Pressemeldungen  | 29.08.2013

Akzeptanz von moderner Landtechnik sicherstellen

Hinweise zur anstehenden Maisernte

Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen werden immer leistungsfähiger, aber auch größer. Auf diese Weise hat sich die Schlagkraft der Landwirtschaft deutlich verbessert. In kurzen Zeitfenstern werden heute große Erntemengen vom Feld zum Hof, zum Handel oder zum Verarbeiten gefahren. Gleiches gilt für den Transport und die Verteilung von Handels- und Wirtschaftsdünger auf die Felder. Gleichzeitig wird moderne Landtechnik jedoch von der Bevölkerung immer häufiger als Ärgernis oder sogar Belästigung empfunden. Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR) und Deutscher Bauernverband (DBV) appellieren zusammen mit den Herstellern und Händlern von Landtechnik, dem VDMA Landtechnik und dem LandBauTechnik-Bundesverband, an alle Halter und Nutzer von Landtechnik, umsichtig und schonend zu fahren und somit die Akzeptanz von moderner Landtechnik in der Bevölkerung zu erhalten.
 
Angesichts der bevorstehenden Maisernte geben die Verbände eine Reihe von Hinweisen, um die Bevölkerung zu informieren und einen aktiven Beitrag zur landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.
 
Runter vom Gas. Wenn schwere Schlepper mit großen Lasten durch enge Ortschaften fahren, können sich Anwohner vom landwirtschaftlichen Straßenverkehr belästigt fühlen. Hier kann es nur eine Empfehlung geben: Runter vom Gas. Fahrten mit 30 Stunden-Kilometer sind immer noch schnell genug. Dadurch wird der Geräuschpegel deutlich reduziert und ein wesentlicher „Störfaktor“ für die Anlieger entschärft. Vor allem in Wohngebieten, rund um Schulen, Spielplätze und Kindergärten oder an sonstigen neuralgischen Punkten sollte jede Möglichkeit der Konfliktvermeidung genutzt werden.
 
Um den Druck auf den Ackerboden zu minimieren und den Boden schonend zu bearbeiten, sind die Transportgespanne in der Regel mit großvolumiger Bereifung und niedrigem Innendruck ausgestattet. Diese Bereifung hat auf der Straße dann allerdings eine höhere Geräuschentwicklung zur Folge, die Abrollgeräusche sind deutlich lauter als bei einem LKW mit vergleichbarer Fahrgeschwindigkeit. Mit einer Breitbereifung sind auch Fahrzeugbreiten von drei Meter keine Seltenheit. Hier ist besondere Rücksichtnahme auf die Begegnung mit
anderen Verkehrsteilnehmern angesagt. Die breiten und wuchtigen Reifen wirken in Verbin¬dung mit der Geräuschsentwicklung auf viele Mitbürger bedrohlich und gefährlich.

Ständige Transporte können nerven. Aber auch kontinuierliches Transportgeschehen mit schweren Fahrzeugen kann die Bevölkerung nerven. Dies ist häufig bei der Maisernte und hier insbesondere bei Transporten zu Biogasanlagen der Fall. Hier gilt der Grundsatz: Rechtzeitig bei den Anwohnern um Verständnis werben und möglichst frühzeitig über erhöhten Straßenverkehr informieren. Versammlungen, Infoabende, Tage der offenen Tür usw. sind eine sehr gute Möglichkeit im Vorfeld – auch ohne konkreten Anlass – zu informieren und vor allem Rückmeldung und Meinungen aus dem Umfeld zu erhalten. Auch ein kleiner Bericht in der Regionalzeitung wirkt Wunder.
 
Eine frühzeitige Information der Anwohner und höchstmögliche Transparenz und Information über die notwendigen und geplanten Transporte besonders auch bei schwierigen Straßen- oder Parkplatzsituationen helfen, damit sich die Anwohner darauf einstellen können. Dies ist hilfreicher als mit Häcksler und Transportgespannen in einer Siedlung zu stehen und nicht an parkenden Autos vorbeikommen.
 
Grundsätzlich gilt, Fahrten durch den Ortskern – wenn möglich – zu vermeiden, ebenso durch Siedlungsgebiete.
 
Fahrten an Sonn- und Feiertagen vermeiden. Im Sinne eines guten Miteinanders mit der Bevölkerung ist auch darauf zu achten, die Belästigungen gerade an Sonn- und Feiertagen so gering wie möglich zu halten. Nächtliche Erntearbeiten nahe Wohngebieten sollen nur bei extremem Erntewetter geleistet werden.
 
Ladung sichern und Schmutz vermeiden. Gerade bei trockenem Erntegut kann durch den Fahrtwind Ladung heruntergeweht werden. Beim Abbiegen oder beim Anfahren an Ampeln kann sogar bei nicht optimal beladenen Fahrzeugen Ladung über die Bordwände rutschen. Der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass er kein Erntegut verliert. Im Zweifel muss die Ladung abgedeckt werden. Aber auch langsameres Fahren oder das Vermeiden von Überladungen sorgen für saubere Straßen und weniger Ärger. Ebenso wichtig sind bei entsprechenden Witterungsbedingungen Vorbereitungen zur Straßenreinigung, zum Beispiel durch Bereitstellung einer Kehrmaschine. So kann schnell auf eine mögliche Verschmutzung der Fahrbahn an den Ausfahrten von beernteten Feldern reagiert werden. Sowohl Ladungssicherung als auch Reinigung verschmutzter Straßen sind auch nach der Straßenverkehrsgesetzgebung ein Muss.