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6 Erzeugung und Märkte

6.2 Tierische Erzeugung

Der globale Fleischmarkt wächst weiter
OECD und FAO prognostizieren für den Zehnjahreszeitraum von 2016 bis 2026 ein Wachstum der globalen Fleischerzeugung von gut 11 Prozent. In der zurückliegenden Dekade waren es 21 Prozent. Überdurchschnittlich bis 2026 sollen dieser Prognose zufolge die Erzeugung von Geflügelfleisch (+ 13 Prozent) und Schaffleisch (+ 21 Prozent) ansteigen. Die Rind- und Schweinefleischerzeugung sollen jeweils um die 10 Prozent zunehmen. Schweine- und Gefügelfleisch dürften dann in 2026 jeweils 37 Prozent Marktanteil an der gesamten Fleischerzeugung haben. Auf Rind- und Schaffleisch werden rund 22 bzw. 5 Prozent der Weltfleischerzeugung entfallen.
 
Weltfleischerzeugung nimmt 2017 um gut ein Prozent zu
Nach Stagnation in 2016 rechnet die FAO für 2017 mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion um 1,1 Prozent oder 3,5 auf 324,8 Millionen Tonnen. Dabei konzentriert sich das Wachstum auf die USA, Brasilien, Russland, Mexiko und Indien, aber auch auf Argentinien, der Türkei und Thailand. Auf Wachstumskurs ist vor allem die Rindfleischerzeugung (+ 1,7 Prozent). Die globale Schweine- und Gefügelfleischerzeugung wächst um 1,0 bzw. 0,9 Prozent. Niedriger fällt die Wachstumsrate bei der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,6 Prozent) aus. Der globale Handel mit Fleisch steigt nach FAO-Einschätzung in 2017 nur um 1,2 Prozent an, nach plus 4,4 Prozent in 2016. Das verringerte Handelswachstum führt die FAO auf eine zum Teil verbesserte inländische Versorgungslage und das relativ hohe globale Preisniveau für Fleisch zurück.
 
Größeres Wachstum der Fleischerzeugung in 2018
Noch deutlicher als in 2017 dürfte der globale Fleischmarkt im Jahr 2018 wachsen. Wesentlicher Grund ist die verbesserte Welt-Konjunkturlage. Internationalen Prognosen zufolge verzeichnen insbesondere die Produktion von Rind-, Schweine- und Gefügelfleisch ein Plus von knapp 2 Prozent. Unter der Annahme, dass größere Tierseuchen ausbleiben und auch Witterungsextreme sich nicht wiederholen, sollte auch der internationale Handel mit Fleisch deutlich zulegen.
 
Globale Fleischnachfrage wächst
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird für 2017 ein Fleischverzehr von 68,3 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit Aufwärtstrend, ist der Verzehr in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 26,5 Kilogramm pro Kopf.
 
Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischerzeuger
Die EU ist mit rund 48 Millionen Tonnen nach China (2017: 82 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischerzeuger. Drittgrößter Fleischerzeuger sind die USA mit 46 Millionen Tonnen. Differenziert nach Fleischarten entfallen auf die EU im Jahr 2017 bei Schweinefleisch rund 20 Prozent, bei Gefügelfleisch knapp 13 Prozent, bei Rindfleisch gut 11 Prozent sowie bei Schaf- und Ziegenfleisch annähernd 7 Prozent der Weltproduktion. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird für 2017 auf rund 108 Prozent geschätzt
 
EU-Fleischerzeugung stagniert in 2017
Die EU-Fleischerzeugung bleibt 2017 gegenüber Vorjahr nach Schätzung der Europäischen Kommission und der AMI mit 48,1 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Während die Erzeugung von Schweinefleisch leicht zurückgeht (- 0,9 Prozent), steigen die Gefügelfleischerzeugung (+ 1,8 Prozent), aber auch die Erzeugung von Rindfleisch an (+ 0,4 Prozent). Die höchste Zuwachsrate weist die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung auf (+ 2,7 Prozent).
 
In 2018 wieder Anstieg der EU-Fleischproduktion
Nach Schätzungen der Europäischen Kommission für das Jahr 2018 dürfte die Fleischerzeugung wieder leicht zunehmen (+ 0,8 Prozent). Für den Schweinefleischsektor wird ein Produktionswachstum von 1,0 Prozent erwartet, für den Gefügellfleischsektor von entsprechend 2,4 Prozent. Dagegen wird bei Rindfleisch mit einem leichten Produktionsminus gerechnet (- 0,4 Prozent). Verhalten ansteigen soll die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch (+ 1,5 Prozent).
 
EU-Fleischkonsum stagniert
In der Europäischen Union (EU) stagniert der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch. Mit durchschnittlich 68,5 Kilogramm je Kopf der Bevölkerung liegt der Verbrauch 2017 nahezu gleich hoch wie im Jahr zuvor. Für 2018 allerdings wird nach Kommissionseinschätzung wieder eine leichte Steigerung auf 68,9 Kilogramm erwartet. Während sich die Nachfrage für Rind- und Schaffleisch 2017 knapp behauptete und bei Schweinefleisch stagnierte, nimmt der Pro-Kopf-Verzehr an Gefügelfleisch stetig zu. Im Ranking der EU-Staaten liegt Deutschland auf Platz 8 hinter den südeuropäischen Ländern, Dänemark, Österreich, Frankreich, Italien sowie Irland. Ohne Knochen, Futter, industrieller Verwertung und Verlusten verzehrt ein Bundesbürger 2017 im Durchschnitt 59 Kilogramm Fleisch.
 
