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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.4 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2012 steigt auf gut 54 Milliarden Euro
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft beträgt im Jahr 2012 geschätzt 54,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 51,5 Milliarden Euro ist das ein Plus von fast 3 Milliarden Euro oder knapp 6 Prozent. In fast allen Erzeugungsbereichen nahmen die Produktionswerte vor allem auf Grund höherer Erzeugerpreise deutlich zu. Das Gros des Wachstums kommt aus dem pflanzlichen Bereich. Im Vergleich zu relativ niedrigen Vorjahresernten konnten vor allem die Erzeugungswerte von Getreide und Raps zulegen.


Tierproduktion: Außer bei Milch höhere Produktionswerte
Bei fast allen tierischen Erzeugnissen sind die Produktionswerte 2012 gegenüber dem Vorjahr vor allem preisbedingt gestiegen. Ausnahme ist die Milcherzeugung, dort fielen die Preise unter das Vorjahresniveau und sorgten für eine Verringerung des Produktionswertes um geschätzte 0,7 Milliarden Euro. Bei zum Teil hohen unterjährigen Preisschwankungen sorgten vor allem höhere Schweine-, Rinder-, Geflügel- und Eierpreise dafür, dass der Produktionswert für tierische Produkte gegenüber dem Vorjahr per Saldo um gut eine halbe Milliarde Euro zugenommen hat.


Weitere starke Kostensteigerungen
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich für 2012 auf geschätzte 37,6 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa anderthalb Milliarden Euro oder 4 Prozent mehr. In 2012 waren die Landwirte vor allem mit starken Preissteigerungen bei Futtermitteln konfrontiert. Aber auch die Kostensteigerungen für Düngemittel und Energie waren hoch.
Unter die Position Beihilfen fallen vor allem die EU-Betriebsprämien. Durch die im Health Check eingeführte zusätzliche Modulation vermindert sich die EU-Betriebsprämie in 2011 und in 2012 jeweils um ein weiteres Prozent (jeweils ca. 120 Mio. Euro). Mittel aus dem Grünland-Milchprogramm und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur“ fielen in 2011 gegenüber Vorjahr jeweils um 100 Millionen Euro niedriger aus. In 2012 vermindert sich die Position der Beihilfen durch den kompletten Fortfall des Grünlandmilchprogramms um weitere 200 Millionen Euro.


Einkommen je Arbeitskraft steigt 2012 auf 27.100 Euro
Die insgesamt deutlich höheren Einnahmen konnten die Kostensteigerungen mehr als ausgleichen. Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – beträgt im Kalenderjahr 2012 nach dieser ersten Schätzung etwa 14,5 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 10 Prozent mehr. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich somit eine Nettowertschöpfung von etwa 27.100 Euro.


Perspektiven für 2013 etwas schlechter
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2012 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten zu einem ähnlich hohen Produktionswert wie in 2012 führen. Da aber die Vorleistungen, insbesondere für Futter-, Düngemittel und Energie, und die Abschreibungen weiter steigen dürften, wird die Wertschöpfung in 2013 geringer ausfallen. Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2013 dürfte  etwa 13,6 Milliarden Euro zurückgehen (- 4 Prozent). Je Arbeitskraft wären das etwa 25.800 Euro.


Erneuerbare Stromerzeugung bringt zusätzliche Erlöse von 5,7 Milliarden Euro
Analysen im Auftrag des Bundesumweltministeriums zufolge befinden sich etwa 11 Prozent der installierten Leistung von erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen in der Hand von Landwirten (siehe hierzu auch Kapitel 2.2). Mit Biogas, Fotovoltaik und Wind erwirtschafteten die deutschen Landwirte in 2012 einen zusätzlichen Erlös von geschätzt 5,7 Milliarden Euro. Besonders hoch ist das Engagement der Landwirte bei Biogas; hier werden etwa 70 Prozent der Erzeugerkapazität von 3.200 Megawatt von Landwirten betrieben.

 
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Herausgegeben vom Deutschen Bauernverband mit Unterstützung von: