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6 Erzeugung und Märkte

6.4 Tierische Erzeugung

Der internationale Fleischmarkt wächst weiter
Der weltweite Fleischkonsum wird in den kommenden Jahren aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung weiter kontinuierlich ansteigen, prognostizieren OECD und FAO. Konkret soll die Weltfleischproduktion von 297 Millionen Tonnen in 2011 auf 350 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2021 ansteigen, wobei die Zuwächse bei Geflügelfleisch mit 2,2 Prozent pro Jahr deutlicher ausfallen sollen als bei Rindfleisch (+ 1,8 Prozent) und Schweinefleisch (+ 1,4 Prozent). Der Anteil von Geflügelfleisch an der Weltfleischproduktion steigt damit auf 37  Prozent. Auf Schweinefleisch sollen dann ebenfalls 37 Prozent Marktanteil entfallen. Bereits 2012 hat die globale Fleischproduktion die Schwelle von 300 Millionen Tonnen überschritten. Die 200 Millionen-Tonnen-Marke war erst Mitte der 90er Jahre genommen worden. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht.


Weltfleischerzeugung 2012 mit verhaltener Zunahme
Für 2012 rechnet die FAO auf Grund gestiegener Futterkosten mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion auf 301,8 Millionen Tonnen (plus 1,6 Prozent zum Vorjahr). Große Wachstumsmärkte sind die Geflügel- (+ 2,2 Prozent) und Schweineerzeugung (+ 1,9 Prozent). Deutlich niedriger fallen die Wachstumsraten in der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 0,9 Prozent) und Rindern aus (+ 0,4 Prozent).


Globale Fleischnachfrage wird weiter wachsen
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Die Industriestaaten haben 2012 einen geschätzten Fleischverbrauch von unverändert 79,0 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung und Jahr. Deutlich niedriger, aber mit stetigem Aufwärtstrend, ist der Verbrauch in den Entwicklungsländern mit derzeit 32,7 Kilogramm pro Kopf und Jahr.


Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischproduzent
Die Europäische Union (EU) ist mit rund 45 Millionen Tonnen nach China (2011: 80 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischproduzent. Differenziert nach Fleischarten entfielen im Jahr 2011 bei Schweinefleisch rund 21 Prozent, Rind- und Geflügelfleisch jeweils 12 Prozent sowie Schaf- und Ziegenfleisch rund 7 Prozent der Weltproduktion auf die EU. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch lag 2011 insgesamt bei 111 Prozent.


Wachstum in der EU-Fleischerzeugung nur noch gering
Die EU-Fleischerzeugung wird in 2012 (- 0,6 Prozent) und auch voraussichtlich in 2013 (- 1,4 Prozent) schrumpfen. Während die Rindfleischerzeugung besonders deutlich zurückgehen wird, legt die Erzeugung von Geflügelfleisch weiter um fast 2 Prozent pro Jahr zu. Die Erzeugung von Schweinefleisch dürfte 2012 das Vorjahres-niveau knapp unterschreiten und in 2013 als Folge der neuen EU-Haltungsbestimmungen für Sauen um mehr als 3 Prozent zurückgehen. Die Schaf- und Ziegen-fleischerzeugung steuert nach einem Rückgang in 2012 auf eine stabile Entwicklung in 2013 zu.


Deutsche Fleischwirtschaft hat expandiert
Das dynamische Wachstum der Fleischproduktion in Deutschland führte in 2011 zu einer Fleisch-erzeugung von 8,44 Millionen Tonnen, das entspricht einem Zuwachs von 4,7 Prozent gegenüber 2010. Für 2012 wird dagegen ein Rückgang der Fleischerzeugung von fast 2 Prozent erwartet. Rückläufig ist besonders die Erzeugung von Schweine- und Rindfleisch. Die Geflügelfleischerzeugung steigt hingegen leicht an.


Entwicklung zum Nettoexporteur
Die Erzeugung von Schweinefleisch nahm im zurückliegenden Jahrzehnt um ca. 30 Prozent, die Erzeugung von Geflügelfleisch sogar um 70 Prozent zu. Dieser Boom war in erster Linie auf das Wachstum der nationalen Geflügel- und Schweinebestände gestützt, der durch den Anstieg der Lebendviehimporte noch verstärkt wurde. Dieses Wachstum wirkte sich auch auf die Entwicklung des Außenhandels aus. Deutschland hat sich gegen den EU-Trend entwickelt und wurde während des letzten Jahrzehnts zu einem Netto-Exporteur von Fleisch.


