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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.2 Buchführungsergebnisse

Wirtschaftsanalyse auf der Basis von 12.076 Buchführungsabschlüssen
Der Analyse zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft liegen 12.076 Jahresabschlüsse von landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben zu Grunde. Es handelt sich dabei um Buchführungsabschlüsse der LAND-DATA, des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbandes Kiel und anderer regionaler Buchstellen. Die Ergebnisse sind anhand der Verteilung der Betriebe nach der Agrarstrukturerhebung 2016 repräsentativ hochgerechnet. Ein Vergleich mit den Ergebnissen vorangegangener Situationsberichte ist wegen der Umstellung auf die aktuelle Hochrechnungsgrundlage nur bedingt möglich. Bei den Ergebnissen zu den Agrargenossenschaften konnte auf die Unterstützung des Fachprüfungsverbandes (FPV) zurückgegriffen werden.
 
Wirtschaftsjahr 2016/17 mit deutlichen Erholungstendenzen
Nach zwei Wirtschaftsjahren mit starken Einbußen haben sich die Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2016/17 teilweise wieder erholt. Das Gewinnniveau vorangegangener Wirtschaftsjahre wird allerdings noch deutlich verfehlt. Im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe (Personengesellschaften und Einzelunternehmen) lag das Unternehmensergebnis mit 56.800 Euro um ein Drittel (34 Prozent) über dem niedrigen Vorjahresergebnis von 42.300 Euro. Auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung waren im Wirtschaftsjahr 2016/17 vor allem die Milchvieh- und Veredlungsbetriebe, während Ackerbaubetriebe mit ihren Unternehmensergebnissen auf dem Niveau des Vorjahres stagnierten. Dauerkulturbetriebe mit dem Schwerpunkt Weinbau schlossen mit einem leichten Plus ab. Die Entwicklung der Wirtschaftszahlen in den Regionen ist ähnlich. Grund für regionale Unterschiede sind vor allem unterschiedliche Entwicklungen bei den Naturalerträgen in der pflanzlichen Erzeugung.
 
Wirtschaftsjahr 2017/18 lässt auf weitere wirtschaftliche Erholung hoffen
Marktentwicklungen in vielen wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen lassen erkennen, dass für das laufende Wirtschaftsjahr 2017/18 mit einer fortgesetzten gewissen Erholung der Unternehmensergebnisse gerechnet werden kann. Diese Erholung könnte in den Milchviehbetrieben etwas stärker ausfallen als in den Ackerbaubetrieben. Anders als in der Rindererzeugung ist die Marktentwicklung in der tierischen Veredlung (Schweine, Geflügel) offen. Die Hoffnungen liegen hier wie auch in anderen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen auf stabilen internationalen Agrarmärkten.
 
Je Landwirt 38.900 Euro
Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2016/17 im Durchschnitt der Betriebe 38.900 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ (monatliches Unternehmensergebnis je Familien-Arbeitskraft) von etwa 3.200 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unternehmensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 rund 7.500 Euro oder 630 Euro pro Monat.
 
Faktorentlohnung bleibt unzureichend
Unter dem Blickwinkel der Entlohnung der im Betrieb eingesetzten Faktoren Arbeit und Kapital sind die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2016/17 im Durchschnitt der Betriebe weiter unzureichend. Unter der Annahme eines Lohnansatzes für die durchschnittlich 1,46 Familienarbeitskräfte, wie er für fremde Arbeitskräfte einschließlich Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung gezahlt wird, und eines Zinsansatzes von 3,5 Prozent für das eingesetzte Eigenkapital müsste das durchschnittliche Unternehmensergebnis bei 63.000 Euro liegen. Das tatsächliche Unternehmensergebnis lag mit 56.800 Euro deutlich darunter. Zum Vergleich: Die EU-Direktzahlungen (Betriebsprämien) betrugen im Wirtschaftsjahr 2016/17 25.600 Euro je Haupterwerbsbetrieb.
 
