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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.2 Buchführungsergebnisse

Wirtschaftsanalyse auf der
Basis von 13.762 Buchführungsabschlüssen
Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen 13.762 Jahresabschlüsse von land-wirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zu Grunde. Es handelt sich dabei um Buchführungsab-schlüsse der LAND-DATA, des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes Kiel und anderer regionaler Buch-stellen. Die Ergebnisse sind anhand der Verteilung der Betriebe nach der Agrarstruk-
turerhebung 2010 repräsentativ hochgerechnet. Bei den Ergebnissen zu den Agrargenossenschaften konnte auf die Unterstützung des Fachprüfungsverbandes (FPV) zurückgegriffen werden.

Haupterwerbsbetriebe

Wirtschaftsjahr 2014/15 mit starkem Gewinneinbruch
Die Unternehmensergebnisse haben sich im Wirtschaftsjahr 2014/15 drastisch verschlechtert. Im Durchschnitt der ausgewerteten 12.392 Haupterwerbsbetriebe (Personengesellschaften und Einzelunternehmen) lag das Unternehmensergebnis mit 43.300 Euro um 35 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 66.400 Euro. Von der starken Abwärtsentwicklung sind fast alle Betriebsformen und Regionen mehr oder minder betroffen. Die Fut-terbaubetriebe mussten fast eine Halbierung ihrer Unternehmensergebnisse hinnehmen. Zwischen gut einem Fünftel und einem Drittel haben die Ackerbau- bzw. Veredlungsbetriebe verloren. Lediglich die Dauerkulturbe-triebe mit dem Schwerpunkt Weinbau sowie Ökobetriebe konnten ihre Unternehmensergebnisse im Wirt-schaftsjahr 2014/15 verbessern. In der Betrachtung nach Regionen war die Entwicklung der Wirtschaftszahlen im Norden Deutschlands noch negativer als im übrigen Bundesgebiet. Grund dafür sind vor allem unterschied-liche Entwicklungen bei den Naturalerträgen in der pflanzlichen Erzeugung.

Wirtschaftsjahr 2015/16 lässt kaum eine Besserung erwarten
Tendenziell ungünstige Marktentwicklungen in vielen wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen lassen für das laufende Wirtschaftsjahr 2015/16 weitere Gewinneinbußen befürchten, und zwar in nahezu allen Betriebsformen. Niedrigere Futtermittel- und auch Energiepreise können die Umsatzrückgänge nur begrenzt abfedern. Die Hoffnungen liegen auf wieder stabileren internationalen Agrarmärkten in der ersten Jahreshälfte 2016.

Je Landwirt 30.000 Euro
Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2014/15 im Durchschnitt der Betriebe 30.000 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ (monatliches Unternehmens-ergebnis je Familien-Arbeitskraft) von etwa 2.500 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unterneh-mensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2014/15 6.850 Euro oder 570 Euro pro Monat.

Völlig unzureichende Faktor-entlohnung
Unter dem Blickwinkel der Entlohnung der im Betrieb eingesetzten Faktoren Arbeit und Kapital sind die Ergeb-nisse des Wirtschaftsjahres 2014/15 im Durchschnitt der Betriebe völlig unzureichend. Unter der Annahme eines Lohnansatzes für die durchschnittlich 1,45 Familienarbeitskräfte, wie er für fremde Arbeitskräfte ein-schließlich Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung gezahlt wird, und eines Zinsansatzes von 3,5 Prozent für das eingesetzte Eigenkapital müsste das durchschnittliche Unternehmensergebnis bei 58.500 Euro liegen. Das tatsächliche Unternehmensergebnis lag mit 43.300 Euro erheblich darunter. An diesem Unternehmensergebnis machten die EU-Direktzahlungen (Betriebsprämien) 25.100 Euro oder 58 Prozent aus.

