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6 Erzeugung und Märkte

6.2 Tierische Erzeugung

Der globale Fleischmarkt wächst weiter
Die weltweite Fleischerzeugung wird in den kommenden Jahren weniger stark wachsen. OECD und FAO prognostizieren für den Zehnjahreszeitraum bis 2025 ein Wachstum der globalen Fleischerzeugung von 16 Prozent. In der zurückliegenden Dekade waren es knapp 20 Prozent. So soll die Weltfleischproduktion von 320 Millionen Tonnen in 2016 auf 360 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2025 ansteigen, wobei die erwarteten Zuwächse bei Geflügelfleisch mit 19 Prozent deutlicher ausfallen als bei Rindfleisch (14 Prozent) oder Schweinefleisch (12 Prozent). Auf Schweinefleisch sollen dann 36 Prozent und auf Geflügelfleisch 37 Prozent Marktanteil entfallen. Auf Rind- und Schaffleisch entfallen dann 22 bzw. 5 Prozent der Weltfleischerzeugung. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht.
 
Weltfleischerzeugung 2016 stagniert
Für 2016 rechnet die FAO mit einem sehr geringen Anstieg der globalen Fleischproduktion auf 319,8 Millionen Tonnen (plus 0,2 Prozent zum Vorjahr). Dabei konzentriert sich das Wachstum auf die USA, die EU und Brasilien. Auf Wachstumskurs ist vor allem die Geflügelerzeugung (+ 0,9 Prozent). Niedriger fallen die Wachstumsraten bei der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,6 Prozent) und Rindern aus (+ 0,3 Prozent). Die Schweinefleischerzeugung ist sogar leicht rückläufig. Der globale Handel mit Fleisch steigt nach FAO-Einschätzung in 2016 gleichzeitig deutlich an (+ 4,4 Prozent). Grund sind vor allem starke Importzuwächse Chinas. 
 
Globale Fleischerzeugung dürfte 2017 wieder steigen 
Nach einer Stagnation im Jahr 2016 dürfte der globale Fleischmarkt im Jahr 2017 wieder deutlich anwachsen. Internationalen Prognosen zufolge verzeichnen insbesondere die Produktion von Schweine- und Geflügelfleisch ein deutliches Plus. Unter der Annahme, dass größere Tierseuchen ausbleiben und auch Witterungsextreme sich nicht wiederholen, sollte die Erzeugung um etwa 2 Prozent wachsen.

Globale Fleischnachfrage wird weiter wachsen
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird für 2016 ein Fleischverzehr von 66,8 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit Aufwärtstrend, ist der Verzehr in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 26,6 Kilogramm pro Kopf.
 
Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischerzeuger
Die EU ist mit rund 47 Millionen Tonnen nach China (2016: 85 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischerzeuger. Differenziert nach Fleischarten entfallen auf die EU im Jahr 2016 bei Schweinefleisch rund 20 Prozent, bei Geflügel- und Rindfleisch jeweils 12 Prozent sowie bei Schaf- und Ziegenfleisch rund 7 Prozent der Weltproduktion. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird für 2016 auf rund 108 Prozent geschätzt.

Wachstum der EU-Fleischerzeugung von gut 2 Prozent in 2016
Die EU-Fleischerzeugung steigt 2016 gegenüber Vorjahr nach Schätzung der Europäischen Kommission und der AMI um 2,3 Prozent auf rund 47,1 Millionen Tonnen. Am stärksten wächst die Erzeugung von Geflügel-fleisch (+ 3,9 Prozent) und Rindfleisch (+ 3,3 Prozent), während die Schweinefleischerzeugung nur schwach zunimmt (+ 1,0 Prozent). Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung steigt nach Kommissionsschätzungen um 2,4 Prozent an. 

In 2017 Stagnation der euro-päischen Fleischproduktion
Nachdem die europaweite Fleischerzeugung seit 2013 jährlich um mehr als 2 Prozent gewachsen ist, gehen Schätzungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) für das Jahr 2017 von einem annähernd unveränderten Wert aus (+ 0,2 Prozent). Für den Schweinefleischsektor wird erstmals seit 4 Jahren ein leichter Produktionsrückgang erwartet. Bei Rindfleisch wird nur mit einem schwachen Wachstum gerechnet. Einzig Geflügelfleisch stemmt sich weiter gegen diesen Trend. Erwartet wird ein Zuwachs an Geflügelfleisch von über 1 Prozent. 
 
In der EU wurde 2016 mehr Fleisch konsumiert
In der Europäischen Union (EU) steigt der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch weiter kontinuierlich an. Im Jahr 2016 dürfte er bei 68,3 Kilogramm liegen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 0,4 Kilogramm mehr. Demgegenüber ist in Deutschland die Fleischnachfrage gefallen; dies trifft insbesondere für Schweinefleisch zu. Demgegenüber hat die Nachfrage nach Geflügel-, Rind- und Lammfleisch laut Schätzungen der AMI leicht zugenommen. Im Ranking der EU-Staaten liegt Deutschland auf Platz 8 hinter den südeuropäischen Ländern, Dänemark, Österreich, Frankreich, Italien sowie Irland. Ohne Knochen, Futter, industrieller Verwertung und Verlusten verzehrte ein Bundesbürger 2016 im Durchschnitt 59 Kilogramm. 
 
