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6 Erzeugung und Märkte

6.1 Pflanzliche Erzeugung

Globale Versorgungslage mit Getreide etwas verschlechtert
Nach vier Jahren deutlich gestie-gener Produktion und damit reich-licher Versorgung fällt die Weltge-treideernte im Erntejahr 2017/18 gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Prozent kleiner aus. Mit 2,556 Mil-liarden Tonnen verfehlt die globale Getreideernte einschließlich Reis das Vorjahresergebnis um 50 Milli-onen Tonnen. Der gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Ver-brauch von 2,573 Millionen Tonnen übersteigt die Erzeugung deutlich, so dass die Weltgetreidebestände Ende 2017/18 um etwa 17 Millionen Tonnen abgebaut sein dürften.
 
EU nach Russland zweitgrößter Weizenlieferant
Weniger stark als in zurückliegen-den Jahren dominieren die USA den globalen Handel mit Getreide. In der Saison 2017/18 dürfte der Marktanteil von US-Getreide am Welthandel voraussichtlich 20 Pro-zent erreichen, von US-Grob- und Futtergetreide sogar 28 Prozent. Dabei spielt Mais eine maßgebliche Rolle. Die EU dagegen ist ein wich-tiger Akteur am globalen Weizen-markt, und zwar vor allem bei quali-tativ hochwertigem Brotweizen. Die Weizen-Ausfuhren der EU dürften im Wirtschaftsjahr 2017/18 mit geschätzten 28,5 Millionen Tonnen um gut eine Million Tonnen höher ausfallen als im Vorjahr. Damit liegt die Union auf Platz 2 in der Rangliste der wichtigsten Weizenlieferanten, hinter Russland, dessen Weizenausfuhren im Wirtschaftsjahr 2017/18 auf Grund einer abermals guten Ernte auf 33 Millionen Ton-nen geschätzt werden.
 
Weltweite Weizenvorräte können den Bedarf von viereinhalb Monaten abdecken
Das US-Landwirtschaftsministeri-um (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2017/18 auf 752 Millionen Tonnen – das sind knapp 2 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Dennoch bleibt der Verbrauch hinter der Produktion zurück. Der Verbrauch wird auf 740 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit um 12 Millionen Tonnen unter dem Ernteergebnis. Entspre-chend dürften sich die weltweiten Lagervorräte bei Weizen zum Ende des Wirtschaftsjahres 2017/18 auf 268 Millionen Tonnen erhöhen. Rein rechnerisch decken die zum Ende des Wirtschaftsjahres 2017/18 er-warteten Weizenvorräte den Bedarf von etwa viereinhalb Monaten bzw. 132 Tagen
 
Hoher Abbau der Bestände an Grob- und Futtergetreide
Auf dem Weltmarkt für Futter- und Grobgetreide dagegen ist in 2017/18 mit einem deutlichen Bestandsabbau zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsmi-nisteriums (USDA) steht der Erzeu-gung von 1.323 Millionen Tonnen Futtergetreide voraussichtlich ein Verbrauch von 1.352 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2017/18 werden Futter- und Grobgetreidebestände von weltweit 232 Millionen Tonnen erwartet. Das wären 30 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr.
 
Mäßige EU-Getreideernte führt zum Abbau von Lagerbeständen
Während die globale Versorgungsla-ge mit Getreide im Wirtschaftsjahr 2017/18 einerseits von guten Ernten in Russland und auch Indien gekenn-zeichnet ist, litt andererseits das Ge-treidewachstum in weiten Teilen der USA, Kanada und auch der EU, und hier insbesondere in Spanien und Portugal, unter zu trockenem Wetter. Dennoch lag das Ernteergebnis in der EU leicht über dem mäßigen Vorjah-resstand. Das Getreideaufkommen 2017 wird nach Schätzung der Euro-päischen Kommission von September 2017 auf 298,6 Millionen Tonnen veranschlagt. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis (294,2 Milli-onen Tonnen) 4,4 Millionen Tonnen oder 1,5 Prozent mehr. Bei etwas verringerter Anbaufäche (- 1,0 Prozent) ist das größere Getreideauf-kommen auf höhere Hektarerträge (+ 2,7 Prozent) zurückzuführen, und das vor allem in Frankreich, welches im Vorjahr eine extrem niedrige Ernte einfuhr. Die Lagerbestände bei Getreide dürften nach Einschätzung der EU-Kommission bis Ende des Wirt-schaftsjahres 2017/18 um 2 auf rund 37 Millionen Tonnen zurück-gehen. Die Lagerbestände waren bereits im Wirtschaftsjahr 2016/17 um 8,0 Millionen Tonnen zurückgegangen.
 