Um 8,4 Prozent niedrigere Erträge
Die betrieblichen Erträge sind im Durchschnitt aller Betriebe im Wirtschaftsjahr 2014/15 um 8,4 Prozent zurückgegangen. Grund waren erheblich niedrigere Erzeugerpreise bei den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Besonders stark waren die Erlösrückgänge in der Milchvieh- und Schweinehaltung. Aber auch bei Kartoffeln und Zuckerrüben fielen die Erlöse deutlich niedriger aus. Höhere Naturalerträge bei Getreide und Raps konnten niedrigere Erzeugerpreise nur knapp ausgleichen. Die Erträge aus der Rindermast blieben ebenfalls hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Lediglich Futter-/Energiepflanzen brachten gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Mehrertrag. Die staatlichen „Zulagen und Zuschüsse“ gingen um knapp 3 Prozent zurück. Hauptgründe dafür waren verminderte Einnahmen aus der Teilnahme an Agrarumweltmaßnahmen, eine geringere Ausgleichszulage sowie eine niedrigere steuerliche Rückvergütung beim Agrardiesel.

Um 2,1 Prozent niedrigere Aufwendungen
Der Einbruch der Wirtschaftsergebnisse wäre im Wirtschaftsjahr 2014/15 noch größer ausgefallen, wenn nicht die betrieblichen Aufwendungen um 2,1 Prozent zurückgegangen wären. Besonders groß waren die Einsparungen preisbedingt bei Viehzukäufen, Futtermitteln und Energie. Aber auch die Aufwendungen für die Unter-haltung von Maschinen und Gebäuden, für Dünge-, Pflanzenschutzmittel sowie Saatgut fielen geringer aus. Trotz höheren Fremdkapitalbestandes ging auch der Zinsaufwand weiter zurück. Hinter den um rund 9 Prozent höheren Personalaufwendungen stehen gleichermaßen eine Beschäftigungszunahme, höhere Lohnzahlungen, auch als Folge der Einführung des Mindestlohnes, sowie eine kräftige Steigerung der Beiträge zur betrieblichen Unfallversicherung. Zwischen 3 und 4 Prozent erhöhten sich die Aufwendungen für Abschreibungen und Pach-ten.

Großes Minus in den Ackerbaubetrieben
Haupterwerbsbetriebe mit Produktionsschwerpunkt Ackerbau hatten im Wirtschaftsjahr 2014/15 gegenüber dem Vorjahr hohe Erlöseinbußen. Höheren Hektarerträgen standen starke Preiseinbußen gegenüber. Lediglich aus dem Anbau von Futter- und Energiepflanzen verbuchten die Ackerbaubetriebe gegenüber dem Vorjahr ein Plus. Das Unter-nehmensergebnis sank im Durchschnitt um 22 Prozent auf 60.300 Euro. Bereits im Wirtschaftsjahr zuvor gab es einen Ergebnisrückgang von 23 Prozent. Der aktuelle Ergebnisrückgang wäre noch höher ausgefallen, wenn nicht gleichzeitig der Materialaufwand deutlich zurückgegangen wäre.

Milchviehbetriebe mit starkem Gewinneinbruch
Besonders stark brachen im Wirtschaftsjahr 2014/15 die Unternehmensergebnisse der auf Milchviehhaltung spezialisierten Betriebe ein. Ihr Unternehmensgewinn sank auf durchschnittlich rund 38.800 Euro und damit gegenüber dem Vorjahr um 44 Prozent. Hauptursache für die drastische Ergebnisverschlechterung waren die stark gefallenen Milchpreise. Die betrieblichen Erträge insgesamt gingen gegenüber dem Vorjahr um gut 9 Prozent zurück. Die betrieblichen Aufwendungen nahmen um knapp 1 Prozent zu. Im Vergleich zu anderen Betriebsformen haben die Milchviehbetriebe besonders stark zusätzliches Fremdkapital aufgenommen. Vor allem die kurzfristigen Kredite sind angesichts einer angespannten Liquiditätslage deutlich angestiegen.