Globale Fleischpreise auf relativ hohem Niveau
Der FAO-Preisindex für Fleisch entwickelte sich von Januar bis Oktober 2012 stabil und konnte das relativ hohe Vorjahresniveau halten. Leichte Preisabstriche gab es bei Schaf- und Geflügelfleisch. OECD und FAO gehen davon aus, dass die globalen Fleischpreise weiterhin hoch bleiben werden.


Weltweite Rindererzeugung steigt nur leicht an
Die weltweite Rindfleischproduktion beträgt 2012 Schätzungen der FAO zufolge 66,8 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 0,4 Prozent mehr. Trockenheit und höhere Futtermittelpreise verhinderten einen stärkeren Anstieg. Prognosen des USDA für 2013 gehen von einer weiter nur leicht steigenden Rindfleischerzeugung aus. Während die Erzeugung 2013 in den USA und in der EU erneut zurückgehen wird, werden vor allem für Indien, aber auch für Brasilien und Argentinien deutliche Produktionszuwächse erwartet.


Relativ hohe Preise am Weltmarkt für Rindfleisch
Die eher stagnierende globale Rindfleischproduktion und eine rege kaufkräftige Nachfrage haben seit Ende 2010 zu relativ hohen Preisen auf den globalen Märkten für Schlachtrinder geführt. Daran hat sich auch in 2012 nichts geändert. Das globale Preisniveau liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.


Rinderhaltung in der EU schrumpft
In den Ländern der Europäischen Union werden immer weniger Rinder gehalten. In der weit überwiegenden Zahl der Mitgliedstaaten entwickeln sich die Bestände rückläufig. Ende 2012 dürften in der EU rund 85 Millionen Rinder gehalten worden sein. Ende des Jahres 2002 betrug die Rinderherde der heutigen EU-27 noch 92,2 Millionen Tiere.


EU-Rinderfleischerzeugung weiter rückläufig
Für 2012 wird vom Prognoseausschuss der Europäischen Kommission eine Rindfleischerzeugung von 7,24 Millionen Tonnen Schlachtgewicht geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr rund 3 Prozent weniger. Für 2013 wird erwartet, dass die Produktion um ein  bis zwei Prozent zurückgehen wird.


Deutsche Rindererzeugung weiter verringert
Das vierte Jahr in Folge hat der Bestand an Rindern in Deutschland abgenommen. Das Statistische Bundesamt erfasste im Mai 2012 noch 12,48 Millionen Rinder. Damit ging deren Zahl gegenüber dem Vorjahr um knapp 0,7 Prozent (gut 85.000 Tiere) zurück. Die Zahl der Milchkühe nahm dagegen sogar entgegen dem Trend der letzten Jahre leicht um 0,2 Prozent zu. Gab es im Mai 2011 bundesweit noch gut 170.000 Rinderhalter, so sind es ein Jahr später noch knapp 163.000 (-4 Prozent). Mit 1,15 Millionen Tonnen Schlachtgewicht liegt die Rindfleisch-erzeugung in 2012 um knapp 2 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Für 2013 wird ein leichtes Minus von etwa  einem halben Prozent erwartet.


Rinder bleiben knapp und teuer
Europaweit sind die Preise für Schlachtrinder in 2012 weiter deutlich gestiegen. Anfang November hatte sich der Preis für R3-Jungbullen in der EU auf ein Niveau rund 3,90 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht nach oben geschraubt. Gegenüber dem Vorjahr bewegen sich die Notierungen auf einem um 10 Prozent höheren Niveau. Auch weibliche Rinder sind teurer.


Für 2013 werden weiter feste Kurse erwartet
Seit Jahresbeginn 2012 lagen die Preise für Jungbullen merklich oberhalb des Niveaus der Vorjahre. Dieser Abstand wuchs im Laufe des Jahres stetig an und erreichte im Sommer seinen Höhepunkt. Anfang September begann diese Entwicklung abzuflachen. Dabei wurde das Preisniveau des Vorjahres auch weiterhin deutlich überschritten. Bei Jungbullen erwartet der Prognoseausschuss der Europäischen Kommission in 2013 einen Jahresdurchschnittspreis von 3,82 Euro je Kilogramm (Handelsklasse R3).