Produktionsanteile haben sich verschoben
Von einem relativ hohen Ausgangsniveau aus ist die deutsche Fleischerzeugung seit 2016 geringfügig geschrumpft. Verantwortlich dafür ist ein leicht vermindertes Aufkommen an Schweine- und Rindfleisch. Die Marktanteile der einzelnen Fleischarten haben sich in den letzten 20 Jahren kräftig verschoben. Gut 57 Prozent der Inlandserzeugung entfallen heute auf Schweinefleisch. Rindfleisch hat zu Gunsten von Gefügel Marktanteile verloren. Während 1997 noch ein Viertel des gesamten Fleischaufkommens von Rindern stammte, steht aktuell nur noch ein Anteil von knapp 14 Prozent zu Buche. Dagegen erfreut sich Gefügel zunehmender Beliebtheit. 1997 stammten rund 12 Prozent der gesamten Fleischerzeugung aus der Gefügelfleischbranche. Heute sind es rund 21 Prozent.
 
Globale Fleischpreise weiter im Aufwind
Nach einem Zwischentief um die Jahreswende 2016/17 ist der FAO-Fleischpreisindex seit April 2017 nahezu kontinuierlich angestiegen. Das globale Preisniveau für Fleisch lag im Oktober 2017 um gut 6 Prozent über dem entsprechenden Stand des Vorjahres. Besonders Gefügel- und Rindfleisch haben mit einem Preisplus von jeweils rund 7 Prozent zur Stabilität der Fleischpreise beigetragen, während die Preise für Schweinefleisch (+ 2 Prozent) nur moderat zunahmen. Beim volumenmäßig relativ kleinen Schaf- und Ziegenfleischsektor lag das Preisplus im Jahresvergleich bei annähernd 21 Prozent.
 
Globale Rindfleischerzeugung legt zu
Die globale Rindfleischerzeugung für 2017 wird von der AMI auf Basis von Daten der FAO und des USDA auf 69,0 Millionen Tonnen geschätzt. Gegenüber 2016 sind das 1,8 Prozent mehr. Ähnlich stark zunehmen dürfte die Erzeugung in 2018. Treibende Kraft hinter den Produktionssteigerungen sind die USA, Brasilien und Argentinien, während für die EU eine stabile Eigenproduktion veranschlagt wird. Nach einer zweijährigen Dürreperiode und einem damit verbundenen Produktionsrückgang dürfte sich das Aufkommen an Schlacht- und Nutzrindern in Australien in 2018 wieder deutlich erholen.
 
Rindfleischexporte steigen deutlich an
Neben der Produktion nimmt auch der weltweite Handel mit Rindfleisch weiter zu. Die weltweiten Rindfleischexporte werden nach Prognosen aus November 2017 in 2017 um 4,0 Prozent auf geschätzte 9,5 Millionen Tonnen zunehmen. Beachtliche Wachstumsraten von plus 4 bis plus 11 Prozent werden für Indien, Kanada, die USA und für die EU erwartet. Im weltweiten Ranking spielt die EU als globaler Player im Handel nur eine kleine Rolle. Die Rindfleischausfuhren aus der EU sind mit rund 269.000 Tonnen (2017) eher bescheiden, wenngleich die Importnachfragen aus Japan, China und Südkorea beachtliche Wachstumsraten zeigen. Das Manko der EU-Exporteure sind die oftmals fehlenden Veterinärabkommen.
 
USA, Brasilien, die EU, China und Indien dominieren Weltrindfleischmarkt
Das weltweite Aufkommen an Rindfleisch wird von der Produktion in Nord- und Südamerika, der EU sowie Asien dominiert. Die Top 5 in der Welt: USA, Brasilien, die EU, China und Indien erzeugen zwei Drittel der globalen Menge.
 
Stabile Preise am Weltmarkt für Rindfleisch
Die rege kaufkräftige Nachfrage nach Rindfleisch führte im Jahresverlauf 2017 zu tendenziell steigenden Preisen auf den globalen Märkten für Schlachtrinder. Zwischen Oktober 2016 und Oktober 2017 sind die globalen Rindfleischpreise nach Angaben der FAO um knapp 7 Prozent gestiegen. Wie sich das globale Preisniveau weiterentwickeln wird, hängt nach Expertenauffassung besonders von der Produktionsausweitung in den USA, Brasilien und Argentinien einerseits und dem weiteren Nachfragewachstum in China und anderen kaufkräftigen Ländern der Welt andererseits ab.
 
Stabile EU-Rindfleischerzeugung
Die Rindfleischproduktion in der Europäischen Union hat sich nach Einschätzung des EU-Prognoseausschusses 2017 auf dem relativ hohen Niveau des Vorjahres stabilisiert. Mit geschätzten 8,132 Millionen Tonnen produziertem Rindfleisch wird das Vorjahresergebnis um 0,4 Prozent übertroffen. Der Grund des starken Wachstums im Jahr zuvor waren hauptsächlich deutlich erhöhte Kuhschlachtungen im Zuge der Milchkrise. Mit gechätzten 8,128 Millionen Tonnen sollte sich die EU-Produktion im Jahr 2018 auf hohem Niveau knapp behaupten. Die Prognosen zur Rindfleischerzeugung in 2018 fallen in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich aus. Während insbesondere in Frankreich und in den Niederlanden mit einem auffallenden Rückgang zwischen vier und fünf Prozent gerechnet wird, dürfte die Erzeugung in Deutschland und Spanien nur leicht schrumpfen. In Deutschland ist der wesentliche Grund dafür der Strukturwandel. In Spanien kommen die Auswirkungen langer Hitzeperioden in 2017 auf die Futterversorgung und die Tierbestände hinzu. In den Niederlanden mussten auf Grund einzelbetrieblicher Phosphat-Quoten die Rindviehbestände kräftig abgebaut werden.
 
Deutsche Rindererzeugung bleibt etwas hinter dem Vorjahresstand zurück
Die deutsche Rindfleischerzeugung ist nach Einschätzung der AMI in 2017 mit 1,162 Millionen Tonnen Schlachtgewicht gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent zurückgegangen. Für 2018 wird ein leichtes Minus von etwa 0,6 Prozent erwartet.
 
Deutsche Rinder im Ausland stark nachgefragt
Während in den Jahren bis 2015 fortlaufend größere Zunahmen bei den Ausfuhren von Nutz- und Zuchtrindern aus Deutschland zu beobachten waren, bewegen sich die exportierten Stückzahlen an Rindern 2016 und auch 2017 auf nahezu unverändertem Niveau. Im Zeitraum von Januar bis September 2017 wurden gut 635.000 Rinder aus Deutschland exportiert, das ist 1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Hauptabnahmeland ist die Niederlande, in das fast zwei Drittel der deutschen Ausfuhren gehen. Stark zugenommen haben die Rinderexporte nach Belgien. Dagegen sind die Rinderausfuhren besonders nach Frankreich eingebrochen.
 
Positive Entwicklung der EU-Rinderpreise
In 2017 können sich die Rinderhalter in der EU sowohl bei Schlachtkühen als auch bei männlichen Rindern über mehr oder minder deutlich höhere Erzeugerpreise freuen. Nach Einschätzung des EU-Prognoseausschusses für die Rindererzeugung liegt der EU-Durchschnittspreis für Jungbullen, Handelsklasse R3, im Jahr 2017 bei 3,72 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das sind gegenüber 2016 13 Cent oder rund 4 Prozent mehr. Für das Jahr 2018 werden leicht höhere bis stabile Kurse geschätzt, da der Rindfleischverbrauch stabil ist bzw. in Teilen Westeuropas sogar steigt, bei einem Rindfleischaufkommen, das mehr oder weniger stagniert.
 
Deutsche Rindererzeuger können weiter stabile Preise erwarten
Die Einschätzung der AMI für die Rindererzeugung in Deutschland ist ähnlich wie die für die Gesamt-EU. Der Preis für R3-Jungbullen in Deutschland wird 2017 auf 3,84 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht geschätzt. Das sind 14 Cent oder knapp 4 Prozent mehr als in 2016. Die weiter stabile und feste Entwicklung der Erzeugerpreise könnte nach AMI-Einschätzung in 2018 zu einem Anstieg auf jahresdurchschnittlich 3,95 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht führen (+ 3 Prozent).
 
EU-Schaf- und Ziegenfleischerzeugung erholt sich weiter
Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung in der Europäischen Union hat sich seit 2015 wieder erholt und erfreut sich auf der Nachfrageseite zunehmender Beliebtheit. Nach Prognosen der Europäischen Kommission steigt die Erzeugung in 2017 um 2,7 Prozent auf 968.000 Tonnen. Für 2018 wird ein Wachstum von 1,5 Prozent auf 983.000 Tonnen geschätzt. Die Entwicklungen in den einzelnen Ländern der EU sind unterschiedlich. Der größte Erzeuger bleibt dabei unangefochten und mit deutlichem Abstand das Vereinigte Königreich mit einem Anteil von knapp einem Drittel an der gesamten EU-Schaf- und Ziegenfleischerzeugung. Beim Lammfleischverzehr wird für die EU ein Konsum von im Schnitt 1,8 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung sowie ein Selbstversorgungsgrad um die 90 Prozent prognostiziert.
 
Schaffleisch-Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur bei 43 Prozent
Zwischen 2011 und 2015 ist die deutsche Schaf- und Ziegenfleischerzeugung um fast 11.000 auf 32.000 Tonnen auf Grund rückläufger Bestandszahlen drastisch zurückgegangen. In 2017 und auch 2018 dürfte sich die heimische Erzeugung nach Einschätzung der AMI auf jeweils rund 31.000 Tonnen belaufen. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland wird für 2017 auf 43 Prozent geschätzt.
 
Leicht höhere Preise am Schlachtlämmermarkt in Sicht
Vor allem auf Grund hohen Aufkommens an Schlachtlämmern in Irland standen die Erzeugerpreise für Lammfleisch in vielen Ländern der EU in der zweiten Jahreshälfte 2017 unter Druck. Preisgünstige irische Importware steht besonders in Deutschland im Wettbewerb mit der inländischen Erzeugung. Für das gesamte Jahr 2017 dürfte nach AMI-Einschätzung der Preis je Kilogramm Schlachtgewicht für schwere Lämmer in Deutschland im Durchschnitt ähnlich wie in 2016 bei 5,41 Euro liegen. Für 2018 wird mit einem leicht höheren Preis von 5,44 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gerechnet. Der Lammfleischverzehr in Deutschland hat einen positiven Trend. Dennoch liegt der jährliche Pro-Kopf-Verzehr bislang nur bei 0,6 Kilogram.
 
