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6 Erzeugung und Märkte

6.4 Tierische Erzeugung

Der globale Fleischmarkt wächst weiter
Die weltweite Fleischerzeugung wird in den kommenden Jahren weniger stark wachsen. OECD und FAO prognostizieren für den Zehnjahreszeitraum bis 2024 noch ein Wachstum der globalen Fleischerzeugung von jährlich 1,3 Prozent. In der zurückliegenden Dekade waren es 2,2 Prozent. So soll die Weltfleischproduktion von 319 Millionen Tonnen in 2015 auf 355 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2024 ansteigen, wobei die erwarteten Zuwächse bei Geflügelfleisch mit 1,8 Prozent pro Jahr deutlicher ausfallen als bei Schweinefleisch (+ 0,8 Prozent) oder Rindfleisch (+ 1,0 Prozent). Auf Schweinefleisch sollen dann 36 Prozent und auf Geflügelfleisch 38 Prozent Marktanteil entfallen. Auf Rind- und Schaffleisch entfallen dann 21 bzw. 5 Prozent der Weltfleischerzeugung. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht.

Weltfleischerzeugung 2015 mit verhaltener Zunahme
Für 2015 rechnet die FAO mit einem verhaltenen Anstieg der globalen Fleischproduktion auf 318,8 Millionen Tonnen (plus 1,1 Prozent zum Vorjahr). Dabei konzentriert sich das Wachstum auf die EU, die USA und die Russische Föderation. Auf Wachstumskurs sind vor allem die Geflügel- (+ 1,5 Prozent) und Schweinefleischerzeugung (+ 1,3 Prozent). Niedriger fallen die Wachstumsraten bei der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,9 Prozent) und Rindern aus (+ 0,3 Prozent). Der globale Handel mit Fleisch geht nach FAO-Einschätzung in 2015 zurück. Grund sind politisch motivierte oder tierseuchenrechtliche Importrestriktionen in einigen Ländern, unter anderem Russland.

Globale Fleischnachfrage wird weiter wachsen
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird für 2015 ein gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhter Fleischverzehr von 65,0 (+ 0,5 kg) Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit Aufwärtstrend, ist der Verzehr in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 26,8 (+ 0,3 kg) Kilogramm pro Kopf.

Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischerzeuger
Die EU ist mit rund 46 Millionen Tonnen nach China (2015: 88 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischerzeuger. Differenziert nach Fleischarten entfallen im Jahr 2015 bei Schweinefleisch rund 20 Prozent, bei Geflügelfleisch 12 Prozent, bei Rindfleisch 11 Prozent sowie Schaf- und Ziegenfleisch rund 7 Prozent der Weltproduktion auf die EU. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird für 2015 auf rund 106 Prozent geschätzt.

Wachstum in der EU-Fleisch-erzeugung flacht ab
Die EU-Fleischerzeugung steigt 2015 gegenüber Vorjahr nach Schätzung der Europäischen Kommission und der AMI um 2,5 Prozent auf rund 45,6 Millionen Tonnen. Während die Rindfleisch-, Schweinefleisch- und Geflügel-
fleischerzeugung ähnlich stark ansteigen, nimmt die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung nur leicht zu. Für 2016 erwartet die Europä-
ische Kommission für alle Fleischarten zusammen ein Plus von 0,7 Prozent. Während das angenommene Wachstum bei Rind-, Schweine-, und Schaffleisch ebenfalls unter
1 Prozent liegt, könnte es bei Geflügelfleisch zu einer Zunahme von über 1 Prozent kommen.

In der EU wurde 2015 mehr Fleisch konsumiert
In der Europäischen Union (EU) ist der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch im Jahr 2015 wie bereits im Vorjahr deutlich angestiegen, in 2015 nach Einschätzung der Kommission um 1,3 Kilogramm bzw. 2,0 Prozent. Auch in Deutschland ist die Fleischnachfrage leicht angestiegen; dies trifft zwar nicht für Schweinefleisch zu, aber die Nachfrage nach Geflügel-, Rind- und Lammfleisch hat laut Schätzungen der AMI im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen. Im Ranking der EU-Staaten liegt Deutschland auf Platz 11 hinter den südeuropäischen Ländern, Dänemark, Österreich, Frankreich, Italien sowie Irland. Ohne Knochen, Futter, industrieller Verwertung und Verlusten verzehrte ein Bundesbürger 2015 im Durchschnitt 60,6 Kilogramm.

Mehr Schweinefleisch, Geflügel- und Rindfleisch unverändert
Die heimische Fleischerzeugung hat wie in 2014 auch in 2015 leicht zugenommen. Treiber des moderaten Wachstums in 2015 war die Schweinefleischerzeugung, während die Rindfleisch- und Geflügelfleisch-
erzeugung eher stagnierten. In den gewerblichen Schlachtbetrieben Deutschlands werden 2015 schätzungsweise 8,8 Millionen Tonnen Fleisch verarbeitet. Das sind im Vergleich zum Vorjahr knapp 80.000 Tonnen oder 1 Prozent mehr.