Immer weniger Schaf- und Ziegenfleisch
Der Schaf- und Ziegenfleischmarkt in der Europäischen Union war in den vergangenen Jahren von einem deutlich reduzierten Tierbestand sowie der damit verbundenen rückläufigen Erzeugung geprägt. Die Schaf- und Ziegenhaltung in der Europäischen Union steuert 2013 in der Summe auf eine knapp stabile Produktion zu, wobei die Entwicklungen in den Ländern sehr gegensätzlich sind. Während die Branche im Vereinigten Königreich und in Irland wieder optimistischer in die Zukunft blickt, führte in Südeuropa die Dürre zu einem Mangel an Futter. Für Deutschland und Frankreich wird mit einem moderaten Produktionsschwund gerechnet.


Schaffleisch – Selbstversorgungsgrad nur bei 50 Prozent
Im Jahr 2012 ist die deutsche Schafproduktion gegenüber dem Vorjahr um rund 3 Prozent zurückgegangen. Ursache hierfür sind rückläufige Bestandszahlen trotz moderat gestiegener Lämmerschlachtungen. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland liegt 2012 bei geschätzten 55 Prozent.


Höhere Preise für kleinere Mengen
Aufgrund kleineren Aufkommens an Lammfleisch und des allgemein höheren Preisniveaus für Fleisch liegen die Lämmerpreise in 2012 in Deutschland sowie den meisten Ländern der EU deutlich über dem Vorjahresniveau.


Weltweite Schweineerzeugung nimmt zu
Mit einer wachsenden globalen Nachfrage nach Fleisch steigt auch die Produktion und der Verbrauch von Schweinefleisch. Nach einem kurzzeitigen Knick in 2011 ist die weltweite Produktion von Schweinefleisch in 2012 wieder deutlich angestiegen. Die FAO schätzt die globale Erzeugung von Schweinefleisch in 2012 auf 110,8 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,9 Prozent mehr.


Triebfeder China
Auf etwa 1 Prozent schätzt die FAO das globale Wachstum der Schweinefleischerzeugung für 2013. Angetrieben wird das Wachstum durch die Ausweitung der Erzeugung in China, Brasilien und Russland. In China wird fast die Hälfte des Schweinefleisches der Welt produziert. In den USA und der EU wird wegen des deutlichen Anstiegs der Futterkosten mit einer leichten Verringerung der Erzeugung gerechnet. Im Unterschied zur FAO geht das USDA für 2013 von einem nahezu unveränderten Produktions-volumen aus.


Welthandel mit Schweinefleisch steigt weiter
Das Jahr 2011 bescherte den weltführenden Exportländern von Schweinefleisch, der EU und den USA, neue Handelsrekorde. Ein zurückpendelndes Schlachtaufkommen bei relativ hohen Schweinepreisen in der EU-27 wird in 2012 dagegen nicht ohne Auswirkungen auf den Welthandel bleiben. Die EU-27 wird das Ausfuhrvolumen vom Vorjahr (3,2 Millionen Tonnen) wahrscheinlich nur knapp erreichen. Dagegen werden die USA (2,4 Millionen Tonnen), Kanada und Brasilien ihr Vorjahresergebnis ausbauen können.


Etwas weniger Schweinefleisch in der EU
Die Erzeugung an Schweinefleisch wird in der Europäischen Union (EU) 2012 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich leicht zurückgehen. Hohe Futterkosten bei unzureichenden Erlösen führten zu wirtschaftlichen Einbußen in der Tierhaltung, so dass die Produktion im Jahr 2012 erstmals seit 2009 einen Dämpfer erhält.


Leicht rückläufige Schweineproduktion
Angesichts gestiegener Futtermittelkosten und nicht immer kostendeckender Preise wird für 2013 mit einem weiteren leichten Schwund der Produktion gerechnet. Im Mittel wird für das erste Halbjahr eine um 0,8 Prozent niedrigere Bruttoeigenerzeugung (heimische Produktion) prognostiziert. Der Prognoseausschuss der EU-Kommission schätzt die EU-Schweineproduktion für das gesamte Jahr 2013 auf 248 Millionen Stück, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von fast 2 Prozent  entspricht. Für Deutschland wird laut Prognose sogar eine Produktionsminderung von 2,6 Prozent ausgewiesen. Eine steigende Eigenproduktion erwartet einzig Dänemark. Dies ist zu großen Teilen der umfangreichen Ferkelerzeugung geschuldet. Dänemark ist europaweit führend in Erzeugung und Export von Ferkeln.