Um 5,1 Prozent höhere Erträge
Die betrieblichen Erträge sind im Durchschnitt aller Betriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um 5,1 Prozent angestiegen. Grund waren wieder merklich höhere Erzeugerpreise vor allem bei Schweinen und Milch und damit verbundene entsprechende Erlössteigerungen. Die Erträge aus der Geflügelhaltung blieben dagegen preisbedingt hinter dem Vorjahresniveau zurück. Auch die Rindermast konnte nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen und musste Erlöseinbußen hinnehmen. Insgesamt nahmen die Erträge aus tierischer Erzeugung im Wirtschaftsjahr 2016/17 um 10,7 Prozent zu. Die Erträge aus pflanzlicher Erzeugung gingen dagegen um 2,4 Prozent zurück, vor allem auf Grund preis- und/oder erntebedingt niedrigerer Erträge bei Getreide und Raps. Höhere Erlöse aus dem Zuckerrüben-, Kartoffel- und Futterpflanzenanbau konnten das beträchtliche Minus im Getreide- und Rapsanbau nicht wettmachen.

Um 1,0 Prozent höhere Aufwendungen
Weit weniger stark als die Erträge stiegen im Wirtschaftsjahr 2016/17 die Aufwendungen. Sie lagen im Durchschnitt der Betriebe um 1,0 Prozent über dem Vorjahresstand. Preisbedingt gab es deutliche Entlastungen bei Dünge- und Futtermitteln. Auch der Pflanzenschutzmittelaufwand und der Aufwand für Saat- und Pflanzgut fielen niedriger aus. Kostentreiber waren dagegen vor allem erheblich höhere Preise für Viehzukauf. Aber auch der Pacht- und Energieaufwand sowie die Unterhaltungsaufwendungen legten deutlich zu. Trotz eines leicht gestiegenen Fremdkapitalbestandes ging der Zinsaufwand gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent zurück. Nahezu unverändert blieb der Personalaufwand.
 
Kaum wirtschaftliche Erholung in den Ackerbaubetrieben
Haupterwerbsbetriebe mit Produktionsschwerpunkt Ackerbau hatten auch im Wirtschaftsjahr 2016/17 weitere, wenn auch leichte Erlöseinbußen. Ursache waren vor allem niedrigere Hektarerträge in Verbindung mit niedrigeren Erzeugerpreisen bei Getreide. Auch die Erlöse aus dem Rapsanbau sind gesunken. Bei Zuckerrüben, Kartoffeln sowie Energie- und Futterpflanzen dagegen führten vor allem größere Erntemengen zu monetären Ertragssteigerungen. Entlastungen erhielten die Ackerbaubetriebe auf der Aufwandsseite, insbesondere beim Einkauf von Düngemitteln. Unter dem Strich fiel das Unternehmensergebnis der Ackerbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 mit durchschnittlich 53.400 Euro nur wenig höher aus als im Vorjahr (+ 0,6 Prozent). Je nicht entlohnter Familienarbeitskraft sind das 40.700 Euro. In den beiden Wirtschaftsjahren zuvor hatten die Ackerbaubetriebe Einbußen beim Unternehmensergebnis von 14 Prozent (Wirtschaftsjahr 2015/16) bzw. 17 Prozent (Wirtschaftsjahr 2014/15) hinnehmen müssen.
 
Milchviehbetriebe beginnen, sich wirtschaftlich wieder zu erholen
Mit 56.100 Euro lag das durchschnittliche Unternehmensergebnis der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um etwa zwei Fünftel höher als in den beiden Krisenjahren zuvor. Hauptursache für die Ergebnisverbesserung waren die wieder deutlich gestiegenen Milchpreise. Mit 36.500 Euro je nicht entlohnter Familienarbeitskraft wird zwar wieder ein Gewinnniveau erreicht, das gegenüber den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren um 10.700 Euro (Wirtschaftsjahr 2015/16) bzw. 11.000 Euro (Wirtschaftsjahr 2014/15) höher ausfällt. Allerdings ist dieses Ergebnis noch weit entfernt vom Gewinnniveau zurückliegender Wirtschaftsjahre. Im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2010/11 bis 2013/14 lag der Gewinn je nicht entlohnter Familienarbeitskraft in den Futterbau-Milchbetrieben bei durchschnittlich 44.000 Euro. Auch im Vergleich unter den Betriebsformen fällt das aktuelle Ergebnis der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe unterdurchschnittlich aus.

