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6 Erzeugung und Märkte

6.4 Tierische Erzeugung

Der internationale Fleischmarkt wächst weiter
Die weltweite Fleischerzeugung wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, allerdings nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit. Aufgrund relativ hoher Energie- und Futtermittelpreise und zunehmender Nutzungskonkurrenzen von Flächen prognostizieren OECD und FAO für den Zeitraum bis 2022 nur noch ein Wachstum der globalen Fleischerzeugung von jährlich 1,6 Prozent. In der zurückliegenden Dekade waren es noch 2,3 Prozent. So soll die Weltfleischproduktion von 304 Millionen Tonnen in 2012 auf 346 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2022 ansteigen, wobei die erwarteten Zuwächse bei Geflügelfleisch mit 1,9 Prozent pro Jahr deutlicher ausfallen als bei Schweinefleisch (1,4 Prozent) oder Rind- und Schaffleisch (jeweils + 1,3 Prozent). Auf Schweinefleisch sollen dann 36 Prozent und auf Geflügelfleisch 37 Prozent Marktanteil entfallen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischerzeugung vervierfacht.
 
Weltfleischerzeugung 2013 mit verhaltener Zunahme
Für 2013 rechnet die FAO mit einem Anstieg der globalen Fleischproduktion auf 308,3 Millionen Tonnen (plus 1,4 Prozent zum Vorjahr). Große Wachstumsmärkte sind die Geflügel- (+ 1,8 Prozent) und Schweineerzeugung (+ 1,7 Prozent). Niedriger fallen die Wachstumsraten in der Erzeugung von Schafen/Ziegen (+ 1,5 Prozent) und vor allem von Rindern aus (+ 0,2 Prozent).
 
Globale Fleischnachfrage wird weiter wachsen
Die Nachfrage nach Getreide und anderen traditionellen Grundnahrungsmitteln wird sich weiter hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten verschieben. Für die Industriestaaten wird für 2013 ein Fleischverbrauch von nahezu unveränderten knapp 79 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung geschätzt. Deutlich niedriger, aber mit starkem Aufwärtstrend, ist der Verbrauch in den Entwicklungsländern mit derzeit 33,5 Kilogramm pro Kopf und Jahr.
 
Europäische Union: Weltweit zweitgrößter Fleischproduzent
Die Europäische Union (EU) ist mit rund 45 Millionen Tonnen nach China (2013: 85 Millionen Tonnen) der weltweit zweitgrößte Fleischproduzent. Differenziert nach Fleischarten entfallen im Jahr 2013 bei Schweinefleisch rund 20 Prozent, bei Geflügelfleisch 12 Prozent, bei Rindfleisch 11 Prozent sowie Schaf- und Ziegenfleisch rund 7 Prozent der Weltproduktion auf die EU. Deutschland, Frankreich und Spanien sind die bedeutendsten Fleischproduzenten in der EU. Der Selbstversorgungsgrad der EU für Fleisch wird für 2013 auf rund 106 Prozent geschätzt.
 
Wachstum in der EU-Fleischerzeugung nur gering
Die EU-Fleischerzeugung schrumpft 2013 erneut leicht um 1,0 Prozent. Während die Rindfleischerzeugung besonders deutlich zurückgeht (- 2,3 Prozent), legt die Erzeugung von Geflügelfleisch weiter zu (+ 0,8 Prozent). Die Schweinefleischerzeugung dürfte 2013 den Vorjahresstand ebenfalls leicht unterschreiten (-1,3 Prozent). Die Schaf- und Ziegenfleischerzeugung steuert nach einem Rückgang in 2012 auf eine stabile Entwicklung in 2013 zu. Für 2014 erwartet die Europäische Kommission für alle Fleischarten, mit Ausnahme von Schaf-/Ziegenfleisch, ein leichtes Plus von etwa 0,5 Prozent.
 