Produktionsanteile haben sich verschoben
Gut 58 Prozent der Inlandserzeugung entfallen heute auf Schweinefleisch. Rindfleisch hat zu Gunsten von Geflügel Marktanteile verloren. Während 1996 noch ein Viertel des gesamten Fleischaufkommens von Rindern stammte, steht aktuell nur noch ein Anteil von knapp 14 Prozent zu Buche. Dagegen erfreut sich Geflügel zunehmender Beliebtheit. 1996 stammten rund 11 Prozent der gesamten Fleischerzeugung aus der Geflügelfleischbranche. Heute sind es rund 21 Prozent.

Globale Fleischpreisestabilisieren sich
Nach einer Phase deutlich rückläufiger Preise ist der FAO-Fleischpreisindex seit März 2015 relativ stabil geblieben. Die Stabilität der Fleischpreise ist jedoch höheren Rindfleischpreisen geschuldet, während die Preise für die anderen Fleischarten weiter unter Druck standen. Trotz der insgesamt stabilen Preise lag das globale Preisniveau für Fleisch im Oktober um 20 Prozent unter dem entsprechenden Stand des Vorjahres. Bei Schweine- und Geflügelfleisch war der Preisrückgang noch deutlich stärker.

Anstieg der weltweiten Rindererzeugung erwartet
Nachdem die weltweite Produktion von Rind- und Kalbfleisch bereits 2014 nahezu stagnierte, schätzt die FAO für 2015 ein leichtes Plus (+ 0,3 Prozent). Die weltweite Rindfleischproduktion beträgt 2015 diesen Schätzungen zufolge 68,3 Millionen Tonnen. Das USDA, das in seinen Berechnungen die wichtigsten Erzeuger- und Verbraucherländer zusammenfasst, kommt in seiner Prognose für 2016 auf 59,2 Millionen Tonnen, was gegenüber 2015 ein Produktionsanstieg von 1,3 Prozent ausmacht. Produktionszuwächse werden vor allem für die USA, Indien und Brasilien erwartet. Für den Außenhandel mit Rind- und Kalbfleisch erwarten die Marktexperten des US-Landwirtschaftsministeriums einen weltweiten Anstieg um rund 3 Prozent. Antriebsfeder dieser Entwicklung ist der zusätzliche Importbedarf in Südostasien, im Mittleren Osten sowie in Nordafrika.

Nord- und Südamerika, Indien und China dominieren Weltrindfleischmarkt
Das weltweite Aufkommen an Rindfleisch wird von der Produktion in Nord- und Südamerika sowie in Asien dominiert. Die Top 5 in der Welt: USA, Brasilien, China, Indien und Argentinien erzeugen die Hälfte der globalen Menge.

Relativ hohe Preise am Weltmarkt für Rindfleisch
Die eher stagnierende bis leicht ansteigende globale Rindfleischproduktion und eine rege kaufkräftige Nachfrage haben in 2015 zu stabilen Preisen auf relativ hohem Niveau auf den globalen Märkten für Schlachtrinder geführt. Daran dürfte sich auch in 2016 grundlegend nichts ändern.  

Europäische Rinderhaltung ausgeweitet
Die Rindfleischproduktion in der Europäischen Union ist 2015 beachtlich gewachsen. Auf dem erhöhten Niveau dürfte sich das Rinderaufkommen im Jahr 2016 knapp behaupten. Laut AMI-Prognosen wird für 2015 mit einer Produktionsmenge von 7,9 Millionen Tonnen Rindfleisch gerechnet. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von rund 300.000 Tonnen oder 4 Prozent. Hauptgrund der erhöhten Rinderproduktion vom Jahr 2015 sind die aufgestockten Milchkuhbestände im Hinblick auf das Auslaufen der Milchquotenregelung ab dem Frühjahr 2015. Bei der in 2016 für die Gesamt-EU erwarteten knapp stabilen Erzeugung fallen die Produktionsprognosen für die einzelnen EU-Länder sehr unterschiedlich aus. Während Italien einen Rückgang der heimischen Produktion erwartet, wird in Frankreich und Polen ein solides Wachstum von rund 2 Prozent geschätzt.

Deutsche Rindererzeugung wenig verändert
Die deutsche Rindfleischerzeugung hat nach Einschätzung der AMI in 2015 kaum zugenommen. Mit voraussichtlich 1,176 Millionen Tonnen Schlachtgewicht liegt die deutsche Rinderproduktion in 2015 um 0,4 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Für 2016 wird ein leichtes Minus von unter einem Prozent erwartet.

