6 Erzeugung und Märkte

6.3 Pflanzliche Erzeugung

Ackerlandnutzung hat sich verändert
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland von 16,9 Millionen Hektar besteht zu 71 Prozent aus Ackerland und zu 29 Prozent aus Grünland. Auf den 11,9 Millionen Hektar Ackerland wurden 2013 6,5 Millionen Hektar Getreide angebaut. Gegenüber dem Vorjahr waren dies gut 8.000 Hektar mehr. Ölsaaten wurden auf rund 1,5 Millionen Hektar angebaut, was gegenüber 2012 einen Anstieg von 131.000 ausmacht. Um 44.000 Hektar auf knapp 0,4 Millionen Hektar ist der Zuckerrübenanbau zurückgegangen. Der Anbau von Silomais ging 2013 um 43.000 Hektar auf knapp 2,0 Millionen Hektar zurück.
 
Deutsche Getreideernte 2013 überdurchschnittlich
Trotz schwieriger Witterungsbedingungen erreicht die deutsche Getreideernte in 2013 mit 47,3 Millionen Tonnen (einschließlich Körnermais) ein Niveau, das nicht nur gut 4 Prozent über dem Vorjahresergebnis sondern auch über dem langjährigen Mittel liegt. Ausschlaggebend für den Zuwachs sind vor allem die gegenüber Vorjahr teils deutlich höheren Erträge. Regional gesehen ist die Ertragsentwicklung wegen sehr unterschiedlicher Witterungsbedingungen allerdings uneinheitlich.
 
Höhere EU-Getreideernte führt zu Bestandsaufbau 
In der EU-28 fällt das Getreideaufkommen 2013 mit 301,5 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr (275,9 Millionen Tonnen) um gut 9 Prozent höher aus. Der europäische Getreidehandelsverband COCERAL schätzt sogar eine Ernte von rund 303 Millionen Tonnen. Bei nahezu unveränderter Anbaufläche (57,8 Millionen Hektar) ist das größere Getreideaufkommen fast ausschließlich auf höhere Hektarerträge zurückzuführen. Die Lagerbestände bei Getreide werden nach Einschätzung der EU-Kommission am Ende des Wirtschaftsjahres 2013/14 auf knapp 40 Millionen Tonnen anwachsen. Das wären im Jahresvergleich rund 12 Millionen mehr.
 
Drei Fünftel der Ernte werden verfüttert
Gut drei Fünftel des EU-Getreideverbrauchs entfallen auf Futtermittel, knapp ein Viertel auf die direkte menschliche Ernährung. Nur 3 Prozent dienen der Herstellung von Biokraftstoffen.
 
Globaler Maisanbau hat stark zugelegt
In den vergangenen 30 Jahren hat sich der globale Anbau von Getreide deutlich verändert. Die Anbaufläche wurde insgesamt um ein Fünftel auf 782 Millionen Hektar gesteigert, wobei sich der Anteil der einzelnen Arten verschoben hat. So ist der Anbau von Gerste gegenüber den frühen 80er Jahren um fast 40 Prozent zurückgegangen, während der Körnermaisanbau um fast 50 Prozent gewonnen hat. Der Weizenanbau spielt weltweit mit über 200 Millionen Hektar die wichtigste Rolle, hat aber im Laufe der Zeit an Fläche leicht eingebüßt. An die zweite Stelle ist Mais gerückt und hat damit Reis verdrängt. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte vor allem China. Hier wurde der Maisanbau auf 36 Millionen Hektar nahezu verdoppelt und in den USA ist die Maisfläche des aktuellen Jahres 16 Millionen Hektar größer als 1983.
 
Globale Versorgungslage leicht entspannt
Mit 2,43 Milliarden Tonnen liegt die für 2013 geschätzte Weltgetreideernte um fast 8 Prozent oder 176 Millionen Tonnen über der Vorjahresernte. Der Verbrauch steigt zwar weiter kräftig an (+ 5 Prozent), dürfte aber im laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 das Angebot um 36 Millionen Tonnen unterschreiten. Entsprechend steigen die Lagerbestände (gegenüber Vorjahr + 8 Prozent).
 
USA größter Getreidelieferant
Die USA dominieren weltweit den Handel mit Getreide. In der Saison 2013/14 dürfte der Marktanteil von US-Weizen am Weltmarkt voraussichtlich knapp 20 Prozent erreichen, von Grob- und Futtergetreide sogar 27 Prozent. Bei Futtergetreide spielt vor allem Mais eine maßgebliche Rolle. Die EU dagegen ist ein wichtiger Spieler am globalen Weizenmarkt. Dabei handelt es sich vor allem um qualitativ hochwertigen Weizen. Die Weizen-Ausfuhren der EU dürften im Wirtschaftsjahr 2013/14 aufgrund der regen Nachfrage traditioneller Empfängerländer und trotz des ungünstigen Dollar/Euro-Verhältnisses das Vorjahresergebnis übersteigen. Damit kann die Union ihren zweiten Platz in der Rangliste der wichtigsten Weizenlieferanten vor Kanada behaupten.
 
Weltweite Weizenbestände weiter niedrig
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2013 auf 706 Millionen Tonnen – das sind knapp 8 Prozent oder 51 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Verbrauch wird auf 703 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit nur um 3 Millionen Tonnen unter dem Ernteergebnis. Entsprechend dürften sich die im Zeitvergleich eher knappen weltweiten Weizenbestände zum Ende des Wirtschaftsjahres 2013/14 nur leicht auf 178 Millionen Tonnen erhöhen. Rein rechnerisch decken die zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres erwarteten Weizenbestände den Bedarf von nur etwa einem Quartal (93 Tage).
 
Größere Futtergetreidebestände
Am Weltmarkt für Futter- und Grobgetreide ist 2013/14 dagegen mit einem spürbaren Bestandsaufbau und damit einer begrenzten Erholung der Weltversorgungssituation zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) steht der Erzeugung von 1.252 Millionen Tonnen Futtergetreide voraussichtlich ein Verbrauch von 1.219 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2013/14 werden Futtergetreidebestände von weltweit 198 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 33 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.
 
Globale Getreidepreise weiter auf hohem Niveau
Angesichts der Erwartung hoher Ernten, insbesondere bei Mais, ist der globale Getreidepreisindex der FAO seit Frühjahr 2013 deutlich gefallen. Im Oktober jedoch erholten sich die Preise auf den internationalen Getreidemärkten wieder leicht, besonders bei Weizen. Nach Stand Oktober 2013 lag der Preisindex um 22 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Gebildet wird der FAO-Getreidepreisindex auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wichtigsten globalen Handelsplätzen.
 
Mittelfristig weiterhin relativ hohe Getreidepreise erwartet
Angesichts einer relativ knappen globalen Versorgungssituation rechnen FAO und OECD weiter mit einem relativ hohen Preisniveau, das aber als anfällig für Preisvolatilitäten gilt. Als Gründe werden das weitere Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbauflächen und verringerte Produktivitätsfortschritte angegeben.
 
Getreidepreise unter Druck
Nach ihrem Höchststand im Dezember 2012 standen die Getreidepreise in Deutschland kräftig unter Druck. Zur Ernte lagen sie um etwa ein Drittel unter dem Vorjahresstand. Allerdings konnten sich die Erzeugerpreise bis Mitte November (Redaktionsschluss) wieder etwas erholen. Gegenüber Ende August legten mit plus 8 bzw. 13 Prozent besonders die Weizen- und Roggenpreise zu.
 
Weiter sich festigende Preise erwartet
Auch 2013/14 wird die Entwicklung am Weltmarkt für die hiesigen Märkte tonangebend sein. Angesichts der Mengenentwicklungen auf den internationalen Getreidemärkten gehen Experten davon aus, dass der Spielraum für Preisanhebungen begrenzt ist. Offen ist, inwieweit im Frühjahr 2014 Anbau- und Ernteprognosen für 2013/14 Marktwirkung entfalten und sich damit die Richtung der Preise ändert.
 
Auswirkungen höherer Erzeugerpreise auf die Verbraucherpreise
Während die Entwicklung der Erzeugerpreise für Brotweizen zum Beispiel im Zeitverlauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Verbraucherpreise für Brot und Kleingebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis fünf Prozent liegt. Die aktuelle weltweite Verteuerung der Agrarrohstoffe hat sich damit für die Verbraucher in Deutschland kaum bemerkbar gemacht.
 
 
 Überdurchschnittliche Rapsernte 2013
Nach vorläufigen Ergebnissen wurden 2013 in Deutschland 5,8 Millionen Tonnen Winterraps geerntet. Das waren 1 Million Tonnen mehr als im Vorjahr. Erstmals seit 4 Jahren wurde auch wieder das langjährige Mittel von 5,2 Millionen Tonnen überschritten. Die um 20 Prozent höhere Erntemenge geht nahezu gleichermaßen auf höhere Erträge und Anbauflächen zurück. Die Anbauflächenausdehnung geht insbesondere auch die relativ hohen Auswinterungsverluste im Vorjahr zurück.
 
Auch höhere Ölsaatenernte in der EU
 
 
 
 
 
In der EU-28 hat die Ölsaatenerzeugung in 2013 ertrags- und anbaubedingt ebenfalls mit einem deutlich höherem Ergebnis abgeschlossen. Mit einer Erntemenge von 29,7 Millionen Tonnen wurde das Vorjahresergebnis um 1,5 Millionen Tonnen oder 9 Prozent übertroffen. Mit 20,5 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr + 7 Prozent) dominiert in der EU-Ölsaatenerzeugung der Raps, gefolgt von Sonnenblumen mit 8,2 Millionen Tonnen (+ 16 Prozent) und Sojabohnen mit 1,0 Millionen Tonnen (+ 10 Prozent).
 
Auch globale Ölsaatenerzeugung nimmt deutlich zu
Weltweit wird die Ölsaatenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 499,4 Millionen geschätzt. Das sind gut 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat ist mit 283,5 Millionen Tonnen die Sojabohne, gefolgt von Raps mit 67,9 Millionen Tonnen und der Baumwollsaat mit 44,4 Millionen Tonnen.
 
USA, Brasilien, China und Argentinien dominieren den Sojaanbau
Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Der Vorteil ist der hohe Eiweißgehalt, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten Sojabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Ölsaaten sind die USA mit geschätzten 96 Millionen Tonnen in 2013/14, gefolgt von Brasilen mit 91 Millionen Tonnen sowie Argentinien und China mit jeweils 58 Millionen Tonnen. Hauptimporteur von Ölsaaten ist China mit 72 Millionen Tonnen, gefolgt von der EU mit 16 Millionen Tonnen.
 
Palm- und Sojaöl beherrschen den Pflanzenölmarkt
Der weltweite Pflanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Für das Wirtschaftsjahr 2013/14 wird eine Produktion von 58,3 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 35 Prozent der globalen Pflanzenölerzeugung. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Malaysia mit 86 Prozent Markanteil. Sojaöl nimmt mit einer für 2013/14 geschätzten Weltproduktion von 44,6 Millionen Tonnen und einem Anteil von 27 Prozent an der Gesamtproduktion die zweite Stelle bei den pflanzlichen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 25,3 und 15,6 Millionen Tonnen.
 
Globale Nachfrage nach pflanzlichen Ölen wächst rasant
Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pflanzlichen Öle (Öle aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie Palm- und Palmkernöl, Kokosöl und Olivenöl) dürfte im Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 168,4 Millionen Tonnen ansteigen. Dies sind knapp 8 Millionen Tonnen oder 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Verbrauch mehr als verdoppelt. Nahezu unabhängig von der Preisentwicklung steigt die Nachfrage nach Pflanzenölen jedes Jahr deutlich an. Der Grund dafür ist der hohe Anteil der Verwendung im Nahrungsmittelbereich. Nur etwa 20 Prozent gehen in die oleo-chemische Industrie oder werden zur Herstellung von Biodiesel verwandt.
 
Weiterhin global rege Nachfrage
Die FAO erwartet eine weiterhin kräftige Nachfragesteigerung nach Pflanzenölen für den menschlichen Verzehr sowie nach Ölschroten zur Verfütterung. Hinzu kommt eine höhere Produktion von Biokraftstoffen.
 
Preise unter Druck
Die globalen Preise für Pflanzenöle stehen seit Herbst 2012 unter Druck. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2013 lagen die Weltmarktpreise für Öle und Fette um 16 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die FAO geht davon aus, dass sich an den Fundamentaldaten einer eher knappen Versorgungslage allerdings grundsätzlich nichts ändern dürfte. Darauf deuten auch die Preiserholungen im September und Oktober hin. Das globale Preisniveau lag im Oktober 2013 um 7 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
 
Rapspreise deutlich unter Vorjahresniveau gerutscht
Die Preise für Raps in Deutschland folgten den globalen Notierungen für Ölsaaten und Pflanzenöle. Nach dem Einbruch zur Ernte 2013 allerdings haben sich die Rapspreise im September befestigt und konnten auf Grund der Entwicklungen an den Terminbörsen in Europa und Übersee das höhere Niveau auch im Oktober halten. Im letzten Quartal 2013 richtet sich der Fokus besonders auf die Entwicklung der Sojabohnenernten in Südamerika.
 
Deutsche Zuckererzeugung 2013 nur bei 3,6 Millionen Tonnen
Die Zuckererzeugung aus Rüben fällt in 2013/14 nach vorläufigen Ergebnissen mit 3,6 Millionen Tonnen um 18 Prozent niedriger aus als die Ernte in der Kampagne 2012/13. Ursache für das erheblich geringere Kampagne- Ergebnis sind vor allem eine deutlich verringerte Anbaufläche (- 14 Prozent), aber auch geringere Rübenerträge mit niedrigeren Zuckergehalten.
 
EU-Zuckererzeugung bei nur 16,4 Millionen Tonnen
Nach 17,5 Millionen Tonnen Zucker in 2012/13 wird für das Wirtschaftsjahr 2013/14 eine EU-Erzeugung von rund 16,4 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das sind 1,1 Millionen Tonnen oder 6 Prozent weniger. Seit der letzten EUZuckerreform stehen 13,3 Millionen Tonnen an Quote zur Verfügung. Die Differenz wird von der Zuckerindustrie über Exporte, die Bioenergieverwertung oder die chemische Industrie vermarktet. Es kann aber auch Quote in das nächste Wirtschaftsjahr übertragen werden. Die landwirtschaftlichen  Erzeugerpreise für EU-Quotenzucker sind von den Preisentwicklungen auf den Weltmärkten weitgehend abgekoppelt. Die EU-Zuckermarktordnung läuft 2017 aus.
 
Global auch 2013/14 wieder gute Zuckerernte
Die Weltzuckererzeugung wird von der FAO für das Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 180,2 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das ist nur geringfügig mehr als im Vorjahr. Mit dem Wirtschaftsjahr 2013/14 steigt die Erzeugung im vierten Jahr hintereinander stärker als die Nachfrage. Vorräte, die mehrere Jahre in Folge abgebaut wurden, wachsen wieder. Sie bleiben aber niedriger als früher, so dass jegliches Marktgleichgewicht sehr fragil ist und bei ersten Hinweisen auf Nachfragesteigerungen oder Produktionsbegrenzungen schnell die Preise wieder steigen können. Die FAO geht davon aus, dass die Importeure auch die Ernte 2013/14 nutzen werden, um ihre Lager wieder aufzufüllen und damit besser gegen Volatilitäten gewappnet zu sein. Angesichts hoher Volatilitäten ist die Unsicherheit über die sich zuletzt (Oktober 2013) nach oben entwickelnden internationalen Zuckerpreise groß. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Zuckererzeugung beträgt rund 22 Prozent.
 
Deutsche Kartoffelernte 2013 deutlich niedriger
Nach dem vorläufigen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2013 nur bei 9,2 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte kommen 13 Prozent weniger Kartoffeln zusammen. Gegenüber dem langjährigen Mittel sind das sogar 18 Prozent weniger. Gründe für die geringe Ernte waren das lange nasskalte Frühjahr und Trocken- und Hitzeperioden im Sommer. Mit 241.000 Hektar hatte sich die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (+ 1 Prozent). Angesichts des knappen Speisekartoffelangebotes bewegten sich die Kartoffelpreise in 2013 deutlich über der Vorjahreslinie.
 
Vermarktungsspanne ist größer geworden
Der Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Ein Blick auf den jeweiligen Verlauf in der Saison 2012/13 zeigt, dass steigende (sinkende) Erzeugerpreise mit steigenden (sinkenden) Verbraucherpreisen einhergehen. Sowohl Erzeuger- als auch Verbraucherpreise haben im Verlauf der Saison 2012/13 deutlich zugelegt. Die Vermarktungsspanne hat dabei zugenommen.
 
Kartoffelernte der EU-27 so klein wie noch nie
In der EU-27 wurden 2013 geschätzte 52,4 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das waren 2,1 Millionen Tonnen oder 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Kartoffelernte der EU-27 ist damit so klein wie noch nie. Bei großen regionalen Unterschieden sind Gründe dafür sowohl niedrigere Hektarerträge als auch geringere Anbauflächen.
 
Deutscher Obstanbau behauptet sich
Die Anbaufläche im deutschen Baumobstanbau hat sich zwischen den Vollerhebungen in 2007 und 2012 um 2.300 Hektar auf 45.600 Hektar verringert. Lediglich der Apfel konnte sich mit knappen 32.000 Hektar gut behaupten und seine Spitzenposition mit einem Anteil von 70 Prozent an der Gesamtfläche noch weiter ausbauen. Zu den Verlierern zählt insbesondere die Sauerkirsche, deren Fläche sich nach jahrelang kaum kostendeckenden Erzeugerabgabepreisen auf 2.290 Hektar (-1.150 Hektar) reduzierte. Dagegen hält sich der Rückgang bei Süßkirschen (-220 Hektar), die häufig eine interessante Alternative zur Sauerkirsche darstellt, in Grenzen. Pflaumen und Zwetschgen zählen unter dem Angebots- und Preisdruck aus Osteuropa (- 700 Hektar) ebenfalls zu den Verlierern.
 
Unterdurchschnittlich hohe Obsternten
Bei Obst stellt fast jedes Produkt einen eigenen Markt dar. Kühle und regenreiche Witterung während der Blüte und beim Fruchtansatz brachte nur eine Apfelernte, die auf 802.000 Tonnen geschätzt wird (gegenüber Vorjahr - 17 Prozent). Damit liegt die Ernte abermals unter der Marke von 1 Million Tonnen, die als Vollernte angesehen wird. Die Birnenernte liegt nach vorläufigen Ergebnissen bei 37.000 Tonnen (+ 10 Prozent), die Kirschernte bei 38.000 Tonnen (+ 5 Prozent) und die Ernte von Pflaumen/Mirabellen bei 47.000 Tonnen (+ 19 Prozent).
 
In der EU deutlich höhere Ernten
Für die 28 Mitgliedstaaten der EU wird für 2013 eine Apfelernte von 10,8 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind rund 7 Prozent mehr als Vorjahr. Auch die EU-Birnenernte übertrifft das Vorjahresergebnis deutlich. Sie wird auf 2,2 Millionen Tonnen geschätzt (+ 18 Prozent).
 
Obst-Erzeugermärkte 2012: Hohe Mengen und Erlöse
Die deutschen Obsterzeuger setzten mit 722.000 Tonnen im Jahr 2012 die dritthöchste Obstmenge der Geschichte ab. Dazu trugen vor allem hohe Kernobstmengen bei. Auch Beerenobst wurde in größerer Menge verkauft, während bei Steinobst die niedrigste Menge des letzten Jahrzehnts vermarktet wurde. In 2013 dürfte eine geringe inländische Obsternte durch höhere Erzeugerpreise mehr als ausgeglichen werden.
 
Anbau von Freilandgemüse leicht zugenommen
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungserhebung des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die Anbaufläche für Gemüse und Erdbeeren in Deutschland in 2013 auf 123.800 Hektar. Gegenüber dem Vorjahr sind das rund 300 Hektar mehr. Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüsefläche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.300 Hektar Gemüse angebaut. Die wichtigste Kultur ist die Tomate, gefolgt von Feldsalat und anderen Salaten.
 
Gemüseernte 2013 fällt gegenüber Vorjahr um 2 bis 3 Prozent geringer aus
Gegenüber der Vorjahresernte von 3,63 Millionen Tonnen fällt die Gemüseernte 2013 um 2 bis 3 Prozent geringer aus. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung je nach Produkt und Region unterschiedlich ausfiel, ganz besonders wenn dabei ungünstige Witterungsverhältnisse eine Rolle spielten. Abgesehen von den Erdbeeren dürften in 2013 niedrigere Erntemengen in der Regel durch höhere Erzeugerpreise ausgeglichen werden.
 
Gemüse-Erzeugermärkte 2012 mit positiver Entwicklung
Nach einem kurzfristigen Einbruch der Absatzmengen im Jahr 2010 setzten die deutschen Erzeugermärkte 2012 wie bereits im Vorjahr wieder mehr Frischgemüse ab. Der Umsatz überschritt das relativ hohe Ergebnis des Jahres 2010 leicht. Zwar waren die Preise in 2012 im Durchschnitt deutlich niedriger als 2010, aber die höheren Absatzmengen glichen dies mehr als aus.
 
Traubenernte 2013 mit guten Qualitäten
Die deutsche Weinmosternte 2013 wird auf rund 8,3 Millionen Hektoliter geschätzt. Damit läge die 2013er Ernte 8 Prozent unter der des Vorjahres und 9 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 9,3 Millionen Hektolitern Die Mosternte 2013 wird als qualitativ guter Jahrgang beschrieben. Mit 166,7 Millionen Hektolitern wird in der EU 2013 eine Weinmosternte erzielt, die das ausgesprochen niedrige Vorjahresergebnis um 11 Prozent übertrifft.
 
Wein und Weinbau in Deutschland
Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Die gesamte Rebfläche beträgt 102.200 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Deutschland liegt auf Platz vier der größten Weinproduzenten in der EU – nach Frankreich, Italien und Spanien. Weltweit gesehen ist Deutschland der neuntgrößte Weinerzeuger und erzielte 2012 einen Umsatz von etwa 2,8 Milliarden Euro im Inland und 0,3 Milliarden Euro im Export. Die meisten der etwa 20.000 Winzer – viele davon im Nebenerwerb – sind in 230 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen.