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5 Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft

5.3 Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Produktionswert 2015 fällt auf rund 52,6 Milliarden Euro
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft wird für 2015 auf 52,6 Milliarden Euro geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 5 Milliarden Euro bzw. knapp 9 Prozent weniger. Dieser hohe Rückgang des Produktionswertes stammt vornehmlich aus der tierischen, aber auch aus der pflanzlichen Erzeugung.

Starkes Minus in der Milchproduktion
Der deutliche Rückgang des Produktionswertes pflanzlicher Erzeugnisse um etwa 1,8 Milliarden Euro ist insbesondere auf niedrigere Erzeugungswerte für Getreide, Ölsaaten, Zuckerrüben und Futterpflanzen zurückzuführen. Über Vorjahresniveau liegen dagegen die Produktionswerte für Gemüse, Kartoffeln, Obst und Wein/Weinmost.
Der starke Rückgang des Produktionswertes tierischer Erzeugnisse um etwa 3,1 Milliarden Euro ist vor allem durch die hohen Erlösverluste bei Milch verursacht. Aber auch bei Schweinen sind die Rückgänge beträchtlich. Dagegen steigen die Produktionswerte von Rindern, Schafen und Eiern gegenüber dem Vorjahr etwas an. Bei Geflügel gleichen sich Mengenplus und Preisminus in etwa aus.

Kostenentlastungen vor allem bei Futtermitteln
Die Summe aller Vorleistungen beläuft sich für 2015 auf geschätzt 38,3 Milliarden Euro. Das sind gegenüber dem Vorjahr etwa 1,9 Milliarden Euro oder fast 5 Prozent weniger. Etwa die Hälfte dieser Einsparungen kommt aus dem Futtermittelbereich. Deutlich niedriger sind auch die Aufwendungen für Energie und Saatgut. Andere größere Aufwandspositionen wie die für Düngemittel und Instandhaltung von Maschinen und Wirtschaftsgebäuden bleiben gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Abgaben und Beihilfen
Mit der Überschreitung der Milchquote fallen für die deutschen Milcherzeuger 2015 309 Millionen Euro Strafabgaben an, die in der Gesamtrechnung unter „Produktionsabgaben“ verbucht werden.
Unter die Position „Beihilfen“ fallen vor allem die als Betriebsprämien gewährten EU-Direktzahlungen. Durch die Umschichtung von 4,5 Prozent der Direktzahlungen in die 2. Säule sowie Kürzung der Bundesmittel zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung gehen die Beihilfen 2015 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück.

Einkommen je Arbeitskraft in 2015 um ein Viertel niedriger als in 2014
Die landwirtschaftliche Nettowertschöpfung – vergleichbar mit dem Betriebseinkommen – fällt im Kalenderjahr 2015 nach der vorliegenden Schätzung auf etwa 11 Milliarden Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahr über ein Viertel weniger. Je Arbeitskraft-Einheit (AK) errechnet sich daraus eine Nettowertschöpfung von etwa 21.600 Euro. Bereits im Vorjahr war diese Einkommenskennziffer um etwa ein Fünftel zurückgegangen.

Für 2016 leichte Erholung auf niedrigem Niveau zu erwarten
Unter der Annahme durchschnittlicher Ernten dürften die im Spätherbst 2015 abzusehenden Entwicklungen auf den internationalen und nationalen Märkten in 2016 insgesamt zu einem leichten Anstieg des Produktionswertes führen, und zwar sowohl in der pflanzlichen als auch in der tierischen Erzeugung. Aber auch die Vorleistungen steigen preisbedingt leicht an. Wegen des Wegfalls der Milchquote fällt in 2016 keine Superabgabe mehr an. Ein großer Teil der Umschichtungsmittel bei den Direktzahlungen kommt den Landwirten in 2016 über Maßnahmen der „Zweiten Säule“ wieder zugute. Die Position der Beihilfen wächst aber auch durch die Aufstockung der Bundesmittel zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (+ 78
Millionen Euro), durch das Ende 2015 beschlossene Liquiditätshilfeprogramm über 69 Millionen Euro EU-Mittel sowie durch die Aufstockung der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) für die Förderung besonders Umwelt schonender Maschinen.
Die Nettowertschöpfung, die der Entlohnung von Arbeit, Boden und Kapital dient, dürfte in 2016 auf knapp 12 Milliarden Euro ansteigen (gegenüber Vorjahr + 10 Prozent). Je Arbeitskraft wären das etwa 23.800 Euro. Gegenüber dem Jahr 2013 ist dies aber immer noch ein Drittel weniger.

Erneuerbare Stromerzeugung bringt zusätzliche Erlöse von  5,9 Milliarden Euro
Analysen des Marktforschungsinstitutes trendresearch zufolge stammen etwa 15 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland aus Anlagen von Landwirten. Mit Biogas, Fotovoltaik und Wind erwirtschafteten die deutschen Landwirte in 2014 einen zusätzlichen Erlös von geschätzt 5,9 Milliarden Euro. Besonders hoch ist das Engagement der Landwirte bei Biogas; hier werden etwa zwei Drittel der Erzeugerkapazität von ca. 3.700 Megawatt von Landwirten betrieben.