Deutsche Rinder im Ausland stabil nachgefragt
Im Jahr 2015 werden voraussichtlich über 850.000 Rinder (in Form von Nutz- und Zuchtrindern) und damit leicht mehr Tiere aus Deutschland ausgeführt als im Jahr zuvor. Darauf deuten die jüngsten Exportdaten hin.

Rindfleischpreise in der EU relativ stabil
Nach AMI-Prognosen liegt der EU-Durchschnittspreis für Jungbullen, Handelsklasse R3, im Jahr 2015 bei 3,80 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das sind gegenüber 2014 12 Cent oder gut 3 Prozent mehr. Bei leicht schrumpfendem Angebot und leicht steigendem Rindfleischkonsum werden im Jahr 2016 zumindest stabile bis etwas erhöhte Jungbullenpreise prognostiziert. Erwartet werden für Jungbullen, Handelsklasse R3, im Jahr 2016 3,83 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (gegenüber 2015 + 0,8 Prozent). Wenig Änderung dürfte es bei den Kuhpreisen für das Jahr 2016 geben. Die Einschätzungen für die Preisentwicklungen werden bestimmt von den Auswirkungen der Handelsbeschränkungen nach Russland, des Wegfalls der Milchquotenregelung sowie den Auswirkungen niedriger Milchpreise. Die einzelnen Prognosen für die einzelnen EU-Länder fallen sehr uneinheitlich aus.

Festere Preise für die deutsche Rindererzeugung erwartet
Die Einschätzung des EU-Prognoseausschusses für die Rindererzeugung in Deutschland ist ähnlich wie die für die Gesamt-EU. Der Preis für R3-Jungbullen in Deutschland wird 2016 auf 3,92 Euro je Kilogramm geschätzt, nach entsprechend 3,84 Euro in 2015 und 3,68 Euro in 2014. Nachdem die Preise für Jungbullen der Handelsklasse R3 im Juli 2015 ihren Jahrestiefststand erreichten, entwickeln sie sich seitdem durchweg stabil bis fester. Ende Oktober wurde das Vorjahresniveau um 30 Cent je Kilogramm überschritten.

EU-Schaf- und -Ziegenfleisch-erzeugung stabilisiert sich
Der Schaf- und Ziegenfleischmarkt in der Europäischen Union war in den Jahren von 2011 bis 2014 von einem deutlich reduzierten Tierbestand sowie einer damit verbundenen rückläufigen Erzeugung geprägt. In 2015 hat sich die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch wieder leicht erholt (+1,0 Prozent). Nach Prognosen der Europäischen Kommission wird die Erzeugung in 2016 eher stabil bleiben (+ 0,3 Prozent). Dabei sind die Entwicklungen in den einzelnen Ländern der EU unterschiedlich. Problematisch ist die Markteinschätzung aufgrund von grassierenden Tierseuchen wie die Blauzungenkrankheit in Frankreich, Rumänien und Bulgarien. Beim Lammfleischverzehr wird ein stagnierender Konsum von im Schnitt 1,8 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung sowie ein stabiler Selbstversorgungsgrad der EU von rund 87 Prozent prognostiziert.

Schaffleisch-Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur bei 45 Prozent
Zwischen 2011 und 2014 ist die deutsche Schaf- und Ziegenfleisch-
erzeugung um 10,5 auf 31,1 Millionen Tonnen drastisch zurückgegangen. Ursache hierfür sind stark rückläufige Bestandszahlen. In 2015 und auch 2016 wird sich die Erzeugung Prognosen der Kommission zufolge stabilisieren. Der erwartete jährliche leichte Erzeugungszuwachs liegt bei jeweils gut einem Prozent. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland wird für 2015 auf knapp 45 Prozent geschätzt.

Höhere Preise für kleine Mengen
Die gegenüber der Nachfrage knappe Eigenproduktion hat auf dem deutschen Schaf- und Lämmermarkt in 2015 zu einem weiteren Preisanstieg von etwa 4 Prozent geführt. Auch für das Jahr 2016 wird europaweit mit weiter anziehenden Erzeugerpreisen gerechnet. Nach AMI-Einschätzung könnte der Preis je Kilogramm Schlachtgewicht für schwere Lämmer in Deutschland im Durchschnitt der Jahres 2016 bei 5,45 Euro liegen. Dies würde gegenüber dem Vorjahr einem Preisplus von etwa 3 Prozent entsprechen. Der Lammfleischverzehr in Deutschland hat einen positiven Trend. Dennoch liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bislang nur bei 0,7 Kilogramm.

