Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, warb anlässlich des Sommerfestes der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin für eine engere Kooperation zwischen Agrarwissenschaft und Praxis. Nachdem es gemeinsam gelungen sei, Überlegungen zum Abbau der Agrarwissenschaften deutschlandweit und insbesondere an der Humboldt-Universität zurückzudrängen, sei es jetzt notwendig, gemeinsame Ziele anzustreben. Dabei gehe es nicht nur darum, die Nachhaltigkeit der Land-, Agrar- und Ernährungswissenschaften zu verbessern, sondern auch für die so genannten Hotspots Lösungen zu finden.
Born wies darauf hin, dass zwei Drittel der Einkommen der deutschen Landwirte direkt oder indirekt mit der Nutztierhaltung verbunden seien. Genau die landwirtschaftliche Tierhaltung stehe heute aber heftig in der öffentlichen Kritik. „Die Haltungsverfahren, die Fütterungsmethoden, die Zuchtziele, die Emissionen und die Nährstoffkreisläufe werden in der Öffentlichkeit immer wieder infrage gestellt, sodass dieses Riesenproblem-Knäuel nur mithilfe der Wissenschaft zu lösen ist“, erklärte Born. Deshalb sei es wichtig, dass in der Deutschen Agrarforschungsallianz, der DAFA, ein Schwerpunktforum „Tier“ gegründet wurde, das Teil einer umfassenden Forschungskonzeption werden müsse. Es sei deshalb unverständlich, warum sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bisher noch nicht auf einen solchen Ansatz verständigen konnten. Gerade die im vorletzten Jahr beschlossene Bioökonomiestrategie der Bundesregierung sei bestens geeignet, die Wissenschaften rund um das Nutztier voranzutreiben. Zum einen gelte es von allen nicht kurativen Eingriffen am Tier wegzukommen und zum anderen könnten moderne Stallanlagen das Ausleben artgerechter Verhaltensmuster begünstigen.
Born wies zudem darauf hin, dass Wissenschaft und Praxis alles daran setzen müssten, durch eine nachhaltige und zugleich intensive Produktion die Herausforderungen der Welternährung und der Energiewende zu meistern.