches Signal", auch weil Lebensmittelhandel und Landwirtschaft gemeinsam mit der Initiative Tierwohl Fortschritte bei den Haltungsbedingungen der Nutztiere erreichen wollten, die letztlich über die Verbraucherpreise honoriert werden müssten.
 
Da der Inlandsmarkt weitgehend gesättigt sei, werde der Milchpreis für die Milchbauern auch vom Export mitbestimmt, stellte Folgart fest. 50 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch würden heute bereits in EU-Länder und Drittstaaten exportiert. Es sei gelungen, dass auch bei der Milch und deren Produkten "Made in Germany" ein Zeichen für Qualität und Produktinnovationen geworden sei. Deshalb sei es mit Blick auf die Marktentwicklung und die Beendigung des Milchquotensystems in 2015 unverständlich, dass die EU-Kommission eine Milchproduktion oberhalb der Quote weiterhin durch eine Superabgabe bestrafen will. Der DBV sei sich mit Bauernverbänden aus vielen EU-Ländern einig, dass für eine "sanfte Landung" in Vorbereitung auf das Ende der Milchquote der Fettkorrekturfaktor jetzt von der Kommission anzupassen sei, forderte Folgart. Für die "neue Zeit" werde auch eine Milchmarktbeobachtungsstelle benötigt, wie sie die EU-Kommission aktuell entwickle. Diese sei langfristig zu einem allgemeinen europäischen Agrarmarkt-Informationssystem auszubauen, so ein Vorschlag des DBV.
 
Der Vorsitzende des Milchindustrieverbandes, Dr. Engel, hob in seinem Resümee des Milchforums die Chancen auf dem Milchmarkt sowie gemeinsame Strategien im Marketing und in der Branchenkommunikation hervor. Angesichts der Entwicklungen auf den Märkten sei es ein besonderes Anliegen der Molkereien, dass die Exportförderung strukturell verbessert werde. "Wir brauchen von der Politik ein Klima der Unterstützung", forderte Engel. In der öffentlichen Diskussion müsse man deutlicher machen, dass dazu keine Exporterstattungen mehr gehörten. Bauern wie Molkereien seien heute Nutznießer von offenen Märkten, weshalb fair ausgehandelte Handelsabkommen auch mehr Chancen als Risiken bergen würden.
 
Das 6. Berliner Milchforum wird am 12. / 13. März 2015 stattfinden.