Wachstumskurs der deutschen Fleischwirtschaft unterbrochen
Der seit dem Jahr 2000 anhaltende expansive Wachstumskurs der deutschen Fleischerzeugung ist 2012 unterbrochen worden. Für 2013 wird gegenüber 2012 eine stabile Inlandsproduktion erwartet. Dabei steigt die Schweinefleischerzeugung leicht an und geht die Rindfleischerzeugung um rund 3 Prozent zurück.
 
Produktionsanteile haben sich verschoben
 
 
 
 
 
Fast 60 Prozent der Inlandserzeugung entfallen heute auf Schweinefleisch. Rindfleisch hat zu Gunsten von Geflügel Marktanteile verloren. Während 1994 noch ein Viertel des gesamten Fleischaufkommens von Rindern gewonnen wurde, steht aktuell nur noch ein Anteil von 14 Prozent zu Buche. Dagegen erfreut sich Geflügel zunehmender Beliebtheit. 1994 stammten rund 11 Prozent der gesamten Fleischerzeugung aus der Geflügelfleischbranche. Heute ist es rund ein Fünftel.
 
Globale Fleischpreise weiter auf relativ hohem Niveau
Rückläufige Futterkosten wirkten sich 2013 dämpfend auf die globalen Geflügelfleischpreise aus, nicht aber auf die Schweinepreise, die im Jahresvergleich zunahmen. Rinder- und Schafpreise blieben im Jahresvergleich nahezu unverändert. Der globale Fleischpreisindex der FAO, der die Preisentwicklung für die 4 wichtigsten Fleischarten (Rind, Schwein, Geflügel und Schaf) auf den bedeutendsten internationalen Handelsplätzen abbildet, lag im Oktober 2013 um 1,3 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand. OECD und FAO gehen davon aus, dass die globalen Fleischpreise weiterhin hoch bleiben werden.
 
Weltweite Rindererzeugung kaum verändert
Die weltweite Rindfleischproduktion beträgt 2013 Schätzungen der FAO zufolge 67,5 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem Vorjahr nur 0,2 Prozent mehr. Auch über die letzten fünf Jahre betrachtet hat sich die globale Rindererzeugung nur wenig verändert. Die leichte Mengensteigerung wird den Entwicklungs- und Schwellenländern zugeschrieben, die für etwa 60 Prozent der Welterzeugung stehen. Das Produktionswachstum wird hier auf 2,0 Prozent geschätzt. Prognosen des USDA für 2014 gehen von einer weiter nur leicht steigenden globalen Rindfleischerzeugung aus. Während die Erzeugung 2014 in den USA erneut zurückgehen wird, werden vor allem für Indien, aber auch für Brasilien und China deutliche Produktionszuwächse erwartet.
 
Relativ hohe Preise am Weltmarkt für Rindfleisch
Die eher stagnierende globale Rindfleischproduktion und eine rege kaufkräftige Nachfrage haben seit Ende 2010 zu relativ hohen Preisen auf den globalen Märkten für Schlachtrinder geführt. Daran hat sich auch in 2013 nichts geändert. Das globale Preisniveau liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
 
Zahl der Rinder in der EU steigt wieder leicht
Ende 2012 dürften in der EU rund 85 Millionen Rinder gehalten worden sein. Ende des Jahres 2002 betrug die Rinderherde der heutigen EU-27 noch 92,2 Millionen Tiere. In 2013 allerdings dürfte die Zahl der Rinder gegenüber dem Vorjahr um knapp 1 Prozent gestiegen sein.
 
EU-Rindfleischerzeugung stabilisiert sich
Für 2013 wird vom Prognoseausschuss der Europäischen Kommission eine Rindfleischerzeugung von 7,530 Millionen Tonnen Schlachtgewicht geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 3,5 Prozent weniger. Für 2014 wird erwartet, dass die Produktion wieder um gut ein Prozent zulegt.
 