Weltweite Schweineerzeugung nimmt 2017 leicht zu
Die weltweite Erzeugung von Schweinefleisch wird von der AMI auf Basis von Daten der FAO und des USDA für 2017 auf 117,5 Millionen Tonnen geschätzt. Nach einem leichten Rückgang in 2016 ist das gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,8 Prozent. Maßgebend für diese Aufwärtsentwicklung sind vor allem Produktionssteigerungen in den USA, China, Russland und auf den Philippinen. Dem stehen leichte Produktionsrückgänge in der EU und Japan gegenüber. In der Ukraine geht die Produktion auf Grund der Afrikanischen Schweinepest sogar um 18 Prozent zurück. Die Schweineerzeugung in den USA proftiert von einer starken nationalen Nachfrage und guten Exportmöglichkeiten, besonders nach Mexiko. Bei der Produktionssteigerung in Russland machen sich die umfangreichen Investitionen der vergangenen Jahre bemerkbar.
 
Globale Schweineerzeugung dürfte in 2018 um etwa 2 Prozent zunehmen
Für das Jahr 2018 wird ein deutlicheres Wachstum der Welt-Schweineerzeugung prognostiziert (+ 1,8 Prozent). Zugleich gewinnt der weltweite Handel an Fahrt. Wie in 2017 dürfte das Wachstum der US-Schweineerzeugung bei etwa 4 Prozent liegen. Überdurchschnittlich ist das Wachstum auch in China. Das erneute Wachstum geht dort auf Folgen von Umstrukturierungen zurück. Viele kleine und stadtnahe Betriebe wurden und werden auf Grund verschärfter Umweltschutzaufagen geschlossen. Dafür entstehen neue und größere Anlagen mit einer spürbar verbesserten Effzienz. In China wird fast die Hälfte des Schweinefleisches der Welt erzeugt. Die Europäische Union ist der weltweit zweitgrößte Schweinefleischerzeuger und führend im Export von Schweinefleisch, dicht gefolgt von den USA. Bei nahezu unveränderter Erzeugung und einer teils rückläufgen heimischen Nachfrage gewinnt der Außenhandel für die EU weiter an Bedeutung.
 
EU-Erzeugung von Schweinefleisch steigt 2018 leicht an
Der Prognoseausschuss der EU-Kommission rechnet für 2018 mit einer EU-Schweinefleischerzeugung von 23,5 Millionen Tonnen. Das sind 1,0 Prozent mehr als in 2017.
 
Deutsche Schweinefleischerzeugung stabilisiert sich
Die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung der AMI im Jahr 2018 behaupten (+ 0,1 Prozent), nachdem sie in 2017 um 1,2 Prozent niedriger ausgefallen sein dürfte. Immer höhere Anforderungen und Kosten hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz belasten die deutsche Schweineerzeugung.Die Prognosen fallen für die einzelnen EU-Länder sehr uneinheitlich aus. Ein expansives Aufstocken der Bestände und der Produktion gibt es unverändert in Polen und Spanien, das Deutschland bei der Zahl der gehaltenen Schweine überholt hat und damit zum größten Schweinehalter in der EU geworden ist. Die Gefahr der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest von Ost- nacMitteleuropa wird besonders in Deutschland mit großer Sorge gesehen.
 
Chinas Schweinefleisch-Importe deutlich zurückgegangen
Die Schweinefleischimporte nach China fallen 2017 deutlich geringer aus als noch im Jahr zuvor. So führte China im Zeitraum von Januar bis September 2017 insgesamt rund 1,8 Millionen Tonnen an Schweinefleisch, Schlachtnebenprodukten und Innereien ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Minus von 20 Prozent oder 450.000 Tonnen. Etwas günstiger sieht die Entwicklung unter Einbeziehung der Importe Hongkongs aus. Der wichtigste Lieferant für China sind die USA, gefolgt von Spanien und Deutschland auf den Plätzen 2 und 3. Der Grund für die gefallenen Einfuhren sind die erhöhte Eigenproduktion und die damit verbundenen deutlich niedrigeren Schweinepreise in China. Dadurch ist es weniger lukrativ, Schweinefleisch aus dem Ausland zu beziehen. In Deutschland führte unter anderem auch die Liefersperre der Tönnies-Gruppe im Zeitraum von Februar bis Mai zu erheblich geringeren Verschiffungen ins Reich der Mitte. Dadurch überholte Spanien Deutschland als zweitwichtigsten Lieferanten. China führt neben klassischen Asien-Artikeln (Fette, Specke, Nebenerzeugnisse) anteilig immer mehr Schlacht-Edelteile ein. Der Importbedarf Chinas an Schweinefleisch dürfte auch in 2018 nicht mehr so groß sein und ähnlich hoch ausfallen wie in 2017.
 
Schweinefleischimporte in Hongkong im Plus
Die Sonderwirtschaftszone Chinas, Hongkong, führte im Zeitraum von Januar bis September 2017 im Gegensatz zum Festland mehr Schweinefleisch ein als im Vorjahreszeitraum. Mit rund 277.000 Tonnen wurden 10 Prozent mehr geordert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Handel mit Nebenerzeugnissen konnte sich im Volumen knapp behaupten. Besonders auffällig sind die erhöhten Verschiffungen aus den USA (+ 23 Prozent), Deutschland (+ 90 Prozent) und Polen (+ 84 Prozent) an gefrorenem Schweinefleisch. Ein Grund dafür sind Lieferbeschränkungen der genannten Versender ins lukrativere Zielland China. Einbußen hatten dagegen brasilianische Vermarkter.
 