Rückläufige Schweine- und Geflügelfleischproduktion
Die heimische Fleischerzeugung hat 2016 moderat abgenommen. Auslöser dieser Entwicklung war die verminderte Schweine- und Geflügelfleischproduktion. In den gewerblichen Schlachtbetrieben Deutschlands werden 2016 schätzungsweise 8,6 Millionen Tonnen Fleisch verarbeitet. Das sind im Vergleich zum Vorjahr knapp 100.000 Tonnen oder 1 Prozent weniger. 
 
Produktionsanteile haben sich verschoben
Gut 57 Prozent der Inlandserzeugung entfallen heute auf Schweinefleisch. Rindfleisch hat zu Gunsten von Geflügel Marktanteile verloren. Während 1996 noch ein Viertel des gesamten Fleischaufkommens von Rindern stammte, steht aktuell nur noch ein Anteil von knapp 14 Prozent zu Buche. Dagegen erfreut sich Geflügel zunehmender Beliebtheit. 1996 stammten rund 11 Prozent der gesamten Fleischerzeugung aus der Geflügelfleischbranche. Heute sind es rund 21 Prozent.
 
Globale Fleischpreise im Plus 
Nach einer Ende 2014 einsetzenden Phase deutlich rückläufiger Preise ist der FAO-Fleischpreisindex seit April 2016 nahezu kontinuierlich angestiegen. Das globale Preisniveau für Fleisch lag im Oktober 2016 um 3 Prozent über dem entsprechenden Stand des Vorjahres. Besonders Schweinefleisch hat mit einem Preisplus von 9 Prozent zur Stabilität der Fleischpreise beigetragen, während die Preise von Geflügelfleisch (+ 3 Prozent) und Schaffleisch (+ 4 Prozent) im Jahresvergleich nur moderat zunahmen und bei Rindfleisch in etwa nur das Vorjahresniveau erreichten. 
 
Globale Rindfleischerzeugung steigt weiter
Nach einem Rückgang in 2015 schätzt die AMI auf Basis von Daten der FAO und des USDA für 2016 eine leichte Zunahme der globalen Rindfleischerzeugung auf 67,7 Millionen Tonnen (+ 0,8 Prozent). Mit einen etwas deutlicherem Wachstum wird in 2017 gerechnet (+1,4 Prozent). Zugleich nehmen auch der Verbrauch sowie die weltweit gehandelten Mengen weiter zu.
Treibende Kraft hinter den Produktionssteigerungen dürften auch weiterhin die USA sein. Nachdem die Bestände dort infolge extremer Dürre 2014 deutlich abgestockt worden waren, hat sich der Markt inzwischen wieder erholt. Für das Jahr 2017 gehen die Marktexperten von einer Ausdehnung der Produktion von knapp 4 Prozent aus (2016 + 5,3 Prozent). Auch Indien verzeichnet erneut ein deutliches Wachstum, die dortige Wasserbüffelproduktion nimmt schon seit Jahren zu. Für die EU wird dagegen eine stabile Eigenproduktion veranschlagt, nachdem im Jahr 2016 noch ein deutliches Plus zu verzeichnen war. 
 
Rindfleischexporte steigen deutlich an
Neben der Produktion nimmt auch der weltweite Handel mit Rindfleisch weiter zu. Die weltweiten Rindfleischexporte werden nach Prognosen aus November 2016 in 2017 um fast 3 Prozent auf geschätzte 9,7 Millionen Tonnen steigen. Ähnlich wie in den Vorjahren wird insbesondere Indien seine Ausfuhren steigern. Indisches Büffelfleisch ist preislich günstig, weshalb der Absatz nach Vietnam, Nordafrika und in den Nahen Osten boomt. Für Brasilien wird bei erwarteter erhöhter Produktion und stagnierendem Konsum der Ausfuhrüberschuss deutlich zunehmen. Dagegen dürften die australischen Exporte einmal mehr zurückgehen. Die dortigen Produzenten haben sich noch immer nicht von den schweren Dürren erholt, die bereits 2016 zu einem Exportrückgang um rund 25 Prozent geführt haben. Trotz weiter steigender Liefermengen spielt die EU am Weltmarkt dagegen nur eine kleine Rolle. Hauptabnehmer sind insbesondere preissensitive Länder, etwa in Afrika. Stark zunehmenden Importbedarf hat China. Größter Abnehmer für Rindfleisch bleiben aber dennoch die USA, auch wenn der Importbedarf im Zuge der gestiegenen Produktion wohl erneut deutlich zurückgehen dürfte.
 
USA, Brasilien, die EU, Indien und China dominieren Weltrindfleischmarkt
Das weltweite Aufkommen an Rindfleisch wird von der Produktion in Nord- und Südamerika, der EU sowie Asien dominiert. Die Top 5 in der Welt: USA, Brasilien, die EU, China und Indien erzeugen zwei Drittel der globalen Menge.
 
Stabile Preise am Weltmarkt für Rindfleisch
Die eher stagnierende bis leicht ansteigende globale Rindfleischproduktion und eine rege kaufkräftige Nachfrage haben im Vergleich von Oktober 2016 zu Oktober 2015 zu kaum veränderten Preisen auf den globalen Märkten für Schlachtrinder geführt. Wie sich das globale Preisniveau weiterentwickeln wird, hängt nach Expertenauffassung besonders von der Produktionsausweitung in den USA und dem weiteren Nachfragewachstum in China und anderen Ländern der Welt ab. 
 
EU-Rindfleischerzeugung 2017 auf hohem Niveau stabil
Die Rindfleischproduktion in der Europäischen Union ist nach Einschätzung des EU-Prognoseausschusses im Jahr 2016 deutlich gestiegen (+ 4,2 Prozent). Auf dem erhöhten Niveau dürfte sich das Rinderaufkommen im Jahr 2017 in etwa behaupten: Mit 8,01 Millionen Tonnen würde das Vorjahresergebnis nur leicht übertroffen (+ 0,9 Prozent). Der Grund des starken Wachstums im Jahr 2016 waren hauptsächlich erhöhte Kuhschlachtungen im Zuge der Milchkrise. Wenn sich die EU-Rindfleischerzeugung in 2017 auf hohem Niveau behauptet, so liegt das an leicht gestiegenen EU-Rinderbeständen und erhöhten Schlachtgewichten. Die Prognosen zur Rindfleischerzeugung in 2017 fallen in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich aus. Während in Deutschland, Italien und Österreich mit einem leichten Produktionsrückgang gerechnet wird, so dürfte in Frankreich, Spanien und besonders in Irland die Erzeugung leicht bis stark wachsen. In Irland und in den Niederlanden sind die Milchkuhbestände in den vergangenen zwei Jahren relativ stark aufgestockt worden. Auch im Jahr 2017 wird dieser Trend zumindest in Irland anhalten. 
 
Deutsche Rindererzeugung kann sich knapp behaupten
Die deutsche Rindfleischerzeugung ist nach Einschätzung der AMI in 2016 mit 1,21 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (+ 1,9 Prozent). Für 2017 wird ein leichtes Minus von etwa einem halben Prozent erwartet. 
 
Deutsche Rinder im Ausland stark nachgefragt
Im Jahr 2016 werden voraussichtlich über 875.000 Rinder (in Form von Nutz- und Zuchtrindern) und damit moderat mehr Tiere aus Deutschland ausgeführt als im Jahr zuvor. Darauf deuten die Exportdaten von Oktober 2016 hin. Der deutsche Rinderhandel wird von der Stückzahl her von den Kälber- und Zuchtrinderlieferungen in die Niederlande dominiert (2016 voraussichtlich 500.000 Stück). Der Handel mit Frankreich, Italien, Marokko und der Türkei hat zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. 
 
Rindfleischpreise in der EU relativ stabil
Nach Einschätzung des EU-Prognoseausschusses für die Rindererzeugung liegt der EU-Durchschnittspreis für Jungbullen, Handelsklasse R3, im Jahr 2016 bei 3,75 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das sind gegenüber 2015 11 Cent oder 3 Prozent weniger. Bei leicht steigendem Angebot und etwas höherem Rindfleischkonsum werden für das Jahr 2017 zumindest stabile bis etwas erhöhte Jungbullenpreise prognostiziert. Erwartet werden für Jungbullen, Handelsklasse R3, im Jahr 2017 3,78 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (gegenüber 2016 + 0,9 Prozent). Infolge eines verminderten Aufkommens an Schlachtkühen sollten die Erzeugerpreise in etlichen Ländern etwas Luft nach oben haben. 
 
Etwas bessere Preise für die deutsche Rindererzeugung erwartet
Die Einschätzung der AMI für die Rindererzeugung in Deutschland ist ähnlich wie die für die Gesamt-EU. Der Preis für R3-Jungbullen in Deutschland wird 2017 auf 3,74 Euro je Kilogramm geschätzt, nach entsprechend 3,71 Euro in 2016 und 3,86 Euro in 2015. Nachdem die Preise für Jungbullen der Handelsklasse R3 im Juli 2016 ihren Jahrestiefststand erreichten, entwickeln sie sich seitdem durchweg stabil bis fester. Der Vorjahresabstand hat sich dadurch verkleinert. 
 
EU-Schaf- und -Ziegenfleisch-erzeugung stabilisiert sich
Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung in der Europäischen Union hat sich in 2015 und 2016 wieder erholt (+ 4,4 bzw. + 2,4 Prozent). Nach Prognosen der Europäischen Kommission wird die Erzeugung in 2017 nur leicht ansteigen (+ 0,7 Prozent). Dabei sind die Entwicklungen in den einzelnen Ländern der EU unterschiedlich. Beim Lammfleischverzehr wird für die EU ein stagnierender Konsum von im Schnitt 1,9 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung sowie ein stabiler Selbstversorgungsgrad von rund 88 Prozent prognostiziert.
 
Schaffleisch-Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur bei 44 Prozent
Zwischen 2011 und 2015 ist die deutsche Schaf- und Ziegenfleischerzeugung um fast 11.000 auf 32.000 Tonnen drastisch zurückgegangen. Ursache hierfür waren stark rückläufige Bestandszahlen. In 2016 und auch 2017 dürfte sich die Erzeugung nach Einschätzung der AMI auf jeweils rund 32.000 Tonnen belaufen. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland wird für 2016 auf 44 Prozent geschätzt.
 