Wachstum der deutschen Schlachtbranche am Wendepunkt
2011 wurden in Deutschland  59,74 Millionen Schweine geschlachtet. Das waren gegenüber dem Vorjahr 1,9 Prozent mehr. Das expansive Wachstum in der Schlachtbranche besteht bereits seit gut einem Jahrzehnt. In 2012 dürften die Schlachtungen aber um 3 Prozent niedriger ausfallen. Dazu tragen geringere Einfuhren von Schlachtschweinen aus Dänemark und aus den Niederlanden, deutlich höhere Ausfuhren von Schlachtschweinen hauptsächlich nach Polen sowie eine leicht rückläufige inländische Erzeugung bei.


Sauenbestände gehen weiter zurück
Das fünfte Jahr in Folge ergab die Viehzählung im Mai 2012 deutschlandweit geringere Sauenbestände. Gegenüber dem Vorjahr wurden etwa 30.000 oder 1,4 Prozent weniger Tiere ermittelt. Im Verlauf der letzten fünf Jahre fiel die Zahl der bundesweit gehaltenen Sauen damit um insgesamt 340.000 Tiere (14 Prozent). Die Zahl der Sauen haltenden Betriebe ging gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf jetzt 13.200 zurück. Angesichts der ab Januar 2013 greifenden EU-Tierschutzvorschriften wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet.


Hohe Ferkelimporte
Deutschland ist mit Abstand der größte Ferkelimporteur in Europa. Bei einem Schlachtaufkommen in Deutschland von knapp 60 Millionen Schweinen im Jahr hat rund ein Viertel der Tiere eine ausländische Herkunft. Allerdings stagnieren die Importe an Ferkeln und Schweinen in 2012 bei rund 15 Millionen Stück. Im Jahr 2012 dürften knapp 11 Millionen Ferkel einen ausländischen Ursprung haben. Davon haben 7 Millionen Ferkel ihr Herkunftsland in Dänemark und 4 Millionen in den Niederlanden.


Weiterhin gute Zahlen beim Schweineexport
Die Ausfuhr von Schlachtschweinen und Ferkeln aus Deutschland wird 2012 mit einem geschätzten Volumen von mehr als 3,5 Millionen Tieren einen neuen Rekordwert erreichen. Deutsche Tiere werden gegenwärtig verstärkt aus Polen, Tschechien und der Ukraine nachgefragt. Im Zeitraum von Januar bis September 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum weist die Ausfuhrstatistik ein Plus von 19 Prozent aus.


EU-Schweine 2012 im Schnitt 16 Cent/Kilogramm teurer
Die Schlachtschweinepreise in der EU liegen 2012 deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Prognoseausschuss der EU-Kommission schätzt für die EU über das gesamte Jahr 2012 einen durchschnittlichen Erzeugerpreis von 167 Euro/100 Kilogramm (Handelskasse E). Das sind 16 Cent oder 11  Prozent mehr als in 2011.


Hohen Erzeugerpreisen stehen hohe Kosten gegenüber
Auch wenn 2012 ein deutlich höheres Preisniveau erreicht wurde, so stehen die Margen der Erzeuger durch deutlich höhere Produktionskosten weiter unter Druck. Die Futtermittelkosten sind auf ein neues Allzeitrekordhoch gestiegen. Für Deutschland wird das Plus bei den Erzeugerpreisen für Schlachtschweine  ebenfalls auf 11 Prozent geschätzt (170 Euro/100 Kilogramm).


Auch Ferkelpreise haben sich erholt
Im Jahr 2012 erreichten die Ferkelpreise in Deutschland ihren Jahreshöchststand im April. Nach einer Abwärtsbewegung der Kurse zeigen die Kurse seit August wieder nach oben. Wie die Erzeugerpreise für Schlachtschweine dürften die Ferkelpreise auch über 2012 hinaus ihr relativ hohes Niveau beibehalten.


