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6 Erzeugung und Märkte

6.5 Agraraußenhandel

EU-Außenhandel
 
Die EU ist der größte Exporteur der Welt
Die Europäische Union (EU-28) ist mit 505,7 Millionen Menschen nicht nur der größte Binnenmarkt, sondern auch die größte Handelsmacht der Welt; im Jahr 2011 betrug der Anteil der EU-27 am Welthandel (bezogen auf den Export und ohne Berücksichtigung des EU-Binnenhandels) 15,4 Prozent. China mit 13,4 Prozent und die USA mit 10,5 Prozent Anteil am Welthandel belegen die Plätze zwei und drei. Die EU-Importe hatten 2011 einen Anteil am Welthandel von 16,4 Prozent (USA 15,5 Prozent, China 11,9 Prozent).
 
EU-Außenhandel legte 2012 weiter zu
Ähnlich wie im Vorjahr zeigte der Außenhandel der EU mit Drittländern auch in 2012 eine deutlich positive Entwicklung. Die Ausfuhren nahmen noch stärker zu (+ 11 Prozent) als die Einfuhren (+ 7 Prozent). Dadurch verringerte sich das Handelsbilanzdefizit der EU von 159 Milliarden Euro in 2011 auf 105 Milliarden Euro in 2012.
 
USA, China und Russland sind die wichtigsten Handelspartner
Die EU-Handelsbilanz fällt mit den jeweiligen Handelspartnern unterschiedlich aus. Im Handel mit den USA überschritten 2012 die Ausfuhren die Einfuhren um 87 Milliarden Euro. Negativ ist dagegen die Handelsbilanz mit den Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit China hatte die EU 2012 ein Handelsdefizit von 146 Milliarden Euro. Drittwichtigster Handelspartner ist Russland. Bedingt durch hohe Energieeinfuhren betrug das Handelsdefizit der EU mit Russland 90 Milliarden Euro.
 
Wird die EU bald zum Netto- Agrarexporteur?
Die Agrareinfuhren der EU nahmen 2012 gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 114,4 Milliarden Euro zu. Die Agrarausfuhren stiegen sogar um 13 Prozent auf 110,0 Milliarden Euro. Der Einfuhrüberschuss von land- und ernährungswirtschaftlichen Erzeugnissen verringerte sich dadurch im Jahr 2012 um 7,9 auf 4,4 Milliarden Euro. Dieser beruht vor allem auf beträchtlichen Einfuhren an Gemüse, Obst, Fisch (jeweils einschließlich Verarbeitungserzeugnissen) sowie an Futtermitteln, Ölsaaten und Ölsaatenprodukten. Hinzu kommen umfangreiche Importe an Kaffee, Tee, Fleischwaren, Tabak und Kakao. Die EU ist bedeutender Exporteur vor allem bei Getreide, Milch, Fleisch (jeweils einschließlich Verarbeitungserzeugnissen), aber auch von Bier, Wein und Spirituosen.
 
EU für Entwicklungsländer ein wichtiger und offener Absatzmarkt
Für die Entwicklungs- und Schwellenländer ist die EU im internationalen Vergleich ein offener Absatzmarkt. Sie liefern in die EU zollfrei oder zu niedrigen Zollsätzen mehr Agrarprodukte als in die USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland zusammen. Rund 71 Prozent der EU- Agrarimporte und etwa 49 Prozent der EU-Agrarexporte werden mit den Entwicklungs- und Schwellenländern getätigt. Aus diesen Ländern importierte die EU auch im Jahre 2012 wesentlich mehr Agrargüter (81,0 Milliarden Euro, gegenüber Vorjahr + 1 Prozent) als sie dorthin exportierte (54,2 Milliarden Euro, gegenüber Vorjahr + 12 Prozent). Ein großer Teil dieser Einfuhren entfällt auf Erzeugnisse, die nicht oder kaum mit EU-Produkten konkurrieren. Dazu gehören vor allem südländisches Obst und Gemüse sowie Kaffee, Kakao und Tee.
 
EU-Agrarexporte auch in 2013 mit weiterem Zuwachs
Nach Ergebnissen für die ersten acht Monate des Jahres 2013 (Januar bis August) sind die Exporte der EU nochmals deutlich gestiegen (+ 4 Prozent). Die EU-Einfuhren dagegen sind im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6 Prozent zurückgegangen. Der darin enthaltene EU-Handel mit Nahrungsmitteln nahm auf der Ausfuhrseite (+ 6 Prozent) deutlich stärker zu als auf der Importseite (+ 1 Prozent).
 
Außenhandel Deutschland 
 
Deutscher Außenhandel verliert an Dynamik
Sowohl auf der Einfuhr- als auch der Ausfuhrseite konnte der deutsche Außenhandel 2012 nur relativ geringe Zuwächse erzielen. Mit einem wertmäßigen Umfang von 1.097 Milliarden Euro fielen die Ausfuhren gegenüber 2011 um gut 3 Prozent höher aus. Die Einfuhren nahmen nur um knapp 1 Prozent auf 909 Milliarden Euro zu. Der positive Handelsbilanzsaldo verbesserte sich um 30 auf 188 Milliarden Euro. Das Wachstum des Außenhandels stockte auch in 2013. Wesentlicher Grund dafür ist die schwächelnde Konjunktur in vielen Ländern der EU. Im Zeitraum Januar bis September sanken sowohl die Ausfuhren als auch die Einfuhren gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um etwa 1 Prozent.
 
