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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.2 Buchführungsergebnisse

Wirtschaftsanalyse auf der Basis von 12.826 Buchführungsabschlüssen
Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen 12.826 Jahresabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zu Grunde. Es handelt sich dabei um Buchführungsabschlüsse der LAND-DATA, des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes Kiel und anderer regionaler Buch-stellen. Die Ergebnisse sind anhand der Verteilung der Betriebe nach der Agrarstrukturerhebung 2010 repräsentativ hochgerechnet. Bei den Ergebnissen zu den Agrargenossenschaften konnte auf die Unterstützung des Fachprüfungsverbandes (FPV) zurückgegriffen werden.
 
Wirtschaftsjahr 2015/16 mit weiteren starken Gewinneinbußen
Die Unternehmensergebnisse haben sich im Wirtschaftsjahr 2015/16 weiter erheblich verschlechtert. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe (Personengesellschaften und Einzelunternehmen) lag das Unternehmensergebnis mit 39.700 Euro um gut 8 Prozent unter dem niedrigen Vorjahresergebnis von 43.300 Euro. Im Vorjahr waren die Unternehmensergebnisse im Durchschnitt der Betriebe um gut ein Drittel (-34 Prozent) ein-gebrochen. Von der erneuten Abwärtsentwicklung sind fast alle Betriebsformen und Regionen mehr oder min-der betroffen. Ausnahme sind die Ökobetriebe, die ihre Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2015/16 marktbedingt um ein Viertel steigern konnten. Mit einem Minus von jeweils 13 Prozent verloren die Ackerbau- und Veredlungsbetriebe überdurchschnittlich. Auch Dauerkulturbetriebe mit dem Schwerpunkt Weinbau hatten hohe Einbußen. 
 
Deutliche Kürzung der Aufwendungen
Der Rückgang der Unternehmensergebnisse wäre noch deutlich stärker ausgefallen, wenn die Betriebe nicht in fast allen Aufwandspositionen hätten Einsparungen vornehmen können. Bei den auf Milcherzeugung spezialisierten Futterbaubetrieben hatte der Wegfall der Milchquoten bedingten Aufwendungen zur Folge, dass die Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2015/16 weniger stark zurückgingen als es die starken Erlöseinbußen erwarten ließen. Futterbaubetriebe weisen unter den Betriebsformen das mit Abstand niedrigste Gewinnniveau aus. Abgesehen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg war die Entwicklung der Wirtschaftszahlen in fast allen Bundesländern deutlich negativ. Grund für regionale Unterschiede sind vor allem unterschiedliche Entwicklungen bei den Naturalerträgen in der pflanzlichen Erzeugung.

Wirtschaftsjahr 2016/17 lässt hoffen 
Marktentwicklungen in vielen wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen lassen erkennen, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten sein könnte. Gegenüber der sehr niedrigen Ausgangsbasis im Wirtschaftsjahr 2015/16 wird für das laufende Wirtschaftsjahr 2016/17 wieder mit einer gewissen Erholung der Unternehmensergebnisse gerechnet. Diese Erholung dürfte in den Milchvieh- und Veredlungsbetrieben etwas stärker ausfallen als in den Ackerbaubetrieben. Die Hoffnungen liegen hier wie auch in anderen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen auf wieder stabileren internationalen Agrarmärkten in der ersten Jahreshälfte 2017.
 
Je Landwirt 27.500 Euro
Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2015/16 im Durchschnitt der Betriebe 27.500 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ (monatliches Unternehmensergebnis je Familien-Arbeitskraft) von etwa 2.300 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unternehmensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2015/16 7.100 Euro oder 595 Euro pro Monat.
 
