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6 Erzeugung und Märkte

6.3 Pflanzliche Erzeugung

Verbesserte globale Versorgungslage
Mit 2,48 Milliarden Tonnen liegt die für 2015 geschätzte Weltgetreideernte knapp unter der Vorjahresernte (- 1,0 Prozent). Der Verbrauch steigt im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht an (+ 0,6 Prozent), dürfte aber im Wirtschaftsjahr 2015/16 um 7 Millionen Tonnen unter der Erntemenge bleiben. Entsprechend steigen die Lagerbestände. Bereits in den beiden Vorjahren hatten sich die Lagerbestände um 61 bzw. 46 Millionen Tonnen erhöht.
 
EU größter Weizenlieferant

Die USA dominieren den globalen Handel mit Getreide. In der Saison 2015/16 dürfte der Marktanteil von US-Getreide am Welthandel voraussichtlich 21 Prozent erreichen, von US-Grob- und Futtergetreide sogar 32 Prozent. Dabei spielt Mais eine maßgebliche Rolle. Die EU dagegen ist ein wichtiger Akteur am globalen Weizenmarkt. Dabei handelt es sich vor allem um qualitativ hochwertigen Brotweizen. Die Weizen-Ausfuhren der EU dürften im Wirtschaftsjahr 2015/16 mit geschätzten 33 Millionen Tonnen knapp unter dem hohen Vorjahresstand bleiben. Dennoch behält die Union ihren ersten Platz in der Rangliste der wichtigsten Weizenlieferanten vor den USA, Kanada und Russland. Der EU-Anteil am Welthandel mit Weizen beträgt 21 Prozent. Die Schwäche des Euro gegenüber dem Dollar fördert den Drittlandexport der EU-28, während US-Ware am Weltmarkt verliert.

Weltweite Weizenvorräte können den Bedarf von knapp 4 Monaten abdecken
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt die weltweite Weizenernte 2015 auf 733 Millionen Tonnen – das sind gut 1 Prozent oder knapp 8 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Verbrauch wird auf 717 Millionen Tonnen geschätzt und liegt damit nur um 16 Millionen Tonnen über dem Ernteergebnis. Entsprechend dürften sich die weltweiten Lagervorräte bei Weizen zum Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 auf 227 Millionen Tonnen erhöhen. Rein rechnerisch decken die zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres erwarteten Weizenvorräte den Bedarf von knapp 4 Monaten (116 Tage).

Leicht höhere Bestände an Grob- und Futtergetreide
Am Weltmarkt für Futter- und Grobgetreide ist dagegen in 2015/16 nur mit einem leichten Bestandsaufbau zu rechnen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) steht der Erzeugung von 1.270 Millionen Tonnen Futtergetreide voraussichtlich ein Verbrauch von 1.266 Millionen Tonnen gegenüber. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 werden Futtergetreidebestände von weltweit 247 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 4 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr.

Niedrigere EU-Getreideernte führt zum Abbau von Lager-beständen
In der EU-28 fällt das Getreideaufkommen 2015 nach Schätzung des europäischen Getreidehandelsverband COCERAL mit 307,3 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr (323,6 Millionen Tonnen) um 5 Prozent geringer aus. In ihrer Schätzung von Ende Oktober 2015 kommt die EU-Kommission auf eine Gesamternte in der EU von 308,3 Millionen Tonnen. Bei nahezu unveränderter Anbaufläche (57,0 Millionen Hektar) ist das niedrigere Getreideaufkommen fast ausschließlich auf geringere Hektarerträge im Vergleich zur guten Ernte 2014 zurückzuführen. Die Lagerbestände bei Getreide werden nach Einschätzung der EU-Kommission am Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 auf rund 40 Millionen Tonnen zurückgehen. Das wären im Jahresvergleich 6 Millionen Tonnen weniger.