Auch Rindermastbetriebe mit negativer Ergebnisentwicklung
Die stärker auf Rindermast und Mutterkuhhaltung spezialisierten „sonstigen Futterbaubetriebe“ erreichten im Wirtschaftsjahr 2014/15 ein Unternehmensergebnis von 32.200 Euro. Gegenüber dem relativ niedrigen Stand des Vorjahres sind dies 35 Prozent weniger. Trotz etwas höherer Erträge aus der Rindermast prägten die erheb-lich niedrigeren Milchpreise die wirtschaftliche Entwicklung dieser Betriebe. Geringere Aufwendungen konnten den starken Ertragsrückgang etwas abfedern.

Minus um ein Drittel bei den Veredlungsbetrieben
Die Veredlungsbetriebe mussten im Wirtschaftsjahr 2014/15 eine drastische Verschlechterung ihrer Unterneh-mensergebnisse hinnehmen. Mit 44.900 Euro lag ihr Unternehmensergebnis im Durchschnitt um 33 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Unter den Ferkelerzeugern fiel der Rückgang der Unternehmensergebnisse wesentlich stärker aus als bei den Schweinemästern. Hauptgrund für die negative wirtschaftliche Entwicklung ist der starke Rückgang der Erzeugerpreise bei Schlachtschweinen und insbesondere bei Ferkeln. Entlastungen gab es durch Einsparungen vor allem bei Viehzukäufen sowie Futtermitteln. Die auf Geflügelhaltung speziali-sierten Veredlungsbetriebe dagegen konnten ihre Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2014/15 um fast ein Drittel verbessern.

Weinbaubetriebe mit kleinem Plus – Obstbaubetriebe mit Minus um die Hälfte
Die auf Weinbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2014/15 einen Anstieg ihrer Wirtschaftsergebnisse. Bei großen regionalen Unterschieden liegt das durchschnittliche Unternehmenser-gebnis dieser Betriebsgruppe bei 62.200 Euro. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Ergebnisrückgang aus dem Vorjahr kann damit aber nicht wettgemacht werden.
Die auf Obstanbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe waren im Wirtschaftsjahr 2014/15 in extremer Weise mit den Marktauswirkungen des Russland-Embargos und gut versorgter Märkte konfrontiert. Die Folge daraus ist, dass sich die Unternehmensergebnisse im Schnitt der Betriebe gegenüber dem Vorjahr in etwa halbiert haben.

Öko-Betriebe mit Ergebnis-verbesserung
Unter den Haupterwerbsbetrieben konnten auch 284 Betriebe des ökologischen Landbaus ausgewertet wer-den. Davon sind zwei Drittel Milchviehbetriebe. Anders als in den konventionell wirtschaftenden Betrieben war die Ertragsentwicklung auf Grund stabiler Preise für Ökoprodukte bei fast allen pflanzlichen und tierischen Produkten positiv. Die Aufwendungen veränderten sich gegenüber dem Vorjahr kaum. Das Unternehmenser-gebnis stieg im Wirtschaftsjahr 2014/15 um 11 Prozent auf 73.800 Euro (nicht hochgerechnet). Die Öko-Betriebe weisen deutlich höhere Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen bzw. Flächenprämien für den ökologischen Landbau auf, durchschnittlich 18.600 Euro im Vergleich zu 3.000 Euro im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe.

Mehr Fremdkapital – geringerer Zinsaufwand
Der Einbruch bei den Unternehmensergebnissen hatte Auswirkungen auf die Liquidität der Betriebe. Der durchschnittliche Fremdkapitaleinsatz je Haupterwerbsbetrieb erhöhte sich im Wirtschaftsjahr 2014/15 um durchschnittlich gut 6 Prozent auf 188.000 Euro. Das waren gegenüber dem Stand des Vorjahres 11.000 Euro mehr. Je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt der Fremdkapitaleinsatz rund 2.300 Euro. Vom gesamten betrieblichen Fremdkapital entfallen durchschnittlich 45.100 Euro (24,0 Prozent) auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit unter einem Jahr. Die Zinsaufwendungen lagen im Wirtschaftsjahr 2014/15 bei durchschnittlich 5.400 Euro je Unternehmen, gegenüber dem Vorjahr fast 4 Prozent weniger. Offensichtlich nutzen viele Betriebe das günstige Zinsniveau auch zur zusätzlichen Fremdkapitalaufnahme für Investitionen bzw. zur Umschuldung.