Auch deutsche Rindererzeugung stabilisiert sich wieder
Mit voraussichtlich 1,138 Millionen Tonnen Schlachtgewicht liegt die deutsche Rindfleischerzeugung in 2013 um 3,3 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Für 2014 wird ein leichtes Plus von etwa einem knappen Prozent erwartet. Während sich der Rinderbestand im Mai 2013 mit 12,6 Millionen Stück gegenüber dem Vorjahr geringfügig größer zeigt (+ 0,9 Prozent), hat die Zahl der Rinderhalter deutlich um 3,1 Prozent (5.100 Betriebe) abgenommen.
 
Rinderpreise stagnieren
Europaweit fallen die Preise für Schlachtrinder in 2013 zwar niedriger aus als im Vorjahr. Sie liegen damit aber im Zeitvergleich immer noch relativ hoch. Für das Jahr 2013 schätzt der Prognoseausschuss der Europäischen Kommission (Stand November 2013) den Preis für R3- Jungbullen in der EU auf 3,82 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das sind gegenüber dem Vorjahr 2 Cent je Kilogramm weniger. Größer ist das Minus bei Schlachtkühen, wogegen die Färsenpreise relativ stabil geblieben sind. Die R3-Jungbullenpreise werden für 2014 EU-durchschnittlich auf 3,84 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht geschätzt.
 
Für 2014 festere Kurse erwartet
Seit Jahresbeginn 2013 sind die Preise für Jungbullen in Deutschland zurückgegangen und erreichten im Zeitraum von Mai bis Juli ihren Tiefpunkt. Der seitdem einsetzenden allmählichen Erholung der Preise steht ein höheres Angebot an schlachtreifen männlichen Tieren gegenüber. Anfang November lagen die Erzeugerpreise für Jungbullen (R3) um etwa 10 Prozent unter Vorjahresstand. Auf Grund schwächerer Nachfrage nach Kuhfleisch lagen auch die Preise für Kühe merklich unterhalb des Niveaus des Vorjahres, während Färsen in etwa gleich teuer waren. Für 2014 werden insgesamt wieder etwas festere Rinderpreise erwartet.
 
Immer weniger Schaf- und Ziegenfleisch
 
 
 
 
 
Der Schaf- und Ziegenfleischmarkt in der Europäischen Union war in den vergangenen Jahren von einem deutlich reduzierten Tierbestand sowie einer damit verbundenen rückläufigen Erzeugung geprägt. Auch in 2013 und 2014 wird die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch in der Europäischen Union nach Prognosen der Europäischen Kommission weiter zurückgehen, um zwar um knapp 1 Prozent pro Jahr. Dabei sind die Entwicklungen in den einzelnen Ländern der EU unterschiedlich.
 
Schaffleisch-Selbstversorgungsgrad nur bei 51 Prozent
Die deutsche Schaffleischerzeugung dürfte in 2013 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um knapp 3 Prozent kleiner ausfallen. Ursache hierfür sind rückläufige Bestandszahlen trotz moderat gestiegener Lämmerschlachtungen. Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland liegt 2013 bei geschätzten 51 Prozent.
 
Relativ hohe Preise für kleinere Mengen
Aufgrund eines kleineren Aufkommens an Lammfleisch und der insgesamt relativ hohen Fleischpreise liegen die Lämmerpreise in 2013 in Deutschland sowie den meisten Ländern der EU zwar weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Jedoch kann der hohe Stand der Erzeugerpreise aus der ersten Jahreshälfte 2012 nicht wieder erreicht werden.
 
Weltweite höhere Schweineerzeugung
Mit einer wachsenden globalen Nachfrage nach Fleisch steigen auch die Produktion und der Verbrauch von Schweinefleisch. Die weltweite Erzeugung von Schweinefleisch wird von der FAO für 2013 auf 114,6 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind gegenüber dem Vorjahr 1,7 Prozent mehr. Das Wachstum wird von den Entwicklungs- und Schwellenländern getragen. In den Industrieländern dagegen ist die Erzeugung leicht rückläufig.
 
