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6 Erzeugung und Märkte

6.1 Pflanzliche Erzeugung

Gute globale Versorgungslage mit Getreide
Mit dem Erntejahr 2016/17 ist der Weltgetreidemarkt im vierten Jahr hintereinander von reichlicher Versorgung geprägt. Mit 2,55 Milliarden Tonnen liegt die für 2016/17 geschätzte Weltgetreideernte um 92 Millionen Tonnen oder 4 Prozent über der Vorjahresernte. Der Verbrauch steigt im Vergleich zum Vorjahr zwar ebenfalls um 4 Prozent, dürfte aber im Wirtschaftsjahr 2016/17 fast 19 Millionen Tonnen unter der Erntemenge bleiben. Entsprechend steigen die Lagerbestände weiter an.
 
EU nicht mehr größter Weizenlieferant
Die USA dominieren den globalen Handel mit Getreide. In der Saison 2016/17 dürfte der Marktanteil von US-Getreide am Welthandel voraussichtlich 24 Prozent erreichen, von US-Grob- und Futtergetreide sogar 36 Prozent. Dabei spielt Mais eine maßgebliche Rolle. Die EU dagegen war bislang ein wichtiger Akteur am globalen Weizenmarkt, und zwar vor allem bei qualitativ hochwertigem Brotweizen. Auf Grund der erheblich niedrigeren Ernten, insbesondere in Frankreich, dürften die Weizen-Ausfuhren der EU im Wirtschaftsjahr 2016/17 mit geschätzten 25 Millionen Tonnen um knapp 10 Millionen niedriger ausfallen als im Vorjahr. Damit verliert die Union ihren ersten Platz in der Rangliste der wichtigsten Weizenlieferanten. Sie liegt jetzt hinter Russland, dessen Weizenausfuhren im Wirtschaftsjahr 2016/17 auf Grund einer guten Ernte auf 30 Millionen Tonnen geschätzt werden.
 
Weltweite Weizenvorräte können den Bedarf von 4 Monaten abdecken
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2016/17 auf 745 Millionen Tonnen – das sind gut 1 Prozent oder gut 9 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Verbrauch wird auf 737 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit um 8 Millionen Tonnen unter dem Ernteergebnis. Entsprechend dürften sich die weltweiten Lagervorräte bei Weizen zum Ende des Wirtschaftsjahres 2016/17 auf 249 Millionen Tonnen erhöhen. Rein rechnerisch decken die zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres erwarteten Weizenvorräte den Bedarf von 4 Monaten bzw. 125 Tagen.
 
Höhere Bestände auch an Grob- und Futtergetreide
Auch am Weltmarkt für Futter- und Grobgetreide ist in 2016/17 mit einem Bestandsaufbau zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) steht der Erzeugung von 1.320 Millionen Tonnen Futtergetreide voraussichtlich ein Verbrauch von 1.315 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2016/17 werden Futter- und Grobgetreidebestände von weltweit 250 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 5 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.
 
Niedrigere EU-Getreideernte führt zum Abbau von Lagerbeständen
Die verbesserte globale Versorgungslage mit Getreide im Wirtschaftsjahr 2016/17 basiert auf guten Ernten in Nordamerika und in den Schwarzmeerländern, insbesondere in Russland und der Ukraine. Anders ist die Situation in der EU-28. Hier fällt das Getreideaufkommen 2016 nach Schätzung der Europäischen Kommission von Ende November 2016 mit 293,1 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr (311,6 Millionen Tonnen) um 18,5 Millionen Tonnen oder fast 7 Prozent geringer aus. Bei nahezu unveränderter Anbaufläche (57,2 Millionen Hektar) ist das niedrigere Getreideaufkommen fast ausschließlich auf geringere Hektarerträge im Vergleich zur guten Ernte 2015 zurückzuführen, und das vor allem in Frankreich, aber auch in Deutschland. Die Lagerbestände bei Getreide werden nach Einschätzung der EU-Kommission am Ende des Wirtschaftsjahres 2016/17 auf rund 43 Millionen Tonnen zurückgehen. Das wären im Jahresvergleich fast 6 Millionen Tonnen weniger.
 