Starker Rückgang der Investitionstätigkeit
Die Bruttoinvestitionen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe gingen im Wirtschaftsjahr 2014/15 um 8 Prozent auf durchschnittlich 54.400 Euro zurück. Die Nettoinvestitionen fielen um fast die Hälfte (minus 43 Prozent): Über die Abschreibungen hinaus wurden durchschnittlich nur 10.800 Euro je Betrieb investiert. In diesen Zahlen ist nicht berücksichtigt, dass viele Landwirte die betriebswirtschaftlich vorteilhaften Möglichkei-ten des EEG genutzt haben und weiter, wenn auch deutlich verhaltener als in den Vorjahren, in Photovoltaik- und Biogasanlagen investiert haben. Diese Investitionen werden im landwirtschaftlichen Buchführungsab-schluss nicht oder nur teilweise aufgeführt.

Abbau von Eigenkapital
Die im Schnitt der Haupterwerbsbetriebe starke negative Entwicklung der Unternehmensergebnisse führte nicht nur zu einer deutlich höheren Fremdkapitalaufnahme. Eine Konsequenz daraus war auch der Abbau von Ei-genkapital, im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe um 3.000 Euro. In den beiden Vorjahren wurde noch Eigenkapital im Umfang von jeweils mehr als 15.000 Euro und damit in einer Größenordnung gebildet, die zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes pauschal für notwendig erachtet wird.

Nachhaltige Wirtschaftlichkeit
Wegen der relativ starken Schwankungen der Gewinne in der Landwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage in den Betrieben zusätzlich auch anhand mehrjähriger Durchschnitte beurteilt. Im Durchschnitt der Wirtschafts-jahre 2012/13 bis 2014/15 erzielten die Haupterwerbsbetriebe ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 57.400 Euro. In 44 Prozent der Betriebe lag das Unternehmensergebnis im Schnitt der drei Wirtschaftsjahre bei mehr als 50.000 Euro. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Gruppe betrug 99.400 Euro. Auch Brutto- und Nettoinvestitionen lagen mit 78.300 Euro bzw. 24.300 Euro erheblich über dem Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Ganz anders stellen sich die Verhältnisse in den Betrieben unter 30.000 Euro nachhaltigem Unternehmensgewinn. Das sind 32 Prozent der Haupterwerbsbetriebe. Hier fanden im Durch-schnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre mit 10.200 Euro nur noch vergleichsweise geringe Nettoinvestitionen statt. Das Eigenkapital wurde jährlich um rund 2.400 Euro abgebaut.

37 Prozent der Betriebe mit Eigenkapitalbildung über 10.000 Euro
Die nachhaltige Eigenkapitalbildung der drei Wirtschaftsjahre 2012/13 bis 2014/15 betrug im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe 9.300 Euro. Als pauschale Messgröße zur Sicherung der Existenz eines Haupt-
erwerbsbetriebes gilt eine jährliche Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 bis 20.000 Euro. Von der Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe erwirtschafteten im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre 37 Prozent eine Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 Euro. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung dieser Betriebe betrug 40.400 Euro. Die Bruttoinvestitionen dieser Betriebe lagen bei jährlich 86.400 Euro, die Nettoinvestitionen bei entsprechend 38.000 Euro. In den 31 Prozent der Haupterwerbsbetriebe mit nachhalti-gen Eigenkapitalverlusten von jährlich mehr als 5.000 Euro dagegen wurde zusätzliches Fremdkapital aufge-nommen und gleichzeitig mehr abgeschrieben als investiert.