Deutsche Getreideernte 2015 kleiner als 2014
Trotz Frühsommertrockenheit, die vor allem in Bundesländern mit einem hohen Anteil leichter Standorte zu Ertragseinbußen führte, erreicht die deutsche Getreideernte in 2015 mit 48,8 Millionen Tonnen (einschließlich Körnermais) ein Niveau, das zwar um 6 Prozent unter dem guten Rekordergebnis des Vorjahres liegt, aber um 3 Prozent das langjährige Mittel 2009/14 übertrifft. Ausschlaggebend für das niedrigere Ernteergebnis sind bei leicht verringerten Anbauflächen niedrigere Hektarerträge. Regional gesehen ist die Ertragsentwicklung wegen unterschiedlicher Witterungsbedingungen allerdings uneinheitlich.

Neuer Exportrekord
Im Wirtschaftsjahr 2014/15 legten die Getreideausfuhren Deutschlands erneut kräftig zu und stellten mit 15,2 Millionen Tonnen einen neuen Rekord auf. Den größten Zuwachs gab es beim Weichweizen, wobei insbesondere die Lieferungen nach Nordafrika stark zulegten. Nach ersten Einschätzungen fallen die Ausfuhren im Wirtschaftsjahr 2015/16 deutlich geringer aus.

Ziehen die globalen Getreidepreise bald wieder an?
Die internationalen Getreidepreise standen wegen relativ hoher Lagerbestände und guter Ernteprognosen seit Jahresbeginn 2015 unter Druck. Im Oktober hatte sich der globale FAO-Getreidepreisindex allerdings wieder leicht erholt, blieb aber immer noch um 12 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Als Gründe für die Preiserholung gibt die FAO eine Verschlechterung der Produktionsaussichten auf Grund von Trockenheit in Ländern wie Australien an. Die Sorgen über die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño sind in weiten Teilen der Welt groß. Einschränkungen der Produktion hätten globale deutliche Preisanstiege zur Folge. Zur heißesten Jahreszeit auf der Südhalbkugel der Erde wird El Niño seine stärksten Auswirkungen entfalten, die bis Mitte 2016 nachwirken können. Indirekt preisdämpfend könnten hingegen die fortgesetzt niedrigen Öl- und Energiepreise wirken.
Der FAO-Getreidepreisindex wird gebildet auf Basis der Exportpreise für Weizen, Mais und Reis an den wichtigsten globalen Handelsplätzen.

Mittelfristig weiterhin eher knappe Versorgungssituation
Trotz der in 2015/16 komfortablen Versorgung rechnen FAO und OECD mittelfristig mit einer weiter eher knappen globalen Versorgungssituation und somit mit einem sich wieder festigenden Preisniveau. Als Gründe werden das weitere Bevölkerungswachstum, begrenzte Anbauflächen und verringerte Produktivitätsfortschritte angegeben. Es werden weiter große Preisausschläge (Volatilitäten) erwartet.

Getreidepreise in Deutschland unter Druck
Während der Ernte 2015 haben die Getreidepreise in Deutschland kräftig nachgegeben. Auslöser war das absehbar reichliche Angebot. Erzeuger reagierten auf die niedrigeren Gebote mit zurückhaltendem Verkauf. Globale Signale über eine knappe Versorgung ließen auch die Erzeugerpreise für Weizen und Gerste in Deutschland im Oktober wieder ansteigen. Die Futtergetreidepreise wurden durch ein geringeres Angebot an Körnermais gestützt.

Wieder festere Preise erwartet
Auch im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2015/16 wird die Entwicklung am Weltmarkt für die hiesigen Märkte tonangebend sein. Marktexperten gehen von einer sich weiter festigenden Tendenz bei den Preisen für Brot- und Futtergetreide aus und begründen dies mit deutlichen Ertragseinbußen in wichtigen Export- und Importländern. Für diese Annahme sprechen die positiven Vorgaben von den Terminmärkten. Neben den möglichen Auswirkungen des El Niño sind auch die Anbau- und Ernteprognosen im Frühjahr 2016 für 2016/17 für die Richtung und die Stärke der Preis-
entwicklung bedeutsam.

