Pressemeldungen  | 02.10.2015

Bauernverband: Antibiotikaeinsatz nimmt weiter ab

Daten aus dem Monitoring zeigen Erfolge

Nutztiere in Deutschland erhalten deutlich weniger Antibiotika. Dies bestätigen die neuesten Kennzahlen des staatlichen Antibiotika-Monitorings. Auch die Auswertungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über die Abgabemengen der Pharmaindustrie an die Tierärzte hatten bereits Ende Juli eine merkliche Reduzierung der Einsatzmengen gezeigt, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt. Dies ist nach Ansicht des DBV ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Landwirtschaft den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung erfolgreich verringere und optimiere. Dieser Weg soll laut DBV fortgesetzt werden. Deshalb setzt sich der DBV weiterhin für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika und einen restriktiven Einsatz so genannter „Reserveantibiotika“ ein.  
 
Gegenüber der ersten Erfassung im 2. Halbjahr 2014 sind die Kennzahlen, die den betriebsindividuellen Therapiehäufigkeitsindex beschreiben, deutlich zurückgegangen. Das gilt sowohl für den Durchschnitt aller Betriebe als auch für das Viertel der Betriebe mit den größten Therapiehäufigkeitsindizes. Mit der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes wurde ein Konzept zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung etabliert. Seit Mitte 2014 müssen landwirtschaftliche Betriebe halbjährlich Daten über die im Betrieb angewendeten Antibiotika, die gehaltenen und behandelten Tiere sowie zur Anzahl der Behandlungstage in ihren Beständen aufzeichnen und diese Daten an die zuständigen Überwachungsbehörden melden. Aus diesen Meldungen wird der jeweilige betriebsindividuelle Therapiehäufigkeitsindex ermittelt. Der Tierhalter ist verpflichtet, seine betriebsindividuelle Kennzahl mit den jeweiligen bundesweiten Kennzahlen zu vergleichen. Dadurch wissen die Betriebe, wo sie stehen. Zugleich nimmt es die Betriebe in die Pflicht, Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes zu ergreifen. Allerdings beschreiben die Kennzahlen die durchschnittlichen Behandlungstage pro Wirkstoff und lassen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Behandlungshäufigkeit zu. Auch sind die Indexzahlen nicht auf die Zahl der Tiere, sondern auf den Durchschnittsbestand eines Betriebes bezogen. Deshalb ist laut DBV ein Vergleich zwischen den Tier- und Nutzungsarten nur eingeschränkt möglich. Überdies mahnte der DBV, dass die Datenqualität und -grundlage des Monitorings weiter verbessert werden müsse.