Völlig unzureichende Faktorentlohnung
Unter dem Blickwinkel der Entlohnung der im Betrieb eingesetzten Faktoren Arbeit und Kapital sind die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2015/16 im Durchschnitt der Betriebe völlig unzureichend. Unter der Annahme eines Lohnansatzes für die durchschnittlich 1,45 Familienarbeitskräfte, wie er für fremde Arbeitskräfte ein-schließlich Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung gezahlt wird, und eines Zinsansatzes von 3,5 Prozent für das eingesetzte Eigenkapital müsste das durchschnittliche Unternehmensergebnis bei 60.500 Euro liegen. Das tatsächliche Unternehmensergebnis lag mit 39.700 Euro erheblich darunter. Zum Vergleich: Die EU-Direktzahlungen (Betriebsprämien) betrugen 24.300 Euro je Haupterwerbsbetrieb. 
 
Um 6,2 Prozent niedrigere Erträge
Die betrieblichen Erträge sind im Durchschnitt aller Betriebe im Wirtschaftsjahr 2015/16 um 6,2 Prozent zurückgegangen. Grund waren erheblich niedrigere Erzeugerpreise bei den meisten landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Besonders stark waren die Erlösrückgänge in der Milchviehhaltung, aber auch im Veredlungs- und Ackerbaubereich waren die Mindererlöse beträchtlich. Bei den meisten pflanzlichen Erzeugnissen fielen die Naturalerträge gegenüber dem Vorjahr deutlich geringer aus. Trotz knapperer Mengen standen viele pflanzliche Erzeugnisse unter Markt- und Preisdruck. Kartoffeln waren ob guter Preise eine Ausnahme. Im tierischen Be-reich waren die Mindererträge in der Milchviehhaltung am größten. Die Erträge aus der Rindermast konnten sich dagegen gegenüber dem Vorjahr in etwa halten. In der Schweinehaltung waren die preisbedingten Erlöseinbußen in Ferkelbetrieben deutlich größer als in den Mastbetrieben.  

Um 6,0 Prozent niedrigere Aufwendungen
Der weitere starke Rückgang der Wirtschaftsergebnisse wäre im Wirtschaftsjahr 2015/16 noch größer ausgefallen, wenn nicht die betrieblichen Aufwendungen um 6,0 Prozent zurückgegangen wären. Einsparungen sind in fast allen Aufwandspositionen zu verzeichnen. Am stärksten wirkte darunter allerdings der Wegfall der Milchquoten bedingten Aufwendungen. Trotz deutlich höheren Fremdkapitalbestandes blieb der Zinsaufwand gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Die Personalaufwendungen sind vergleichsweise moderat gestiegen. Die Aufwendungen für Pachten stiegen im Durchschnitt der Betriebe um 4 Prozent an. 
 
Erneutes deutliches Minus in den Ackerbaubetrieben
Haupterwerbsbetriebe mit Produktionsschwerpunkt Ackerbau hatten auch im Wirtschaftsjahr 2015/16 weitere Erlöseinbußen. Ursache waren vor allem niedrigere Hektarerträge. Bei Getreide fielen zudem auch die Erzeugerpreise schwächer aus. Bei Raps dagegen fielen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich zwar höher aus. Das Mengenminus konnte dadurch aber nicht wettgemacht werden. Anders bei Kartoffeln, wo eine kleinere Ernte durch höhere Erzeugerpreise weit mehr als ausgeglichen werden konnte. Das Unternehmensergebnis der Ackerbaubetriebe sank im Durchschnitt um 13 Prozent auf 55.700 Euro. Bereits im Wirtschaftsjahr zuvor gab es einen Ergebnisrückgang von 17 Prozent. Der aktuelle Ergebnisrückgang wäre noch höher ausgefallen, wenn nicht gleichzeitig die Aufwendungen für Dünge- und Pflanzenschutzmittel deutlich zurückgegangen wären. 
 