Triebfeder China
Auf etwa 1,3 Prozent schätzt das USDA das globale Wachstum der Schweinefleischerzeugung für 2014. Angetrieben wird diese Entwicklung vor allem von China, auf das fast zwei Drittel der erwarteten Mehrerzeugung entfallen. In China wird fast die Hälfte des Schweinefleisches der Welt erzeugt. Aber auch in den USA, Brasilien und Russland fallen die Zuwachsraten relativ hoch aus. Demgegenüber wird für die EU mit einer gegenüber 2013 nahezu unveränderten Erzeugung gerechnet.
 
EU-Erzeugung von Schweinefleisch leicht rückläufig
Die EU-Schweinefleischerzeugung sank im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um -1,8 Prozent auf 22,7 Millionen Tonnen. Damit bekam die EU-Erzeugung erstmals seit 2009 einen Dämpfer. In 2013 ist trotz der erhöhten Tierschutzanforderungen und der erschwerten Wirtschaftlichkeit in der Schweinemast und Sauenhaltung der erwartete starke Produktionsknick ausgeblieben. Mit der erwarteten Produktion von 22,4 Millionen Tonnen liegt das geschätzte Minus gegenüber dem Vorjahr bei 1,5 Prozent. 2014 wird mit einer geringfügig höheren Produktion gerechnet.
 
EU-Handel mit Schweinefleisch bei 3,1 Millionen Tonnen
Der EU-Schweinefleischexport konnte in 2012 das hohe Vorjahresniveau von rund 3,1 Millionen Tonnen in etwa halten. Für 2013 wird eine stabile bis leicht rückläufige Exportmenge erwartet. Im Zeitraum Januar bis August 2013 lagen die Schweinefleischexporte um 0,6 Prozent unter dem Ergebnis des gleichen Vorjahreszeitraums. Die EU-Lieferungen nach China dürften in 2013 gegenüber Vorjahr um fast ein Viertel zunehmen. Dagegen gehen die Schweinefleischimporte Russlands aus der EU um etwa 3 Prozent zurück.
 
Wachstum der deutschen Schlachtbranche gestoppt?
Mit 58,4 Millionen Tieren kamen im Jahr 2012 2,2 Prozent weniger Schweine als im Vorjahr zur Schlachtung. Damit wurde der relativ starke Wachstumstrend der vergangenen Jahre gebremst. Im Schnitt der Jahre 2004 bis 2010 lag die jährliche Steigerungsrate noch bei 4 Prozent. Die Anzahl der Schweineschlachtungen für 2013 wird auf 58,8 Millionen Schweine geschätzt. Das sind gegenüber 2012 kaum mehr Schweine. Von diesen 58,8 Millionen in Deutschland geschlachteten Schweinen kommen 4,5 Millionen aus dem Ausland.
 
Voraussichtlich leicht höhere Erzeugung in 2014
Laut Prognoseausschuss der Europäischen Kommission wird die deutsche Schweinefleischerzeugung in 2014 leicht ansteigen. Im Ranking der Top 10 der weltgrößten Schweinefleischerzeuger steht Deutschland seit dem Jahr 2000 nach China und den USA an dritter Stelle. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen Spanien und Brasilien.
 
Ausfuhr und Einfuhr von lebenden Schweinen
Deutschland hat 2012 3,4 Millionen Schlachtschweine und Ferkel exportiert. Im Zeitvergleich ist dies ein neuer Spitzenwert. Für 2013 allerdings wird mit einem verringerten Export von 3,2 Millionen Schlachtschweinen und Ferkel gerechnet. Deutsche Tiere werden besonders aus Polen stark nachgefragt. Umgekehrt werden neben Schlachtschweinen auch Ferkel in erheblichem Umfang importiert. Im Jahr 2013 dürften rund 11 Millionen Ferkel von außerhalb der Grenzen Deutschlands kommen. Davon haben knapp zwei Drittel der Ferkel ihr Herkunftsland in Dänemark und rund ein Drittel in den Niederlanden.
 