Deutsche Getreideernte 2016 kleiner als 2015
Deutschland gehört zu den Ländern im Nordwesten Europas, in denen die Getreideernte 2016 gegenüber dem Vorjahr deutlich kleiner ausfiel. Ungünstige Vegetationsbedingungen im Frühsommer schadeten vor allem den Sommerungen, aber auch die Erträge von Wintergetreide brachten nicht das erwartete Ergebnis. Vor allem die Weizenergebnisse fielen deutlich zurück. Die deutsche Getreideernte erreichte in 2016 mit insgesamt 45,3 Millionen Tonnen (einschließlich Körnermais) ein Niveau, das um 7 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres und um 3 Prozent unter dem langjährigen Mittel 2010-15 liegt. Ausschlaggebend für das niedrigere Ernteergebnis sind bei leicht verringerten Anbauflächen niedrigere Hektarerträge. Regional gesehen ist die Ertragsentwicklung wegen unterschiedlicher Witterungsbedingungen allerdings uneinheitlich.
 
Getreideausfuhren stark zurückgegangen
Im Wirtschaftsjahr 2015/16 sind die Getreideausfuhren Deutschlands gegenüber dem Rekordvorjahr um 2,3 auf 13,0 Millionen Tonnen gesunken. Den größten Einbruch gab es beim Weichweizen. Nach ersten Einschätzungen fallen die Ausfuhren im Wirtschaftsjahr 2016/17 wieder höher aus. Grund dafür ist die extrem niedrige Weizenernte in Frankreich, die die Nachfrage nach deutschem Weizen steigert.
 
Ziehen die globalen Getreidepreise wieder an?
Die internationalen Getreidepreise standen wegen global guter Ernten und relativ hoher Lagerbestände auch in 2016 weiter unter Druck. Die Rekordweizenproduktion, gepaart mit einer erwarteten Erholung der globalen Reiserzeugung sowie einer überdurchschnittlichen Grobgetreideproduktion, haben laut FAO die Getreidepreise nach unten gedrückt. Der FAO-Getreidepreisindex lag im Oktober 2016 um rund 10 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Der reichlich versorgte Weltmarkt dürfte nach Ansicht von FAO-Experten keinen großen Preisanstieg zulassen. Möglicherweise wird das befürchtete Wetterphänomen La Niña mit schwächeren Ernten vor allem bei Mais und Sojabohnen Einfluss auf die globale Getreidepreisentwicklung 2017 nehmen. Der FAO-Getreidepreisindex wird gebildet auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wichtigsten globalen Handelsplätzen.
 
Mittelfristig weiterhin eher knappe Versorgungssituation
Nach der in 2016/17 komfortablen Versorgung rechnen FAO und OECD für den Zeitraum bis 2025 mit einer weiter eher knappen globalen Versorgungssituation und somit mit einem sich wieder festigenden Preisniveau. Als Gründe werden das weitere Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbauflächen und verringerte Produktivitätsfortschritte angegeben. Es werden weiter große Preisausschläge (Volatilitäten) erwartet. Da sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen wie die Entwicklung des Ölpreises ändern und auch globale Extremwetterereignisse dazwischenkommen können, sind die Projektionen von FAO und OECD, wie sich die Märkte entwickeln können, eher eine grobe Richtschnur.
 
Getreidepreise in der EU und in Deutschland unter Druck
Trotz starker Ernteeinbußen standen die Getreidepreise in der EU und Deutschland in 2016 unter Druck. Erst nach der Ernte zogen die Erzeugerpreise für Brot- und Futtergetreide wieder leicht an. Die Futtergetreidepreise wurden durch ein geringeres Angebot an Körnermais gestützt. Dennoch lag das Preisniveau für Brotweizen im November 2016 mit 14,50 Euro je Dezitonne (ohne MwSt.) um rund 8 Prozent und das für Futtergerste mit 12,50 Euro je Dezitonne (ohne MwSt.) um rund 13 Prozent unter Vorjahresstand.
 
Wieder etwas festere Preise erwartet
Auch im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2016/17 wird die Entwicklung am Weltmarkt für die hiesigen Märkte tonangebend sein. Bei den Erzeugerpreisen für Brot- und Futtergetreide in der EU und Deutschland gehen Marktexperten von einer festen Tendenz aus und begründen dies mit positiven Vorgaben von den Terminmärkten.
 