Agrarhandel zeigt sich relativ robust
Der deutsche Außenhandel mit Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft hatte in 2012 eine etwas stärkere Dynamik als die übrige Wirtschaft. Im Vergleich zum Jahr 2011 stiegen die Agrarausfuhren um gut 6 Prozent auf 63,5 Milliarden Euro und die  Agrareinfuhren um gut 2 Prozent auf 73,0 Milliarden Euro. Im Ergebnis schloss die Agrarhandelsbilanz mit einem Defizit von 9,5 Milliarden Euro ab. Das waren 2,0 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Gemessen am deutschen Außenhandel insgesamt hatten die Agrarausfuhren einen Anteil von 5,8 Prozent und die Agrareinfuhren einen Anteil von 8,0 Prozent.
 
Neue Rekorde im Agraraußenhandel
Im Zeitraum Januar bis August 2013 erreichten die deutschen Exporte von Agrar- und Ernährungsgütern nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 41,6 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Sie liegen damit um gut 6 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Schätzungen zufolge dürften die deutschen Agrarexporte in 2013 auf den neuen Rekordwert von über 67 Milliarden Euro ansteigen. Die Agrareinfuhren dürften unter der Schwelle von 75 Milliarden Euro bleiben.
 
Deutscher Agrarexport steht für Ausfuhr von Qualitätsprodukten
Charakteristisch für den deutschen Agrarexport ist die Ausfuhr von hochwertigen Veredlungserzeugnissen. So sind Milch und Milcherzeugnisse, darunter vor allem Käse, sowie Fleisch und Fleischwaren die wichtigsten Produkte des deutschen Agrarexportes. Qualität und Sicherheit sind wichtige Faktoren im Export.
 
Deutscher Agrarhandel überwiegend mit EU-Partnerstaaten
Deutschlands wichtigste Kunden im Agrarhandel sind die EU-Länder. 76 Prozent der gesamten Agrarausfuhren gingen 2012 in die EU und knapp 24 Prozent in Drittländer. Beim Drittlandexport sind Russland, die USA und die Schweiz die wichtigsten Abnehmer. Bei den Drittlandimporten ist Brasilien der mit Abstand wichtigste Lieferant vor den USA und China.
 
Starke Exportsteigerungen gegenüber Drittländern
Der deutsche Agrarexport mit Drittländern (+ 12 Prozent) ist 2012 stärker gewachsen als der Agrarexport innerhalb der EU (+ 4 Prozent). Anders sieht es bei den Agrarimporten aus, minus 0 Prozent gegenüber Drittländern, plus 4 Prozent gegenüber EU-Partnerstaaten. Auch für den Zeitraum von Januar bis August 2013 ist die Dynamik des Außenhandels mit Drittländern sowohl auf der Exportals auch auf der Importseite deutlich schwächer ausgeprägt als im Agrarhandel innerhalb der EU.
 
Handel mit Entwicklungsländern: Viel Import, wenig Export
75 Prozent der deutschen Agrarimporte aus Drittländern stammen aus den Entwicklungs-
und Schwellenländern, insgesamt 17,4 Milliarden Euro (gegenüber Vorjahr - 2 Prozent). Importiert wurden in erster Linie Kaffee, Ölsaaten sowie Obst und Südfrüchte. Die Exporte in die Entwicklungs- und Schwellenländer stiegen 2012 um rund 21 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Das sind 11 Prozent der gesamten deutschen Agrarexporte. Der traditionelle Einfuhrüberschuss mit den Entwicklungs- und Schwellenländern ging 2012 damit von 12,0 auf 10,5 Milliarden Euro zurück.
 
EU-Erweiterung hat deutschen Agrarhandel beflügelt
Der EU-Beitritt der zehn osteuropäischen Länder sowie von Malta und Zypern hat den deutschen Agrarhandel deutlich belebt. Deutschland führte 2012 aus den zwölf EU-Beitrittsländern Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von 6,9 Milliarden Euro ein.   Entsprechend ausgeführt wurden Waren im Wert von 8,0 Milliarden. Bei den Agrarimporten aus den 12 Beitrittsländern entfielen 2012 3,65 Milliarden Euro auf Polen. Etwas niedriger fielen die deutschen Agrarexporte nach Polen aus (3,49 Milliarden Euro).
 
Exportgeschäft nach Russland rückläufig
Mit rund 1,86 Milliarden Euro liegen die deutschen Agrarexporte nach Russland in 2012 um 3 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Ausgehend von einem vergleichsweise niedrigen Niveau stiegen die Agrarimporte dagegen um 20 Prozent auf 0,20  Milliarden Euro an. In 2013 zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Der Rückgang der Agrarexporte nach Russland dürfte sogar stärker ausfallen als in 2012.
 
Deutschland im Welthandel die Nummer drei
Deutschland nimmt beim globalen Handel von Agrarprodukten und Nahrungsmitteln eine Spitzenposition ein. Von den im Jahr 2012 weltweit exportierten Agrarprodukten im Gesamtwert von 1.375 Milliarden US-Dollar stammten 6 Prozent aus Deutschland.
Mehr Agrarprodukte außerhalb ihrer Grenzen vermarkteten 2012 nur die USA und die Niederlande.

 

 
 
 
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