Rindermastbetriebe mit positiver Ergebnisentwicklung
Die stärker auf Rindermast und Mutterkuhhaltung spezialisierten „sonstigen Futterbaubetriebe“ erreichten im Wirtschaftsjahr 2016/17 mit 36.200 Euro unter den Betriebsformen das niedrigste Unternehmensergebnis. Zwar entspricht dieses Ergebnis einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um fast ein Fünftel. Der Gewinn je nicht entlohnter Familien-AK liegt aber nur bei 25.900 Euro. Bei nahezu unveränderten Einnahmen aus der Rindermast rührt der Anstieg der Unternehmensergebnisse vor allem auf höhere Erträge aus der Milchviehhaltung, die in dieser Betriebsgruppe immer noch ein wichtiges wirtschaftliches Standbein darstellt.
 
Kräftige Erholung bei den Veredlungsbetrieben
Nach zwei Wirtschaftsjahren mit erheblichen Einbußen erzielten die Veredlungsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 eine kräftige Verbesserung ihrer Unternehmensergebnisse. Sie konnten das sehr niedrige Ergebnis des Vorjahres mehr als verdoppeln. Mit 60.800 Euro je nichtentlohnter Familienarbeitskraft erreichten die Veredlungsbetriebe unter den Betriebsformen das höchste Gewinnniveau. Hauptursache für die positive Ergebnisentwicklung waren deutlich höhere Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel. Die auf Geflügelhaltung spezialisierten Veredlungsbetriebe konnten auf Grund niedriger Schlachtgeflügel- und Eierpreise dagegen ihr relativ hohes Gewinnniveau aus dem Vorjahr nicht ganz halten. Ihre Unternehmensergebnisse gingen je nach Spezialisierungsform um bis zu 9 Prozent zurück.
 
Weinbaubetriebe mit leichtem Plus – Obstbaubetriebe weiter in der Erholungsphase
Die auf Weinbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe verzeichneten im Wirtschaftsjahr 2016/17 einen leichten Anstieg ihrer Wirtschaftsergebnisse um 3 Prozent. Bei großen regionalen Unterschieden liegt das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe bei 67.300 Euro. Das sind je nicht entlohnter Familienarbeitskraft 36.400 Euro. Die Unternehmensergebnisse der auf Obstanbau ausgerichteten Dauerkulturbetriebe konnten sich im Wirtschaftsjahr 2016/17 weiter erholen, nachdem sie im Wirtschaftsjahr 2014/15 mit den Marktauswirkungen des Russland-Embargos und gut versorgten Märkten konfrontiert waren. Mit durchschnittlich 48.300 Euro werden die durchschnittlichen Unternehmensergebnisse vor der Krise aber noch nicht wieder erreicht. Im Vergleich unter den Betriebsformen fällt der Gewinn je nicht entlohnter Familienarbeitskraft mit 35.900 Euro unterdurchschnittlich aus.
 
Öko-Betriebe mit insgesamt stabilen Ergebnissen
Unter den Haupterwerbsbetrieben konnten auch 304 Betriebe des ökologischen Landbaus ausgewertet werden. Davon sind 69 Prozent Milchviehbetriebe. Anders als in den konventionell wirtschaftenden Betrieben war die Ertragsentwicklung auf Grund wenig veränderter Erzeugerpreise für Ökoprodukte relativ stabil. Die betrieblichen Erträge stiegen im Wirtschaftsjahr 2016/17 gegenüber Vorjahr nur um 0,7 Prozent, während die Aufwendungen mit plus 2,0 Prozent allerdings vergleichsweise deutlich zulegten. Grund dafür waren u.a. überdurchschnittliche Mehraufwendungen für Personal und Unterhalt für Sachanlagen. Gegenüber dem vergleichsweise hohen Vorjahresniveau ging das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Betriebsgruppe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um knapp 2 Prozent auf 79.700 Euro zurück (nicht hochgerechnet). Die Öko-Betriebe weisen im Wirtschaftsjahr 2016/17 Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen einschließlich Prämien für den ökologischen Landbau von durchschnittlich 23.200 Euro aus. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe betragen die Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen 3.800 Euro.
 