Getreide wird preisgünstiger – Brot und Backwaren nicht
Während die Entwicklung der Erzeugerpreise für Brotweizen im Zeitverlauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Verbraucherpreise für Brot und Gebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis sechs Prozent liegt. Wie Berechnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigen, blieben die Verbraucherpreise für Brot von der Abwärtsentwicklung der Erzeugerpreise für Weizen unbeeindruckt.
 
Globale Ölsaatenerzeugung deutlich angestiegen
Weltweit wird die Ölsaatenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2016/17 auf 551,2 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 29 Millionen Tonnen oder knapp 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Wirtschaftsjahr zuvor hatte die globale Ölsaatenerzeugung um 15 Millionen Tonnen abgenommen. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat bleibt 2016/17 die Sojabohne mit 336,1 Millionen Tonnen, gefolgt von Raps mit 67,8 Millionen Tonnen, Erdnüssen mit 41,8 Millionen Tonnen und Baumwollsaat mit 39,1 Millionen Tonnen
 
USA, Brasilien und Argentinien dominieren den Sojaanbau
Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Der Vorteil ist der hohe Eiweißgehalt, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten Sojabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Sojabohnen sind die USA mit geschätzten 118,7 Millionen Tonnen in 2016/17, gefolgt von Brasilien mit 102,0 Millionen Tonnen sowie Argentinien mit 57,0 Millionen Tonnen. Hauptimporteur von Sojabohnen ist China mit 86,0 Millionen Tonnen, gefolgt von der EU mit 13,0 Millionen Tonnen. Die für das Wirtschaftsjahr 2016/17 geschätzte Welt-Sojabohnenernte liegt bei 336,1 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 23 Millionen Tonnen oder gut 7 Prozent mehr. Grund für den starken Mengenzuwachs sind Rekordernten in den USA und Brasilien.
 
Palm- und Sojaöl beherrschen den Pflanzenölmarkt
Der weltweite Pflanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Im Wirtschaftsjahr 2016/17 macht die Palmölerzeugung mit etwa 64,5 Millionen Tonnen knapp 35 Prozent der globalen Pflanzenölerzeugung von insgesamt 185,7 Millionen Tonnen aus. Die Palmfrucht liefert im Schnitt einen Pflanzenölertrag von 3,3 Tonnen je Hektar. Bei Raps sind es 1,4 Tonnen je Hektar und bei Sonnenblumen entsprechend 1,1 Tonnen. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Malaysia mit zusammen 85 Prozent Marktanteil. Sojaöl nimmt mit einer Weltproduktion von 53,7 Millionen Tonnen und einem Anteil von 29 Prozent an der Gesamtproduktion die zweite Stelle bei den pflanzlichen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 26,8 Millionen Tonnen (14 Prozent) und 16,7 Millionen Tonnen (9 Prozent).
 
Pflanzenölmarkt mit dynamischer Entwicklung
Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pflanzlichen Öle (aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie Palm und Palmkerne, Kokos und Oliven) dürfte im Wirtschaftsjahr 2016/17 auf 185,7 Millionen Tonnen steigen. Dies sind 8,6 Millionen Tonnen oder fast 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nicht ganz so stark wächst die Nachfrage mit plus 5,8 Millionen Tonnen. Angebot und Nachfrage zeigen bereits seit Jahren eine starke dynamische Entwicklung. Pflanzenöl wird zu einem hohen Anteil im Nahrungsmittelbereich eingesetzt. Nur etwa ein Fünftel geht in die oleo-chemische Industrie oder wird zur Herstellung von Biodiesel verwandt.
 
Geringere Ölsaatenernte in der EU
In der EU-28 hat die Ölsaatenerzeugung in 2016 ertragsbedingt mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis abgeschlossen. Mit einer Erntemenge von 30,3 Millionen Tonnen wurde das Vorjahresergebnis um 1,4 Millionen Tonnen oder gut 4 Prozent unterschritten. Mit 19,9 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr - 9 Prozent) dominiert in der EU-Ölsaatenerzeugung der Raps, gefolgt von Sonnenblumen mit 8,1 Millionen Tonnen (+ 4 Prozent) und Sojabohnen mit 2,2 Millionen Tonnen (- 5 Prozent).
 
