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6 Erzeugung und Märkte

6.2 Betriebsmittel/Futtermittel

Geringere Betriebsmittelpreise
Die Landwirte in Deutschland haben für Betriebsmittel und Dienstleistungen im Juli 2015 weniger gezahlt als im Vergleichsmonat der Jahre 2012 bis 2014. Im Jahresvergleich sanken vor allem die Einkaufspreise für Energie- und Schmierstoffe, Saat- und Pflanzgut sowie Futtermittel. Teurer dagegen waren Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die Unterhaltung von Maschinen und Bauten sowie Fahrzeuge, Material und Maschinen.

Energiepreisabhängigkeit der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft setzt neben Strom, Treib- und Schmierstoffen auch energieintensive Betriebsmittel wie insbesondere Düngemittel ein. Die Entwicklung der Energiepreise ist für die Landwirtschaft daher von großer Bedeutung. Mitte November lag der Erdölpreis mit 42 US-Dollar je Barrel (WTI) um 44 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Seit Juli 2015 kam der Erdölpreis nicht mehr über die 50 US-Dollar-Marke hinaus. Durch die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar fand der starke Rückgang der Erdölpreise im Euro-Raum nur abgeschwächt statt.

Düngemittelpreise vergleichsweise niedrig
Die weltweiten Preise für Düngemittel zeigen seit 2012 eine Tendenz nach unten. Das gilt insbesondere für Stickstoff- und Kali-Düngemittel. Bei Phosphordünger ist bei starken Schwankungen keine eindeutige Tendenz zu erkennen. Auf den deutschen Düngermarkt haben sich die globalen Entwicklungen nur in begrenztem Umfang niedergeschlagen.

Einsatz von Handelsdüngern gestiegen
Der Absatz von Mineraldüngern in Deutschland ist in der Saison 2014/15 gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2013/14 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um gut 1 Prozent auf 5,3 Millionen Tonnen Nährstoff angestiegen. Während der Absatz von Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngern zunahm, blieb der Einsatz von Kalk hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Die Ausgaben für Handelsdünger stiegen im Wirtschaftsjahr um 9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Mehr Pflanzenschutzmittel abgesetzt
Der Absatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland ist 2014 gegenüber dem Vorjahr um gut 5 Prozent auf rund 46.100 Tonnen Wirkstoff angestiegen. Während dabei insbesondere der Absatz von Fungiziden deutlich zulegte, blieb der Absatz von Herbiziden relativ stabil.


Stabile Mischfutterpreise
Die Preisentwicklung bei Grundfutter und Mischfuttermitteln folgt der Entwicklung auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten. Das vergleichsweise niedrige Preisniveau für Mischfutter und Endmastfutter festigte sich im Herbst 2015. Der Preisknick zur Ernte fiel relativ moderat aus. Große Preisschwankungen am Futtermittelmarkt werden für unwahrscheinlich gehalten. 

Eiweißkomponenten günstiger
Der Futtermittelmarkt wird vor allem auch von den Preisentwicklungen bei den Eiweißkomponenten geprägt. Die Kurse für Soja- und Rapsschrote haben seit dem Frühjahr 2015 deutlich nachgegeben. Tendenzen zu wieder höheren Einkaufspreisen setzten erst im Spätherbst ein. 

Höhere Raufutterpreise
Das witterungsbedingt knappe Angebot, besonders im Süden und Osten Deutschlands, ließ die Raufutterpreise im Laufe des Jahres 2015 kräftig steigen. Die Heu- und noch mehr die Strohpreise lagen im Oktober 2015 deutlich über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Die gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent niedrigere Silomaisernte hatte im Herbst 2015 steigende Preise für Maissilage zur Folge. Das Preisniveau war jedoch niedriger als in 2014.

10 Millionen Hektar Fläche dienen der Futtererzeugung
Von den 11,9 Millionen Hektar Ackerland in Deutschland werden etwa 5,5 Millionen Hektar zur Futtererzeugung verwendet, wovon der allergrößte Teil auf Futtergetreide und Silomais entfällt. Daneben werden 4,7 Millionen Hektar Dauer-
grünland (Wiesen und Weiden) als Futterflächen genutzt. Unter Berücksichtigung aller Futtermittelkomponenten kann Deutschland den Energiebedarf der Nutztiere zu fast 90 Prozent aus inländischer Futtermittelerzeugung decken. Der entsprechende Proteinbedarf wird zu rund 70 Prozent gedeckt.

Rund 70 Prozent der Eiweißversorgung aus heimischer Erzeugung
Für die Eiweißversorgung der Nutztiere sind derzeit in Deutschland pro Jahr 8,4 Millionen Tonnen sogenanntes verdauliches Rohprotein erforderlich. 5,8 Millionen Tonnen davon decken heimisches Rau- und Grünfutter (wirtschaftseigenes Futter), wirtschaftseigenes Getreide und heimische Nebenprodukte der Rapsöl- und Bioethanolherstellung, der Lebensmittelverarbeitung sowie Körnerleguminosen (Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen), deren Anbau auf Grund der möglichen Anerkennung als Ökologische Vorrangfläche im Rahmen des Greenings von 92.400 Hektar in 2014 auf 160.600 Hektar in 2015 ausgedehnt wurde.