Angesichts der heutigen Beratungen im Deutschen Bundestag über den
Bundesagrarhaushalt betont der Deutsche Bauernverband (DBV) die
Notwendigkeit einer finanzieller Ausstattung des Agraretats, der
deutliche Zeichen und Impulse setzt, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze
zu schaffen. Ohne die Sparvorgaben der Bundesregierung zu
konterkarieren, fordert der DBV Anpassungen im Agrarhaushalt bei der
Landwirtschaftlichen Unfallversicherung sowie bei der
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des
Küstenschutzes“. So müsse es in der Unfallversicherung gelingen, den
Übergang zu einem einheitlichen Sozialversicherungsträger für die
Beitragszahler akzeptabel zu gestalten. Dazu seien die Bundesmittel auf
derzeitigem Niveau zu halten, forderte der DBV.
Laut
Regierungsentwurf soll das Gesamtbudget des
Bundeslandwirtschaftsministeriums 5,26 Milliarden Euro für das Jahr 2013
betragen – 20 Millionen Euro weniger als 2012. Diese Kürzung geht im
Wesentlichen zu Lasten der Unterstützung der landwirtschaftlichen
Unfallversicherung, stellt der DBV fest. Der mit Abstand größte Posten
im Einzelplan 10 ist strukturwandelbedingt der Agrarsozialetat mit 3,65
Milliarden Euro, wovon 2,14 Mrd. Euro vor allem auf die Alterssicherung
der Landwirte (AdL) und 1,30 Mrd. Euro auf die landwirtschaftliche
Krankenversicherung entfallen. Für die Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ sind wie in
diesem Jahr 600 Millionen Euro vorgesehen. 2010 standen hierfür noch 700
Millionen Euro zur Verfügung. Für Nachhaltigkeit, Forschung und
Innovation sollen 2013 insgesamt 494 Millionen Euro ausgegeben werden,
28 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr, zur Förderung von Modell-
und Demonstrationsvorhaben 14 Millionen Euro, davon entfallen 5
Millionen Euro für Vorhaben mit dem Schwerpunkt Tierschutz. Insgesamt
142,6 Millionen Euro und damit 4,0 Millionen Euro mehr als 2012 will
das Bundeslandwirtschaftsministerium laut Entwurf für die
Verbraucherpolitik ausgeben. Davon fließen rund 66 Millionen Euro in die
Finanzierung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Die Mittel für
Verbraucherinformation sollen um 5 auf 25 Millionen Euro aufgestockt
werden.
Die Haushaltsausgaben des Bundes sollen
2013 insgesamt 302,2 Milliarden Euro umfassen und damit um etwa 10,5
Milliarden Euro geringer ausfallen als 2012. Die Nettokreditaufnahme des
Bundes soll in 2013 auf 18,8 Milliarden Euro sinken. In 2012 ist noch
eine zusätzliche Kreditaufnahme von 32,1 Milliarden Euro geplant. Bis
zum Jahre 2016, also drei Jahre früher als geplant, soll die im
Grundgesetz verankerte Schuldenbremse vollständig greifen.