Höhere Preise für kleine Mengen
Die gegenüber der Nachfrage knappe Eigenproduktion hat in 2016 auf dem deutschen Schaf- und Lämmermarkt kaum noch zu einem Preisanstieg geführt (+ 1 Prozent). Für das Jahr 2017 wird europaweit mit einem moderaten Anstieg der Erzeugerpreise gerechnet. Nach AMI-Einschätzung könnte der Preis je Kilogramm Schlachtgewicht für schwere Lämmer in Deutschland im Durchschnitt der Jahres 2017 bei 5,55 Euro liegen. Dies würde gegenüber dem Vorjahr einem Preisplus von 2 Prozent entsprechen. Der Lammfleischverzehr in Deutschland hat einen positiven Trend. Dennoch liegt der jährliche Pro-Kopf-Verzehr bislang nur bei 0,7 Kilogramm.
 
Weltweite Schweineerzeugung war 2016 rückläufig
Die weltweite Erzeugung von Schweinefleisch wird von der AMI auf Basis von Daten der FAO und des USDA für 2016 auf 112,6 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,7 Prozent weniger. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist im asiatischen Raum, allen voran in China, zu suchen. Tierseuchen, strengere Umweltauflagen und eine schwierige wirtschaftliche Lage führten dort 2016 zu deutlichen Produktionsrückgängen. In China wird etwa die Hälfte des Schweinefleisches der Welt erzeugt. Die US-amerikanische Schweineerzeugung kann sich von den Produktionsausfällen durch die Viruskrankheit PED weiter erholen. Für 2016 wird ein Produktionszuwachs von 1,7 Prozent geschätzt. Das Wachstum in der EU dagegen ist nur klein (+ 1,0 Prozent). 
 
Globale Schweineerzeugung wird in 2017 wieder wachsen
Für das Jahr 2017 wird wieder ein deutliches Wachstum der Welt-Schweineerzeugung prognostiziert (+ 2,5 Prozent). Zugleich nimmt auch der Verbrauch wieder zu und der weltweite Handel gewinnt an Bedeutung. Für die USA und China wird für 2017 sogar ein Produktionswachstum von jeweils knapp 4 Prozent erwartet, nachdem sich die Bestände zunehmend stabilisiert haben. Relativ hohe Zuwächse zwischen 3 und 5 Prozent werden auch in Russland, Brasilien und in den Philippinen erwartet. Anders sieht es in Europa aus, wo die Produktion nach einem kleinen Plus im Jahr 2016 sich in 2017 voraussichtlich nur knapp behaupten dürfte. Dennoch bleibt die Europäische Union der weltweit zweitgrößte Schweinefleischerzeuger hinter China und ist führend im Export von Schweinefleisch. Angesichts des Wiedererstarkens der chinesischen Schweineerzeugung dürfte das enorme Wachstum der EU-Liefermengen im Jahr 2016 in 2017 wohl zum Erliegen kommen. Entsprechend gehen Schätzungen aus November 2016 für 2017 von stabil hohen Ausfuhrmengen aus.
 
EU-Erzeugung von Schweinefleisch wird sich 2017 nur knapp behaupten können
Der Prognoseausschuss der EU-Kommission rechnet für 2017 mit gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich rund 0,8 Millionen weniger produzierten Schweinen, was einem Minus von 0,3 Prozent entsprechen würde. Die Bestände an Schlachtschweinen und Sauen gingen zuletzt in fast allen Ländern zurück.
 
Deutsche Schweinefleischerzeugung stabilisiert sich wieder
Die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung der AMI im Jahr 2017 leicht erholen (+ 0,3 Prozent), nachdem sie in 2016 um fast 5 Prozent eingebrochen war. Neben niedrigen Erlösen bereiten den Tierhaltern immer höhere Anforderungen und Kosten hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz Kopfzerbrechen. In den einzelnen Ländern sind die Produktionsprognosen sehr uneinheitlich. Ein expansives Aufstocken der Bestände und der Produktion gibt es unverändert in Spanien, das Deutschland bei der Zahl der gehaltenen Schweine überholt hat und damit zum größten Schweinehalter in der EU geworden ist. 
 
Starker Schweinezyklus in China 
China ist mit großem Abstand weltweit der größte Produzent und Verbraucher von Schweinefleisch. Der Bedarf an Schweinefleisch steigt rasant, weshalb das Land in den vergangenen Jahren volumenmäßig zum größten Importeur aufrückte. Die chinesische Schweinefleischproduktion verringerte sich in den Jahren 2015 und 2016 erheblich. Ursachen waren seuchenbedingte Produktionsausfälle sowie ein Abstocken der Sauenbestände der kleineren und unrentablen Tierhalter aufgrund unzureichender Wirtschaftlichkeit. Zusätzlich sind von Chinas Behörden viele Schweinefarmen und gewerbliche Anlagen wegen verschärfter Umweltvorschriften und zu engem Abstand zu Wohnungsneubauten geschlossen worden. Der Engpass an Schweinefleisch in China wird sich in 2017 verringern, da mit einem spürbaren Wachstum der Schweineproduktion gerechnet wird. Hohe Schweinepreise und Förderprogramme sowie große Investitionen in moderne große Schweinefarmen beflügeln diesen Trend. Trotzdem sollte das Einfuhrvolumen an qualitativ hochwertiger Ware nach Einschätzung der AMI weiterhin groß bleiben. Deutschland ist bereits im Jahr 2015 zum Hauptlieferanten Chinas aufgestiegen.  
 