Weniger deutsches Schweinefleisch exportiert
Deutschland führte von Januar bis September 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2016 rund 5 Prozent weniger Schweinefleisch aus. Hauptgrund für dieses Minus ist die stark gesunkene Nachfrage Chinas. Trotzdem bleibt China der Hauptabnehmer bei den Drittländern für deutsches Schweinefleisch. Die Exporte innerhalb der EU stiegen zwar leicht an, dies konnte aber die Abnahmerate mit insgesamt 23 Prozent bei den Drittländern nicht ausgleichen. Fast drei Viertel des gesamten exportierten deutschen Schweinefleisches fnden ihr Ziel innerhalb der EU. In Europa sind die Niederlande und Italien dabei die größten Abnehmer mit Anteilen von 13 bzw. 12 Prozent der gesamten ausgeführten Menge. Von der Schlachtmenge her ist Deutschland im EU-Vergleich beim Schweinefleischexport noch die Nummer 1, dicht gefolgt von Spanien, das immer weiter aufholt.
 
Ausfuhr und Einfuhr von lebenden Schweinen
Im Jahr 2017 dürften 11,8 Millionen Ferkel und 4,0 Millionen Schlachtschweine von außerhalb der Grenzen Deutschlands eingeführt worden sein. Die Hauptlieferanten sind die Niederlande und Dänemark. Aus Deutschland ins Ausland verkauft werden 2017 voraussichtlich nur rund 2,1 Millionen Schlachtschweine und Ferkel. Zum größten Abnehmer von deutschen Schweinen hat sich Rumänien entwickelt, gefolgt von Österreich und Polen auf den Plätzen 2 und 3.
 
Deutliches Plus bei den EU-Erzeugerpreisen in 2017
Die Erzeugerpreise in der EU sind in 2017 mit geschätzten 1,58 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht für Schweine der Handelsklasse E um 15 Cent pro Kilogramm höher als im Vorjahr. Für das Jahr 2018 rechnet der EU-Prognoseausschuss der Kommission allerdings mit schwächeren Kursen. Als Gründe werden der Produktionsanstieg in China und der zunehmende Wettbewerb zu preisgünstigen Anbietern aus den USA, Kanada und neuerdings auch aus Brasilien angeführt.
 
In Deutschland ähnliche Preisentwicklung
Ähnlich wie für die EU insgesamt fällt die Erzeugerpreisentwicklung in Deutschland aus. Die durchschnittlichen Preise für Schweine der Handelsklasse E in Deutschland dürften im Jahr 2017 nach Schätzungen der AMI im Jahresdurchschnitt bei rund 1,63 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht liegen. Damit wäre das Niveau des Vorjahres um 14 Cent je Kilogramm oder gut 9 Prozent übertroffen. Hauptgrund ist der starke Wettbewerb in der Schlachtbranche um die zur Verfügung stehenden Tiere. Der im September einsetzende Preisdruck führte im November zu Kursen von 1,46 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Im Vorjahr lag das entsprechende Preisniveau noch bei 1,53 Euro.
 
Moderater Anstieg der globalen Gefügelfleischerzeugung
Die globale Produktion von Gefügelfleisch steigt 2017 nach Einschätzung der FAO um 0,9 Prozent oder 1,1 auf 118,2 Millionen Tonnen. Die Wachstumsrate ist wie in den Jahren zuvor relativ bescheiden. Ursache für das verlangsamte Wachstum ist die Vogelgrippe, die vor allem in China zu einem deutlichen Rückgang der Gefügelfleischerzeugung führte (- 5,2 Prozent). Ohne China liegt das Wachstum der globalen Gefügelfleischerzeugung 2017 bei rund 2 Prozent. In der EU insgesamt hatte die Gefügelpest in 2017 bislang nur begrenzte Auswirkungen. Die EU-Gefügelfleischerzeugung steigt in 2017 um gut 1 Prozent auf 14,8 Millionen Tonnen. Überdurchschnittlich hoch sind die Wachstumsraten in den USA, Brasilien, Russland, Indien, Thailand und Mexiko. Größte Gefügelfleischproduzenten sind die USA mit 21,9 Millionen Tonnen, China mit 16,3 Millionen Tonnen, die EU-28 mit 14,8 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 13,6 Millionen Tonnen. Etwa 88 Prozent der Welterzeugung an Gefügelfleisch sind Hähnchen. Der Trend der zunehmenden Beliebtheit von Hähnchenfleisch aufgrund von veränderten Verzehrgewohnheiten und des relativ günstigen Preises hält weltweit an.
 
Wachstumsrate weiter eher bescheiden
Für 2018 erwartet das US-Landwirtschaftsministerium ein ähnlich moderates Wachstum der Welt-Gefügelfleischerzeugung wie in 2017. Produktionszuwächse werden voallem in den USA, Brasilien, Indien und in der Europäischen Union erwartet. Während die Produktionsausweitung in den USA und Brasilien vor allem durch höhere Exporte angetrieben wird, ist in der EU und Indien ein langsames aber stetiges Wachstum der Inlandsnachfrage der Hauptgrund. Infolge der Auswirkungen der Vogelgrippe dürfte die Erzeugung in China 2018 abermals stark zurückgehen (- 5 Prozent).
 
Weiterer Produktionszuwachs in der EU
Die Bruttoeigenerzeugung von Gefügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen der Europäischen Kommission in 2017 15,665 Millionen Tonnen. Das sind 1,8 Prozent mehr als in 2016. Für 2018 deutet sich eine Zunahme der EU-Gefügelfleischerzeugung von etwa 2,4 Prozent auf 16,0 Millionen Tonnen an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Gefügelfleischerzeugung mit einem Anteil von 81 Prozent dominiert, dürfte 2018 um 2,3 Prozent zunehmen (2017 + 2,8 Prozent). Deutlich weniger zunehmen dürfte dagegen die Erzeugung von Puten mit plus 0,5 Prozent (Vorjahr - 0,3 Prozent). Die Putenerzeugung macht knapp 14 Prozent an der EU-Erzeugung an Gefügelfleisch aus. Auf Grund hoher Zuwachsraten ist Polen zum größten Putenerzeugerland in der EU aufgestiegen. Mit jährlichen Zuwachsraten von 9 bzw. 8 Prozent noch stärker steigt die polnische Hähnchenerzeugung in 2017 und wohl auch in 2018 an. Die EU-Entenerzeugung, die mit über 456.000 Tonnen knapp 3 Prozent der EU-Gefügelfleischerzeugung ausmacht, dürfte in 2018 wieder kräftig steigen (+ 12 Prozent), nachdem die Vogelgrippe 2017 vor allem in Frankreich und Ungarn zu einer starken Produktionseinschränkung geführt hatte. Aus Frankreich kommt fast jede zweite in der EU erzeugte Ente.
 
Deutsche Gefügelerzeugung: Kein Zuwachs mehr
Die deutsche Gefügelfleischerzeugung bleibt 2017 mit 1.775 Millionen Tonnen gegenüber Vorjahr unverändert. Während die Hähnchenerzeugung ein wenig zulegen kann (+ 1,0 Prozent), geht die Putenerzeugung zurück (- 2,9 Prozent). Für 2018 wird für Deutschland mit einer kaum veränderten Gefügelerzeugung gerechnet, sowohl bei Hähnchen als auch bei Puten. Ein Grund für die Stagnation der Hähnchenerzeugung in Deutschland liegt an der relativ starken Beteiligung der Hähnchenmäster an der Initiative Tierwohl. Damit verbunden sind u.a. niedrigere Besatzdichten. Die dadurch verringerte Erzeugung kann kaum durch neue Ställe kompensiert werden, da hierzulande derzeit nur wenige Genehmigungen für Neubauten erteilt werden. Auf Hähnchen entfallen 2017 73 Prozent der deutschen Gefügelfleischerzeugung, auf Puten 22 Prozent und auf Enten knapp 3 Prozent.
 
Erzeugerpreise für Gefügel unter Vorjahr
Nachdem die Erzeugerpreise für Masthähnchen in der zweiten Jahreshälfte 2016 fortlaufend gefallen waren, hat sich der Preistrend seit Anfang 2007 zunehmend erzeugerfreundlich entwickelt. Ab Mitte 2017 trat dann eine Stabilisierung der Preise auf Grund einer ausgeglichenen Marktlage für Hähnchenfleisch ein. Im Durchschnitt des Jahres 2017 rechnen Experten der MEG für Deutschland mit einem Schlachtereiabgabepreis für Masthähnchen (1.500 g) von rund 86 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht und für Puten (18,5 kg Hähne) von 120 Euro je 100 Kilogramm Lebendgewicht. Das wären bei Masthähnchen ein Preisminus von 1 Prozent und bei Puten ein Preisminus von rund 9 Prozent. Für 2018 wird bei Hähnchen- und Putenfleisch mit keinen gravierenden Änderungen der Erzeugerpreise gerechnet. Offen ist, ob und inwieweit Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln und Gefügel zu spürbaren Auswirkungen auf das Marktgeschehen führen werden.
 
Gefügel hat die beste Futterverwertung
Der weltweite Trend zur Erzeugung von Gefügelfleisch hängt mit der im Vergleich zur Erzeugung anderer Fleischarten relativ kostengünstigen Futterverwertung des Federviehs zusammen. Steigen die Futterkosten, ist der Trend zur Gefügelfleischerzeugung besonders stark ausgeprägt, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. In modernen Mastbetrieben ist heute etwa 1,8 Kilogramm Futter nötig, um 1 Kilogramm Hähnchenfleisch zu erzeugen.
 
Welt-Eierproduktion wächst weiter
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen. Ein Drittel aller Eier auf der Welt werden in China erzeugt.
 
EU-Eiererzeugung stagniert
Die Bruttoeigenerzeugung an Konsumeiern in der EU kann sich nach Einschätzung der Europäischen Kommission in 2017 mit 6,694 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr nur knapp behaupten (- 0,6 Prozent). Frankreich ist der größte Konsumeierproduzent in der EU. Zweitgrößter Erzeuger ist Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Für Deutschland werden für 2017 und 2018 leichte Erzeugungszuwächse von 2,1 bzw. 1,6 Prozent erwartet.
 
EU: Mehr als jede zweite Henne in ausgestalteten Käfigen
Seit dem 1. Januar 2012 gilt in der EU das Verbot der konventionellen Käfghaltung. Viele Käfganlagen sind daher zu ausgestalteten Käfgen umgebaut worden. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden 2016 55 Prozent der Hennen in der EU in Form von Kleingruppen in ausgestalteten Käfgen gehalten. In Deutschland liegt dieser Anteil 2017 bei 9 Prozent. 40 Prozent der Hennen in der EU entfallen auf Boden- und Freilandhaltung (Deutschland 80 Prozent). Der Anteil von Bioplätzen für Legehennen liegt in der EU bei knapp 5 Prozent (Deutschland gut 10 Prozent).
 
Deutlich höhere Eierpreise in 2017
Das Jahr 2017 startete mit einem Eierpreis auf stabilem Niveau, um dann jahrestypisch zunächst zu Ostern anzusteigen und im Sommer nachzugeben. Von August an aber zogen die Eierpreise ungewöhnlich stark an. Die Ursache dafür liegt in dem sehr knappen Angebot auf Grund gesperrter und gekeulter Bestände durch die Beimischung von nicht zugelassenem Fipronil in Reinigungsmitteln, vor allem in den Niederlanden. Der durchschnittliche Eierpreis in der Gewichtsklasse M, Bodenhaltung, wird für Jahr 2017 in Deutschland auf 9,30 Euro je 100 Eier geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 2,80 Euro mehr. Nach anfänglich noch hohen Preisen werden im Laufe des Jahres 2018 für nicht kontraktgebundene Eier wieder niedrigere Preise erwartet.
 
Welt-Milcherzeugung nimmt 2017 moderat zu
Die Weltmilchmenge wird von der FAO für 2017 auf 833,5 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber 2016 1,4 Prozent mehr, nachdem der Zuwachs im Vorjahr nur 0,8 Prozent betragen hatte. Grund für das stärkere Wachstum der Welt- Milcherzeugung sind die weltweit wieder gestiegenen Milcherzeugerpreise. Die größten Zunahmen der Milchmengen fanden 2017 in Asien und Amerika statt, während die Milcherzeugung in Europa und Afrika eher stagnierte und in Ozeanien sogar zurückging.
 
EU ist nicht mehr der weltgrößte Milchproduzent
Größter Milcherzeuger im weltweiten Vergleich ist seit 2017 nicht mehr die Europäische Union (164,5 Millionen Tonnen), sondern Indien (169,3 Millionen Tonnen). Die EU hat einen Anteil an der Welterzeugung von knapp 20 Prozent. Drittgrößter Milchproduzent der Erde sind die USA (98,1 Millionen Tonnen).
 
Welthandel mit Milchprodukten
Der Welthandel mit Milchprodukten ist import- und exportseitig von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Länder wie China und Russland haben auch 2017 ihre Importe deutlich gesteigert. Russland setzt dabei auf Ware aus Neuseeland, Kirgistan, Chile und Uruguay. Hauptimporteure von Milchprodukten sind die Länder Asiens. Auf sie entfällt das Gros der globalen Milchimporte. Exporteure wie die Europäische Union und die USA, aber auch Länder wie Kanada und die Ukraine konnten ihre Exporte an Milchprodukten in 2017 deutlich steigern, während Neuseeland und Australien angebotsbedingt Exporteinbußen von 1 bis 2 Prozent hatten. Die Europäische Union konnte 2017 Neuseeland vom Platz des weltgrößten Exporteurs von Milch und Milchprodukten verdrängen.
 
27 Prozent des Weltmilchhandels entfallen auf die EU
Umgerechnet in Milchäquivalente entfallen 27 Prozent des Weltexportes auf die Europäische Union. Weitere knapp 27 Prozent entfallen auf Neuseeland, 15 Prozent auf die USA. Auch wenn die weltweiten Exporte an Milch und Milchprodukten im Jahr 2017 nur leicht gestiegen sind, werden Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten den internationalen Handel mit Milch und Milchprodukten tendenziell befügeln. Kurzfristig dürften von der deutlich verbesserten Welt-Konjunkturlage bereits in 2018 Wachstumsimpulse für den globalen Handel mit Milch und Milchprodukten ausgehen.
 
Integration der EU in den globalen Milchmarkt schreitet voran
2017 sind knapp 12 Prozent der von europäischen Bauern angelieferten Milch (umgerechnet in Milchäquivalenten) in Drittländer außerhalb der EU exportiert worden. Eine tendenziell stark zunehmende Nachfrage aus den Entwicklungs- und Schwellenländern dürfte diesen Anteil in den nächsten Jahren weiter anwachsen lassen.
 
EU-Milchanlieferungen nehmen wieder zu
Die EU-weit wieder deutlich höheren Milchpreise kurbeln die Produktion an. Für das Jahr 2017 rechnet die AMI auf Basis von Angaben der Europäischen Kommission mit einer Milchanlieferungsmenge an EU-Molkereien von 154,3 Millionen Tonnen (+ 1,5 Prozent). Für das Jahr 2018 wird ein Wachstum bei den Milchanlieferungen in ähnlicher Größenordnung angenommen (+ 1,4 Prozent).
 
Umfangreiche Lagerbestände noch nicht abgebaut
Infolge der teils fehlenden Absatzmöglichkeiten und des phasenweise sehr niedrigen Preisniveaus sind in der EU im Laufe des Jahres 2016 umfangreiche Produktionsmengen eingelagert worden. Während die Einlagerung von relativ geringen Mengen an Butter schnell abgebaut werden konnte, lagerten Anfang Oktober 2017 noch 369.000 Tonnen Magermilchpulver in der Öffentlichen und Privaten Lagerhaltung. Das entspricht in etwa einem Fünftel der EU-Jahresproduktion an Magermilchpulver.
 
Weniger Milch in Deutschland
Von Januar bis September 2017 haben die deutschen Molkereien bezogen auf den Erzeugerstandort insgesamt 1,5 Prozent weniger Milch erfasst als im Vorjahr. Ebenso deutlich fällt das Minus in Frankreich aus (- 1,5 Prozent). Die leicht negative Entwicklung der Milchanlieferung in den Niederlanden (- 0,3 Prozent) ist auf Sondereffekte (Einführung Phosphat-Quote) zurückzuführen. Die größten Zunahmen gab es dagegen in Irland (8,6 Prozent), Polen (4,8 Prozent) und Italien (3,4 Prozent). Bezogen auf das gesamte Jahr 2017 wird für Deutschland kein weiterer Zuwachs der angelieferten Milchmengen erwartet.
 
Käse bestimmt immer mehr die Milchverwertung
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fießt in die Käseverarbeitung, und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2016 wurden 45 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Die Vermarktung von Käse hat daher einen hohen Einfuss auf die Milcherlöse. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frischprodukten hat mit einem Anteil von 25 Prozent einen maßgeblichen Einfuss auf die Milchverwertung.
 
Export deutlich angezogen
Die deutschen Exporte von Milchprodukten konnten in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in Milchäquivalenten gemessen leicht zulegen (+ 0,2 Prozent). Dabei war der Export in den EU-Binnenmarkt rückläufg, während der Export in Drittländer deutlich zunahm (+ 6 Prozent). Die Exporte nach China erhöhten sich in diesem Neunmonatszeitraum auf 570.000 Tonnen (+ 19,7 Prozent). Aushängeschild für den deutschen Export von Milchprodukten sind Käse und Frischmilchprodukte.
 
Weltmarktpreise für Milchprodukte sind kräftig gestiegen
Der FAO-Preisindex für Milchprodukte ist seit Mitte 2016 nahezu kontinuierlich angestiegen. Im Oktober 2017 ging Preisindex gegenüber dem Vormonat allerdings um gut 4 Prozent zurück, blieb damit aber um gut 17 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Butterpreise auch nach erfolgter und möglicherweise noch anstehender Preiskorrekturen bis weit in das Jahr 2018 relativ hoch bleiben werden. Der Druck auf die Preise für Magermilchpulver bleibt vorerst bestehen und geht vor allem von den hohen EU-Inventionsbeständen aus. Insgesamt wird die Entwicklung des globalen Milchpreisniveaus von der weiteren Entwicklung von Angebot und Nachfrage abhängen. Wird die globale Erzeugung durch die höheren Milchpreise zu stark angeregt, werden Preisabschläge die Folge sein.
 
Butterpreise im Steilfug zum Allzeithoch
Die Milchverwertung am Fett- und Eiweißmarkt fel im Jahr 2017 komplett auseinander. Vor allem die Preise für Sahne und Butter sind seit Mai 2017 stark angestiegen. Durch die gedämpfte Milchanlieferung und unterdurchschnittliche Fettgehalte war Milchfett knapp geworden. Dadurch ging die Butterproduktion deutlich zurück – nicht nur in Deutschland und der EU, sondern weltweit. Gleichzeitig nahm der Fettbedarf durch veränderte Verzehrgewohnheiten und eine steigende Käseproduktion im In- und Ausland zu. Der daraus entstandene Nachfrageüberhang führte zu einem rasanten Preisanstieg bis in den Herbst 2017 hinein. Zur Preisspitze im September kostete Blockbutter mit knapp 7 Euro je Kilogramm, so viel wie nie zuvor. Infolge wieder zunehmender Anlieferungsmengen hat sich der Fettmarkt im vierten Quartal wieder beruhigt. Die daraus resultierenden Preiskorrekturen waren dort am größten, wo die Preise zuvor am stärksten gestiegen waren.
 
Setzt sich die Erholung am Milchmarkt fort?
Im September und Oktober 2017 haben die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch in Deutschland weiter zugelegt. Allerdings steht den Molkereien mittlerweile mehr Milch zur Verfügung. Die Vermarktung von Milch und Milcherzeugnissen gerät unter Preisdruck. Da sich die Entwicklungen an den Produktmärkten erst mit zeitlicher Verzögerung auf der Erzeugerebene niederschlagen, rechnet die AMI bis ins vierte Quartal 2017 hinein zunächst mit noch leicht steigenden Milcherzeugerpreisen, dann aber zum Jahreswechsel damit, dass sich das Blatt wendet. Nach vorläufgen Berechnungen der AMI lag der Milcherzeugerpreis im Bundesdurchschnitt im Oktober 2017 bei 39 Cent je Kilogramm, gültig für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Das waren ein halber Cent mehr als im September und 10 Cent mehr als im Oktober 2016.
 
Regionale Milchpreisunterschiede
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der Preisentwicklungen zu verzeichnen. Im September 2017 lagen die Milcherzeugerpreise in Deutschland im bundesweiten Mittel nach Schätzungen der AMI bei 38,5 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Mit 40,3 Cent je Kilogramm Milch lagen die Milchpreise in Schleswig-Holstein am höchsten und mit 36,2 Cent je Kilogramm in der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am niedrigsten.