Deutsche Getreideernte 2017 unterdurchschnittlich
Deutschland gehört zu den Ländern im Nordwesten Europas, in denen die Getreideernte 2017 ebenfalls nur mittelmäßig ausfel. Ungünstige Vegetationsbedingungen, allerdings regional sehr unterschiedlich, brachten insgesamt nicht das erwartete Ergebnis. Die deutsche Getreideernte erreichte in 2017 mit insgesamt 45,6 Millionen Tonnen (einschließlich Körnermais) ein Niveau, das zwar knapp über dem niedrigen Ergebnis des Vorjahres, aber um fast 3 Prozent unter dem langjährigen Mittel 2011-16 liegt. Regional gesehen ist die Ertragsent-wicklung wegen unterschiedlicher Witterungsbedingungen allerdings uneinheitlich.
 
Deutsche Getreideausfuhren unverändert
Im Wirtschaftsjahr 2016/17 sind die Getreideausfuhren Deutschlands gegenüber dem Vorjahr kaum verän-dert. Mit insgesamt 13,0 Millionen Tonnen hat sich das Ausfuhrvo-lumen nur marginal verändert. Allerdings hat es Verschiebungen bei den einzelnen Getreidearten gegeben. So stiegen die Ausfuhren an Weichweizen gegenüber 2015/16 um gut 4 Prozent auf 9,7 Millio-nen Tonnen an. Auch Mais wurde umfangreicher exportiert (plus 15 Prozent). Demgegenüber gingen die Exportmengen für Roggen, Gerste und Hafer zurück. So verfehlt Gerste das Vorjahresergebnis um 15 Pro-zent oder rund 430.000 Tonnen.
 
Ziehen die globalen Getreide-preise wieder an?
Die internationalen Getreidepreise standen wegen global guter Ernten und relativ hoher Lagerbestände 2017 weiter unter Druck, allerdings weniger als noch im Vorjahr. Der FAO-Getreidepreisindex lag in den Monaten Juli bis Oktober 2017 um rund 7 bis 9 Prozent über den relativ niedrigen Vorjahresständen. Allerdings ist die Preisentwicklung uneinheitlich. Angesichts hohen Exportpotentials der Schwarzmeer-region und stärkeren Exportwett-bewerbs steht Weizen unter Preis-druck, während die global deutlich niedrigeren Futter- und Grobge-treideernten anziehende Preise zur Folge haben. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von EU-Ge-treide ist zudem relevant, dass der Euro in 2017 gegenüber dem US-Dollar deutlich aufgewertet hat und sich so für die hiesigen Expor-teure ein ungünstigerer Wechselkurs als vor Jahresfrist ergibt. Der FAO-Getreidepreisindex wird ge-bildet auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wich-tigsten globalen Handelsplätzen.
 
Mittelfristig wieder knappere Versorgungssituation
Nach einer auch in 2017/18 eher komfortablen Versorgung rechnen FAO und OECD für den Zeitraum bis 2026 mit einer knapperen globalen Versorgungssituation und somit mit einem sich festigenden Preisniveau. Als Gründe werden das weitere Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbaufächen und verringerte Pro-duktivitätsfortschritte angegeben. Es werden weiter große Preisaus-schläge (Volatilitäten) erwartet. Da sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen wie die Ent-wicklung des Ölpreises ändern und auch globale Extremwetterereignis-se dazwischenkommen können, sind die Projektionen von FAO und OECD, wie sich die Märkte entwickeln kön-nen, eher eine grobe Richtschnur.
 
