Pressemeldungen  | 24.11.2017

Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus

Landkreise und Bauern bereiten sich auf den Seuchenfall vor

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt weiter an Deutschland heran. Die Tierseuche tritt seit 2014 in den baltischen Staaten und Polen - in weiter östlich liegenden Ländern bereits seit 2007 - häufig auf und verbreitet sich immer weiter Richtung Westen. Es besteht die ständige Gefahr der Verschleppung über Landesgrenzen hinweg. Vor allem über eine Verschleppung durch den Menschen kann die Tierseuche sprunghaft große Entfernungen in kurzer Zeit überbrücken und rasch auch Deutschland treffen. Zur Vorbereitung auf eine mögliche Betroffenheit der deutschen Landwirte hat heute (24.11.2017) in Berlin eine gemeinsame Veranstaltung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, des Deutschen Landkreistages und des Deutschen Bauernverbandes zu Sachstand und Umgang mit dieser Form der Schweinepest stattgefunden. In der sehr gut besuchten Konferenz ging es darum, Deutschland vor einem Seucheneintrag zu schützen, aber auch für den möglichen Ernstfall vorbereitet zu sein.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sagte: „Eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland brächte schwere wirtschaftliche Folgen für alle Schweinehalter mit sich. Deshalb hat mein Haus, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), bereits eine Reihe an Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Schon im August hat das BMEL eine Aufklärungskampagne an Autobahnraststätten, Parkplätzen und Autohöfen gestartet. Im September habe ich mich in Prag mit meinem tschechischen Amtskollegen Marian Jurečka über die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen ausgetauscht. Aktuell bereiten wir uns mit einer gemeinsamen Krisenübung von Bund und Ländern auf den Krisenfall vor.“

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistages Prof. Dr. Hans-Günter Henneke sagte: „Die Landkreise wären von einem Ausbruch der Seuche in vielfältiger Weise betroffen. Neben den erheblichen Auswirkungen auf die schweinehaltende Landwirtschaft sowie die lebensmittelverarbeitenden Betriebe sind die Landkreise in den Ländern regelmäßig die für die Seuchenbekämpfung zuständigen Behörden. Von daher wollen wir einen Beitrag dazu zu leisten, auf den Seuchenfall vorbereitet zu sein. Die Landkreise verfügen über jahrelange Erfahrung bei der Bekämpfung von Tierseuchen, zuletzt wieder unter Beweis gestellt bei der Geflügelpest. Sie gewährleisten im Zusammenwirken mit Landwirten und Jägern eine schnelle und effektive Reaktion auf ein mögliches Auftreten in Deutschland.“

Johannes Röring, Vorsitzender des Fachausschusses Schweinefleisch beim Deutschen Bauernverband (DBV) und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes: „Für uns Schweinehalter und für die gesamte Wertschöpfungskette wäre ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest eine Katastrophe. Deswegen müssen wir alles unternehmen, damit die Seuche in Deutschland nicht auftritt. Gleichzeitig müssen wir aber auch auf den Ernstfall so gut wie möglich vorbereitet sein und die Landwirtschaft unterstützen! Dafür ist insbesondere ein schnelles und reibungsloses Krisenmanagement nötig, welches nur im Zusammenspiel mit den Behörden, den Jägern und der Landwirtschaft gelingt. Daher sind solche gemeinsamen Veranstaltungen wie heute sehr wertvoll, um im Krisenfall schnell reagieren zu können.“