Unterdurchschnittliche Rapsernte in Deutschland
Nach Ergebnissen der amtlichen Statistik wurden 2016 in Deutschland 4,6 Millionen Tonnen Winterraps geerntet. Das sind trotz einer um rund 4 Prozent ausgeweiteten Anbaufläche 0,4 Millionen Tonnen oder 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Hektarertrag liegt mit 34,6 Tonnen um gut 11 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und um 9 Prozent unter dem langjährigen Mittel 2010-15
 
Raps füllt Teller, Trog und Tank
Im Sommer 2015 wurden in Deutschland 5,0 Millionen Tonnen Raps geerntet. In Ölmühlen entstanden daraus 2,0 Millionen Tonnen Rapsöl und 3,0 Millionen Tonnen Rapskuchen und -extraktionsschrote. Etwa 500.000 Tonnen des Öls gingen in die menschliche Ernährung. Mit den restlichen 1,5 Millionen Tonnen Öl können ca. 2 Millionen Pkw ein Jahr lang betrieben werden. Die entsprechende Menge Erdöl wird dadurch eingespart. Gleichzeitig kann auch auf den Import von 2,0 Millionen Tonnen Sojaschrot aus Übersee verzichtet werden, da durch die Herstellung des Rapsölkraftstoffs diese Menge Import-Futtermittel ersetzt werden kann. Das entspricht etwa 0,8 Millionen Hektar Sojaanbaufläche, die nicht „importiert“ werden. Quelle: UFOP
 
Bei Ölsaaten und -schroten hohe Netto-Importe
Deutschland führte im Wirtschaftsjahr 2015/16 rund 14,2 Millionen Tonnen Ölsaaten und -schrote ein und 4,0 Millionen Tonnen aus. Importiert wurden vor allem Raps (5,5 Mio. t), Sojabohnen (3,5 Mio. t) und Sojaschrot (3,2 Mio. t). In beachtlichen Mengen exportiert wurden Sojaschrot (1,8 Mio. t) und Rapsschrot (1,6 Mio. t).
 
Abwärtstrend der Preise für pflanzliche Öle beendet
Der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle erreichte im Oktober 2016 einen Stand, der um rund 18 Prozent über dem niedrigen Vorjahresstand lag. Trotz Auf und Ab setzte sich in den ersten 10 Monaten des Jahres 2016 eine feste Tendenz durch, so dass der FAO-Index im Mittel von Januar bis Oktober um 8 Prozent über dem entsprechen Vorjahresstand lag. Die internationalen Sojaölnotierungen profitierten im 4. Quartal 2016 von weltweit reger Nachfrage und die Preise für Rapsöl von einem globalen Rückgang der Produktion. Experten der AMI gehen für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2016/17 zumindest von einer stabilen Situation, wenn nicht sogar von einem weiteren Anstieg der globalen Pflanzenölpreise aus.
 
Rapspreise mit weiterem Potenzial nach oben
Die Preise für Ölsaaten und pflanzliche Öle in der EU und in Deutschland folgen den globalen Notierungen. Die heimischen Rapspreise bleiben von der Entwicklung der Terminkurse für Palmöl und Sojabohnen somit nicht unberührt. Ohnehin hatte das deutlich knappere europäische Angebot an Raps seit der Ernte 2016 für eine feste Tendenz der Erzeugerpreise gesorgt. Mit dem scharfen Kursanstieg im November 2016 aufgrund der unerwartet regen Nachfrage nach Palmöl und Sojabohnen bei gleichzeitig unzureichendem Angebot schossen die Terminkurse nach oben und hoben die deutschen Erzeugerpreise für Raps noch deutlicher über Vorjahreslinie.
 
Globale Zuckerversorgung verschlechtert sich
Die Weltzuckererzeugung wird vom USDA für das Wirtschaftsjahr 2016/17 auf 170,9 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das sind gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis 5,1 Millionen Tonnen oder 3 Prozent mehr. Höheren Erzeugungsmengen in Brasilien und der EU stehen Produktionsrückgänge vor allem in Indien und Thailand gegenüber. Der globale Verbrauch an Zucker wächst weiter und übersteigt die Erzeugung auch im Wirtschaftsjahr 2016/17 deutlich. Damit dürften die Bestände an Zucker im zweiten Jahr in Folge deutlich abgebaut werden und den niedrigsten Stand seit 2010/11 erreichen.
 