Getreidepreise etwas besser als im Vorjahr
Die Preisbildung am heimischen Getreidemarkt orientiert sich an den Entwicklungen an den internationa-len und europäischen Märkten. Die weiterhin relativ gute Versorgungs-lage am Weltmarkt und in der EU schlägt sich bei den landwirtschaft-lichen Erzeugerpreisen in Deutsch-land nieder. Trotz nur mittelmäßi-ger Ernte lag das Preisniveau für Brotweizen in der ersten Novem-berhälfte 2017 mit 14,87 Euro je Dezitonne (ohne MwSt.) nur um gut 2 Prozent über dem Vorjahresstand. Wegen der weltweit knapperen Versorgung lagen die Erzeugerpreise für Futtergerste dagegen mit 13,84 Euro je Dezitonne (ohne MwSt.) um 10 Prozent über Vorjahresstand.
 
Weitere Preisfestigung erwartet
Auch im weiteren Verlauf des Wirt-schaftsjahres 2017/18 wird die Entwicklung am Weltmarkt für die hiesigen Märkte tonangebend sein. Brotgetreidepreise dürften einen geringeren Preisauftrieb aufweisen als Futtergetreidepreise. Das liegt zum einen an der globalen Ver-sorgung, die bei Weizen deutlich komfortabler gesehen wird als bei Futtergetreide, zum anderen an der Verfügbarkeit der Ware in Europa. Brotweizen ist in der EU ausrei-chend verfügbar. Demgegenüber ist Brotroggen sehr knapp. Bei Gerste ist es 2017/18 die Nachfrage, die die Preise hochtreibt, beim Mais das unzureichende EU-Angebot.
 
Die Getreidepreise haben kaum Auswirkungen auf den Brotpreis
Während die Entwicklung der Erzeu-gerpreise für Brotweizen im Zeitver-lauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Ver-braucherpreise für Brot und Gebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbrau-cherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis sechs Prozent liegt. Wie Berechnungen der Agrar-markt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigen, bleiben die Verbraucherpreise für Brot von der Entwicklung der Erzeugerpreise für Weizen unbeeindruckt.
 
Globale Ölsaatenerzeugung weiter angestiegen
Die weltweite Produktion der sie-ben wichtigsten Ölsaaten dürfte im Wirtschaftsjahr 2017/18 mit 578,8 Millionen Tonnen eine neue Rekordmarke erreichen. Gegenüber dem Vorjahr sind das 6 Millionen Tonnen oder 1 Prozent mehr. Im Wirtschaftsjahr zuvor hatte die glo-bale Ölsaatenerzeugung sogar um 52 Millionen Tonnen zugenommen. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat bleibt 2017/18 die Sojabohne mit 348,9 Millionen Tonnen, gefolgt von Raps mit 72,1 Millionen Ton-nen, Sonnenblumen mit 45,7 Millio-nen Tonnen, Baumwollsaat mit 44,5 Millionen Tonnen und Erdnüssen mit 44,0 Millionen Tonnen.
 
USA, Brasilien und Argentinien dominieren den Sojaanbau
Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Der Vorteil ist der hohe Eiweißgehalt, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten So-jabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Sojaboh-nen sind die USA mit geschätzten 120,4 Millionen Tonnen in 2017/18, gefolgt von Brasilien mit 108,0 Mil-lionen Tonnen und Argentinien mit 57,0 Millionen Tonnen. Hauptimpor-teur von Sojabohnen ist China mit 97,0 Millionen Tonnen, gefolgt von der EU mit 13,6 Millionen Tonnen. Die für das Wirtschaftsjahr 2017/18 geschätzte Welt-Sojabohnenernte liegt bei 348,9 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 2,4 Millionen Tonnen oder 0,7 Prozent weniger. Einer höheren Erntemenge in den USA steht eine deutlich geringere Ernte in Brasilien gegenüber.
 
Palm- und Sojaöl beherrschen den Pfanzenölmarkt
Der weltweite Pfanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Im Wirtschaftsjahr 2017/18 macht die Palmölerzeugung mit etwa 66,9 Millionen Tonnen gut 34 Prozent der globalen Pfanzenölerzeugung von insgesamt 194,5 Millionen Tonnen aus. Die Palmfrucht liefert im Schnitt einen Pfanzenölertrag von 3,3 Tonnen je Hektar im Plan-tagenanbau. Bei Raps sind es 1,4 Tonnen je Hektar und bei Sonnen-blumen entsprechend 1,1 Tonnen. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Ma-laysia mit zusammen 85 Prozent Marktanteil. Sojaöl nimmt mit einer Weltproduktion von 56,3 Millionen Tonnen und einem Anteil von 29 Prozent an der Gesamtproduktion die zweite Stelle bei den pfanzli-chen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 28,7 Millionen Tonnen (15 Prozent) und 17,8 Milli-onen Tonnen (9 Prozent).
 
