Pressemeldungen  | 05.08.2016

Weniger Äpfel und deutlich weniger Birnen in der EU

Gemeinsame Pressemeldung BVEO – BOG – AMI

Mehr als 300 Teilnehmer verfolgten auf dem diesjährigen Prognosfruit-Kongress in Hamburg die Präsentation der Erntedaten für 2016 und hoffen jetzt auf anziehende Preise.
 
Laut Philippe Binard, dem Geschäftsführer der World Apple and Pear Association, erwarten die EU-Anbauregionen ein Erntevolumen von 12 Mio. Tonnen Äpfel, damit 320.000 Tonnen weniger als im Vorjahr. Frühjahrsfröste dezimieren das Erntevolumen in der Alpenregion und in den Balkanländern. Das übrige Europa profitiert von den bisher optimalen Witterungsbedingungen und prognostiziert ansprechende Qualitäten. Letzteres, so der Marktexperte Helwig Schwartau von der AMI, dürfte den Konsum stimulieren und für mehr Preisstabilität sorgen. Mit einer Apfelproduktion von über 1 Mio. Tonnen darf sich der deutsche Konsument auf ein reichliches Angebot aus regionaler Produktion freuen.
 
Im Fokus steht aber nicht nur der EU-Binnenmarkt, vielmehr blicken die Vermarkter in die Ferne und erschließen für ihre Produkte zunehmend die Märkte in Asien und Afrika. Mit steigender Tendenz exportiert die EU jährlich über 1,5 Mio. Tonnen Äpfel und versucht langfristig über die „neuen Märkte“ das russische Embargo zu kompensieren. „Deutschland hat hier Nachholbedarf und darf die Entwicklung nicht verschlafen“, so Dr. Christian Weseloh, Geschäftsführer der BVEO, und Dr. Hans-Dieter Stallknecht, Geschäftsführer des BOG.
 
Diskutiert wurde auf dem Kongress auch über die Bedeutung der sogenannten Clubsorten. Die Anbaumenge und der Kreis der Vermarkter sind begrenzt, zusätzlich gibt es feste Vorgaben bei der Qualität. Dem Produzenten werden auch bei einer allgemein angespannten Marktlage akzeptable Preise ausgezahlt. Die Marktexperten sind sich einig, dass der Marktanteil von „Pink Lady & Co“, der in Deutschland schon bei 10 Prozent liegt, weiter steigen dürfte.
 
Durch die wechselhafte Witterung im Frühjahr 2016 sinkt die diesjährige EU-Birnenernte auf 2,2 Mio. Tonnen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2012. Die Produzenten erhoffen sich einen Ausgleich für das nicht kostendeckende Preisniveau der letzten Jahre.
 
Zum Abschluss des Prognosfruit-Kongresses informierten Vertreter der Industrie über den Markt für Mostäpfel. Durch das reichliche Angebot, unter anderem in Polen, dürften die Preise unter Druck geraten. Ein Problem stellt der seit Jahren rückläufige Konsum für Apfelsaft dar. Die Vermarkter und Produzenten blicken aber optimistisch in die kommende Saison. Das Fundament dafür ist in Form einer guten Qualität vorhanden.



Der Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) ist die berufsständische Interessenvertretung für den erwerbsmäßigen deutschen Obst- und Gemüsebau in Deutschland, vorwiegend in den Bereichen der Wirtschafts-, Agrar- und Handelspolitik, Gesetzgebung EU, Bund und Länder sowie Anbau- und Vermarktungsfragen. Geschäftsführer: Dr. Hans-Dieter Stallknecht.
 
Zur AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, Bonn:
Die AMI wurde auf Initiative der Wirtschaft im Februar 2009 gegründet. Die Geschäftsfelder umfassen die Bereitstellung neutraler, unabhängiger Marktfakten und Informationen über die nationalen und internationalen Agrarmärkte. Insgesamt werden 15 Rohstoff- und Lebensmittelmärkte in über 70 Informationsdiensten analysiert, bewertet und kommentiert. Mehr als 40 Marktexperten arbeiten an den Standorten Bonn (Hauptsitz), Hamburg und Berlin. Geschäfts-führer ist Christian Alter. Weitere Informationen auf www.AMI-informiert.de oder persönlich unter 0228-33 80 5-404.
 
Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) ist ein Zusammenschluss von 40 Mitgliedern (30 Erzeugerorganisationen und zehn Einzelunternehmen) der deutschen Obst- und Gemüsebranche. Der Verband vertritt die politischen Interessen seiner Mitglieder, organisiert Messe- und Kongressauftritte und steuert PR- und Marketingmaßnahmen. Er kooperiert mit internationalen Schwesterorganisationen und übernimmt verschiedene Verwaltungsaufgaben. Geschäftsführer: Dr. Christian Weseloh.