Optimismus für 2013
Der Prognoseausschuss der Europäischen Kommission war sich im November 2012 darin einig, dass der europaweit hohe Preis für Schlachtschweine auch über 2012 hinaus Bestand haben wird. Weiterhin knappe Stückzahlen, rege nationale und internationale Konkurrenz um das Produkt sowie stetig steigende Kosten werden als Gründe genannt.


Rekordproduktion an Geflügelfleisch
Die weltweite Produktion von Geflügelfleisch hat 2012 erneut einen Rekordwert erreicht. Nach Schätzungen der FAO stieg die Erzeugung um gut 2 Prozent auf 104,5 Millionen Tonnen Schlachtgewicht. Mit Wachstumsraten von fast 4 Prozent findet das größte Produktionswachstum derzeit in China statt. Größte Geflügelfleischproduzenten sind die USA mit 19,6 Millionen Tonnen, China mit 18,5 Millionen Tonnen, die EU-27 mit 12,5 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 11,5 Millionen Tonnen.


Kaum noch Produktionszuwachs in der EU
Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen des Prognoseausschusses der Europäischen Kommission in 2012 12,5 Millionen Tonnen. Das sind nur 0,7 Prozent mehr als in 2011. Damit hat sich das Wachstum in der EU weiter abgeschwächt. Für 2013 deutet sich erstmals seit 2006 (Vogelgrippe) ein leichter Rückgang der EU-Geflügelfleischerzeugung von bis zu einem halben Prozent an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Geflügelfleischerzeugung mit einem Anteil von 78 Prozent dominiert, dürfte 2013 um 0,4 Prozent abnehmen. Um voraussichtlich 1 Prozent rückläufig ist die Erzeugung von Puten, die ein Siebtel der EU-Erzeugung an Geflügelfleisch ausmacht.


Wachstum in Deutschland dynamischer 
Die Erzeugung von Geflügelfleisch legt in Deutschland 2012 gegenüber dem Vorjahr nochmals zu (+ 1 Prozent). Die Bruttoeigenerzeugung steigt laut MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) auf 1,68 Millionen Tonnen Geflügelfleisch. Motor bleibt der Hähnchenmarkt mit 68 Prozent an der Gesamterzeugung. Für 2013 wird für den deutschen Geflügelmarkt insgesamt ein weiteres leichtes Wachstum von gut 1 Prozent vorhergesagt.
 
 
Geflügel hat die beste Futterverwertung
Der weltweite Trend zur Erzeugung von Geflügelfleisch hängt mit der im Vergleich zur Erzeugung anderer Fleischarten relativ kostengünstigen Futterverwertung des Federviehs zusammen. Steigen die Futterkosten, ist der Trend zur Geflügelfleischerzeugung besonders stark ausgeprägt, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. In modernen Mastbetrieben ist heute etwa 1,8 Kilogramm Futter nötig, um 1 Kilogramm Hähnchenfleisch zu erzeugen.


Erzeugerpreise für Geflügel gestiegen
Mit dem Ansteigen der Futtermittelkosten haben im Laufe des Jahres 2012 auch die Erzeugerpreise für Hähnchen und Puten zugelegt. Im Durchschnitt der Jahres 2012 liegt das Preisniveau für Hähnchen- und Putenfleisch um schätzungsweise 3 bis 4 Prozent über dem Vorjahresstand. Ob das im letzten Quartal 2012 erreichte Niveau in 2013 gehalten werden kann, ist ungewiss und hängt besonders auch von der Entwicklung der Futterkosten ab.


Kontinuierliches Wachstum der Welt-Eierproduktion
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen.


Rückläufige EU-Eiererzeugung in 2012
Die Erzeugung an Konsumeiern in der EU wird von der MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) für 2012 auf 6,43 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind fast 2 Prozent weniger als 2011. Der wachsenden deutschen Erzeugung (+ 6 Prozent) stehen Rückgänge in etlichen anderen Ländern gegenüber. In 2010 waren die Entwicklungen noch umgekehrt. Diese Verschiebungen sind durch unterschiedliche Fristen bezüglich des Verbotes der konventionellen Käfighaltung in Deutschland und den meisten anderen Mitgliedstaaten begründet. Für 2013 wird wieder ein Zuwachs der EU-Eiererzeugung von knapp 2 Prozent erwartet (Deutschland + 1 Prozent).