Getreide wird preisgünstiger – Brot und Backwaren nicht
Während die Entwicklung der Erzeugerpreise für Brotweizen im Zeitverlauf durch ein starkes Auf und Ab gekennzeichnet ist, sind die Verbraucherpreise für Brot und Gebäck relativ stabil geblieben. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Rohstoffanteil an den Verbraucherpreisen für Brot und Backwaren nur bei etwa drei bis sechs Prozent liegt. Wie Berechnungen der Agrar-
markt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigen, blieben die Verbraucherpreise für Brot von der Abwärtsentwicklung der Erzeugerpreise für Weizen unbeeindruckt.

Globale Ölsaatenerzeugung leicht rückläufig
Weltweit wird die Ölsaatenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 530,9 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 6 Millionen Tonnen oder gut 1 Prozent weniger als im Vorjahr. In den Wirtschaftsjahren zuvor hatte die globale Ölsaatenerzeugung jeweils deutlich zugenommen. Die mit Abstand wichtigste Ölsaat ist im Wirtschaftsjahr 2015/16 die Sojabohne mit 321,0 Millionen Tonnen, gefolgt vom Raps mit 67,1 Millionen Tonnen, der Erdnuss mit 40,8 und der Baumwollsaat mit 39,8 Millionen Tonnen.

USA, Brasilien und Argentinien dominieren den Sojaanbau
Sojabohnen werden hauptsächlich in Form von Schrot zu Tierfutter verarbeitet. Der Vorteil ist der hohe Eiweißgehalt, der mit 40 Prozent mehr als doppelt so hoch ist wie beim Raps. Zudem enthalten Sojabohnen rund 20 Prozent Öl. Der weltgrößte Erzeuger von Sojabohnen sind die USA mit geschätzten 108,4 Millionen Tonnen in 2015/16, gefolgt von Brasilien mit 100,0 Millionen Tonnen sowie Argentinien mit 57,0 Millionen Tonnen. Hauptimporteur von Sojabohnen ist China mit 80,5 Millionen Tonnen, gefolgt von der EU mit 13,7 Millionen Tonnen. Die für das Wirtschaftsjahr 2015/16 geschätzte Welt-Sojabohnenernte liegt bei 312,0 Millionen Tonnen. Das ist gegenüber dem Vorjahr knapp 1 Prozent mehr. In den Vorjahren fiel der Erzeugungszuwachs erheblich stärker aus.

Palm- und Sojaöl beherrschen den Pflanzenölmarkt
Der weltweite Pflanzenölmarkt wird vom Palmöl dominiert. Im Wirtschaftsjahr 2015/16 macht die   Palmölerzeugung mit etwa 65,1 Millionen Tonnen knapp 36 Prozent der globalen Pflanzenölerzeugung von insgesamt 181,5 Millionen Tonnen aus. Die größten Palmölproduzenten der Welt sind Indonesien und Malaysia mit zusammen 86 Prozent Markanteil. Sojaöl nimmt mit einer Weltproduktion von 51,0 Millionen Tonnen und einem Anteil von 28 Prozent an der Gesamtproduktion die zweite Stelle bei den pflanzlichen Ölen ein. Es folgen Raps- und Sonnenblumenöl mit 26,3 Millionen Tonnen (14 Prozent) und 15,1 Millionen Tonnen (8 Prozent).

Pflanzenölmarkt mit dynamischer Entwicklung
Die Erzeugung der weltweit neun wichtigsten pflanzlichen Öle (aus Sojabohnen, Raps, Sonnenblumen, Baumwoll- und Erdnusssaat sowie Palm und Palmkerne, Kokos und Oliven) dürfte im Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 181,4 Millionen Tonnen ansteigen. Dies sind 5,5 Millionen Tonnen oder gut 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Noch stärker wächst die Nachfrage mit fast 4 Prozent. Angebot und Nachfrage zeigen bereits seit Jahren eine dynamische Entwicklung. Pflanzenöl wird zu einem hohen Anteil im Nahrungsmittelbereich eingesetzt. Nur etwa ein Fünftel geht in die oleo-chemische Industrie oder wird zur Herstellung von Biodiesel verwandt.

