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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.2 Investitions- und Konjunkturbarometer Agrar

Repräsentative Befragung zur wirtschaftlichen Lage und Investitionsbereitschaft
Das Investitions- und Konjunkturbarometer Agrar untersucht, wie Landwirte ihre wirtschaftliche Situation und die Rahmenbedingungen einschätzen und welche Investitionen sie planen. Dazu führt das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und des Bundesverbandes Lohnunternehmen viermal im Jahr eine repräsentative Befragung bei rund 1.000 Landwirten und Lohnunternehmen durch.


Zuversichtliche Stimmungslage der deutschen Landwirte
Die zuversichtliche Stimmungslage der deutschen Landwirte hat sich im Jahr 2012 fortgesetzt. Der Index des Konjunkturbarometer Agrar lag nach den zuletzt für September 2012 vorliegenden Ergebnissen bei 34 Punkten. Ursache ist eine stabile bzw. positive Entwicklung der Erzeugerpreise bei wichtigen landwirtschaftlichen Produkten wie Getreide, Rinder, Schweinen und Milch. Dem stehen allerdings höhere Futtermittel-, Energie- und Düngemittelpreise gegenüber. Der Konjunkturindex gibt die aktuelle Einschätzung und die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren wieder.


Relativ gute Stimmungslage in allen Betriebsformen
Nach den zuletzt für September 2012 vorliegenden Ergebnissen ist das Stimmungsbild zur aktuellen wirtschaftlichen Lage  bei den Ackerbauern am besten. Nur wenig schlechter beurteilen die Futterbau- und Veredlungsbetriebe ihre Lage. Bei der Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung ist das Stimmungsbild unter den einzelnen Betriebsformen nahezu identisch. Zuletzt hatte sich die Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung etwas verbessert, vor allem bei den Milchbauern.


Aktuelle Lage und zukünftige Erwartungen relativ gut
Im Durchschnitt aller Betriebe liegt die Zukunftserwartung bei einem Wert von 2,96 auf einer Skala von 1 = sehr viel günstiger bis 5 = sehr viel schlechter. Im Zeitvergleich ist dies ein relativ guter Wert. Denn die Einschätzungen über die zukünftige Entwicklung bauen offenbar zunehmend auf der verbesserten wirtschaftlichen Lage auf. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage mit einem Wert von durchschnittlich 2,74 (1 = sehr gut, 5 = sehr schlecht) stellt im Zeitvergleich einen Spitzenwert dar.
 
Hohe Investitionsvolumina geplant
Im Konjunkturbarometer werden die Landwirte auch regelmäßig nach ihren konkreten Investitionsabsichten für die nächsten 6 Monate befragt. Nach den Ergebnissen von September 2012 liegt das vorgesehene Investitionsvolumen der deutschen Landwirtschaft für den Zeitraum bis März 2013 bei 6,2 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 0,9 Milliarden Euro mehr. Maßgebend für diesen deutlichen Anstieg sind Investitionen in Wirtschaftsgebäude. Dagegen fällt das Investitionsvolumen in Erneuerbare Energien erheblich geringer aus. Dieser Rückgang betrifft in erster Linie Investitionen in Fotovoltaikanlagen, während Investitionen in Biogasanlagen wieder leicht anziehen. Mit 1,4 Milliarden Euro sind die geplanten Investitionen der deutschen Landwirte in Erneuerbare Energien allerdings weiterhin beachtlich.


Hoher Kostendruck
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation der landwirtschaftlichen Erzeuger hängt in hohem Maße von der Preisentwicklung auf den Agrar- und Betriebsmittelmärkten, aber auch von den politischen Rahmenbedingungen und den Wettbewerbsverhältnissen ab. Von den Energie-, Düngemittel-, Futtermittel- und Pachtpreisen geht aus Sicht der befragten Betriebsleiter nach der Befragung aus September 2012 der höchste Druck auf die wirtschaftliche Lage in den Betrieben aus. Die Agrarpolitik auf EU- und nationaler Ebene liegt bei den Landwirten nicht besonders hoch im Kurs. Relativ günstig werden die aktuelle Ernte, die Zinsen für Fremdkapital, die Getreide-, Rinder- und auch die Schweinepreise beurteilt. Weniger günstig werden dagegen die im September 2012 erzielten Erzeugerpreise für Milch und Ferkel beurteilt.


Französische Bauern sind pessimistischer
In Kooperation mit dem französischen Bauernverband FNSEA werden seit 2010 unter den französischen Landwirten gleiche Fragen zur aktuellen und künftigen wirtschaftlichen Lage in den Betrieben gestellt. Ergebnis ist, dass die Stimmungskurven des deutschen und des französischen Konjunkturbarometers ziemlich parallel verlaufen. Allerdings ist die französische Stimmung sowohl im Hinblick auf die aktuelle Lage als auch im Hinblick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung stets etwas schlechter als die der deutschen Landwirte. Abgesehen davon, dass hier unabhängig vom Wirtschaftsbereich Landwirtschaft Mentalitätsunterschiede zum Tragen kommen, sehen französische Landwirte gegenüber ihren Berufskollegen aus Deutschland deutlich mehr Schwierigkeiten bei der Bewirtschaftung ihrer Betriebe. Als Gründe werden Kosten und niedrige Erzeugerpreise genannt.