Starker Anstieg bei den Zuckerpreisen
Die Weltmarktpreise für Zucker sind seit Herbst 2015 wegen hoher Nachfrage bei sinkenden Angebotsmengen stark gestiegen. Der FAO-Index für Zucker lag im Oktober um 60 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Auslöser für weitere Preisanstiege waren zuletzt ungünstige Wetterbedingungen für die Zuckerrohrernte in Brasilien, Berichte über eine geringere Produktion in Indien sowie über knappe Vorräte in Thailand und China. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Zuckererzeugung beträgt rund 20 Prozent.
 
EU-Zuckererzeugung steigt auf 16,9 Millionen Tonnen
Die Europäische Union ist der weltweit größte Produzent von Rübenzucker und Hauptimporteur von Rohrzucker für die Raffination. In der EU werden ungefähr 50 Prozent der Welt-Rübenzuckerproduktion erzeugt. Die EU-Zuckerproduktion 2016/17 beläuft sich nach Einschätzung der Europäischen Kommission voraussichtlich auf rund 16,9 Millionen Tonnen, gegenüber 14,9 Millionen Tonnen im Vorjahr. Dieser Schätzung liegen ein deutlicher Anstieg der EU-Anbaufläche für Zuckerrüben sowie höhere Hektarerträge zugrunde. Mit durchschnittlich 73 Tonnen Rübenertrag je Hektar wird das Niveau der vergangenen fünf Jahre erreicht.
 
Weltmarktmarktpreise werden die künftige EU-Zuckerproduktion bestimmen
Die Differenz zwischen 13,2 Millionen Tonnen Quote und Erzeugung wird von der Zuckerindustrie über Exporte, die Bioenergieverwertung und die chemische Industrie vermarktet, und zwar zu Marktpreisen. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für EU-Quotenzucker sind von den Preisentwicklungen auf den Weltmärkten relativ stark abgekoppelt. Die EU-Zuckermarktordnung läuft im Oktober 2017 aus. Dann werden die Weltmarktpreise über die Entwicklung der EU-Zuckerproduktion entscheiden. Bei hohen Weltmarktpreisen könnte die Europäische Union vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Zuckerproduktion gegenüber der Isoglukose-Erzeugung würde stark durch die Entwicklung der Weltmarktpreise von Getreide, Raps und Erdöl beeinflusst werden. Mit steigenden Weltmarktpreisen für diese Produkte verbessert sich die Wettbewerbsposition der Zuckerindustrie gegenüber der Isoglukose-Industrie.
 
Deutsche Zuckererzeugung gegenüber Vorjahr um fast ein Drittel höher
Die deutsche Zuckererzeugung aus Rüben fällt in 2016/17 nach vorläufigen Ergebnissen der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) mit 3,8 Millionen Tonnen um 0,9 Millionen Tonnen oder 30 Prozent höher aus als die relativ niedrige Ernte in der Kampagne 2015/16. Die Ursachen für das erheblich höhere Kampagne-Ergebnis sind eine starke Anbauausdehnung und ein um 5 Prozent höherer Zuckerrübenertrag je Hektar bei nahezu unveränderten Zuckergehalten. Witterungsbedingt fielen die Erträge regional allerdings sehr unterschiedlich aus.
 
2016 mit zweitkleinster EU-Kartoffelernte
In der EU-28 wurden 2016 geschätzte 55,1 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet (Vorjahr 54,0 Mio. Tonnen). Bei nahezu unveränderten Hektarerträgen war eine Ausdehnung der Anbaufläche auf 1,742 Millionen Hektar (+ 3 Prozent) maßgebend für das Mengenplus von 1,1 Millionen Tonnen.
 