Geringere Ölsaatenernte in der EU
In der EU-28 hat die Ölsaatenerzeugung in 2015 ertrags- und anbaubedingt mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis abgeschlossen. Mit einer Erntemenge von 31,8 Millionen Tonnen wurde das Vorjahresergebnis um 4,4 Millionen Tonnen oder 12 Prozent unterschritten. Mit 21,2 Millionen Tonnen (gegenüber Vorjahr - 13 Prozent) dominiert in der EU-Ölsaatenerzeugung der Raps, gefolgt von Sonnenblumen mit 7,7 Millionen Tonnen (- 15 Prozent) und Sojabohnen mit 2,0 Millionen Tonnen (+ 7 Prozent).

Unterdurchschnittliche Rapsernte in Deutschland
Nach Ergebnissen der amtlichen Statistik wurden 2015 in Deutschland 5,0 Millionen Tonnen Winterraps geerntet. Das sind auf Grund einer stark eingeschränkten Anbau-
fläche und bei deutlich niedrigeren Erträgen 1,2 Millionen Tonnen oder rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Das langjährige Mittel 2009-2014 wird damit um 8 Prozent verfehlt. Der Durchschnittsertrag wird auf 39,1 Dezitonnen je Hektar geschätzt. Das ist zwar etwas mehr als im langjährigen Mittel, liegt aber deutlich unter dem guten Vorjahresergebnis.

Bei Ölsaaten und -schroten hohe Netto-Importe
Deutschland führte im Wirtschaftsjahr 2014/15 13,1 Millionen Tonnen Ölsaaten und -schrote ein und 3,9 Millionen Tonnen aus. Importiert wurden vor allem Raps (4,3 Mio. t), Sojabohnen (3,8 Mio. t) und Sojaschrot (2,7 Mio. t). In beachtlichen Mengen exportiert wurden Rapsschrot (1,8 Mio. t) und Sojaschrot (1,6 Mio. t).

Abwärtstrend der Preise für pflanzliche Öle beendet?
Die von Juni bis September 2015 stark gefallenen globalen Preise für Pflanzenöle sind den guten Ernten und Ernteaussichten bei Sojabohnen und Palmöl in den USA, Asien und Südamerika geschuldet. Der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle erreichte im September den niedrigsten Stand seit März 2009. Im Oktober 2015 dagegen hatte der globale Pflanzenölpreisindex gegenüber dem Vormonat wieder deutlich zulegen können (+ 6 Prozent). In Sorge vor den möglichen Auswirkungen des El Niño zogen die Palmölpreise in Südostasien deutlich an. Die Sojabohnenpreise zeigten wegen der witterungsbedingten verzögerten Aussaat in Brasilien einen deutlichen Anstieg. Schließlich trugen die begrenzt verfügbaren Mengen an Raps- und Sonnenblumensaat zu dem globalen Anstieg der Pflanzenölpreise bei.

Rapspreise mit Potenzial nach oben
Die Preise für Ölsaaten und pflanzliche Öle in der EU und in Deutschland folgen den globalen Notierungen. Die heimischen Rapspreise bleiben von der globalen Entwicklung auf den Märkten für Palm- und Sojabohnen somit nicht unberührt. Auf Grund des deutlich knapperen Angebotes als im Vorjahr ist allerdings kaum mit weiteren Preisrückgängen bei Raps zu rechnen, zumal die anstehenden Ernten in Südamerika und Südostasien vor dem Hintergrund des drohenden El Niño bereits Kurswirkung zeigten.

