dbk-Monatsmagazin

dbk 01/10

Thema des Monats:
Perspektiven der Agrarmärkte 2010
weitere Themen:
Markt - eine existentielle Herausforderung
Rentenbankchef im Interview
Biopatente - Chance oder Sündenfall?
Landwirtschaft in den USA
 
 
Auch in der Krise erfolgreich
Rentenbankchef im Interview mit der Deutschen Bauern Korrespondenz
 
„Landwirtschaft ist die Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts. Daran ändert auch die aktuelle Krise nichts.“ Dies betonte Dr. Marcus Dahmen, Sprecher des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank, im „Aktuellen Interview“ mit der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk) in der aktuellen Januarausgabe 2010 im Rahmen des Schwerpunktes „Perspektiven der Agrarmärkte 2010“. Die Deutsche Bauern Korrespondenz dbk ist die Monatsschrift des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Der weltweite Kalorienbedarf wachse so rasant, dass Wissenschaftler die Notwendigkeit einer Verdoppelung der Agrarproduktion bis zum Jahre 2050 prognostizierten. Gleichzeitig dürfe die Wirkung volatiler Märkte aber nicht unterschätzt werden und bestehende Instrumente zum Risiko- und Liquiditäts-management müssten weiter verbessert werden, mahnte Dahmen. Die Banken hätten erkannt, dass die Land- und Ernährungswirtschaft eine Zukunftsbranche mit großen Wachstumspotentialen sei und deshalb eine interessante Zielgruppe für Kreditinstitute darstelle. So gebe es in der Landwirtschaft derzeit auch keine Anzeichen für eine Kreditklemme. Zudem spreche Vieles dafür, dass der steigende Bankenwettbewerb auch weiterhin eine bedarfsgerechte Kreditversorgung sichern werde. „Insofern sollten wir uns davor hüten“, so Dahmen, „eine Kreditklemme herbeizureden.“
Der Rentenbank sei es zu allen Zeiten der Finanzkrise gelungen, attraktive Zinssätze zu garantieren. „Die Rentenbank-Kondition war und ist die Benchmark im Agrarkreditgeschäft“, betonte der Finanzmarktexperte im Gespräch mit der dbk. Mit dem „Konjunkturpaket Agribusiness“ habe die Rentenbank Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen für bereits getätigte Investitionen unterstützt. Dieses Angebot werde auch im Jahr 2010 fortgeführt. Ebenso verwies Dahmen auf die Liquiditätshilfe-Darlehen, „die wir gemeinsam mit Bund, Ländern und Hausbanken realisiert haben“.
 
Für die Pläne der Rentenbank, sich künftig stärker als Finanzierer im Agribusiness zu engagieren, ist nach Ansicht von Dahmen die Bedeutung einer starken Ernährungswirtschaft für die deutsche Landwirtschaft - und umgekehrt - ausschlaggebend. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und damit verbundenen veränderten Essgewohnheiten in Deutschland und weiten Teilen Europas müsse klar sein, dass die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft im Inland nur geringe Wachstumsraten verzeichne. Dagegen lägen in Asien oder auch Osteuropa neue stark wachsende Absatzmärkte. Die Exportquote liege bereits bei 20 Prozent, Tendenz steigend, so Dahmen. Um von den Auslandsmärkten zu profitieren, brauche die Landwirtschaft eine leistungsstarke und innovative Ernährungs-wirtschaft. Hier läge ein enormes Potential, da die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft mit den weltweit höchsten Umwelt- und Verbraucherstandards einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil habe.
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
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Milchmarkt 2010 - mehr Licht als Schatten
Das Jahr 2009 war für die deutschen Milcherzeuger eine harte Bewährungsprobe. Aufgrund des Absatzrückgangs im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Milcherzeugerpreise regelrecht eingebrochen. Erst gegen Mitte des Jahres konnte sich der Milchmarkt befestigen. Die notwendige Verbesserung der Milcherzeugerpreise trat zeitlich verzögert ein und dürfte zu Jahresbeginn anhalten. 2010 wird sich der Milchmarkt voraussichtlich nachhaltig stabilisieren. Einige Punkte sprechen für eine positive Entwicklung, wenn auch viele Unwägbarkeiten bestehen.
 
 
Veredlung setzt auf Marktorientierung und Chancengleichheit
Im Wirtschaftsjahr 2008/09 hat sich die wirtschaftliche Lage der Veredlungsbetriebe deutlich verbessert. Dies war nach dem desaströsen Vorjahresergebnis bitter notwendig. Nach den Preisentwicklungen in der zweiten Jahreshälfte 2009 trübt sich das Bild allerdings schon wieder ein. In den meisten Veredlungsbetrieben können die Produktionskosten derzeit nicht gedeckt werden. Ob schwacher Dollar und Pfund, extremer Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel oder konjunkturbedingter Verbrauchsrückgang, die Ursachen sind vielfältig und schlagen sich in den Bilanzen der Betriebe deutlich nieder. Sie lassen sich auch kaum beeinflussen.
 
 
Landwirtschaftliche Rentenbank: Auch in der Krise erfolgreich
Während immer öfter Schlagzeilen einer allmählichen Erholung der Wirtschaft die Hoffnung auf ein nahes Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise mehren, schüren andere
Medienberichte die Sorge, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist. Beide Seiten haben
wohl nicht ganz unrecht. Wie ein Finanzmarktexperte diese Krise bewertet, welchen Einfluss sie auf die Landwirtschaft hat und wie man auch in Krisenzeiten erfolgreich sein
kann, schildert Dr. Marcus Dahmen, Sprecher des Vorstands der Landwirtschaftlichen
Rentenbank, im Gespräch mit der dbk.
 
 
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