Pfanzenölmarkt mit dynamischer Entwicklung
Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pfanzlichen Öle (aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie Palm und Palmkerne, Kokos und Oliven) dürfte im Wirtschaftsjahr 2017/18 auf 194,5 Millionen Ton-nen steigen. Dies sind 8,5 Millionen Tonnen oder fast 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nicht ganz so stark wächst die Nachfrage mit plus 6,8 Millionen Tonnen. Angebot und Nachfrage zeigen bereits seit Jahren eine starke dynamische Ent-wicklung. Pfanzenöl wird zu einem hohen Anteil im Nahrungsmittel-bereich eingesetzt. Nur etwa ein Fünftel geht in die oleo-chemische Industrie oder wird zur Herstellung von Biodiesel verwandt.
 
Höhere Ölsaatenernte in der EU
In der EU-28 hat die Ölsaatenerzeu-gung in 2017 ertragsbedingt mit einem deutlich höheren Ergebnis abgeschlossen. Mit einer Ernte-menge von 34,1 Millionen Tonnen wurde das Vorjahresergebnis um 3,1 Millionen Tonnen oder 10 Prozent überschritten. Mit 22,3 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr + 11 Prozent) dominiert in der EU-Ölsaa-tenerzeugung der Raps, gefolgt von Sonnenblumen mit 9,2 Millionen Tonnen (+ 8 Prozent) und Sojaboh-nen mit 2,7 Millionen Tonnen (+ 8 Prozent).
 
Raps füllt Teller, Trog und Tank
In 2017 wurden in Deutschland 4,3 Millionen Tonnen Raps geerntet. Rein rechnerisch entstehen daraus in deut-schen Ölmühlen etwa 1,8 Millionen Tonnen Rapsöl und rund 2,5 Millionen Tonnen Rapskuchen und -extraktions-schrote. Jährlich gehen etwa 500.000 Tonnen des Öls in die menschliche Er-nährung. Rapsspeiseöl ist seit Jahren das meistverwendete Pfanzenöl in den Haushalten. Mit den übrigen 1,3 Millionen Tonnen Öl können ca. 1,4 Millionen Pkw ein Jahr lang betrieben werden. Gleichzeitig kann auf den Import von 1,7 Millionen Tonnen Im-port-Sojaschrot aus Übersee verzichtet werden. Das entspricht etwa 0,65 Millionen Hektar Sojaanbaufäche, die nicht „importiert“ werden.

Quelle: UFOP
 
Deutliche niedrigere Rapsernte in Deutschland: Frost zur Blüte, Hitze im Juni und Regen zur Ernte
Anders als in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten fel die Rapsern-te 2017 gegenüber dem mäßigen Vorjahresergebnis in Deutschland deutlich niedriger aus. Nach Er-gebnissen der amtlichen Statistik wurden 2017 rund 4,3 Millionen Tonnen Winterraps geerntet. Das sind 0,3 Millionen Tonnen oder gut 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptursache sind niedrigere Hek-tarerträge, die mit durchschnittlich 32,8 Tonnen um 5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und um 17 Prozent unter dem langjährigen Mit-tel 2011-16 liegen. Noch niedrigere Hektarerträge wurden zuletzt 2011 erzielt. Allerdings ist die regionale Spannbreite groß. Während relativ gute Erträge in Süddeutschland erzielt wurden, waren die Erträge im Norden und Osten Deutschlands gegenüber den dort üblichen Werten unterdurchschnittlich ausgefallen.
 
Bei Ölsaaten und -schroten hohe Netto-Importe
An Ölsaaten und -schroten führte Deutschland im Wirtschaftsjahr 2016/17 rund 13,3 Millionen Ton-nen ein und rund 3,6 Millionen Tonnen aus. Importiert wurden vor allem Raps (5,6 Mio. t), Sojabohnen (3,0 Mio. t) und Sojaschrot (2,8 Mio. t). In beachtlichen Mengen exportiert wurden Sojaschrot (1,5 Mio. t) und Rapsschrot (1,6 Mio. t).
 
Globale Märkte für pfanzliche Öle relativ stabil
Nach einem Zwischenhoch um die Jahreswende 2016/17 hat sich der FAO-Preisindex für pfanzliche Öle mehr oder minder auf dem relativ niedrigen Stand des Vorjahres ge-festigt. Allerdings ist der FAO-Preis-index im Oktober gegenüber Sep-tember leicht gefallen. Ursache dafür waren günstigere Annahmen über Bestände und Ernten an Palm-öl in Südostasien sowie über die Sojaernte in den USA. Experten der AMI gehen für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2017/18 allerdings von einer stabilen Markt-situation, wenn nicht sogar von einem Anstieg der globalen Pfan-zenölpreise aus.
 
Rapspreise mit Potenzial nach oben
Die Erzeugerpreise für Raps in Deutschland haben in den ersten vier Monaten des Wirtschaftsjahres 2017/18 eine geringe Volatilität aufgewiesen. Während im Juli und August das Vorjahresniveau noch deutlich übertroffen wurde, tendier-ten die Forderungen in den Folge-monaten auf nahezu unverändertem Niveau. Insgesamt folgen die Notie-rungen für Ölsaaten und pfanzliche Öle in der EU und in Deutschland den globalen Notierungen und hier insbesondere den Sojanotierungen. Allerdings spielen auch Veränderun-gen der Wechselkurse eine Rolle. Der im November 2017 wieder schwä-cher tendierende Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar stützte die Rapsnotierungen auf den euro-päischen Märkten. Die inländischen Rapskurse proftierten im November allerdings auch von steigenden Rohölpreisen, wachsender Wettbe-werbsfähigkeit von Biodiesel sowie steigender Nachfrage nach Rapsöl.
 
Globale Zuckerversorgung verbessert sich
Die Weltzuckererzeugung wird vom USDA für das Wirtschaftsjahr 2017/18 auf 184,8 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis 13,5 Millionen Tonnen oder fast 8 Prozent mehr. Ursächlich für den Produktionsanstieg sind vor allem höhere Erzeugungsmengen in Indien und der EU. Der globale Verbrauch an Zucker wächst weiter. Nachdem er in den beiden Wirt-schaftsjahren zuvor die jeweilige Erzeugung übertraf, dürfte es im Wirtschaftsjahr 2017/18 umgekehrt sein. Voraussichtlich bleibt der Ver-brauch um fast 11 Millionen Tonnen hinter der Erzeugung zurück.
 
Starker Rückgang der Zuckerpreise
Am Weltmarkt sind die Zuckerpreise seit Herbst 2016 um gut ein Drittel gefallen. Das zeigt der FAO-Preisin-dex für Zucker. Die global reichliche Versorgung mit Zucker hat die Prei-se unter Druck gesetzt. Im Oktober 2017 lag der FAO-Index für Zucker fast so niedrig wie beim letzten Preistief während vieler Monate im Jahr 2015. Die erhebliche Zunahme der Zuckerproduktion in der EU fällt mit einer Tiefpreisphase zusammen. Die weitere Entwicklung der Prei-se am Welt-Zuckermarkt wird den Anbau von Zuckerrüben in der EU in 2018 stark beeinfussen. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Zuckererzeugung beträgt rund 20 Prozent.
 
Zuckermarktordnung
Die EU-Zuckermarktordnung trat 1968 in Kraft. Ihre Grundelemente waren eine Quotenregelung und ein Rübenmindestpreis. Durch die Zuckermarktordnung entwickelte sich die Europäische Union, die bis dahin ein Nettoimporteur von Zucker gewesen ist, zu einem Exporteur von Zucker. Im Jahr 2005 setzte die Welthandelsorganisation (WTO) durch, dass der Export von Zucker aus der EU auf 1,4 Millionen Tonnen jährlich begrenzt wurde. Gleichzeitig wurde eine Import-freigabe für die ärmsten Exportländer von Zucker bestimmt, um diese bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Zum 1. Oktober 2017 ist die EU-Zuckermarktord-nung ausgelaufen. Aussaat und Anbau 2017 erfolgten bereits unter den Bedin-gungen des internationalen Wettbewerbs, ohne Quoten und ohne Mindestpreise.
 