Globale Zuckerzeugung geht zurück
Die Weltzuckererzeugung wird vom USDA für das Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 172,1 Millionen Tonnen Zucker geschätzt. Das sind 3 Millionen Tonnen oder knapp 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Niedrigeren Erzeugungsmengen in Brasilien, Indien, der EU und der Ukraine steht ein Produktionszuwachs vor allem in Australien, Russland und der Türkei gegenüber. Der globale Verbrauch an Zucker wächst 2015/16 um 1 Prozent. Erstmals nach fünf Jahren dürften die Bestände an Zucker im Wirtschaftsjahr 2015/16 deutlich abgebaut werden. Von Mitte 2011 bis August 2015 sind die globalen Zuckerpreise stark zurückgegangen. Im September und noch stärker im Oktober 2015 setzte eine Preiswende ein. Der FAO-Index für Zucker lag im Oktober um 21 Prozent über dem Stand von August. Auslöser für diese Preiswende waren die Furcht vor möglichen übermäßigen Niederschlägen in Brasilien und deren Folgen für die Zuckerrohrernte. Aus Indien, Thailand, den Philippinen, Vietnam und Südafrika wurde extreme Trockenheit gemeldet. Der Anteil des Rübenzuckers an der weltweiten Zuckererzeugung beträgt rund 22 Prozent.

EU-Zuckererzeugung fällt auf 15,3 Millionen Tonnen
Die EU-Zuckerproduktion 2015/16 beläuft sich nach Einschätzung der Europäischen Kommission voraussichtlich auf rund 15,3 Millionen Tonnen, gegenüber 19,4 Millionen Tonnen im Vorjahr. Dieser Schätzung liegt ein Rückgang der EU-Anbaufläche für Zuckerrüben um rund 220.000 Hektar auf 1,34 Millionen Hektar (- 14 Prozent) sowie ein Rückgang des Zuckerertrages je Hektar um 8 Prozent zugrunde. Seit der letzten EU-Zuckermarkt-
reform stehen gut 13,2 Millionen Tonnen an Quote zur Verfügung. Die Differenz zur Erzeugung wird von der Zuckerindustrie über Exporte, die Bioenergieverwertung und die chemische Industrie vermarktet, und zwar zu Marktpreisen. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für EU-Quotenzucker sind von den Preisentwicklungen auf den Weltmärkten relativ stark abgekoppelt. Die EU-Zuckermarktordnung läuft 2017 aus.

Deutsche Zuckererzeugung gegenüber Vorjahr um gut ein Viertel niedriger
Die deutsche Zuckererzeugung aus Rüben fällt in 2015/16 nach vorläufigen Ergebnissen der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) mit 3,3 Millionen Tonnen um 1,2 Millionen Tonnen oder 27 Prozent niedriger aus als die relativ hohe Ernte in der Kampagne 2014/15. Die Ursachen für das erheblich niedrigere Kampagne-Ergebnis sind eine starke Anbaueinschränkung um 15 Prozent auf 289.000 Hektar und ein um 17 Prozent niedrigerer Zuckerertrag je Hektar.

2015 mit bislang kleinster EU-Kartoffelernte
In der EU-28 wurden 2015 geschätzte 52,3 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das waren 8,3 Millionen Tonnen oder 14 Prozent weniger Kartoffeln als im Vorjahr. Bei großen regionalen Unterschieden waren vor allem deutlich niedrigere Hektarerträge (- 11 Prozent), aber auch geringere Anbauflächen (- 3 Prozent) für die bis dato kleinste EU-Kartoffelernte maßgebend. Bislang galt 2013 als das Jahr mit der niedrigsten Ernte in der 28er Gemeinschaft. Damals kamen 54,3 Millionen Tonnen zusammen.