Deutscher Schweinefleischexport orientiert sich um
Die deutschen Schweinefleischausfuhren liegen 2016 merklich über dem Vorjahr. Von Januar bis September 2016 wurden gut 90.000 Tonnen Schweinefleisch mehr exportiert als im Vorjahreszeitraum. Daran haben insbesondere die Lieferungen an Ziele außerhalb Europas mit einem Plus von 34 Prozent gegenüber 2015 beigetragen. Innerhalb der EU wurden allerdings 10 Prozent weniger deutsches Schweinefleisch abgesetzt. Umfangreiche Produktionsmengen in der EU, ein häufig stagnierender bzw. rückläufiger Bedarf sowie lukrative Angebote von Drittländern werden dabei als Gründe genannt. Rund ein Fünftel der chinesischen Einfuhren an Schweinefleisch liefert Deutschland. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen dann Spanien und die USA. Dabei führt China nicht mehr nur klassische Asien-Artikel (Fette, Specke, Nebenerzeugnisse) ein, sondern zunehmend auch Edelteile. 
 
Ausfuhr und Einfuhr von lebenden Schweinen
Im Jahr 2016 werden voraussichtlich rund 2,2 Millionen Schweine und Ferkel aus Deutschland im Ausland verkauft. Das ist rund ein Drittel weniger als in 2015. Von diesem drastischen Rückgang waren fast alle Länder betroffen, eine Ausnahme bildet Italien. Dorthin werden in 2016 voraussichtlich rund 37 Prozent mehr Schweine geliefert. Die Gründe für die niedrigeren Exportzahlen sind unterschiedlich. Genannt werden u. a. die EU-weit sehr niedrigen Schweinepreise im ersten Halbjahr 2016. Zum größten Abnehmer von deutschen Schweinen hat sich Rumänien entwickelt, gefolgt von Österreich und Polen auf den Plätzen 2 und 3. 
Umgekehrt werden Schlachtschweine und Ferkel in erheblichem Umfang importiert. Im Jahr 2016 dürften mehr als 16 Millionen Schweine, darunter zwei Drittel Ferkel, von außerhalb der Grenzen Deutschlands gekommen sein. Die Hauptlieferanten sind die Niederlande und Dänemark. Wobei sich die Einfuhren aus Dänemark insgesamt leicht rückläufig entwickeln, während aus den Niederlanden mehr Schweine nach Deutschland geliefert werden. Deutlich zugenommen haben die Einfuhren aus Belgien, hauptsächlich von Schlachtschweinen. 
 
Auf EU-Ebene werden insgesamt stabile Erzeugerpreise erwartet
Die Erzeugerpreise in der EU sind in 2016 mit geschätzten 1,44 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für Schweine der Handelsklasse E um 2 Cent pro Kilogramm höher als im Vorjahr. Der Ausfuhrboom nach China hat zur Preisfestigung beigetragen. Die Preisaussichten für 2017 gehen von erhöhten Schweinepreisen in der ersten Jahreshälfte und moderat niedrigeren Schweinepreisen in der zweiten Hälfte des Jahres aus. Für das gesamte Jahr 2017 rechnet der EU-Prognoseausschuss der Kommission mit einem ähnlichen Preisniveau wie in 2016. 
 
In Deutschland ähnliche Preisentwicklung
Ähnlich wie für die EU insgesamt fällt die Erzeugerpreisentwicklung in Deutschland aus. Die durchschnittlichen Preise für Schweine der Handelsklasse E in Deutschland dürften im Jahr 2016 nach Schätzungen der AMI bei rund 1,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht liegen. Damit wäre das Niveau des Vorjahres um rund 7 Cent je Kilogramm übertroffen. Als Gründe werden insbesondere das zeitweise etwas knappere Angebot sowie der umfangreiche Export, vor allem nach China, genannt. Lag der Preis bis in den April hinein durchweg mehr oder weniger deutlich unter dem Niveau von 2015, kam es im Mai und Juni zu deutlichen Preisanstiegen. In dieser Zeit florierte der Export nach China. So konnte bis in den Oktober 2016 hinein ein Preis von durchweg mehr als 1,60 Euro je Kilogramm gehalten werden. Der Mitte Oktober einsetzende Preisdruck führte zu Preisen, die allerdings noch über der 1,50 Euro-Linie lagen. 
 