Milchviehbetriebe mit weiterem Gewinnrückgang  
Mit 34.800 Euro lag das durchschnittliche Unternehmensergebnis der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2015/16 nicht einmal halb so hoch wie zwei Wirtschaftsjahre zuvor. Im Vergleich unter den Betriebsformen fällt das Unternehmensergebnis in den Milchviehbetrieben besonders niedrig aus. Hauptursache für die Ergebnisverschlechterung waren die stark gefallenen Milchpreise. Der Wegfall von Aufwendungen für Milchquoten (Quotenpacht, Abschreibung von Lieferrechten, Abgabe wegen Quotenüberlieferung) bewirkte, dass das Unternehmensergebnis gegenüber 2014/15 nur um 5 Prozent zurückgegangen ist. Ohne diesen quotenbedingten Effekt würde das Minus bei den Unternehmensergebnissen der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 25 Prozent liegen.

Auch Rindermastbetriebe mit negativer Ergebnisentwicklung 
Die stärker auf Rindermast und Mutterkuhhaltung spezialisierten „sonstigen Futterbaubetriebe“ erreichten im Wirtschaftsjahr 2015/16 ein Unternehmensergebnis von 29.400 Euro. Gegenüber dem relativ niedrigen Stand des Vorjahres sind dies 7 Prozent weniger. Trotz etwas höherer Erträge aus der Rindermast prägten die erheblich niedrigeren Milchpreise die wirtschaftliche Entwicklung auch dieser Betriebe. Geringere Aufwendungen konnten den starken Ertragsrückgang etwas abfedern. 
 
Minus von 13 Prozent bei den Veredlungsbetrieben 
Die Veredlungsbetriebe mussten im Wirtschaftsjahr 2015/16 eine weitere deutliche Verschlechterung ihrer Unternehmensergebnisse hinnehmen. Mit 40.000 Euro lag ihr Unternehmensergebnis im Durchschnitt um 13 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Unter den Ferkelerzeugern fiel der Rückgang der Unternehmensergebnisse wesentlich stärker aus als bei den Schweinemästern. Hauptgrund für die negative wirtschaftliche Entwicklung ist der starke Rückgang der Erzeugerpreise bei Schlachtschweinen und insbesondere bei Ferkeln. Entlastungen gab es durch Einsparungen vor allem bei Viehzukäufen, Futtermitteln sowie Energie, Wasser und Treibstoffen. Die auf Geflügelhaltung spezialisierten Veredlungsbetriebe dagegen konnten ihr relativ gutes Vorjahresergebnis in etwa halten. 
 
Auch Weinbaubetriebe mit rückläufigen Ergebnissen – Obstbaubetriebe mit leichtem Plus
Die auf Weinbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2015/16 einen Rückgang ihrer Wirtschaftsergebnisse um 8 Prozent. Bei großen regionalen Unterschieden liegt das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe bei 58.100 Euro. Der Ergebnisrückgang ist größer als der Ergebnisanstieg aus dem Vorjahr.
Die Unternehmensergebnisse der auf Obstanbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe konnten sich im Wirtschaftsjahr 2015/16 wieder etwas erholen, nachdem sie im Vorjahr mit den Marktauswirkungen des Russ-land-Embargos und gut versorgten Märkten konfrontiert waren. Die daraus resultierende Halbierung der Unternehmensergebnisse konnte im Wirtschaftsjahr 2015/16 allerdings nur zu etwa einem Drittel wieder wettgemacht werden. 
 
Öko-Betriebe mit deutlicher Ergebnisverbesserung
Unter den Haupterwerbsbetrieben konnten auch 293 Betriebe des ökologischen Landbaus ausgewertet wer-den. Davon sind fast zwei Drittel Milchviehbetriebe. Anders als in den konventionell wirtschaftenden Betrieben war die Ertragsentwicklung auf Grund stabiler Preise für Ökoprodukte bei fast allen pflanzlichen und tierischen Produkten positiv. Die Aufwendungen veränderten sich gegenüber dem Vorjahr kaum. Das Unternehmensergebnis stieg im Wirtschaftsjahr 2015/16 um rund ein Viertel auf 87.200 Euro (nicht hochgerechnet). Die Öko-Betriebe weisen im Wirtschaftsjahr 2015/16 Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen einschließlich Prämien für den ökologischen Landbau von durchschnittlich 26.000 Euro aus. Vor allem durch höhere Ökolandbauprämien liegt dieser Betrag um 7.200 Euro über dem entsprechenden Vorjahresstand. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe betragen die Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen 3.300 Euro.
 
Mehr Fremdkapital – unveränderter Zinsaufwand 
Der Rückgang bei den Unternehmensergebnissen hatte Auswirkungen auf die Liquidität der Betriebe. Der durchschnittliche Fremdkapitaleinsatz je Haupterwerbsbetrieb erhöhte sich im Wirtschaftsjahr 2015/16 um durchschnittlich gut 5 Prozent auf 207.000 Euro. Das waren gegenüber dem Stand des Vorjahres 10.400 Euro mehr. Je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt der Fremdkapitaleinsatz rund 2.500 Euro. Vom gesamten betrieblichen Fremdkapital entfallen durchschnittlich 44.200 Euro (21 Prozent) auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit unter einem Jahr. Die Zinsaufwendungen lagen im Wirtschaftsjahr 2015/16 wie im Vorjahr bei durchschnittlich 5.600 Euro je Unternehmen.
 
Weiterer starker Rückgang der Investitionstätigkeit
Die Bruttoinvestitionen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe gingen im Wirtschaftsjahr 2015/16 um 16 Prozent auf durchschnittlich 49.900 Euro zurück. Die bereits im Vorjahr stark zurückgegangenen Nettoinvestitionen fielen um gut zwei Fünftel (minus 41 Prozent): Über die Abschreibungen hinaus wurden durchschnittlich nur 8.000 Euro je Betrieb investiert. Investitionen in Erneuerbare Energien werden im landwirtschaftlichen Buchführungsabschluss nicht oder nur teilweise erfasst.
 
Keine Eigenkapitalbildung
Die im Schnitt der Haupterwerbsbetriebe negative Entwicklung der Unternehmensergebnisse führte nicht nur zu einer deutlich höheren Fremdkapitalaufnahme. Eine Konsequenz daraus war auch, dass kein Eigenkapital gebildet werden konnte. Zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes werden pauschal mehr als 15.000 Euro für erforderlich gehalten. 
 
Nachhaltige Wirtschaftlichkeit
Wegen der relativ starken Schwankungen der Gewinne in der Landwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage in den Betrieben zusätzlich auch anhand mehrjähriger Durchschnitte beurteilt. Im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2013/14 bis 2015/16 erzielten die Haupterwerbsbetriebe ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 49.700 Euro. In 37 Prozent der Betriebe lag das Unternehmensergebnis im Schnitt der drei Wirtschaftsjahre bei mehr als 50.000 Euro. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Gruppe betrug 95.900 Euro. Auch Brutto- und Nettoinvestitionen lagen mit 82.000 Euro bzw. 24.500 Euro erheblich über dem Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Ganz anders stellen sich die Verhältnisse in den Betrieben unter 30.000 Euro nachhaltigem Unternehmensgewinn. Das sind 38 Prozent der Haupterwerbsbetriebe. Hier fanden im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre mit 9.800 Euro nur noch vergleichsweise geringe Nettoinvestitionen statt. Das Eigenkapital wurde jährlich um rund 5.100 Euro abgebaut.

Nur 30 Prozent der Betriebe mit Eigenkapitalbildung über 10.000 Euro 
Die nachhaltige Eigenkapitalbildung der drei Wirtschaftsjahre 2013/14 bis 2015/16 betrug im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe 4.900 Euro. Als pauschale Messgröße zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes gilt eine jährliche Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 bis 20.000 Euro. Von der Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe erwirtschafteten im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre 30 Prozent eine Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 Euro. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung dieser Betriebe betrug 44.500 Euro. Die Bruttoinvestitionen dieser Betriebe lagen bei jährlich 95.300 Euro, die Nettoinvestitionen bei entsprechend 45.000 Euro. In den 37 Prozent der Haupterwerbsbetriebe mit nachhaltigen Eigenkapitalverlusten von jährlich mehr als 5.000 Euro dagegen wurde zusätzliches Fremdkapital aufgenommen und kaum mehr investiert als die Abschreibungen.
 
Viele Betriebe auf dem Rückzug aus der Landwirtschaft 
Etwa 40 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe investierten in den zurückliegenden drei Wirtschaftsjahren netto mehr als 5.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt 55.400 Euro. Ihr Unternehmensergebnis war mit jährlich 60.200 Euro ebenso überdurchschnittlich wie die Eigenkapitalbildung mit 21.100 Euro und die Fremdkapitalzunahme mit 37.600 Euro. Anders bei den Betrieben, in denen Vermögen abgebaut wurde: Etwa 39 Prozent der Betriebe hatten in den letzten drei Wirtschaftsjahren negative Nettoinvestitionen von jährlich mehr als 5.000 Euro. Neben einem niedrigen Unternehmensergebnis sind Eigen- und Fremdkapitalabbau und damit Minderung des Unternehmensvermögens kennzeichnend für die Situation dieser Betriebe.

Fremdkapital ist in vielen Betrieben ein wichtiges Finanzierungsinstrument
Etwa 28 Prozent der Betriebe nahmen im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre jährlich mehr als 10.000 Euro Fremdkapital auf, im Durchschnitt dieser Betriebe waren es 63.500 Euro. Kennzeichen dieser Betriebe ist vor allem eine hohe Investitionstätigkeit. Betriebe dagegen, die ihren Fremdkapitaleinsatz in den letzten Jahren nachhaltig reduzierten, investierten auch weniger, zeichnen sich aber durch etwas überdurchschnittliche Unternehmensergebnisse und Eigenkapitalbildung aus. 
 
Unternehmensergebnisse deutlich verschlechtert
Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 11.900 Euro. Dies sind 2.200 Euro oder 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ergebnisse beruhen auf 1.231 ausgewerteten Nebenerwerbsbetrieben. Die meisten davon (62 Prozent) sind auf Ackerbau ausgerichtet. 
Die durchschnittliche Größe der ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe beträgt 38,2 Hektar LF. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Viehbestände stark zurückgegangen. Auch die Entwicklungen bei einer Reihe von Ertrags- und Aufwandspositionen deuten darauf hin, dass sich die ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe stärker auf ihre außerlandwirtschaftliche Erwerbstätigkeit konzentrierten.
 
Hohes Minus bei den Agrargenossenschaften
Den ausgewerteten 49 Agrargenossenschaften aus den neuen Ländern liegen Buchführungsabschlüsse zugrunde, die zum Teil nach Kalenderjahren und zum Teil nach Wirtschaftsjahren abgeschlossen haben. Für den Durchschnitt der Agrargenossenschaften brachte das aktuelle Buchführungsjahr einen Jahresfehlbetrag von 97.000 Euro. In den beiden Jahren zuvor konnte noch ein Jahresüberschuss von 257.000 bzw. 192.000 Euro erzielt werden. Gemessen an der Kennzahl „Unternehmensergebnis plus Personalaufwand“, die einen Vergleich zwischen den Betrieben verschiedener Rechtsformen ermöglicht, wurden je Arbeitskraft 27.200 Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 33 Prozent. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug der entsprechende Wert im Wirtschaftsjahr 2015/16 27.700 Euro (- 6 Prozent). 
Die ausgewerteten Agrargenossenschaften bewirtschaften im Durchschnitt 1.378 Hektar. Von den durchschnitt-lich 25 Mitgliedern arbeiten 11 im Unternehmen mit. Mit durchschnittlich 21,7 Vollarbeitskräften liegt der AK-Besatz bei 1,6 je 100 Hektar.