Deutsche Kartoffelernte 2016 etwas niedriger
Nach dem vorläufigen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2016 bei 10,2 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis 200.000 Tonnen oder 2 Prozent weniger Kartoffeln. Der mehrjährige Durchschnitt 2010-15 wird um 5 Prozent unterschritten. Zu dem geringeren Ernteergebnis haben ein leichter Anbaurückgang und etwas niedrigere Erträge beigetragen. Zur Ernte 2016 fielen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln zwar deutlich unter das hohe Vorjahresniveau, blieben aber mit 15,65 Euro je Dezitonne (festkochend, September 2016) im Zeitvergleich relativ hoch. Angesichts des relativ kleinen Speisekartoffelangebotes zogen die Kartoffelpreise im Oktober und November 2016 deutlich an. Für festkochende Sorten wurden im November 2016 Erzeugerpreise von durchschnittlich 17,70 Euro je Dezitonne erzielt. Im Jahresvergleich sind das 10 Prozent weniger.
 
Vermarktungsspanne ist größer geworden
Der Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Sinkende bzw. steigende Erzeugerpreise gehen mit sinkenden bzw. steigenden Verbraucherpreisen einher, allerdings nicht in gleichem Ausmaße.
 
Niedrigere EU-Apfel- und -Birnenernte
Nach zwei großen EU-Apfelernten rutscht die für 2016 prognostizierte Produktion wieder in den Bereich von 12 Millionen Tonnen ab. Das sind gegenüber 2015 320.000 Tonnen oder 3 Prozent weniger. Den Ausschlag für die schwächere Ernte gaben insbesondere die Nachtfröste in der letzten Aprilwoche mit zum Teil massiven Ertragsausfällen in der Alpenregion und in den Balkanländern. Von den marktrelevanten Anbauregionen in Europa erwartet nur Deutschland eine größere Ernte als in 2015. Die EU exportiert jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen Äpfel und versucht langfristig über die „neuen Märkte“ die Auswirkungen des russischen Importembargos zu kompensieren. Deutschland ist 2016 mit 1,0 Millionen Tonnen der viertgrößte Apfelerzeuger in der EU, nach Polen (4,1 Mio. t), Italien (2,3 Mio. t) und Frankreich (1,6 Mio. t). Die EU-Birnenernte 2016 wird auf  2,17 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahr und ist der niedrigste Stand seit 2012. In vielen Regionen war es während der Blüte und in der Phase des Fruchtansatzes zu kühl und regenreich. Der wichtigste Erzeuger ist Italien mit 680.000 Tonnen, gefolgt von den Niederlanden (350.000 t) und Spanien (300.000 t). Deutschland spielt mit 35.000 Tonnen im EU-Vergleich nur eine untergeordnete Rolle.
 
Deutsche Obsternte 2016 fällt unterschiedlich aus
Bei Obst stellt fast jedes Produkt einen eigenen Markt dar. Die deutsche Apfelernte wird 2019 auf 999.000 Tonnen veranschlagt. Das wären gegenüber dem Vorjahr knapp 3 Prozent und gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt 20102015 7 Prozent mehr. Die Birnenernte liegt nach vorläufigen Ergebnissen bei knapp 35.000 Tonnen (- 20 Prozent), die Erdbeerernte bei 133.000 Tonnen (- 23 Prozent), die Kirschernte bei 45.000 Tonnen (- 7 Prozent) und die Ernte von Pflaumen/Mirabellen bei 42.000 Tonnen (-18 Prozent).
 
2016 geringere Erlöse aus dem Verkauf von Obst
Die Absatzmengen der deutschen Erzeugerorganisationen mit Obst lagen 2015 mit 727.000 Tonnen auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Umsätze von zusammen 382 Millionen Euro überstiegen die des Vorjahres um 6 Prozent. Über alle Produkte hinweg lagen die Durchschnittserlöse jedoch nur leicht unter denen des Vorjahres. In 2016 ist die Situation mit Ausnahme von Äpfeln durch deutlich niedrigere Erträge geprägt. Die geringere Erntemenge dürfte nur zum Teil über höhere Preise kompensiert werden. Die AMI schätzt die Umsatzerlöse der Erzeugerorganisationen für 2016 auf 375 Millionen Euro. Das sind knapp 2 Prozent weniger als im Vorjahr.
 
Anbau von Freilandgemüse hat leicht zugenommen
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungserhebung des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die Anbaufläche von Freilandgemüse in Deutschland in 2016 auf 112.000 Hektar (2015: 109.700 Hektar). Gegenüber dem Vorjahr ist das gut 2 Prozent mehr. Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüsefläche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.300 Hektar Gemüse angebaut. Die wichtigste Kultur ist die Tomate, gefolgt von Gurke und Kopfsalat.
 