Auch deutsche Kartoffelernte 2015 erheblich niedriger
Nach dem vorläufigen Ergebnis der amtlichen Statistik liegt die deutsche Kartoffelernte des Jahres 2015 bei 9,9 Millionen Tonnen. Das sind gegenüber dem guten Vorjahresergebnis 15 Prozent weniger Kartoffeln. Der mehrjährige Durchschnitt 2009-2014 wird um 10 Prozent untertroffen. Zu dem schwachen Ergebnis haben ein Anbaurückgang um 11.000 Hektar auf 234.100 Hektar (- 4 Prozent) und witterungsbedingt niedrige Erträge im Süden Deutschlands beigetragen. Der durchschnittliche Kartoffelertrag von 421 Dezitonnen je Hektar blieb 2015 um 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Angesichts des deutlich kleineren Speisekartoffelangebotes haben die Kartoffelpreise zur Ernte 2015 deutlich angezogen. Das Preis-plus gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahresstand ist beträchtlich. 

Vermarktungsspanne ist größer geworden
Der Zusammenhang zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist bei Speisekartoffeln relativ eng. Sinkende bzw. steigende Erzeugerpreise gehen mit sinkenden bzw. steigenden Verbraucherpreisen einher, allerdings nicht in gleichem Ausmaße. Die Vermarktungsspannen nehmen sowohl in Jahren mit steigenden als auch in Jahren mit sinkenden Preisen zu.

Niedrigere EU-Apfel- und Birnenernte
Für die 28 Mitgliedstaaten der EU wird die Apfelernte in 2015 auf rund 12,0 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind rund 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutschland ist mit 903.000 Tonnen der viertgrößte Apfelerzeuger in der EU, nach Polen (3,7 Mio. t), Italien (2,2 Mio. t) und Frankreich (1,6 Mio. t).
Die EU-Birnenernte in 2015 wird für die EU auf 2,3 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind ebenfalls vier Prozent weniger als im Jahr 2014. Der wichtigste Erzeuger ist Italien mit 723.000 Tonnen, gefolgt von Spanien (377.000 t), Belgien (347.000 t) und den Niederlanden (327.000 t). Deutschland spielt mit 41.000 Tonnen im EU-Vergleich nur eine untergeordnete Rolle.

Unterdurchschnittliche Obsternte
Bei Obst stellt fast jedes Produkt einen eigenen Markt dar. Die deutsche Apfelernte wird 2015 auf 903.000 Tonnen veranschlagt. Das wäre die nach 2010 und 2013 drittkleinste Ernte der letzten zehn Jahre, gegenüber Vorjahr -19 Prozent. Den Ausschlag gaben alternierende Erträge in den Hauptanbauregionen an der Niederelbe und am Bodensee. Die Birnenernte liegt nach vorläufigen Ergebnissen bei 41.000 Tonnen (- 10 Prozent), die Erdbeerernte bei 156.000 Tonnen (- 2 Prozent), die Kirschernte bei 49.000 Tonnen (- 14 Prozent) und die Ernte von Pflaumen/Mirabellen bei 51.000 Tonnen (-19 Prozent).

Erzeugermärkte setzten 2014 mehr Obst ab, erzielten aber geringere Erlöse
Die deutschen Erzeugermärkte standen 2014 unter dem Druck hoher Erntemengen. Zusätzlich preisdämpfend wirkte das russische Importembargo dadurch, dass nicht ausgeführte polnische Äpfel auf die Märkte anderer EU-Länder drängten. Trotz höherer Absatzmengen blieben die Umsatzerlöse in 2014 deutlich hinter dem Vorjahresstand zurück. In 2015 ist die Situation eher umgekehrt. Der deutlich kleineren Obsternte stehen höhere Erzeugerpreise gegenüber, so dass die Erlöse voraussichtlich wieder steigen werden.

Anbau von Freilandgemüse hat leicht zugenommen
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungserhebung des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die Anbaufläche von Freilandgemüse in Deutschland in 2015 auf 111.000 Hektar. Gegenüber dem Vorjahr ist das gut 1 Prozent mehr. Zu den flächenmäßig wichtigsten Kulturen gehören Spargel, Möhren und Zwiebeln. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind nach wie vor die Bundesländer mit der größten Freilandgemüsefläche. In Gewächshäusern wird in Deutschland auf rund 1.300 Hektar Gemüse angebaut. Die wichtigste Kultur ist die Tomate, gefolgt von Gurke und Kopfsalat.