Weltmarktmarktpreise werden die künftige EU-Zuckerproduktion bestimmen
Die EU-Zuckermarktordnung ist am 1. Oktober 2017 ausgelaufen. Landwirte und Zuckerindustrie sind jetzt gefordert, sich dem globalen Wettbewerb zu stellen, mit allen Chancen und Risiken. Bei hohen Weltmarktpreisen könnte die Euro-päische Union vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäi-schen Zuckerproduktion gegenüber der Isoglukose-Erzeugung wird auch stark durch die Entwicklung der Weltmarktpreise von Getreide, Raps und Erdöl beeinfusst. Mit stei-genden Weltmarktpreisen für diese Produkte verbessert sich die Wett-bewerbsposition der Zuckerindustrie gegenüber der Isoglukose-Industrie.
 
Deutsche Zuckererzeugung gegenüber Vorjahr stark gestiegen
Die deutsche Zuckererzeugung aus Rüben fällt in 2017/18 nach vorläufgen Ergebnissen der Wirt-schaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) mit 5,1 Millionen Tonnen um 1,5 Millionen Tonnen höher aus als in der Kampagne 2016/17. Die Ursachen für das erheblich höhere Kampagne-Ergebnis sind eine starke Anbauausdehnung, und auch hö-here Zuckererträge je Hektar. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2017 auf 408.000 Hektar Zuckerrü-ben angebaut, von denen 386.000 Hektar der Zuckererzeugung dienen (gegenüber Vorjahr + 28 Prozent).
 
EU-Zuckererzeugung steigt um gut ein Fünftel
Nach dem Wegfall der Zuckerquotenregelung in der Europäischen Union haben Landwirte in einigen Mitgliedstaaten mit einem deutlich vermehrten Anbau von Zuckerrüben reagiert. Für das Wirtschaftsjahr 2017/18 wird eine erheblich höhe-re Zuckerproduktion erwartet. Mit der geschätzten Rekordmenge von 20,5 Millionen Tonnen Rohzucker fallen gegenüber dem Vorjahr 3,8 Millionen Tonnen mehr Zucker an. Gründe dafür sind eine erhebliche Anbauausweitung und auch eine Steigerung des Rübenertrags um etwa 7 Prozent.Die Europäische Union ist der weltweit größte Produzent von Rüben-zucker und Hauptimporteur von Rohrzucker für die Raffnation. In der EU werden ungefähr 50 Prozent der Welt-Rübenzuckerproduktion erzeugt.
 
2017 mit größter EU-Kartoffel-ernte seit sechs Jahren
2017 sind in der EU fast überall relativ viele Kartoffeln angebaut und geerntet worden. Das EU-Ern-teergebnis 2017 wird auf 61,2 Millionen Tonnen veranschlagt, was 3,8 Millionen Tonnen oder fast 7 Prozent mehr als im Vorjahr sind. Nie wurde in den vergangenen 6 Jahren mehr geerntet. Neben ei-ner Anbauausdehnung auf 1,747 Millionen Hektar (+ 1 Prozent) war für das Mengenplus vor allem eine Steigerung der Hektarerträge (+ 6 Prozent) maßgebend.
 
Mehr Kartoffeln – niedrigere Preise
Nach dem vorläufgen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2017 bei 11,3 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahresergebnis 500.000 Tonnen oder knapp 5 Prozent mehr Kartoffeln. Der mehr-jährige Durchschnitt 2011-16 wird um gut 4 Prozent überschritten. Zu dem höheren Ernteergebnis haben Anbauausdehnung und höhere Hek-tarerträge nahezu gleichermaßen beigetragen. 2017 wurden 248.400 Hektar Ackerland mit Kartoffeln bestellt; dies sind knapp 5.900 Hektar bzw. 2,4 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr. Im Verlauf der Ernte 2017 felen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln. Dabei vergrößerte sich der Abstand zum Preisniveau des Vorjahres. Im Oktober und November felen die Erzeugerpreise für festkochende Speisekartoffeln auf 11,30 Euro je Dezitonne. Gegenüber August war dies ein Preisabschlag von über 40 Prozent und gegenüber dem entsprechenden Vorjahresstand ein Preisminus von gut einem Drittel.
 
Vermarktungsspanne ist größer geworden
Der Zusammenhang zwischen Er-zeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Sinkende bzw. steigende Erzeuger-preise gehen mit sinkenden bzw. steigenden Verbraucherpreisen einher, allerdings nicht in gleichem Ausmaße.
 