Kaum mehr Fremdkapital – deutlich verringerter Zinsaufwand
Der durchschnittliche Fremdkapitaleinsatz je Haupterwerbsbetrieb erhöhte sich im Wirtschaftsjahr 2016/17 um durchschnittlich knapp 1 Prozent auf 235.800 Euro. Das waren gegenüber dem Stand des Vorjahres 2.100 Euro mehr. Je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt der Fremdkapitaleinsatz rund 2.500 Euro. Vom gesamten betrieblichen Fremdkapital entfallen durchschnittlich 50.100 Euro (21 Prozent) auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit unter einem Jahr. Die Zinsaufwendungen fielen im Wirtschaftsjahr 2016/17 um 6 Prozent auf knapp 6.000 Euro je Unternehmen.
 
Wieder deutlich positive Eigenkapitalveränderung
Die wirtschaftliche Erholung in den Betrieben führte im Wirtschaftsjahr 2016/17 wieder zu einer Eigenkapitalbildung von durchschnittlich 12.500 Euro. In den beiden Wirtschaftsjahren zuvor war die Eigenkapitalveränderung negativ. Zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes werden jährlich pauschal mehr als 15.000 Euro für erforderlich gehalten.
 
Investitionen wurden zurückgestellt
Trotz einsetzender wirtschaftlicher Erholung gingen die Bruttoinvestitionen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um 11 Prozent auf durchschnittlich 51.200 Euro zurück. Während die Maschineninvestitionen leicht anstiegen, waren die Gebäudeinvestitionen deutlich rückläufig. Offensichtlich überwogen wirtschaftliche Konsolidierungsbestrebungen vor Absichten zu Modernisierung oder Betriebserweiterung. Wiederaufbau von Liquiditätsreserven und Unterhaltung von Gebäuden wurden Investitionen vorgezogen. Außerdem führten Unsicherheiten über rechtliche Rahmenbedingungen zur Investitionszurückhaltung. Die bereits im Vorjahr zurückgegangenen Nettoinvestitionen fielen im Wirtschaftsjahr 2016/17 weiter: Über die Abschreibungen hinaus wurden durchschnittlich nur 3.800 Euro je Betrieb investiert.
 
Nachhaltige Wirtschaftlichkeit
Wegen der relativ starken Schwankungen der Gewinne in der Landwirtschaft wird die wirtschaftliche Lage in den Betrieben zusätzlich auch anhand mehrjähriger Durchschnitte beurteilt. Im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2014/15 bis 2016/17 erzielten die Haupterwerbsbetriebe ein durchschnittliches Unternehmensergebnis von 48.200 Euro. In 38 Prozent der Betriebe lag das Unternehmensergebnis im Schnitt der drei Wirtschaftsjahre bei mehr als 50.000 Euro. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis dieser Gruppe betrug 95.400 Euro. Auch Brutto- und Nettoinvestitionen lagen mit 79.500 Euro bzw. 15.900 Euro erheblich über dem Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe. Ganz anders stellen sich die Verhältnisse in den Betrieben unter 30.000 Euro nachhaltigem Unternehmensgewinn dar. Hier fanden im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre mit 6.500 Euro nur noch vergleichsweise geringe Nettoinvestitionen statt. Das Eigenkapital wurde jährlich um rund 9000 Euro abgebaut.

Nur 32 Prozent der Betriebe mit Eigenkapitalbildung über 10.000 Euro
Die nachhaltige Eigenkapitalbildung der drei Wirtschaftsjahre 2014/15 bis 2016/17 betrug im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe 3.300 Euro. Als pauschale Messgröße zur Sicherung der Existenz eines Haupterwerbsbetriebes gilt eine jährliche Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 bis 20.000 Euro. Von der Gesamtheit der Haupterwerbsbetriebe erwirtschafteten im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre 32 Prozent eine Eigenkapitalbildung von mindestens 10.000 Euro. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung dieser Betriebe betrug 42.200 Euro. Die Bruttoinvestitionen dieser Betriebe lagen bei jährlich 88.000 Euro, die Nettoinvestitionen bei entsprechend 34.200 Euro. In den 39 Prozent der Haupterwerbsbetriebe mit nachhaltigen Eigenkapitalverlusten von jährlich mehr als 5.000 Euro dagegen wurde zusätzliches Fremdkapital aufgenommen und nicht über die Abschreibungen hinaus investiert.
 