Gemüseernte 2015 bleibt hinter dem Vorjahresstand zurück
Die deutsche Freiland-Gemüseernte liegt nach Schätzungen der AMI 2015 bei 3,40 Millionen Tonnen. Gegenüber der Vorjahresernte von 3,54 Millionen Tonnen sind das 4 Prozent weniger. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung je nach Produkt und Region unterschiedlich ausfiel, ganz besonders wenn dabei ungünstige Witterungsverhältnisse eine Rolle spielten. Im Vergleich zum Rekordjahr 2014 ist zum Beispiel die deutsche Spargelernte im Jahr 2015 nur etwas geringer ausfallen (-2 Prozent), jedoch mit überdurchschnittlich guten Erträgen. Mit 25.300 Hektar ist Spargel die flächenstärkste Gemüsekultur, gefolgt von Speisezwiebeln und Möhren mit jeweils gut 10.000 Hektar.

Höherer Umsatz mit niedrigerer Ernte
Die Frischgemüseabsatzmenge der deutschen Erzeugermärkte konnte im Jahr 2014 leicht gesteigert werden. Dennoch fielen die Umsatzerlöse niedriger aus als im Rekordjahr 2013. Niedrigere Preise konnten durch das Mengenplus nicht vollständig ausgeglichen werden. Eine umgekehrte Situation zeichnet sich für das Jahr 2015 ab. Ein erntebedingtes Minus bei den Absatzmengen dürfte durch höhere Preise mehr als ausgeglichen werden.

Deutschland unter den TOP 10-Weinländern
Die globale Weinerzeugung in 2015 wird auf 275,7 Millionen Hektoliter geschätzt. Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Plus von 2 Prozent. Auch in 2015 führen Italien (48,9 Mio. Hektoliter) und Frankreich (47,4 Mio. Hektoliter) die Rangliste der weltweit wichtigsten Weinerzeugerländer an, vor Spanien (36,6 Mio. Hektoliter). Auf Platz 4 folgen die USA mit 22,1 Millionen Hektolitern. Deutschland liegt mit 9,0 Millionen Hektolitern auf Platz 10 der Weltrangliste, noch vor Portugal und Griechenland.

Traubenernte 2015 mit hervorragend guten Qualitäten
Die deutsche Weinmosternte 2015 wird auf rund 9,0 Millionen Hektoliter geschätzt. Damit läge die 2015er Ernte auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels und nur zwei Prozent unter dem Vorjahresertrag. Aufgrund des sehr trockenen Sommers schwanken die Erträge bei den Winzern je Wasserspeicherkraft des Bodens und dem Alter der Reben allerdings recht stark. Die Mosternte 2015 wird als qualitativ ausgewöhnlich guter Jahrgang beschrieben. Mit 171,2 Millionen Hektolitern wird in der EU 2015 eine Weinmosternte geschätzt, die um knapp 3 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegt.

Wein und Weinbau in Deutschland
Deutschland beheimatet die nördlichsten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt. Die gesamte beerntete Rebfläche lag 2015 bei genau 100.000 Hektar. Rund zwei Drittel davon befinden sich in Rheinland-Pfalz. Die meisten der etwa 20.000 Winzer - viele davon im Nebenerwerb - sind in 230 Winzergenossenschaften zusammengeschlossen.

Kleine Hopfenernte
In Deutschland werden auf mehr als 17.300 Hektar Hopfen angebaut. Damit liegt mehr als ein Drittel der weltweiten Anbaufläche in Deutschland. Die Erzeugnisse der knapp 1.200 Hopfenbetriebe in Deutschland werden in über 100 Länder exportiert. Die Hopfenernte in 2015 wird auf 28.000 Tonnen geschätzt. Infolge extremer Hitze und Trockenheit sind das gegenüber dem Vorjahr 27 Prozent weniger.