Pressemeldungen  | 24.06.2016

Bäuerinnen und Bauern eine Stimme geben

Bäuerliche Organisationen aus Afrika und Indien zu Besuch in Deutschland

„Bäuerliche Familienbetriebe sind die Garanten für eine nachhaltige und sichere Welternährung. Dabei sind gut organisierte, politisch wie wirtschaftlich unabhängige bäuerliche Organisationen Anwalt und Sprachrohr von Bäuerinnen und Bauern gegenüber Politik und Gesellschaft.“ Diese Botschaft unterstrich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf einer Veranstaltung von Bundesminister Dr. Gerd Müller zum Thema „Stark organisiert – Bauernverbände weltweit und ihre Rolle im Kampf gegen den Hunger“. Die Veranstaltung war Schlusspunkt eines Seminars, das der Deutsche Bauernverband und die Andreas Hermes Akademie für 35 Repräsentanten von bäuerlichen Organisationen aus Afrika und Indien mit Förderung durch das Bundesministerium in Deutschland organisiert hatte.

 

Rukwied bestätigte Minister Müller, die Landwirtschaft ins Zentrum der deutschen Entwicklungspolitik zu rücken. Landwirtschaft sei der Nukleus für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Räumen. Eine florierende Landwirtschaft beuge Landflucht vor. Insofern sei es konsequent, im Rahmen der neuen Initiative „Eine Welt ohne Hunger“ auch Verbandskooperationen zwischen dem Deutschen Bauernverband und afrikanischen sowie asiatischen Bauernverbänden zu fördern. Zielsetzung dieser Kooperationen seien der Erfahrungs- und Wissenstransfer zwischen Bäuerinnen und Bauern auf Augenhöhe sowie die Kompetenzvermittlung. Eine gut organisierte Landwirtschaft müsse für verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in ihren jeweiligen Ländern eintreten. An dieser Verlässlichkeit mangele es in vielen Ländern, betonte Rukwied. Die Förderung einer selbstbestimmte Landwirtschaft in allen Ländern sei das Ziel der Kooperation. Die Bäuerinnen und Bauern müssten in ihren jeweiligen Ländern ihre eigenen Wege für angepasste, länderspezifische Lösungen finden. „Wir werden nicht mit ideologischen Scheuklappen Kolleginnen und Kollegen sagen, was sie zu tun oder zu lassen haben“, erklärte Rukwied.

 

Mit deutscher Unterstützung sei es auch gelungen, einer Vielzahl von afrikanischen und asiatischen Bauernverbänden eine Heimat im Weltbauernverband WFO zu geben. Hier würden sie sich erfolgreich mit ihren ganz spezifischen Belangen und Forderungen einbringen. Über den Weltbauernverband könnten sich Bäuerinnen und Bauern jetzt auch im Ausschuss für Welternährung der Vereinten Nationen artikulieren.

 

Rukwied ging besonders auch auf die Bedeutung der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein. Sie seien die Grundlage der Landwirtschaft, nicht das Ziel von Entwicklungen. Es gelänge nicht, eine kleinbäuerliche Struktur mit politischen Maßnahmen in offenen Märkten zu schützen, vielmehr müsste sie durch eine verbesserte Selbstorganisation in die Lage versetzt werden, ihre Zukunft in den Agrarmärkten unternehmerisch zu gestalten und sich weiterzuentwickeln. „Wege aus der Subsistenz seien das zu verfolgende Ziel und nicht Armut zu zementieren“, betonte Rukwied. Dies verfolgten die Kooperationen des Deutschen Bauernverbandes gemeinsam mit der Andreas Hermes Akademie.