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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.3 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2017 steigt auf 57 Milliarden Euro
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft wird für 2017 auf 57,1 Milliarden Euro geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr gut 4 Milliarden Euro oder knapp 8 Prozent mehr. Damit ist der landwirtschaftliche Produktionswert nach drei Jahren mit rückläufigen Werten wieder deutlich angestiegen.
 
Großes Plus bei Milch, aber auch bei Schweinen und Eiern
pflanzlicher Erzeugnisse um fast eine halbe Milliarde Euro ist vor allem auf höhere Erzeugungswerte für Zuckerrüben, Getreide und Futterpflanzen zurückzuführen. Unter Vorjahresniveau liegen dagegen vor allem die Produktionswerte für Wein, Obst, Gemüse, Raps und Kartoffeln. Der starke Anstieg des Produktionswertes tierischer Erzeugnisse um etwa 3,7 Milliarden Euro ist vor allem durch erhebliche Erlösanstiege bei Milch, aber auch bei Schweinen und Eiern verursacht. Gegenüber dem extrem niedrigen Vorjahresstand konnte die Erzeugung von Milch wertmäßig in etwa wieder an den Stand der Jahre 2013 und 2014 anknüpfen.
 
Kostensteigerungen bei den Betriebsmitteln
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich 2017 auf geschätzt 36,6 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa 0,6 Milliarden Euro oder fast 2 Prozent mehr. Deutlich höher fallen die Unterhaltungsaufwendungen sowie die Aufwendungen für Energie und Veterinärleistungen aus. Entlastungen gibt es bei Düngemitteln sowie Saat- und Pflanzgut. Auch in 2018 ist bei den meisten Betriebsmitteln preisbedingt mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen.
 
Krisenhilfen entlasteten
Unter die Position Beihilfen fallen vor allem die als Betriebsprämien gewährten EU-Direktzahlungen. Diese gehen in 2017 und 2018 leicht zurück. Die einmaligen Liquiditätshilfen für Milchviehbetriebe erhöhten diese Position in 2017 um 116 Millionen Euro. In 2018 werden auch die in 2016 und 2017 zusätzlich gewährten Bundesmittel zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung in Höhe von jeweils 78 Millionen Euro wegfallen. Wenn die EU-Kommission der Gewinnglättung bei der Einkommensteuer zustimmt, wird dies den Betrag der Beihilfen erhöhen.
 
Einkommen im Kalenderjahr 2017 deutlich verbessert
Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – steigt im Kalenderjahr 2017 nach der vorliegenden Schätzung auf etwa 17,5 Milliarden Euro an. Das ist gegenüber dem niedrigen Vorjahresergebnis ein Viertel mehr, aber immer noch deutlich weniger als in den Jahren 2013 und 2014. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich daraus eine Nettowertschöpfung von etwa 36.400 Euro.
 
Sorgen um eine verschlechterte Markt- und Einkommenslage in 2018
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2017 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten in 2018 insgesamt wieder zu einem niedrigeren Produktionswert führen, und zwar vor allem in der tierischen Erzeugung. Sorge rührt von einem unzureichenden Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf wichtigen Erzeugermärkten. Davon abgesehen besteht zum Beispiel auch Sorge über eine mögliche weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf Deutschland. Gleichzeitig steigen die Vorleistungen preisbedingt weiter an. Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2018 nach der vorliegenden eher konservativen Schätzung auf etwa 16 Milliarden Euro zurückgehen. Das würde gegenüber dem Ergebnis des Jahres 2017 einem Rückgang von gut 7 Prozent entsprechen (Stand November 2017).