Weltweite Schweineerzeugung nimmt weiter zu
Die weltweite Erzeugung von Schweinefleisch wird von der FAO für 2015 auf 118,8 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,3 Prozent mehr. Das gegenüber 2014 gebremste Wachstum ist vor allem auf den leichten Rückgang der Schweineerzeugung in China zurückzuführen. In China wird etwa die Hälfte des Schweinefleisches der Welt erzeugt. Die US-amerikanische Schweineerzeugung konnte sich von den Produktionsausfällen durch die Viruskrankheit PED wieder erholen. Für 2015 wird ein Produktionszuwachs von fast 8 Prozent geschätzt. Das Wachstum in der EU liegt bei entsprechend knapp 3 Prozent.

Globale Schweineerzeugung wächst in 2016 nur verhalten
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), das in seinen Berechnungen die wichtigsten Erzeuger- und Verbraucherländer der Welt zusammenfasst, kommt in seiner Prognose für 2016 auf eine Schweineerzeugung von 112 Millionen Tonnen. Danach würde sich der Produktionsanstieg der globalen Schweineerzeugung weiter verlangsamen und gegenüber dem Vorjahr nur 0,5 Prozent ausmachen. Hauptgründe sind eine Stagnation der Schweineerzeugung in China und nur verhaltene Zuwächse in wichtigen Erzeugerländern. So wird für die USA mit einem Wachstum der Schweineerzeugung von gut einem Prozent, in der EU von knapp einem Prozent gerechnet. Ausgehend von einem relativ niedrigen Niveau wird für die Schweineerzeugung Russlands dagegen ein Wachstum von fast 6 Prozent prognostiziert.

EU-Erzeugung von Schweinefleisch steigt 2015 deutlich an
Der Prognose-Ausschuss der EU-Kommission schätzt für 2015 eine EU-Schweineproduktion, die trotz Preismisere am Schweinemarkt gegenüber 2014 um 2,7 Prozent höher ausfallen wird. Eine Entspannung hinsichtlich eines verringerten Angebotes wird vor Mitte 2016 für wenig wahrscheinlich gehalten. Verminderte Sauenbestände in zahlreichen EU-Ländern, darunter auch Deutschland, deuten auf ein verringertes Schlachtschweineangebot in der zweiten Jahreshälfte 2016 hin. Bei unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Mitgliedstaaten wird für gesamte Jahr 2016 mit einem Produktionszuwachs der EU-Schweineerzeugung von knapp einem Prozent gerechnet.

Deutsche Schweinefleischerzeugung stabilisiert sich
Die Inlandserzeugung von Schweinefleisch in Deutschland dürfte 2015 das Vorjahresergebnis um gut 1 Prozent übertreffen. In 2016 dagegen ist mit einem Rückgang von etwa 1 Prozent zu rechnen. Ein expansives Aufstocken der Bestände und der Produktion gibt es in Spanien, die vermutlich im Jahr 2016 Deutschland erstmals bei der Eigenproduktion überholen. Spanien ist nach Deutschland das bislang zweitwichtigste Produktionsland in der EU.

Russisches Handelsembargo belastet EU-Märkte
Die EU-Schweinefleischexporte sind 2014 infolge des russischen Handelsembargos deutlich zurückgegangen. Russland erließ bereits im Februar 2014 einen Importstopp gegen die gesamte EU wegen des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest in Polen und im Baltikum. Mit einem Anteil von 22 Prozent ist Deutschland in der EU der Hauptexporteur von Schweinefleisch vor Dänemark. Als alternative Wachstumsmärkte mit beachtlichem Absatzpotenzial entwickelt sich immer mehr Südostasien. Der EU-Schweinefleischexport insgesamt steigt in 2015 gegenüber 2014 voraussichtlich um gut 8 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 2,35 Millionen Tonnen. Gemessen an der EU-Gesamterzeugung sind das 10 Prozent.

Deutscher Schweinefleischexport orientiert sich um
Im Zeitraum Januar bis August 2015 sind die Ausfuhren von Schweinefleisch aus Deutschland gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um gut 1 Prozent auf 1,89 Millionen Tonnen leicht gestiegen. Nach dem Importstopp Russlands gewinnen zunehmend andere Handelspartner an Bedeutung. Vor allem China und Südkorea, aber auch Südafrika haben in der ersten achten Monaten des Jahres 2015 beim Import deutschen Schweinefleisches erheblich zugelegt. Auf Grund des niedrigen Eurokurses im Vergleich zum US-Dollar konnten hier Marktanteile oft zu Lasten von Anbietern aus den USA hinzugewonnen werden.