Globale Geflügelfleischerzeugung steigt in bescheidenem Umfang an 
Die globale Produktion von Geflügelfleisch steigt 2016 nach Einschätzung der FAO um 0,9 Prozent auf 115,8 Millionen Tonnen. Die Wachstumsrate ist wie in den Jahren zuvor relativ bescheiden. Ursache für das verlangsamte Wachstum ist die Vogelgrippe, die vor allem in China zu einem deutlichen Rückgang der Geflügelfleischerzeugung führte (- 5 Prozent). Überdurchschnittlich hoch sind dagegen die Wachstumsraten in den USA und Brasilien, aber auch in der EU, Indien, Mexiko und Argentinien. Größte Geflügelfleischproduzenten sind die USA mit 21,8 Millionen Tonnen, China mit 18,0 Millionen Tonnen, die EU-28 mit 14,0 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 14,2 Millionen Tonnen. Etwa 88 Prozent der Welterzeugung an Geflügelfleisch sind Hähnchen.
 
Wachstumsrate weiter eher moderat 
Für 2017 erwartet das USDA ein ähnlich moderates Wachstum wie in 2016. Größere Produktionszuwächse werden wieder in Brasilien, den USA und auch in der Europäischen Union erwartet. Infolge der Auswirkungen der Vogelgrippe dürfte die Erzeugung in China abermals stark zurückgehen (- 9 Prozent). Insgesamt gewinnt Hähnchenfleisch aufgrund geänderter Verzehrgewohnheiten weltweit weiter an Beliebtheit. Zusätzlich wird Geflügelfleisch auch wegen seines günstigeren Preises im Vergleich zu Schweine- oder Rindfleisch stärker nachgefragt.
 
Produktionszuwachs in der EU schwächt sich ab
Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen der Europäischen Kommission in 2016 14,652 Millionen Tonnen. Das sind 2,5 Prozent mehr als in 2015. Für 2017 deutet sich eine etwas geringere Zunahme der EU-Geflügelfleischerzeugung von etwa 1,4 Prozent auf 14,9 Millionen Tonnen an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Geflügelfleischerzeugung mit einem Anteil von 79 Prozent dominiert, dürfte 2017 um 1,7 Prozent zunehmen (2016 + 2,3 Prozent). Etwas weniger zunehmen dürfte dagegen die Erzeugung von Puten mit plus 1,5 Prozent (Vorjahr + 6,2 Prozent). Die Putenerzeugung macht 14 Prozent an der EU-Erzeugung an Geflügelfleisch aus. Auf Grund hoher Zuwachsraten wird Polen in 2017 Deutschland von seiner Spitzenposition als größtes Putenerzeugerland in der EU verdrängen. 
Die EU-Entenerzeugung, die mit über 522.000 Tonnen knapp 4 Prozent der EU-Geflügelerzeugung ausmacht, dürfte in 2017 wieder kräftig steigen (+ 7,1 Prozent), nachdem der Ausbruch der Vogelgrippe in Südfrankreich zu einer starken Produktionseinschränkung geführt hatte. Aus Frankreich kommt fast jede zweite in der EU erzeugte Ente.
 
Deutsche Geflügelerzeugung: Kein Zuwachs mehr
Die Geflügelfleischerzeugung geht in 2016 leicht zurück auf 1,788 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr - 0,4 Prozent). Maßgebend dafür ist der Rückgang der Hähnchenerzeugung (-1,5 Prozent), während die Putenerzeugung deutlich zunahm (+ 2,5 Prozent). Für 2017 wird für Deutschland mit einer insgesamt unveränderten Geflügelerzeugung gerechnet. Dabei nimmt die Hähnchenerzeugung leicht zu, und nimmt die Putenerzeugung um gut 1 Prozent ab. Auf Hähnchen entfallen 74 Prozent der deutschen Geflügelfleischerzeugung, auf Puten 23 Prozent und auf Enten 3 Prozent.
 
Erzeugerpreise für Geflügel unter Vorjahr
Im Durchschnitt des Jahres 2016 rechnen Experten der MEG für Deutschland mit einem Schlachtereiabgabepreis für Masthähnchen (1.500 g) von rund 87 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht und für Puten (18,5 kg Hähne) von 133 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht. Das wären sowohl bei Masthähnchen als auch bei Puten gut 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2017 wird unter der Annahme unveränderter Futterpreise sowohl bei Hähnchen- als auch bei Putenfleisch mit einer Erholung des in 2016 erzielten Preisniveaus gerechnet. Offen ist, ob und inwieweit die im Spätherbst 2016 aufgetretenen Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln und Geflügel zu spürbaren Auswirkungen auf das Marktgeschehen führen werden.  
 
Welt-Eierproduktion wächst weiter
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen. 36 Prozent aller Eier auf der Welt werden in China erzeugt.
 
Leichte Steigerung der EU-Eiererzeugung
Die Bruttoeigenerzeugung an Konsumeiern in der EU wächst nach Einschätzung der Europäischen Kommission in 2016 um 1,2 Prozent auf 6,75 Millionen Tonnen. Frankreich ist der größte Konsumeierproduzent in der EU. Zweitgrößter Erzeuger ist Italien, gefolgt von Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Für Deutschland werden für 2016 und 2017 leichte Erzeugungszuwächse von jeweils weniger als einem Prozent erwartet.
 
EU: Mehr als jede zweite Henne in ausgestalteten Käfigen
Seit dem 1. Januar 2012 gilt in der EU das Verbot der konventionellen Käfighaltung. Viele Käfiganlagen sind daher zu ausgestalteten Käfigen umgebaut worden. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden 2016 56 Prozent der Hennen in der EU in ausgestalteten Käfigen gehalten. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 8 Prozent. 40 Prozent der Hennen in der EU entfallen auf Boden- und Freilandhaltung (Deutschland 82 Prozent). Der Anteil von Bioplätzen für Legehennen liegt in der EU bei knapp 4 Prozent (Deutschland 10 Prozent).
 