Schweinepreise bleiben auf relativ hohem Niveau
Nach 1,70 Euro je Kilogramm (Durchschnitt Handelsklasse E) in 2012 sind die EU-Erzeugerpreise für Schlachtschweine in 2013 weiter angestiegen. Grund ist eine anhaltend starke Nachfrage auf den Weltmärkten bei stagnierender EU-Produktion. Für das gesamte Jahr 2013 wird ein Durchschnittspreis von 1,75 Euro/kg erwartet. Für die erste Jahreshälfte 2014 geht der Prognoseausschuss der Europäischen Kommission (Stand November 2013) spätestens für das 2. Quartal von höheren Schweinepreisen im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode aus. Knappe Stückzahlen, rege nationale und internationale Konkurrenz um das Produkt sowie eine weltweit verbesserte Konjunkturlage werden als Gründe für ein weiterhin relativ hohes Preisniveau genannt.
 
Schweinepreise in Deutschland halten Vorjahresstand
Für Deutschland wird damit gerechnet, dass die Erzeugerpreise für Schlachtschweine im Durchschnitt 2013 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bleiben (1,73 Euro/kg, Handelsklasse E). Der Preisabstand zu dem etwas höheren EU-Durchschnitt bleibt auch 2014 erhalten. Für 2014 wird für die deutschen Erzeugerpreise für Schweinefleisch eine stabile Tendenz vorhergesagt.
 
Ferkelpreise stabilisieren sich
Im Durchschnitt des Jahres 2013 dürften die Ferkelpreise in Deutschland in etwa den Stand des Vorjahres halten. Nach einer leichten Abwärtsbewegung fielen die Kurse im November 2013 unter die Vorjahreslinie. Wie die Erzeugerpreise für Schlachtschweine dürften die Ferkelpreise auch über 2013 hinaus ihren Stand in etwa beibehalten.
 
Rekordproduktion an Geflügelfleisch
Die weltweite Produktion von Geflügelfleisch hat 2013 erneut einen Rekordwert erreicht. Nach Schätzungen der FAO steigt die Erzeugung um 1,8 Prozent auf 106,8 Millionen Tonnen Schlachtgewicht. Überdurchschnittlich hoch sind die Wachstumsraten in Russland, Indien und auch den USA. Größte Geflügelfleischproduzenten sind die USA mit 19,8 Millionen Tonnen, China mit 18,5 Millionen Tonnen, die EU-27 mit 12,7 Millionen Tonnen sowie Brasilien mit 11,9 Millionen Tonnen. Etwa 88 Prozent der Welterzeugung an Geflügelfleisch sind Hähnchen.
 
Moderater Produktionszuwachs in der EU
Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch in der EU beträgt nach Schätzungen des Prognoseausschusses der Europäischen Kommission in 2013 12,47 Millionen Tonnen. Das sind 0,6 Prozent mehr als in 2012. Damit hat sich das Wachstum in der EU weiter abgeschwächt. Für 2014 deutet sich ebenfalls eine geringe Zunahme der EU-Geflügelfleischerzeugung von unter 1 Prozent an. Die EU-Erzeugung von Hähnchen, die die Geflügelfleischerzeugung mit einem Anteil von 77 Prozent dominiert, dürfte 2014 um 0,8 Prozent zunehmen. Um voraussichtlich etwa 1 Prozent wachsen wird die Erzeugung von Puten, die 15 Prozent der EU-Erzeugung an Geflügelfleisch ausmacht.
 
Kaum veränderte Geflügelerzeugung in Deutschland
Nach einem Zuwachs von 0,2 Prozent in 2013 wird für 2014 nur eine moderate Steigerung der Geflügelfleischerzeugung um 0,3 Prozent auf knapp 1,69 Millionen Tonnen angenommen. Während die Hähnchenfleischerzeugung mit 1,17 Millionen Tonnen und die Putenfleischerzeugung mit 386.000 Tonnen in etwa stabil bleiben, wird die Erzeugung von Entenfleisch nach einem drastischen Rückgang im Vorjahr wieder leicht zunehmen.
 