Ausfuhr und Einfuhr von lebenden Schweinen
Im Jahr 2015 werden voraussichtlich rund 3,5 Millionen Schweine und Ferkel aus Deutschland im Ausland verkauft. Damit ist diese Vermarktungsmenge stabil geblieben. Polen, bislang Hauptabnehmer von Schweinen und Ferkeln aus Deutschland, wird in 2015 von Rumänien und Österreich auf Rang 3 im Ranking der bedeutendsten Ausfuhrländer verwiesen. Kräftige Zuwachsraten für deutsche Exporte gibt es in Richtung Kroatien, Spanien und der Ukraine. Umgekehrt werden neben Schlachtschweinen auch Ferkel in erheblichem Umfang importiert. Im Jahr 2015 dürften rund 11,7 Millionen Ferkel von außerhalb der Grenzen Deutschlands kommen. Davon haben knapp zwei Drittel der Ferkel ihr Herkunftsland in Dänemark und rund ein Drittel in den Niederlanden.

Preisminus von 11 Prozent in 2015
Die Erzeugerpreise in der EU sind in 2015 mit geschätzten 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für Schweine der Handelsklasse E um 17 Cent pro Kilogramm und damit rund 11 Prozent niedriger als im Vorjahr. Häufig ist die Produktion kräftiger gewachsen als die Fleischnachfrage Schritt halten konnte, wodurch über weite Strecken des Jahres die Schweinepreise unter Druck gerieten. Die EU-Preisprognosen werden auch für das Jahr 2016 überschattet von dem weggebrochenen Absatzmarkt in Russland, von den Unsicherheiten der Produktionsentwicklung in China und einem vermutlich starken Wettbewerbsdruck zu Anbietern aus den USA. Der EU-Prognoseausschuss rechnet nach Stand Oktober 2015 für das Jahr 2016 mit einem ähnlichen Preisniveau wie in 2015.

Ferkelerzeuger von schwieriger Marktlage besonders betroffen
Ähnlich wie für die EU insgesamt fällt die Erzeugerpreisentwicklung in Deutschland aus. Für 2015 wird ein Erzeugerpreis je Kilogramm Schlachtgewicht für Schweine der Handelsklasse E von 1,44 Euro geschätzt. Das sind gegenüber 2014 14 Cent oder 9 Prozent weniger. Ursachen für diese Entwicklung waren das größere Angebot sowie die schwächere Fleischnachfrage. Mit geschätzten 42 Euro je 28 Kilogramm Ferkel, was gegenüber 2014 einem Preisminus von 10 Euro bzw. 19 Prozent entspricht, ist das Preisminus bei den Ferkelerzeugern in 2015 noch wesentlich größer als bei den Schweinemästern. Der Grund: Ein größeres Aufkommen und eine gedrosselte Einstallbereitschaft seitens der Mäster. Niedrigere Futtermittel- und Energiekosten führen dagegen zu begrenzten wirtschaftlichen Entlastungen.

Globale Geflügelfleischerzeugung steigt weiter an
Die globale Produktion von Geflügelfleisch steigt 2015 nach Einschätzung der FAO um 1,5 Prozent auf 112,1 Millionen Tonnen. Die Wachstumsrate ist wie in 2014 relativ bescheiden im Vergleich zur vorangegangen Dekade mit jährlichen Wachstumsraten von über 3 Prozent. Ursache für das verlangsamte Wachstum ist die Vogelgrippe, die vor allem in China und den USA einen weiteren Anstieg der Geflügelfleischerzeugung bremste. Überdurchschnittlich hoch sind die Wachstumsraten in Brasilien, der EU, Russland, Indien und Indonesien. Größte Geflügelfleischproduzenten sind die USA mit 20,6 Millionen Tonnen, China mit 18,5 Millionen Tonnen, die EU-28 mit 14,5 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 13,6 Millionen Tonnen. Etwa 88 Prozent der Welterzeugung an Geflügelfleisch sind Hähnchen.

Wachstumsrate hat sich verlangsamt
Für 2016 erwartet das USDA ein moderates Wachstum wie in 2015. Größere Produktionszuwächse werden wieder in Brasilien, der Europäischen Union, Russland und Indien erwartet. Insgesamt gewinnt Geflügelfleisch aufgrund geänderter Verzehrsgewohnheiten weltweit weiter an Beliebtheit. Zusätzlich wird Geflügelfleisch auch wegen seines günstigeren Preises im Vergleich zu Schweine- oder Rindfleisch stärker nachgefragt.

Produktionszuwachs in der EU schwächt sich ab
Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen der Europäischen Kommission in 2015 14,5 Millionen Tonnen. Das sind 2,8 Prozent mehr als in 2014. Für 2015 deutet sich eine geringere Zunahme der EU-Geflügelfleischerzeugung von etwa 1,8 Prozent an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Geflügel-
fleischerzeugung mit einem Anteil von 78 Prozent dominiert, dürfte 2016 um 2,4 Prozent zunehmen (2015 + 3,3 Prozent). Leicht abnehmen (2015 +1,6 Prozent) dürfte dagegen die Erzeugung von Puten, die 14 Prozent der EU-Erzeugung an Geflügelfleisch ausmacht.

Die Putenerzeugung in der EU konzentriert sich auf wenige Staaten und unterliegt in der Entwicklung relativ starken Schwankungen. In Portugal (+ 3 Prozent) und im Vereinigten Königreich (+ 2 Prozent) wird für 2016 mit einer wachsenden Erzeugung gerechnet. In Deutschland (- 2 Prozent) und Frankreich (- 1 Prozent) zeichnet sich eine rückläufige Entwicklung ab. In Italien, Polen und Ungarn wird die Erzeugung wohl stabil bleiben.

Deutsche Geflügelerzeugung: Kein Zuwachs mehr
Nach einem geschätzten Zuwachs von 1,5 Prozent in 2015 wird für 2016 ein Rückgang der deutschen Geflügelfleischerzeugung um knapp 3 Prozent auf 1,68 Millionen Tonnen angenommen. Sowohl die Hähnchenfleisch- als auch die Puten-
fleischerzeugung werden gegenüber 2015 etwas geringer ausfallen. Experten der „Marktinfo Eier & Geflügel“ (MEG) führen den prognostizierten Produktionsrückgang auch auf die Umsetzung der Initiative Tierwohl und den damit verbundenen geringeren Tierbesatzdichten zurück. Auf Hähnchen entfallen 75 Prozent der deutschen Geflügel-
fleischerzeugung, auf Puten 22 Prozent und auf Enten 3 Prozent.

Festigung der Erzeugerpreise für Geflügel
Im Durchschnitt des Jahres 2015 rechnen Experten der MEG für Deutschland mit einem Schlachtereiabgabepreis für Masthähnchen (1.500 g) von rund 91 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht und für Puten (18,5 kg Hähne) von 139 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht. Das wären bei Masthähnchen gegenüber Vorjahr 3 Prozent und bei Puten 2 Prozent weniger. Für 2016 wird unter der Annahme unveränderter Futterpreise sowohl bei Hähnchen- als auch bei Putenfleisch mit einer Festigung des in 2015 erreichten Preisniveaus gerechnet.

Kontinuierliches Wachstum der Welt-Eierproduktion
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen.

Deutliche Steigerung der EU-Eiererzeugung
Die Bruttoeigenerzeugung an Konsumeiern in der EU wächst nach Einschätzung der Europäischen Kommission in 2015 um gut 2 Prozent auf 6,83 Millionen Tonnen. Grund für diese Produktionssteigerung ist eine zeitweise relativ gute Marktlage in einigen EU-Ländern. Erste Einschätzungen für 2016 gehen von einer weiteren Produktionsausweitung um knapp 2 Prozent aus. Für den EU-Eiermarkt insgesamt sind von großer Bedeutung die Zuwächse der Erzeugung in Spanien: in 2015 + 7 Prozent, in 2016 möglicherweise bis zu + 10 Prozent. Frankreich, für das 2015 und 2016 eine stabile Erzeugung geschätzt wird, bleibt aber weiter Haupteierproduzent in der EU. Zweitgrößter Erzeuger ist Italien gefolgt von Deutschland. Für Deutschland werden für 2015 und 2016 nur moderate Erzeugungszuwächse von jährlich rund einem Prozent erwartet.

EU: Mehr als jede zweite Henne in ausgestalteten Käfigen
Seit dem 1. Januar 2012 gilt in der EU das Verbot der konventionellen Käfighaltung. Viele Käfiganlagen sind daher zu ausgestalteten Käfigen umgebaut worden. Nach zuletzt für 2014 vorliegenden Angaben der Europäischen Kommission werden 56 Prozent der Hennen in der EU in ausgestalteten Käfigen gehalten. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 11 Prozent. 40 Prozent der Hennen in der EU entfallen auf Boden- und Freilandhaltung (Deutschland 80 Prozent). Der Anteil von Bioplätzen für Legehennen liegt in der EU bei knapp 4 Prozent (Deutschland 9 Prozent).

Höhere Eierpreise in 2015
Der durchschnittliche Eierpreis in der Handelsklasse M liegt 2015 in Deutschland voraussichtlich bei 6,35 Euro je 100 Eier. Das wären gegenüber dem Vorjahr 42 Cent oder 7 Prozent mehr. Zu diesen Preissteigerungen haben die Auswirkungen der Vogelgrippe auf die Eiererzeugung in den USA beigetragen. Für 2016 ist offen, ob das Preisniveau bei guter EU-weiter Versorgungslage gehalten werden kann.

Welt-Milcherzeugung nimmt weiter zu
Das Wachstum der Weltmilchmenge wird sich 2015 nach Angaben der FAO mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 800,7 Millionen Tonnen abgeschwächt fortsetzen, nachdem der Zuwachs im Vorjahr rund 2,8 Prozent betragen hatte. Die Zunahme beruht auf einer höheren Erzeugung in nahezu allen Regionen der Welt, besonders aber in Indien (+ 4,3 Prozent). Aber auch in Brasilien, Pakistan und der Türkei sind überdurchschnittliche Erzeugungszuwächse zu verzeichnen. In der EU (+ 1,1 Prozent) und den USA (+ 1,3 Prozent) fällt das geschätzte Wachstum vergleichsweise gering aus. Die neuseeländische Milcherzeugung bleibt sogar hinter dem Vorjahresergebnis zurück (-2,0 Prozent).

EU ist weltweit der größte Milchproduzent
Größter Milcherzeuger im internationalen Vergleich ist die Europäische Union. Dort beläuft sich die Milch-
erzeugung in 2015 auf geschätzte 161,9 Millionen Tonnen. Zweitgrößter Milchproduzent ist Indien mit 147,8 Millionen Tonnen. Hier wie auch in China (42,3 Millionen Tonnen) oder Pakistan (41,0 Millionen Tonnen) waren in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten zu verzeichnen. Auf Rang drei der größten Erzeugerländer folgen die USA mit 94,7 Millionen Tonnen.

Gebremster Welthandel mit Milchprodukten
Der Welthandel mit Milchprodukten wird in 2015 von Importeinbrüchen in China und Russland überschattet. Außerhalb Chinas dagegen importieren die meisten Länder im asiatischen Raum auch in 2015 mehr Milch und Milchprodukte. Der starke Rückgang der Importe Russlands ist auf das im August 2014 verhängte Importembargo zurückzuführen sowie Folge des stark abgewerteten russischen Rubels. Exporteure wie die Europäische Union und Neuseeland können ihre Exporte gegenüber dem Vorjahr als weltgrößte Exporteure von Milch und Milchprodukten halten oder sogar weiter steigern. Die USA dagegen werden 2015 gegenüber Vorjahr nach FAO-Schätzung deutlich weniger Milchprodukte exportieren.

Ein Viertel des Weltmilch-handels entfällt auf die EU
Auch wenn die weltweiten Exporte an Milch und Milchprodukten im Jahr 2015 gegenüber Vorjahr um schätzungsweise knapp 2 Prozent zurückgegangen sein dürften, steigern Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten tendenziell den internationalen Handel mit Milch und Milchprodukten. Umgerechnet in Milchäquivalente entfallen 25 Prozent des Weltexportes auf die Europäische Union. Der weltweit größte Exporteur ist jedoch Neuseeland, auf das 27 Prozent aller weltweit gehandelten Milchprodukte entfallen. Drittgrößter Exporteur sind die USA mit einem Anteil von 13 Prozent.

Integration der EU in den globalen Milchmarkt schreitet voran
2015 dürften 11 Prozent der von europäischen Bauern angelieferten Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) in Drittländer außerhalb der EU exportiert werden. Eine tendenziell stark zunehmende Nachfrage aus den Entwicklungs- und Schwellenländern dürfte diesen Anteil in den nächsten Jahren weiter wachsen lassen.

EU-Milchanlieferungen legen leicht zu
Die Milchanlieferungen an die Molkereien in der EU-28 werden von der Europäischen Kommission für 2015 auf 149,4 Millionen Tonnen geschätzt (Milcherzeugung insgesamt 161,9 Mio. Tonnen). Das sind etwa 1,6 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr (+ 1,1 Prozent). Für das Jahr 2016 wird ein Wachstum bei den Milchanlieferungen von weniger als einem Prozent angenommen. Trotz Auslaufens der Milchquote zum 1. April 2015 ist das Wachstum der Milcherzeugung gebremst. Ursache dafür ist nach Einschätzung von Marktexperten das niedrige Erzeugerpreisniveau.

Weniger Milch in Deutschland
 
Von Januar bis September 2015 haben die deutschen Molkereien bezogen auf den Erzeugerstandort insgesamt 0,7 Prozent weniger Milch erfasst als im Vorjahr. Auch in Frankreich blieben die angelieferten Mengen hinter dem Vorjahresstand zurück. Kräftige Zunahmen gab es dagegen in Irland (+ 9,9 Prozent) und den Niederlanden (+ 4,6 Prozent). Aber auch in Polen, Dänemark und im Vereinigten Königreich sind die angelieferten Milchmengen deutlich gestiegen. Für 2016 geht die Europäische Kommission für Deutschland, und auch für Frankreich, wieder von einem leichten Erzeugungszuwachs aus.

Käse bestimmt immer mehr die Milchverwertung
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fließt in die Käseverarbeitung, und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2014 wurden 45 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Die Vermarktung von Käse hat daher einen hohen Einfluss auf die Milcherlöse. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frisch-
produkten hat mit einem Anteil von 24 Prozent einen maßgeblichen Einfluss auf die Milchverwertung.

Export behauptet sich
Trotz einer insgesamt schwachen Nachfrage nach Milchprodukten am Weltmarkt konnten sich die EU-Exporte ebenso wie die deutschen Exporte von Milchprodukten in den ersten acht Monaten von 2015 auf dem Vorjahresniveau behaupten. Während am EU-Binnenmarkt leicht rückläufige Tendenzen beim Absatz deutscher Milchprodukte zu verzeichnen waren, konnten die Lieferungen in Drittstaaten in der Summe aller Milcherzeugnisse in den ersten acht Monaten von 2015 um knapp ein Fünftel ausgedehnt werden. Dazu beigetragen hat der im Vergleich zum Vorjahr schwächere Wechselkurs vom Euro zum US-Dollar. Aushängeschild für den deutschen Export von Milchprodukten sind Käse und Frischmilchprodukte.

Weltmarktpreise für Milch-produkte am Wendepunkt?
Die Preise für Milchprodukte am Weltmarkt sind nach dem Höhenflug im Jahr 2013 seit Anfang 2014 sukzessive gesunken. Die ruhige Nachfrage in Verbindung mit einem hohen Angebot hat die Preise für Milchprodukte unter Druck gesetzt. Dazu haben das Russland-Embargo und die ausgeprägte Nachfrageschwäche Chinas maßgeblich beigetragen. Auch im bisherigen Jahresverlauf von 2015 war die Lage am globalen Milchmarkt von einem Angebotsüberhang geprägt. Der kurzfristigen Erholung im 1. Quartal durch das gedämpfte Milchaufkommen in Neuseeland und der EU folgte ab April erneut eine Preisabschwächung. Dabei erreichten die Preise im Juli 2015 den niedrigsten Stand seit 2009. Ab Mitte August hatten sich erste Anzeichen einer Stabilisierung abgezeichnet. Bis Mitte Oktober sind die Weltmarktpreise für Milch erstmals wieder merklich angestiegen, auch wenn das entsprechende Vorjahresniveau weiterhin deutlich verfehlt wurde. Dieser Entwicklung folgten ab Mitte Oktober erneut wieder schwächere Tendenzen. Marktexperten gehen davon aus, dass die weitere Preisentwicklung auf dem Weltmilchmarkt vor allem von der Entwicklung der Angebotsmenge abhängt. Die niedrigen Erzeugerpreise könnten bewirken, dass Erzeuger aus der Produktion aussteigen. Die Auswirkungen des EL Niño könnten zusätzlich mengenreduzierend wirken. Ein gebremstes Mengenwachstum dürfte die Preise stabilisieren.

Nachhaltige Preiserholung für Milchprodukte erst im Frühjahr 2016 erwartet
Die Landwirte erhielten im September 2015 Milcherzeugerpreise, die im EU-Durchschnitt mit 29,9 Euro je 100 Kilogramm um 18 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. In Deutschland waren es entsprechend 27,5 Euro je 100 Kilogramm. Das sind 8,3 Euro oder 23 Prozent weniger als im September 2014. Für die ersten drei Quartale des Jahres 2015 beträgt das Preisminus sogar 9,6 Euro je 100 Kilogramm oder 25 Prozent. Auch wenn sich das Erzeugerpreisniveau für Milch zumindest im Oktober auf 27,8 Euro je 100 Kilogramm aus Erzeugersicht leicht verbesserte, rechnet die AMI bis Jahresende 2015 mit keiner durchgreifenden Erholung des Milchpreises. Im Hinblick auf die erwartete Markterholung hängt vieles vom Verlauf der Milchproduktion in Neuseeland im 4. Quartal 2015 und im 1. Quartal 2016, den möglichen Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño sowie der Reaktion der EU-Milcherzeuger auf die niedrigen Preise ab. Eine nachhaltige Erholung der Preise wird nach einer AMI-Einschätzung aus November 2015 voraussichtlich im Frühjahr 2016 erwartet, zumal Preisveränderungen mit einer zeitlichen Verzögerung von zwei bis drei Monaten auf marktrelevante Mengenveränderungen reagieren.

Regionale Milchpreisunterschiede
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der  Preisentwicklungen zu verzeichnen. Im September 2015 lagen die     Milcherzeugerpreise in Deutschland im bundesweiten Mittel nach Schätzungen der AMI bei 27,5 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Mit 29,7 Cent je Kilogramm Milch lagen die Milchpreise in Bayern am höchsten und mit 25,8 Cent je Kilogramm in Niedersachsen am niedrigsten.