Niedrigere Eierpreise in 2016
Der durchschnittliche Eierpreis in der Gewichtsklasse M, Bodenhaltung, lag 2016 in Deutschland bei 6,40 Euro je 100 Eier. Das sind gegenüber dem Vorjahr 78 Cent oder 11 Prozent weniger. Zu diesem starken Preisrückgang hat die reichliche Versorgung beigetragen. Für 2017 ist offen, inwieweit sich die Eierpreise wieder erholen können. 
 
Welt-Milcherzeugung nimmt 2016 nur moderat zu 
Das Wachstum der Weltmilchmenge wird sich 2016 nach Angaben der FAO mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 817,2 Millionen Tonnen abgeschwächt fortsetzen, nachdem der Zuwachs im Vorjahr noch rund 1,9 Prozent betragen hatte. Die moderate Zunahme beruht auf einer höheren Erzeugung in vielen Regionen der Welt, besonders aber in Indien (+ 4,8 Prozent). Aber auch in Pakistan (+ 2,4 Prozent), der Türkei (2,0 Prozent) sowie den USA (2,0 Prozent) sind überdurchschnittliche Erzeugungszuwächse zu verzeichnen. Die Zuwachsrate der EU fällt unterdurchschnittlich aus (+ 0,6 Prozent). Rückläufig ist dagegen die Milcherzeugung in Südamerika (- 5,8 Prozent) und in wichtigen Erzeugerländern wie Neuseeland (- 1,6 Prozent), Russland (- 1,5 Prozent) und Australien (- 1,4 Prozent). 
 
EU ist weltweit der größte Milchproduzent
Größter Milcherzeuger im weltweiten Vergleich ist die Europäische Union mit einem Anteil von 20 Prozent. Dort beläuft sich die Milcherzeugung in 2016 auf geschätzte 165,7 Millionen Tonnen. Zweitgrößter Milchproduzent ist Indien mit 160,4 Millionen Tonnen, vor den USA auf Platz 3 mit 96,3 Millionen Tonnen. 
 
Welthandel mit Milchprodukten 
Der Welthandel mit Milchprodukten ist import- und exportseitig von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Während Länder wie China und Russland 2016 gegenüber Vorjahr mehr importierten, führen Afrika, aber auch Länder wie Venezuela erheblich weniger Milchprodukte ein. Hauptimporteure von Milchprodukten sind die Länder Asiens. Auf sie entfällt das Gros der globalen Milchimporte. Exporteure wie die Europäische Union und Neuseeland können ihre Exporte gegenüber dem Vorjahr als weltgrößte Exporteure von Milch und Milchprodukten 2016 weiter steigern. Die USA dagegen werden 2016 gegenüber Vorjahr nach FAO-Schätzung deutlich weniger Milchprodukte exportieren.
 
Mehr als ein Viertel des Weltmilchhandels entfällt auf die EU
Auch wenn die weltweiten Exporte an Milch und Milchprodukten im Jahr 2016 kaum gestiegen sind, steigern Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten tendenziell den internationalen Handel mit Milch und Milchprodukten. Umgerechnet in Milchäquivalente entfallen 26 Prozent des Weltexportes auf die Europäische Union. Der weltweit größte Exporteur ist jedoch Neuseeland, auf das 27 Prozent aller weltweit gehandelten Milchprodukte entfallen. Drittgrößter Exporteur sind die USA mit einem Anteil von 12 Prozent.
 
Integration der EU in den globalen Milchmarkt schreitet voran
2016 sind gut 11 Prozent der von europäischen Bauern angelieferten Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) in Drittländer außerhalb der EU exportiert werden. Eine tendenziell stark zunehmende Nachfrage aus den Entwicklungs- und Schwellenländern dürfte diesen Anteil in den nächsten Jahren weiter anwachsen lassen. 
 
EU-Milchanlieferungen nehmen kaum noch zu
Die Milchkrise hat in den meisten EU-Ländern zu verringerten Kuhbeständen geführt. Seit Juni 2016 zeigen sich beim Milchaufkommen in der EU im Vorjahresvergleich rückläufige Tendenzen. Diese Entwicklung hat sich im Herbst 2016 spürbar verstärkt. Die Milchanlieferungen an die Molkereien in der EU-28 werden von der Europäischen Kommission für 2016 auf 153,2 Millionen Tonnen geschätzt (Milcherzeugung insgesamt 163,9 Mio. Tonnen). Das sind etwa 1,0 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr 
(+ 0,6 Prozent). Das Wachstum fällt damit deutlich geringer aus als im Jahr 2015 (+ 2,2 Prozent). Offen ist, inwieweit Anträge zur Bezuschussung einer Einschränkung der Milchmenge zu einer verringerten Milchanlieferung führen. Für das Jahr 2017 wird von der Kommission ein Wachstum bei den Milchanlieferungen von etwa einem halben Prozent angenommen. 
 
