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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.2 Investitions- und Konjunkturbarometer Agrar

Repräsentative Befragung zur wirtschaftlichen Lage und Investitionsbereitschaft
Das Investitions- und Konjunkturbarometer Agrar untersucht, wie Landwirte ihre wirtschaftliche Situation und die Rahmenbedingungen einschätzen und welche Investitionen sie planen. Dazu führt das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und des Bundesverbandes Lohnunternehmen viermal im Jahr eine repräsentative Befragung bei rund 1.000 Landwirten und Lohnunternehmen durch.
 
Stimmungslage der deutschen Landwirte bleibt positiv
Der Index des Konjunkturbarometer Agrar lag nach den zuletzt für September 2013 vorliegenden Ergebnissen bei 35,5 Punkten. Die verhalten positive Stimmung der deutschen Landwirte hält damit an. Ursache ist eine stabile bzw. positive Entwicklung der Erzeugerpreise bei wichtigen landwirtschaftlichen Produkten wie Rinder, Schweinen und Milch. Von den Pacht- und Energiepreisen, aber auch von den Düngemittel- und Futtermittelpreisen geht aus Sicht der befragten Betriebsleiter weiterhin hoher Kostendruck aus. Dabei hat dieser vor allem bei Futter-, aber auch bei Düngemitteln nachgelassen.
 
Relativ gute Stimmungslage in allen Betriebsformen
Nach den zuletzt für September 2013 vorliegenden Ergebnissen wird das Stimmungsbild zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in allen Betriebsformen gleich positiv eingeschätzt. Ein Jahr zuvor war die Stimmungslage bei den Ackerbauern allerdings noch deutlich besser. Dafür hat sich Lage in den Futterbau- und Veredlungsbetrieben verbessert. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Durchschnitt der Betriebe stellt mit einem Wert von durchschnittlich 2,62 (1 = sehr gut, 5 = sehr schlecht) im Zeitvergleich einen Spitzenwert dar. Lediglich im März 2013 wurde dieser Wert noch geringfügig übertroffen.
 
Zukünftige Lage wird etwas verhaltener eingeschätzt
Die Einschätzung über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ist von verhaltener Zuversicht geprägt. Im Durchschnitt aller Betriebe liegt die Zukunftserwartung bei einem Wert von 3,02. Dabei liegen die Zukunftserwartungen der Futterbau- und Veredlungsbetriebe auf gleich hohem Niveau. Etwas verhaltener fallen die Aussichten der Ackerbaubetriebe aus. Seit Mitte 2009 bewegen sich die Zukunftserwartungen „seitwärts“ und zwar mit einer Durchschnittsnote um die 3,0.
 
Hohe Investitionsvolumina geplant
Im Konjunkturbarometer werden die Landwirte auch regelmäßig nach ihren konkreten Investitionsabsichten für die nächsten 6 Monate befragt. Nach den Ergebnissen von September 2013 liegt das vorgesehene Investitionsvolumen der deutschen Landwirtschaft für den Zeitraum bis März 2014 bei 5,9 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 0,3 Milliarden Euro mehr. Die aktuelle Investitionstätigkeit der deutschen Landwirte wird vor allem durch Investitionen in Ställe und Stalltechnik geprägt. Diese übertreffen mit 3,9 Milliarden Euro das entsprechende Vorjahresniveau um 0,4 Milliarden Euro. Die Maschineninvestitionen liegen mit 1,2 Milliarden Euro etwas höher als im Vorjahr. Erheblich gesunken sind dagegen die Investitionsplanungen in erneuerbare Energien (Biogas, Fotovoltaik, Windkraft). Mit 0,7 Milliarden Euro fallen die geplanten Investitionen nur halb so hoch aus wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
 
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind wichtig
Die Einschätzungen der landwirtschaftlichen Erzeuger hängen in hohem Maße von der Preisentwicklung auf den Agrar- und Betriebsmittelmärkten, aber auch von den politischen Rahmenbedingungen und den Wettbewerbsverhältnissen ab. Die Agrarpolitik auf EU- und nationaler Ebene liegt bei den Landwirten nicht besonders hoch im Kurs. Relativ günstig werden die Fremdkapitalzinsen, die Milch-, und auch die Rinder- und Schweinepreise beurteilt. Weniger günstig werden dagegen die im September 2013 erzielten Erzeugerpreise für Getreide sowie insbesondere die Betriebsmittelpreise beurteilt. Am stärksten belastend werden die Pachtpreise angesehen, im Vorjahr waren dies noch die Treibstoff- und Futtermittelpreise gewesen.