Gemüseernte 2016 etwas über Vorjahresstand
Die deutsche Freiland-Gemüseernte liegt nach Schätzungen der AMI 2016 bei 3,3 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte von 3,245 Millionen Tonnen sind das knapp 2 Prozent mehr. Die Entwicklung fiel je nach Produkt und Region unterschiedlich aus, insbesondere wenn dabei ungünstige Witterungsverhältnisse eine Rolle spielten. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist zum Beispiel die deutsche Spargelernte 2016 infolge Anbauausweitung höher ausgefallen (+ 5 Prozent). Die Flächenerträge aber blieben witterungsbedingt aber um knapp 2 Prozent hinter dem Vorjahresstand zurück. Mit 27.000 Hektar (2016) ist Spargel die flächenstärkste Gemüsekultur, gefolgt von Speisezwiebeln und Möhren mit jeweils gut 11.000 bzw. 10.000 Hektar.
 
In 2016 werden etwas höhere Erlöse aus dem Verkauf von Gemüse
Die Absatzmengen der deutschen Erzeugermärkte für Gemüse überstiegen 2015 mit 909.000 Tonnen nur knapp das Vorjahresniveau. Da nahezu alle Produktgruppen höhere Durchschnittserlöse als im Jahr zuvor erzielen konnten, stiegt der Gesamtumsatz um 14 Prozent auf 772 Millionen Euro an. Die Gemüse-Erntemenge in 2016, die kaum höher liegt als im Vorjahr, führt in Verbindung mit einem leicht höheren Preisniveau nach AMI-Schätzung zu etwas höheren Verkaufserlösen von 795 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 3 Prozent.
 
Deutschland unter den TOP 10-Weinländern
Die globale Weinerzeugung in 2016 wird auf 259,4 Millionen Hektoliter geschätzt. Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 5 Prozent. Auch in 2016 führen Italien (48,8 Mio. Hektoliter) und Frankreich (41,9 Mio. Hektoliter) die Rangliste der weltweit wichtigsten Weinerzeugerländer an, vor Spanien (37,8 Mio. Hektoliter). Auf Platz 4 folgen die USA mit 22,5 Millionen Hektolitern. Deutschland liegt mit 8,5 Millionen Hektolitern auf Platz 10 der Weltrangliste.
 
Traubenernte 2016 mit guten Qualitäten
Die deutsche Weinmosternte 2016 wird auf rund 8,5 Millionen Hektoliter geschätzt. Damit bliebe die 2016er Ernte auf Grund schwieriger Witterungsbedingungen um 4 Prozent hinter dem Vorjahresertrag zurück. Die Mosternte 2016 wird als qualitativ guter Jahrgang beschrieben. Mit 165,6 Millionen Hektolitern wird in der EU 2016 eine Weinmosternte geschätzt, die um gut 4 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegt.
 
Wein und Weinbau in Deutschland
Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Die gesamte im Ertrag stehende Rebfläche lag 2016 bei 99.900 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Die meisten der etwa 20.000 Winzer - viele davon im Nebenerwerb - sind in 230 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen.
 
Überdurchschnittliche Hopfenernte
In Deutschland werden auf rund 18.600 Hektar Hopfen angebaut. Fast 86 Prozent davon liegen in Bayern. Mehr als ein Drittel der weltweiten Hopfenanbaufläche entfällt auf Deutschland. Die Erzeugnisse der knapp 1.200 Hopfenbetriebe in Deutschland werden in über 100 Länder exportiert. Die günstigen Witterungsbedingungen im Sommer mit ausreichenden Niederschlägen und nur wenigen heißen Tagen wirkten sich positiv auf die Entwicklung des Hopfens im Anbaujahr 2016 aus. Die Hopfenernte in 2016 wird auf 41.400 Tonnen geschätzt. Das ist im Vergleich zu Vorjahren eine weit überdurchschnittliche Ernte. Infolge extremer Hitze und Trockenheit im Juli/August waren im Jahr zuvor nur 28.300 Tonnen geerntet worden.