Geflügel hat die beste Futterverwertung
Der weltweite Trend zur Erzeugung von Geflügelfleisch hängt mit der im Vergleich zur Erzeugung anderer Fleischarten relativ kostengünstigen Futterverwertung des Federviehs zusammen. Steigen die Futterkosten, ist der Trend zur Geflügelfleischerzeugung besonders stark ausgeprägt, vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. In modernen Mastbetrieben ist heute etwa 1,8 Kilogramm Futter nötig, um 1 Kilogramm Hähnchenfleisch zu erzeugen.
 
Erzeugerpreise für Geflügel in 2013 leicht gestiegen
Die Erzeugerpreise für Geflügelfleisch bewegten sich im Verlauf des Jahres 2013 meist klar über dem Vorjahresniveau; seit September sind die Hähnchenpreise allerdings im Zuge gesunkener Futterkosten unter das Vorjahresniveau gefallen. Die Putenpreise blieben dagegen über der Vorjahreslinie.
 
Im Durchschnitt des Jahres 2013 rechnet der Prognoseausschuss der Europäischen Kommission mit einem Schlachtereiabgabepreis für Masthähnchen für die EU von 194,20 Euro je 100 Kilogramm. Das wären gut 1 Prozent mehr als in 2012. In Deutschland fiel der Preisanstieg etwas deutlicher aus. Für 2014 wird dann vor allem auf Grund niedrigerer Futterpreise mit einem mittleren Hähnchenpreis von etwas unter 190 Euro je 100 Kilogramm kalkuliert. Auf dem deutschen Markt deuten sich keine gravierenden Veränderungen der Erzeugerpreise an.
 
Kontinuierliches Wachstum der Welt-Eierproduktion
Die Welt-Eierproduktion wächst jährlich um 1 bis 2 Prozent. Nach Einschätzung von Experten wird der Eierwirtschaft zur Versorgung der Weltbevölkerung mit hochwertigem tierischem Eiweiß mittel- und langfristig eine wachsende Bedeutung zukommen.
 
EU-Eiererzeugung stagniert
Die Erzeugung an Konsumeiern in der EU wird nach Einschätzung der Europäischen Kommission in 2013 bei 6,441 Millionen Tonnen liegen. Das sind fast 3 Prozent mehr als 2012. Da aber die Bruteiererzeugung um gut ein Fünftel zurückging, liegt die EU-Gesamterzeugung mit 7,23 Millionen Tonnen um 0,5 Prozent unter dem Stand von 2012. In Deutschland, wo die konventionelle Käfighaltung frühzeitig abgeschafft wurde, ging die Erzeugung 2009 und 2010 deutlich zurück, um dann in den Folgejahren wieder kräftig zu wachsen. Entgegengesetzt war die Entwicklung in den Ländern, die sich mehr Zeit mit der Umstellung ließen. Für die EU wird in 2014 ein leichter Zuwachs der Eiererzeugung von 7,23 auf 7,25 Millionen Tonnen erwartet, für Deutschland dagegen ein leichtes Minus.
 
Eierpreise in 2013 unter Druck
Nach relativ hohen Preisen in 2012 sanken die Erzeugerpreise für Eier auf Grund reichlich versorgter Märkte in 2013 beträchtlich. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass der durchschnittliche Eierpreis in der Handelsklasse L und M mit 126,60 Euro je 100 Kilogramm in 2013 um 22 Prozent unter dem Spitzenpreis von 2012 liegen wird. Für 2014 erwarten Experten der MEG allerdings wieder eine allmähliche Stabilisierung der Eierpreise, sowohl in der EU als auch in Deutschland.
 
Welt-Milcherzeugung nimmt deutlich zu
Das Wachstum der Weltmilchmenge wird sich 2013 nach Angaben der FAO mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 780,3 Millionen Tonnen fortsetzen, nachdem der Zuwachs im Vorjahr noch rund 3,2 Prozent betragen hatte. Die Zunahme beruht insbesondere auf einer höheren Erzeugung in Asien. Vor allem in Indien, Pakistan und China werden deutliche Zuwächse erwartet. Dagegen nimmt die Erzeugung in der EU und den USA nur leicht zu und geht in Australien und Neuseeland sogar zurück.
 