Viele Betriebe auf dem Rückzug aus der Landwirtschaft
Etwa 37 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe investierten in den zurückliegenden drei Wirtschaftsjahren netto mehr als 5.000 Euro im Jahr, im Durchschnitt 56.900 Euro. Ihr Unternehmensergebnis war mit jährlich 60.300 Euro ebenso überdurchschnittlich wie die Eigenkapitalbildung mit 20.600 Euro und die Fremdkapitalzunahme mit 40.700 Euro. Anders bei den Betrieben, in denen Vermögen abgebaut wurde: Etwa 45 Prozent der Betriebe hatten in den letzten drei Wirtschaftsjahren negative Nettoinvestitionen von jährlich mehr als 5.000 Euro. Neben einem niedrigen Unternehmensergebnis sind Eigen- und Fremdkapitalabbau und damit Minderung des Unternehmensvermögens kennzeichnend für die Situation dieser Betriebe.

Fremdkapital ist in vielen Betrieben ein wichtiges Finanzierungsinstrument
Etwa 29 Prozent der Betriebe nahmen im Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre jährlich mehr als 10.000 Euro Fremdkapital auf, im Durchschnitt dieser Betriebe waren es 64.200 Euro. Kennzeichen dieser Betriebe ist vor allem eine hohe Investitionstätigkeit. Betriebe dagegen, die ihren Fremdkapitaleinsatz in den letzten Jahren nachhaltig reduzierten, investierten auch weniger, zeichnen sich aber durch etwas überdurchschnittliche Unternehmensergebnisse und Eigenkapitalbildung aus.
 

Nebenerwerbsbetriebe

Minus bei den Nebenerwerbsbetrieben
Das durchschnittliche Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2016/17 bei 11.800 Euro. Dies sind 1.000 Euro oder knapp 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ergebnisse beruhen auf 1.291 ausgewerteten Nebenerwerbsbetrieben. Die meisten davon (63 Prozent) sind auf Ackerbau ausgerichtet. Die durchschnittliche Größe der ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe beträgt 39,6 Hektar LF. Gegenüber dem Vorjahr sind insbesondere die Viehbestände stark zurückgegangen. Auch die Entwicklungen bei einer Reihe von Ertrags- und Aufwandspositionen deuten darauf hin, dass sich die ausgewerteten Nebenerwerbsbetriebe stärker auf ihre außerlandwirtschaftliche Erwerbstätigkeit konzentrierten.

Agrargenossenschaften

Wirtschaftliche Erholungstendenzen auch bei den Agrargenossenschaften
Den ausgewerteten 44 Agrargenossenschaften aus den neuen Ländern, vornehmlich aus Sachsen- Anhalt, liegen Buchführungsabschlüsse zugrunde, die zum Teil nach Kalenderjahren und zum Teil nach Wirtschaftsjahren abgeschlossen haben. Für den Durchschnitt der Agrargenossenschaften brachte das aktuelle Buchführungsjahr einen relativ kleinen Jahresüberschuss von 16.000 Euro. Im Vorjahr wurde noch ein Jahresfehlbetrag von durchschnittlich 88.000 Euro erwirtschaftet. Gemessen an der Kennzahl „Unternehmensergebnis plus Personalaufwand“, die einen Vergleich zwischen den Betrieben verschiedener Rechtsformen ermöglicht, wurden je Arbeitskraft 32.800 Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 18 Prozent. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug der entsprechende Wert im Wirtschaftsjahr 2016/17 35.800 Euro (+ 25 Prozent). Die ausgewerteten Agrargenossenschaften bewirtschaften im Durchschnitt 1.511 Hektar. Mit durchschnittlich 23,7 Vollarbeitskräften liegt der AK-Besatz bei 1,6 je 100 Hektar.