Viele Betriebe auf dem Rückzug aus der Landwirtschaft
Etwa 44 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe investierten in den zurückliegenden drei Wirt-schaftsjahren netto mehr als 5.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt 50.400 Euro. Ihr Unternehmensergebnis war mit jährlich 70.300 Euro ebenso überdurchschnittlich wie die Eigenkapitalbildung mit 24.700 Euro und die Fremdkapitalzunahme mit 29.100 Euro. Anders bei den Betrieben, in denen Vermögen abgebaut wurde: Etwa 34 Prozent der Betriebe hatten in den letzten drei Wirtschaftsjahren negative Nettoinvestitionen von jährlich mehr als 5.000 Euro. Neben einem niedrigen Unternehmensergebnis sind Eigen- und Fremdkapitalabbau und damit Minderung des Unternehmensvermögens kennzeichnend für die Situation dieser Betriebe.

Fremdkapital ist in vielen Betrieben ein wichtiges Finanzierungsinstrument
Etwa 27 Prozent der Betriebe nahmen im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre jährlich mehr als 10.000 Euro Fremdkapital auf, im Durchschnitt dieser Betriebe waren es 58.200 Euro. Kennzeichen dieser Betriebe ist vor allem eine hohe Investitionstätigkeit. Betriebe dagegen, die ihren Fremdkapitaleinsatz in den letzten Jah-ren nachhaltig reduzierten, investierten auch weniger, zeichnen sich aber durch etwas überdurchschnittliche Unternehmensergebnisse und Eigenkapitalbildung aus.

Nebenerwerbsbetriebe

Unternehmensergebnisse verschlechtert
Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2014/15 bei 13.400 Euro. Dies sind 3.300 Euro oder 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ergebnisse beruhen auf 1.370 ausgewerteten Nebenerwerbsbe-trieben. Die meisten davon (63 Prozent) sind auf Ackerbau ausgerichtet.
Die durchschnittliche Größe der ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe beträgt 38,3 Hektar LF. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Viehbestände, aber auch Fläche und Arbeitskräfte zurückgegangen. Auch die Entwicklungen bei einer Reihe von Ertrags- und Aufwandspositionen deuten darauf hin, dass sich die ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe stärker auf ihre außerland-wirtschaftliche Erwerbstätigkeit konzentrierten.

Agrargenossenschaften
 
Relativ kleines Minus bei den Agrargenossenschaften
Den ausgewerteten 51 Agrargenossenschaften aus den neuen Ländern liegen überwiegend Buchführungsab-schlüsse nach Kalenderjahren zugrunde. Der kleinere Teil der Betriebe hat nach Wirtschaftsjahren abge-schlossen. Vor diesem Hintergrund und wegen der relativ starken Ausrichtung auf Ackerbau fällt die Entwick-lung der Unternehmensergebnisse im Vergleich zu den anderen Betriebsformen und Regionen weniger un-günstig aus. Das Unternehmensergebnis (Jahresüberschuss) betrug im Durchschnitt der ausgewerteten Agrar-genossenschaften zuletzt 202.000 Euro nach 258.000 Euro im Vorjahr. Gemessen an der Kennzahl „Unter-nehmensergebnis plus Personalaufwand“, die einen Vergleich zwischen den Betrieben verschiedener Rechts-formen ermöglicht, wurden je Arbeitskraft 40.200 Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 5 Prozent. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug der entsprechende Wert im Wirtschaftsjahr 2014/15 29.500 Euro (- 28 Prozent). Für das laufende Kalender- bzw. Wirtschaftsjahr wird für die Agrargenossenschaften ein deutlich stärkerer Rückgang der Unternehmensergebnisse erwartet. Die ausgewerteten Agrargenossenschaften bewirtschaften im Durchschnitt 1.473 Hektar. Von den durchschnittlich 27 Mitgliedern arbeiten 12 im Unter-nehmen mit. Mit durchschnittlich 24,5 Vollarbeitskräften liegt der AK-Besatz bei 1,7 je 100 Hektar.