EU ist weltweit der größte Milchproduzent
Größter Milcherzeuger im internationalen Vergleich ist die Europäische Union. Dort beläuft sich die Milcherzeugung in 2013 auf geschätzte 156 Millionen Tonnen. Zweitgrößter Milchproduzent ist Indien mit 141 Millionen Tonnen. Hier wie auch in China (48 Millionen Tonnen) oder Pakistan (39 Millionen Tonnen) sind weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten zu verzeichnen. Auf Rang drei folgen die USA mit 92 Millionen Tonnen.
 
Steigender Welthandel mit Milchprodukten
Nach dem Abklingen der Krise am Milchmarkt in 2008/09 ist es zu einer deutlichen Markterholung gekommen. Die Nachfrage nach Milchprodukten hat in den vergangenen Jahren bei nahezu allen Produkten deutlich zugenommen. In 2013 stagniert der Welthandel mit Milchprodukten (-1 Prozent). Länder wie China und Russland jedoch haben auch in 2013 ihre Importe weiter kräftig gesteigert. Auf der Exportseite haben insbesondere die USA und China zugelegt, während die EU nach FAO-Schätzung 2013 etwa 3 Prozent weniger Milchprodukte exportierte.
 
23 Prozent des Weltmilchhandels entfallen auf die EU
Wirtschaftswachstum und geänderte Ernährungsgewohnheiten haben in 2013 zu internationalem Handel mit Milch und Milchprodukten von schät zungsweise fast 53 Millionen Tonnen Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) geführt. 23 Prozent des Weltexportes entfallen auf die Europäische Union. Der weltweit größte Exporteur ist jedoch Neuseeland, auf das 32 Prozent aller weltweit gehandelten Milchprodukte entfallen.
 
Integration der EU in den globalen Milchmarkt kommt voran
2013 wurden 14 Prozent der von europäischen Bauern angelieferten Milch (umgerechnet in Milchäquivalente) in Drittländer  außerhalb der EU exportiert. Dieser Anteil dürfte in den nächsten Jahren weiter steigen. Weitgehend gesättigte Märkte in den meisten Ländern der EU einerseits und eine stark wachsende Nachfrage aus den Entwicklungs- und Schwellenländern andererseits (bis 2022 32 Prozent Nachfragesteigerung) lassen den Weltmarkt an Bedeutung gewinnen. Das gilt insbesondere auch für die Preisbildung. Nach Berechnungen des Institutes für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel haben sich im Zeitraum von 2006 bis 2013 beobachtete Preiserhöhungen am Weltmarkt von 1,0 Cent je Kilogramm Milch mit 0,78 Cent je Kilogramm in der EU ausgewirkt. Ohne die Exporte lägen die Milchpreise in der EU deutlich niedriger.
 
EU-Milchanlieferungen legen zu
Die Milchanlieferungen an die Molkereien in der EU-28 werden von der Europäischen Kommission für 2013 auf 140,4 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind etwa 190.000 Tonnen mehr als im Vorjahr (+ 0,2 Prozent). Für das Jahr 2014 wird ein Wachstum bei den Milchanlieferungen von gut 1 Prozent angenommen. Gründe dafür sind eine leichte Aufstockung der Kuhzahlen sowie eine günstigere Futterversorgung.
 
Mehr Milch besonders in Deutschland
Überdurchschnittlich ist das Wachstum der Milcherzeugung in Deutschland. Von Januar bis September 2013 haben die deutschen Molkereien insgesamt 1,9 Prozent mehr Milch erfasst als im Vorjahr. Damit zeichnet sich im laufenden Quotenjahr 2013/14 eine stärkere  Überlieferung der nationalen Garantiemenge ab als in den beiden
Jahren zuvor. 2015 läuft die Milchquotenregelung aus.
 