Umfangreiche Lagerbestände aufgebaut
Infolge der teils fehlenden Absatzmöglichkeiten und des phasenweise sehr niedrigen Preisniveaus sind in der EU im Laufe des Jahres 2016 umfangreiche Produktionsmengen eingelagert worden. Im Rahmen der Privaten Lagerhaltung von Butter belief sich der Lagerbestand Ende September auf insgesamt 90.100 Tonnen, das waren rund 4 Prozent der EU-Jahresproduktion. Öffentliche Lagerhaltung von Butter fand nicht statt. Die Be-stände an Magermilchpulver in der Öffentlichen und Privaten Lagerhaltung summierten sich Ende September auf 428.000 Tonnen. Das entspricht in etwa einem Viertel der EU-Jahresproduktion an Magermilchpulver.
 
Mehr Milch in Deutschland
Von Januar bis September 2016 haben die deutschen Molkereien bezogen auf den Erzeugerstandort insgesamt 0,5 Prozent mehr Milch erfasst als im Vorjahr. In Frankreich (- 1,3 Prozent) und besonders im Vereinigten Königreich (- 4,1 Prozent) dagegen blieben die angelieferten Mengen hinter dem Vorjahresstand zurück. Die größten Zunahmen gab es dagegen in Irland (+ 5,8 Prozent) und den Niederlanden (+ 9,5 Prozent). Die Entwicklung in den Niederlanden ist auch auf Sondereffekte (Einführung Phosphat-Quote) zurückzuführen. Für 2017 wird für Deutschland wie für die EU insgesamt ein leichtes Wachstum erwartet.
 
Käse bestimmt immer mehr die Milchverwertung
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fließt in die Käseverarbeitung, und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2015 wurden 45 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Die Vermarktung von Käse hat daher einen hohen Einfluss auf die Milcherlöse. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frischprodukten hat mit einem Anteil von 25 Prozent einen maßgeblichen Einfluss auf die Milchverwertung. 
 
Export behauptet sich
Die deutschen Exporte von Milchprodukten konnten in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum deutlich zulegen, und zwar um 3 bis 4 Prozent sowohl beim Export in den EU-Binnenmarkt als auch beim Export in Drittländer. Die Exporte nach China erhöhten sich in diesem Neunmonatszeitraum auf 212.000 Tonnen (+ 13 Prozent). Aushängeschild für den deutschen Export von Milchprodukten sind Käse und Frischmilchprodukte. 
 
Weltmarktpreise für Milchprodukte steigen wieder kräftig an
Die Preise für Milchprodukte am Weltmarkt waren nach dem Höhenflug im Jahr 2013 seit Anfang 2014 sukzessive gesunken. Die ruhige Nachfrage in Verbindung mit einem hohen Angebot hat die Preise für Milchprodukte unter Druck gesetzt. Dazu hat das Russland-Embargo maßgeblich beigetragen. 
Seit Mai 2016 weist der FAO-Preisindex für Milchprodukte kontinuierlich Zuwächse auf und erreichte im Oktober 2016 das Niveau von März 2015. Alle Milchprodukte zeigten im Oktober steigende Preistendenzen. Besonders starke Zuwächse verzeichnete Butter. Ausschlaggebend dafür waren die geringen Lagerbestände und eine anhaltend starke Nachfrage in der EU kombiniert mit zunehmenden Kaufinteresse importierender Länder. Die Notierungen für Käse stiegen ebenfalls deutlich an. Bei Milchdauerwaren hingegen waren eher moderate Zuwächse zu beobachten. Die zunehmend rückläufige Milchproduktion in der EU, zusammen mit einer reduzierten Erzeugung in Ozeanien, befeuerten im Herbst 2016 den Anstieg der Preise bei Milchprodukten. Zusätzlich wird durch die Knappheit ein verringertes Exportangebot erwartet. 
 
Preiserholung gewinnt an Schwung
Im September und Oktober 2016 haben die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch in Deutschland weiter deutlich zugelegt. Dabei hat sich der Anstieg zuletzt spürbar verstärkt, nachdem es seit dem Sommer zunächst zu einer leichten Erholung gekommen war. Auch in den Folgemonaten ist mit weiteren deutlichen Aufschlägen zu rechnen, da sich auf dem Weg zum saisonalen Tiefpunkt der Milchanlieferung an der festen Situation am Milchmarkt wenig ändern dürfte.
Nach vorläufigen Berechnungen der AMI lag das Bundesmittel im Oktober 2016 bei 28,8 Cent je Kilogramm, gültig für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Das waren zum einen rund 3,1 Cent mehr als im Monat und 1 Cent mehr als im Oktober 2015. Experten der AMI gehen für das erste Halbjahr 2017 von durchschnittlichen Milcherzeugerpreisen aus, die über 30 Cent je Kilogramm Milch liegen werden. 
 
Regionale Milchpreisunterschiede
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der Preisentwicklungen zu verzeichnen. Im September 2016 lagen die 
Milcherzeugerpreise in Deutschland im bundesweiten Mittel nach Schätzungen der AMI bei 25,6 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Mit 28,0 Cent je Kilogramm Milch lagen die Milch-preise in Baden-Württemberg am höchsten und mit 23,4 Cent je Kilogramm in der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am niedrigsten.