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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.4 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2013 bei rund 56 Milliarden Euro
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft für 2013 wird auf 56,1 Milliarden Euro geschätzt (Vorjahr 55,8 Mrd. Euro). Ein deutlicher Rückgang des Produktionswertes in der pflanzlichen Erzeugung wurde durch einen entsprechenden Anstieg in der tierischen Erzeugung kompensiert.
 
Plus in der Tierproduktion – Minus in der Pflanzenproduktion
Der deutliche Rückgang des Produktionswertes pflanzlicher Erzeugnisse in 2013 ist insbesondere auf die niedrigeren Erzeugungswerte für Getreide, Raps, Futterpflanzen und auch Zuckerrüben zurückzuführen. Deutlich über Vorjahresniveau liegt hingegen der Produktionswert von Kartoffeln. Auch bei Gemüse, Obst und Weinmost kann eine kleinere Ernte durch höhere Preise mehr als ausgeglichen werden. In der tierischen Erzeugung ist vor allem der Produktionswert für Milch deutlich gestiegen. Dem standen allerdings etwas geringere Erlöse aus der Schlachtvieh- und Eiererzeugung gegenüber.
 
Kostensteigerungen bei Betriebsmitteln
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich für 2013 auf geschätzte 38,2 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa 0,4 Milliarden Euro oder gut 1 Prozent mehr. In 2013 waren die Landwirte vor allem mit Kostensteigerungen bei Energie und zugekauften Futtermitteln konfrontiert. Niedriger fallen dagegen die Ausgaben für Düngemittel aus. Unter die Position Beihilfen fallen vor allem die EU-Betriebsprämien. Durch die Auswirkungen der „Finanziellen Disziplin“ fallen die Direktzahlungen in 2013 gegenüber Vorjahr um rund 2,5 Prozent geringer aus.
 
Einkommen je Arbeitskraft in 2013 etwas niedriger als in 2012
Den insgesamt unveränderten Einnahmen des Agrarsektors standen Kostensteigerungen gegenüber. Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – fällt deswegen im Kalenderjahr 2013 nach dieser Schätzung auf etwa 15,3 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr knapp 3 Prozent weniger. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich somit eine Nettowertschöpfung von etwa 28.800 Euro.
 
Perspektiven für 2014 relativ stabil
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2013 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten insgesamt zu einem ähnlich hohen Produktionswert wie in 2013 führen. Ähnliches gilt für die Vorleistungen. Es werden zwar durchaus (weitere) Entlastungen bei den Dünge- und Futtermittelausgaben erwartet, jedoch steigen die Aufwendungen für andere Betriebsmittel wie die Unterhaltung von Maschinen und Gebäuden weiter an. Auch ist mit einer Superabgabe für die Quotenüberschreitung bei Milch in beträchtlicher Größenordnung zu rechnen. Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2014 gut 15 Milliarden Euro betragen (gegenüber Vorjahr – 2 Prozent). Je Arbeitskraft wären das etwa 28.600 Euro.
 
Erneuerbare Stromerzeugung bringt zusätzliche Erlöse von 6,0 Milliarden Euro
Analysen im Auftrag des Bundesumweltministeriums zufolge befanden sich Ende 2012 etwa 11 Prozent der installierten Leistung von erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen in Höhe von insgesamt 72.900 Megawatt in der Hand von Landwirten (siehe hierzu auch Kapitel 2.2). Mit Biogas-, Solar- und Windstrom erwirtschafteten die deutschen Landwirte in 2013 einen zusätzlichen Erlös von geschätzt 6,0 Milliarden Euro. Besonders hoch ist das Engagement der Landwirte bei Biogas; hier werden etwa 70 Prozent der Erzeugerkapazität von 3.500 Megawatt von Landwirten betrieben.