Erheblich niedrigere EU-Apfel- und -Birnenernte
Die Apfelernte der EU wird für 2017 auf 9,343 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 21 Prozent weniger. Für Deutschland wird die Apfelernte auf 564.000 Tonnen geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr sind das 45 Prozent weniger. Für diesen extre-men Rückgang sind Frostschäden maßgebend. Das größte Apfelerzeu-gerland ist in 2017 Polen mit 2,870 Millionen Tonnen, gefolgt von Italien mit 1,757 Millionen Tonnen und Frankreich mit 1,396 Millionen Tonnen. Die EU-Birnenernte 2017 wird auf 2,148 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist 1 Prozent weniger als im Vorjahr. Größte Birnenerzeuger-länder in der Europäischen Union sind Italien mit 719.000 Tonnen vor Spanien mit 312.000 Tonnen und den Niederlanden mit 307.000 Tonnen. Für Deutschland wird eine Birnenernte von lediglich 19.000 Tonnen geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rück-gang von 46 Prozent.
 
Aprilfröste dezimierten deut-sche Obsternte 2017
Nicht nur bei Äpfeln und Birnen sind frostbedingt erhebliche Ern-teverluste entstanden. Auch die Kirschernte ist 2017 durch Fröste massiv dezimiert worden. Nach vorläufgen Ergebnissen liegt die Süßkirschenernte mit 14.000 Tonnen bei weniger als die Hälfte der Ernte von 2016. Ähnlich sieht es bei Sauerkirschen aus (9.000 Tonnen, minus 45 Prozent), bei Pfaumen und Zwetschen (22.000 Tonnen, minus 42 Prozent), Mirabellen (3.500 Tonnen, minus 19 Prozent) und auch bei Beerenobst (Johannisbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren). Witterungsbedingt negativ beeinfusst war auch die Erdbeersaison (107.000 Tonnen, minus 29 Prozent).
 
Anbaufäche für Äpfel ausgedehnt
In Deutschland stehen 72 Millio-nen Apfelbäume und 2,8 Millionen Birnbäume. Der Anbau von Äpfeln ist in Deutschland zwischen 2012 und 2017 um 7 Prozent auf 34.000 Hektar ausgedehnt worden. Die gesamte Baumobstfäche hat sich im Vergleich zu 2012 um gut 4.300 Hektar oder 9 Prozent auf annä-hernd 50.000 Hektar vergrößert. Etwas mehr als zwei Drittel davon entfällt auf Apfelbäume, 4 Prozent oder gut 2.100 Hektar entfallen auf Birnen. Unter den Bundesländern verfügt Baden-Württemberg mit ins-gesamt rund 18.300 Hektar über die mit Abstand größte Baumobstfä-che, gefolgt von Niedersachsen mit 9.200 Hektar und Rheinland-Pfalz mit 4.000 Hektar.
 
Höhere Preise können starkes Ernteminus nicht ganz kompensieren
Die Absatzmengen der deutschen Erzeugerorganisationen mit Obst lagen 2016 bei 693.000 Tonnen. Das waren gegenüber dem Vorjahr knapp 5 Prozent weniger. Die Um-sätze von zusammen 366 Millionen Euro blieben um 16 Millionen Euro oder gut 4 Prozent hinter dem Vor-jahresniveau zurück. In 2017 ist die Situation von erheblich geringeren Obstmengen geprägt. Die geringere Erntemenge dürfte nur zum Teil über höhere Preise kompensiert werden. Die AMI schätzt die Um-satzerlöse der Erzeugerorganisa-tionen für 2017 auf 360 Millionen Euro. Das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr.
 
Anbau von Freilandgemüse hat leicht zugenommen
Nach dem vorläufgen Ergebnis der Bodennutzungserhebung des Statistischen Bundesamtes be-läuft sich die Anbaufäche von Freilandgemüse in Deutschland in 2017 auf 117.500 Hektar (2016: 116.000 Hektar). Gegenüber dem Vorjahr ist das 1 Prozent mehr. Zu den fächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüse-fäche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.300 Hektar Gemüse angebaut. Die wichtigste Kultur ist die Tomate, gefolgt von Gurke und Feldsalat.
 
Gemüseernte 2017 etwas über Vorjahresstand
Die deutsche Freiland-Gemüseernte liegt nach Schätzungen der AMI 2017 bei 3,550 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte von 3,516 Millionen Tonnen ist das 1 Prozent mehr. Die Entwicklung fel je nach Produkt und Region unter-schiedlich aus, insbesondere, wenn dabei ungünstige Witterungsver-hältnisse wie Starkregen und Ex-tremniederschläge oder Spätfröste eine Rolle spielten. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist zum Beispiel die deutsche Spargelernte 2017 um 6 Prozent auf 128.000 Tonnen ange-stiegen, und zwar vor allem infolge weiterer Anbauausweitung (+ 5 Prozent). Mit 23.100 Hektar (2017) ist der im Ertrag stehende Spargel die fächenstärkste Gemüsekultur, gefolgt von Speisezwiebeln und Möhren mit 11.100 bzw. 11.300 Hektar.
 
Erlöse aus dem Verkauf von Gemüse gehen 2017 leicht zurück
Die Absatzmengen der deutschen Erzeugermärkte für Gemüse gingen 2016 gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 863.000 Tonnen zurück. Da nahezu alle Produktgruppen höhere Durchschnittserlöse als im Jahr zuvor erzielten, stieg der Gesamtumsatz um 38 Millionen Euro oder 5 Prozent auf 810 Millionen Euro an. Die Gemüse-Erntemenge in 2017, die kaum höher liegt als im Vorjahr, führt in Verbindung mit einem leicht niedrigeren Preisni-veau nach AMI-Schätzung zu etwas niedrigeren Verkaufserlösen von 800 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 1 Prozent.
 
Deutschland unter den TOP 10-Weinländern
Die globale Weinerzeugung in 2017 wird auf 246,7 Millionen Hektoliter geschätzt. Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Minus von gut 8 Pro-zent. Auch in 2017 führen Italien (39,3 Mio. Hektoliter) und Frank-reich (36,7 Mio. Hektoliter) die Rangliste der weltweit wichtigsten Weinerzeugerländer an, vor Spanien (33,5 Mio. Hektoliter). Auf Platz 4 folgen die USA mit 23,3 Millionen Hektolitern. Deutschland liegt 2017 mit 7,8 Millionen Hektolitern auf Platz 10 der Weltrangliste.
 
Traubenernte 2017: Geringe Menge, gute Qualitäten
Die deutsche Weinmosternte 2017 wird auf rund 7,8 Millionen Hek-toliter geschätzt. Damit bliebe die 2017er Ernte auf Grund schwieriger Witterungsbedingungen um 14 Prozent hinter dem Vorjahresertrag zurück. Die Mosternte 2017 wird als qualitativ guter Jahrgang beschrie-ben. Für die EU wird mit rund 145 Millionen Hektolitern als Folge ex-tremer Witterungsbedingungen – von Frost bis hin zu Dürre – eine historisch schwache Ernte ge-schätzt. Sie verfehlt das Vorjahres-ergebnis um 14 Prozent.
 
Wein und Weinbau in Deutschland
Deutschland beheimatet die nörd-lichsten zusammenhängenden Wein-baugebiete der Welt. Die gesamte im Ertrag stehende Rebfäche lag 2017 bei 100.000 Hektar. Rund zwei Drittel davon befnden sich in Rheinland-Pfalz. Die meisten der etwa 17.000 Winzer – 7.500 da-von im Nebenerwerb – sind in 165 Winzergenossenschaften zusammen-geschlossen.
 
Durchschnittliche Hopfenernte
In Deutschland werden auf rund 19.500 Hektar Hopfen angebaut. Fast 86 Prozent davon liegen in Bayern. Mehr als ein Drittel der weltweiten Hopfenanbaufäche entfällt auf Deutschland. Die Er-zeugnisse der 1.165 Hopfenbetriebe in Deutschland werden in über 100 Länder exportiert. Spätfröste im Frühjahr sowie Trockenheit und Hitze im Sommer führten 2017 zu einer eher durchschnittlichen Hopfenernte von 39.200 Tonnen. Im Vergleich zur Rekordernte von 42.800 Tonnen aus dem Vorjahr ist das ein Minus von rund 8 Prozent.