Pressemeldungen  | 24.01.2017

Starke Gemeinsame EU-Agrarpolitik ist unverzichtbarer Stabilitätsfaktor

DBV-Fachforum zur Gemeinsamen EU-Agrarpolitik nach 2020

„Für eine flächendeckende und erfolgreiche Landwirtschaft in Deutschland und Europa ist eine starke Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) unverzichtbar. Daher muss die GAP auch nach 2020 so ausgerichtet werden, dass sie eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Landwirtschaft ermöglicht. Auch zukünftig ist dafür eine starke erste Säule unabdingbar, deren Mittelvolumen im Gleichklang mit dem gesamten EU-Haushalt stabil bleibt, die Umsetzung gesellschaftlicher Ansprüche ermöglicht und die Einkommen der Landwirtschaft absichert.“ Das betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf dem DBV-Fachforum „GAP nach 2020 – Herausforderungen für die Landwirtschaft“ anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Budgetkürzungen oder zusätzliche Umschichtungen in die zweite Säule würden indes die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft gefährden, mahnte Rukwied. Treiber für die bevorstehende Debatte um den künftigen Weg der GAP nach 2020 müssen nach Aussage des Bauernpräsidenten Vereinfachung und Bürokratieabbau sowie Verlässlichkeit und Stabilität sein.

 

Die Herausforderungen der GAP nach 2020 aus landwirtschaftlicher Sicht diskutierten mehr als 120 Teilnehmer mit nationalen und europäischen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Berlin. Schwerpunkte waren die Weiterentwicklung und Vereinfachung des Greening in der ersten Säule über produktionsintegrierte Maßnahmen ebenso wie verbesserte Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Risikoabsicherung in der GAP. Dabei betonte das Fachforum insbesondere die Bedeutung der Direktzahlungen als wichtige Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Landwirtschaft. Als wesentlicher Stabilitätsfaktor für die Wirtschaftlichkeit der ländlichen Räume müssten die Direktzahlungen künftig die Kosten für die Erfüllung von europäischen Standards über dem Weltmarktniveau einkommenswirksam ausgleichen. Bislang findet jedoch nur ein Teilausgleich statt. Freiwillige öffentliche Leistungen der Landwirte müsse die GAP künftig attraktiv und einkommenswirksam über die zweite Säule honorieren, so ein Fazit des DBV-Fachforums. Einig waren sich die Forumsteilnehmer darin, dass die GAP nach 2020 Antworten auf Marktrisiken und Preisvolatilitäten, Klimaschutz und Biodiversität sowie den Bedarf nach Investitionen, Forschung und Innovationen geben muss. Ferner müsse die GAP nach 2020 ihrer wichtigen Rolle bei der Stärkung der ländlichen Räume gerecht werden und insbesondere die Digitalisierung auf dem Lande und in der Landwirtschaft begleiten. Gleichermaßen müsse eine erfolgreiche GAP nach 2020 auch die Landwirte innerhalb der Lebensmittellieferkette stärken, so ein weiteres DBV-Resümee.




Auf dem Podium von links nach rechts: Matthias Borst (Moderator, Direktor Agrar- und Umweltpolitik, Bayerischer Bauernverband), Dr. German Jeub (Abteilungsleiter EU-Politik, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft), Ulrike Müller (Mitglied des Europäischen Parlaments, ALDE), Dr. Martin Scheele (Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, EU-Kommission), Dorothea Hütte (Dolmetscherin), Xavier Beulin (Präsident des französischen Bauernverbandes FNSEA), Bernhard Krüsken (Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes DBV), Prof. Dr. Peter Feindt (Universität Wageningen)
Quelle: Ferchland

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