Käse bestimmt immer mehr die Milchverwertung
Der größte Teil der deutschen Milcherzeugung fließt in die Käseverarbeitung, und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2012 wurden 47 Prozent der angelieferten Milch in die Käsereien gelenkt. Die Vermarktung von Käse hat daher einen hohen Einfluss auf die Milcherlöse. Auch die Verwertung der Milch in Form von Konsummilch oder Frischprodukten hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen.
 
Deutschland: Mehr Käse und Butter exportiert
In den ersten 8 Monaten von 2013 hat sich der deutsche Außenhandel mit Milcherzeugnissen uneinheitlich entwickelt. Während bei Butter, Frischmilchprodukten und Käse größere Mengen als im Vorjahr ausgeführt wurden, blieben die Exporte bei den meisten anderen Milchprodukten, vor allem bei Pulverprodukten und Kondensmilch, hinter den Vorjahresmengen zurück.
 
Stabile Preise für Milchprodukte am Weltmarkt
Nach kräftigem Anstieg im April haben sich die Preise für Milchprodukte am Weltmarkt im weiteren Verlauf des Jahres 2013 auf hohem Niveau stabilisiert. Im Oktober 2013 lag der FAO-Milchpreisindex um 25 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresstand. Von Schwankungen abgesehen rechnet die FAO auch weiterhin mit einem relativ hohen Niveau der globalen Milchpreise. Grund sind die gute Importnachfrage in den Entwicklungs- und Schwellenländern sowie kaum noch vorhandene Lagerbestände.

Europäische Milchpreise im Aufwärtstrend
Die Verwertung des Rohstoffs Milch führte Ende September in der EU zu Butter- und Vollmilchpulverpreisen, die um rund 30 Prozent über ihrem entsprechenden Vorjahresniveau lagen. Mit Magermilchpulver und Standardkäsesorten ließ sich ein Fünftel mehr erwirtschaften. Damit kletterten auch die Milcherzeugerpreise nach oben. Im EU-Durchschnitt lagen sie im August bei 36,88 Cent je 100 Kilogramm (Vorjahr 31,24 Cent je 100 Kilogramm). Das sind im Jahresvergleich 18 Prozent mehr. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission werden die Preise für Milch vorerst ihr vergleichsweise hohes Niveau halten. Inwieweit die erwarteten leicht höheren Erzeugungsmengen zu Preisschwächungstendenzen führen werden, ist offen.

40 Cent-Marke erreicht
In Deutschland haben die Milchpreise im Verlauf des Jahres 2013 eine ungewöhnliche Entwicklung gezeigt. Nach der untypischen Stabilität zu Jahresbeginn kam es ab April zu einem deutlichen Anstieg. Zum Ende des 3. Quartals haben sich die Milcherzeugerpreise bundesweit der 40 Cent- Marke genähert. In einigen Regionen wurde diese sogar überschritten.

2013 schließt mit deutlichem Preisplus
Auf das gesamte Jahr 2013 gerechnet wird ein Milcherzeugerpreis von 37,3 bis 37,5 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß erwartet. Das sind gegenüber 2012 fast 5,5 Cent oder 17 Prozent mehr. Im Hinblick auf 2014 spricht vieles für eine recht ausgeglichene Lage am Milchmarkt, so dass sich die Erzeugerpreise, von möglichen Schwankungen abgesehen, weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau bewegen dürften
 
Regionale Milchpreisunterschiede
In Abhängigkeit von Molkerei und Region sind allerdings auch Unterschiede in der Ausprägung der Preisentwicklungen zu verzeichnen. Im September 2013 lagen die Milcherzeugerpreise in Deutschland im bundesweiten Mittel nach Schätzungen der AMI bei 39,7 Cent je Kilogramm Milch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Mit 41,3 Cent je Kilogramm Milch lagen die Milchpreise in Nordrhein- Westfalen am höchsten.