Nach Preiseinbruch wieder festere Eierpreise
2011 hatten sich die Eierpreise auf sehr niedrigem Niveau bewegt. Im ersten Quartal 2012 schnellten die Eierpreise für frei gehandelte Ware förmlich nach oben und erreichten ihren Jahreshöchststand im März 2012. Aber auch in den Folgemonaten blieben die Eierpreise deutlich über der Vorjahreslinie. Die Eiermärkte auf EU- und nationaler Ebene werden 2013 wieder umfangreicher versorgt sein, was die Preisentwicklung limitieren dürfte.


Welt-Milcherzeugung nimmt weltweit deutlich zu
Das Wachstum der Weltmilchmenge wird sich 2012 nach Angaben der FAO mit einem Plus von 3,0 Prozent auf 759,6 Millionen Tonnen fortsetzen, nachdem der Zuwachs im Vorjahr rund 2,1 Prozent betragen hatte. Die Zunahme beruht vor allem auf einer höheren Erzeugung in Asien. Vor allem in Indien, aber auch in China werden deutliche Zuwächse erwartet. Darüber hinaus geht die FAO in der EU, den USA sowie in Australien und Neuseeland ebenfalls von weiteren Produktionssteigerungen aus.


EU ist weltweit der größte Milchproduzent
Größter Milcherzeuger im internationalen Vergleich ist die Europäische Union. Dort beläuft sich die Milcherzeugung in 2012 auf geschätzte 158 Millionen Tonnen. Zweitgrößter Milchproduzent ist Indien mit 132 Millionen Tonnen. Hier wie auch in China (2012: 45 Millionen Tonnen) sind weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten zu verzeichnen. Auf Rang drei folgen die USA mit einer Milcherzeugung von 90 Millionen Tonnen.


Steigender Welthandel mit Milchprodukten
Nach dem Abklingen der Krise am Milchmarkt im Laufe des Jahres 2009 ist es zu einer deutlichen Markterholung mit steigendem Preisniveau und spürbaren Impulsen in der Weltnachfrage, vornehmlich aus den Schwellenländern, gekommen. Dadurch hat der weltweite Handel mit Milchprodukten in den vergangenen Jahren bei nahezu allen Produkten wieder deutlich zugenommen. Vor allem China, Russland und Ägypten haben zuletzt ihre Importe von Milchprodukten erheblich gesteigert.


30 Prozent des Weltmilchhandels entfallen auf die EU
Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten haben die Importnachfrage nach Milch und Milchprodukten in 2012 auf schätzungsweise fast 53 Millionen Tonnen steigen lassen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 5 Prozent, das vor allem auf eine höhere Nachfrage in Schwellenländern zurückgeht. 30 Prozent des Weltexportes entfällt auf die Europäische Union. Der weltweit größte Exporteur ist jedoch Neuseeland, auf das 32 Prozent aller weltweit gehandelten Milchprodukte entfallen.


EU-Milchviehherde stabilisiert sich
Der Milchkuhbestand in allen 27 EU-Ländern belief sich im Mai/Juni 2012 auf 20,7 Millionen Tiere. Das waren 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp ein Fünftel der europäischen Milchkühe stehen auf deutschem Boden. Im Vergleich zur Entwicklung in den Vorjahren gibt es einen Trendwechsel: Erstmals seit 2008 werden leicht steigende Milchkuhherden zu registriert. Der EU-Milchkuhbestand dürfte nicht weiter schrumpfen.


EU-Milchanlieferungen legen zu
Die Milchanlieferungen an die Molkereien in der EU-27 sind in den ersten sechs Monaten 2012 weiter gestiegen. Mit schätzungsweise 73,2 Millionen Tonnen wurde das Niveau des Vorjahres um 2,4 Prozent oder rund 2,1 Millionen Tonnen übertroffen. Für das gesamte Jahr 2012 schätzt die Europäische Kommission ein Wachstum von knapp 1 Prozent. Gut 1 Prozent könnten es in 2013 sein.


Mehr Milch besonders in Deutschland
Das deutliche Wachstum der EU-Milcherzeugung resultiert im Wesentlichen aus der Mehrproduktion in Frankreich, Deutschland und Irland. Von Januar bis September 2012 haben die deutschen Molkereien insgesamt 1,1 Prozent mehr Milch erfasst als im Vorjahr. Wie im Quotenjahr 2011/12 ist auch in 2012/13 eine leichte Überlieferung der nationalen Garantiemenge möglich. Im Jahr 2015 wird die EU-Milchquotenregelung endgültig auslaufen.


Käse bestimmt immer mehr die Milchverwertung
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fließt in die Käseverarbeitung, und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2011 wurden 47 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Damit hat die Vermarktung von Käse immer stärkeren Einfluss auf die Milcherlöse bekommen. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frischprodukten hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen. Neben dem Verbrauch an Butter ist auch schon seit Jahren der Verbrauch von Margarine rückläufig. Seit Mitte der neunziger Jahre ging der Pro-Kopf-Verbrauch von Margarine um 2,8 Kilogramm zurück, während bei Butter der Rückgang nur 0,8 Kilogramm betrug.


Deutsche Milchexporte laufen gut
In den ersten neun Monaten des Jahres 2012 hat die positive Entwicklung beim deutschen Export von Milch-erzeugnissen weiter angehalten. Je nach Produkt fiel diese Entwicklung uneinheitlich aus. Dabei war die Dynamik des Wachstums im Drittlandsbereich in den meisten Fällen deutlich stärker ausgeprägt als im innergemeinschaftlichen Handel.


Globaler Milchmarkt mit Preisschwankungen
Nach einer Preisdelle von Mitte 2011 bis Mitte 2012 haben sich die globalen Milchpreise wieder gefangen. Im Oktober erreichten die globalen Milchpreise fast wieder Niveau von Anfang des Jahres. Angesichts fester Importnachfrage und kaum noch vorhandener öffentlicher Lagerbestände in der EU und den USA kommt die FAO in ihrer Prognose für 2013 zu dem Schluss, dass die internationalen Notierungen für Milchprodukte sehr empfindlich auf witterungs- und oder kostenbedingte Veränderungen in der Erzeugung reagieren werden.


Europäischer Milchmarkt hat sich wieder erholt
Nach recht stabilem Verlauf auf vergleichsweise hohem Niveau im Jahr 2011 haben die Preise für Milchprodukte in der EU in den ersten Monaten des Jahres 2012 deutlich nachgegeben. Das Wachstum der Nachfrage hatte sich um den Jahreswechsel verlangsamt und in Verbindung mit dem hohen Angebot zu einer Abschwächung der Preise für Milchprodukte in fast allen Produktbereichen geführt. Seit Mitte 2012 hat sich die Lage wieder spürbar erholt.


EU-weit festere Tendenz bei den Erzeugerpreisen
Nach Angaben der EU-Kommission lagen die Erzeugerpreise für Milch im September 2012 im EU-Durchschnitt bei rund 32 Cent je Kilogramm. Deutschland liegt mit 30,65 Cent je Kilogramm etwas unter dem EU-Durchschnitt. In den Nachbarländern Frankreich, den Niederlanden und Dänemark lagen die Erzeugerpreise zum Teil deutlich höher. Im Jahresvergleich unterschreiten die Erzeugerpreise im EU-Durchschnitt das Vorjahresniveau (- 5 Prozent für die ersten neun Monate 2012).


2012 schließt mit Preisminus
Zum Ende des dritten Quartals 2012 sind die Erzeugerpreise für Milch in Deutschland nach der seit Ende 2011 andauernden Talfahrt bundesweit wieder gestiegen. Nach Schätzungen der AMI zahlten die Molkereien im Oktober im bundesdeutschen Mittel 32,6 Cent je Kilogramm für Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Das waren rund 1,8 Cent je Kilogramm mehr als im Vormonat. Auf das gesamte Jahr 2012 gerechnet wird mit einem Preisminus gegenüber dem Vorjahr von ungefähr 3 Cent gerechnet.
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der Preisentwicklungen zu verzeichnen.
Im Hinblick auf 2013 spricht vieles für eine recht ausgeglichene Lage am Milchmarkt, so dass sich die Erzeugerpreise weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau bewegen dürften.
 
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Herausgegeben vom Deutschen Bauernverband mit Unterstützung von: