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6 Erzeugung und Märkte

6.2 Betriebsmittel/Futtermittel

Betriebsmittelpreise auf Rekordniveau
Der Gesamtindex der Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel (2005=100) ist nach den Daten des Statistischen Bundesamtes seit 1981 von 81 auf 140 Punkte im Jahr 2012 (plus 73 Prozent) angestiegen. Das entspricht einer Kostensteigerung von jährlich rund 2,4 Prozent. Demgegenüber sind die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise nur um jährlich rund 0,2 Prozent angestiegen. Kostentreiber sind vor allem Verteuerungen bei Energie und Schmierstoffen (plus 111 Prozent) und Düngemitteln (plus 101 Prozent).
 
Energieabhängigkeit der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft setzt nicht nur Strom, Treib- und Schmierstoffe, sondern auch energieabhängige Betriebsmittel wie insbesondere Düngemittel ein. Die Entwicklung der Energiepreise ist für die Landwirtschaft daher von großer Bedeutung. Ein Blick auf die Erdölpreise zeigt, dass diese im Laufe des Jahres 2013 im Durchschnitt ein Niveau von etwa 100 US-Dollar je Barrel (WTI) bzw. 110 US-Dollar je Barrel (Brent) erreichen.
 
Düngemittelpreise sind unter Druck geraten
Die weltweiten Preise für Düngemittel zeigten in den letzten Jahren stets eine Tendenz nach oben. Im Laufe des Jahres 2013 hat sich die Situation auf den internationalen Düngemittelmärkten entspannt. Der damit verbundene Preisrückgang hat sich gegen Ende des Jahres 2013 verlangsamt. Das Angebot ist nicht mehr für alle Sorten überreichlich und sorgt so für stabile Notierungen. Obwohl die Düngerpreise im mittelfristigen Vergleich relativ niedrig sind, halten sich der Handel und die Landwirtschaft mit Düngerkäufen aus Unsicherheit über weitere Preisnachlässe zurück. Die Düngerlager des Handels waren im Herbst 2013 weitgehend geräumt.
 
Einsatz von Düngemitteln hat leicht zugenommen
Der Absatz von Mineraldüngern in Deutschland ist in der Saison 2012/13 gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2011/12 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 4,5 Prozent auf 4,89 Millionen Tonnen Nährstoff angestiegen. Während der Absatz von Stickstoffdüngern im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert blieb, legte der Einsatz von Phosphatdüngern um 15 Prozent, von Kalidüngern um 9 Prozent und von Kalkdünger um 6 Prozent zu.
 
Mehr Pflanzenschutzmittel abgesetzt
Der Absatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland ist 2012 gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent auf rund 46.300 Tonnen Wirkstoff angestiegen. Insbesondere der Absatz von Insektiziden nahm um gut ein Viertel auf 1.100 Tonnen zu, was vor allem auf die intensive Behandlung im Raps, insbesondere gegen Knospen- und Blütenschädlinge im frühen Stadium, zurückzuführen ist. Der Herbizideinsatz ist witterungs- und anbaubedingt um 11 Prozent angestiegen. Der Einsatz von Fungiziden ging dagegen deutlich zurück.
 
Mischfutter im Jahresvergleich deutlich günstiger
Die Mischfutterpreise erlebten im Winterhalbjahr 2012/13 ihren höchsten Stand. Der danach einsetzende deutliche Preisrückgang kam im Oktober/ November 2013 vorerst zum Stillstand.
 
Eiweißkomponenten relativ teuer
Der Futtermittelmarkt wird erheblich von den Preisentwicklungen bei den Eiweißkomponenten geprägt. Entgegen den Getreidepreisentwicklungen blieben die Soja- und Rapsschrotpreise auch bis in den Herbst 2013 hinein auf einem relativ hohen Niveau.
 
Raufutterpreise haben nachgegeben
Die Raufutterpreise zeigten im Laufe des Jahres 2013 eine rückläufige Entwicklung. Dabei ist der Preisabstand zwischen Heu und Stroh nahezu unverändert geblieben. Auch Maissilage wurde etwas günstiger. Die witterungsbedingt gegenüber dem Vorjahr um fast 18 Prozent geringere Silomaisernte stützt allerdings die Maissilagepreise.
 
Fast 10 Millionen Hektar Fläche dienen der Futtererzeugung
Von den 11,9 Millionen Hektar Ackerland in Deutschland werden etwa 5,3 Millionen Hektar zur Futtererzeugung verwendet, wovon der allergrößte Teil auf Futtergetreide und Silomais entfällt. Daneben werden 4,5 Millionen Hektar Dauergrünland (Wiesen und Weiden) als Futterflächen genutzt. Unter Berücksichtigung aller Futtermittelkomponenten kann Deutschland derzeit den Energiebedarf der Nutztiere zu rund 88 Prozent aus inländischer Futtermittelerzeugung decken (Wirtschaftsjahr 2011/12). Der entsprechende Proteinbedarf wird zu 69 Prozent gedeckt.