dbk-Monatsmagazin

dbk 01/11

Thema des Monats:
Perspektiven der Agrarmärkte 2011
weitere Themen:
Der Weltmarkt gibt den Ton an
Produktgruppe Schwein
Klimastrategie des DBV
Landwirtschaft in den USA
 
 
Der Weltmarkt gibt den Ton an
Deutsche Bauern Korrespondenz analysiert Perspektiven der Agrarmärkte
 
Durch eine kontinuierlich anziehende Nachfrage, aber auch ein weltweit verhaltenes Angebot, werden die schmerzhaften Einbrüche auf den Agrarmärkten des Jahres 2009 bei Milch, Fleisch, Getreide, Obst und Gemüse und auch bei Ölsaaten wieder wettgemacht. Das schreibt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, in der Januarausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk), die traditionell die Perspektiven der Agrarmärkte zu Beginn des Jahres im Schwerpunktthema analysiert. Kritisch wies Dr. Born darauf hin, dass in einer solchen Situation aber auch Risiken blieben. „Gerade das Jahr 2010 hat das mit unerfreulichen Wetterkapriolen deutlich gemacht. Auch ist noch nicht ausgemacht, wie dauerhaft die konjunkturelle Erholung in Deutschland und Europa tatsächlich ist. Besonders die aktuelle Geld- und Währungspolitik muss bei allen Wirtschaftsbeteiligten Stirnrunzeln auslösen. Offenbar ist es in der höchsten Not politisch einfacher, größte Rettungsschirme für Banken, ja ganze Mitgliedstaaten der Eurozone aufzuspannen, als eine verbindliche Stabilitätsvorsorge politisch zu verankern.“ Wie auch immer diese Politik ausgehen mag, erneut verunsicherte Verbraucher und Unternehmen wären Gift für die sich erfreulich robust entwickelnde Nachfragekonjunktur und damit auch für fortgesetzt stabile Nahrungsmittelmärkte, so Born.
 
Einen Trend zu deutlich höheren Erzeugerpreisen beschreibt DBV-Referent Dr. Peter Pascher in einem weiteren Autorenbeitrag zur globalen Agrarmarktentwicklung. Dr. Astrid Rewerts, Referentin für Ackerbau im DBV fordert indes, die gestiegenen Erzeugerpreise im richtigen Kontext zu betrachten und beantwortet die Frage, inwieweit die Betriebe an der Preisentwicklung partizipieren konnten. Ebenso fordert Dr. Klaus Kliem, Präsident des Thüringer Bauernverbandes und Vorsitzender des DBV-Fachausschusses für Getreide und andere pflanzliche Qualitätserzeugnisse, Düngemittelpreise moderater an den Erzeugerpreisen zu orientieren.
 
Die Schwankungen auf dem Schweinemarkt 2010 und ihr Vergleich zum Jahr 2007 beschreibt und kommentiert DBV-Veredlungsreferent Roger Fechler. Neuestes Modell produkt- und marktbezogener Arbeit des DBV – die Produktgruppe Schwein – beschreiben Produktgruppenvorsitzender und DBV-Vizepräsident Franz-Josef Möllers und Produktgruppenmitglied und Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Fritz Schumann im Interview mit der dbk.
 
Mit der „zweiten Chance der Zuckerrübe“ befasst sich Bernhard Conzen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Rübenbauerverbände, der darin ein geeignetes alternatives Substrat zu Mais in Biogasanlagen sieht. Dass ein Umdenken im Vertragskartoffelanbau erforderlich ist, da in den letzten Jahren „die ausgehandelten Verträge oftmals nicht mehr im Verhältnis zu den Entwicklungen an den Agrarrohstoffmärkten stehen“, erläutert DBV-Referentin Verena Telaar. Regionalen bis global großen Facettenreichtum attestiert AMI-Expertin Diana Schaack dem Biomarkt im internationalen Umfeld. Und dass die deutsche Herkunft im Obst und Gemüsemarkt immer beliebter wird, verdeutlicht DBV-Referent Dr. Hans-Dieter Stallknecht.
 
Weitere Beiträge des Schwerpunktes widmen sich dem Branntweinmonopol, der wachsenden Nachfrage nach Holz, Spekulationen mit Agrarrohstoffen und welcher Anreiz von dem Erneuerbare Energien-Gesetz ausgeht.
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-Januar-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
 
Agrarmärkte sind aus dem Tief heraus
„Wir sind endlich aus dem dunklen Keller heraus und sehen zum ersten Mal wieder wärmende
Sonnenstrahlen“, so beschrieb Präsident Sonnleitner anlässlich der Vorlage des
jüngsten Situationsberichtes des Deutschen Bauernverbandes im Dezember das aktuelle
Marktgeschehen. Durch eine kontinuierlich anziehende Nachfrage, aber auch ein weltweit
verhaltenes Angebot werden die schmerzhaften Einbrüche auf den Agrarmärkten des
Jahres 2009 bei Milch, Fleisch, Getreide, Obst und Gemüse und auch bei Ölsaaten wieder
wettgemacht. Was im Einzelnen auf unseren wichtigsten Absatzmärkten, aber auch bei
den Vorleistungsgütern Dünge- und Pflanzenschutzmittel los ist, dazu gibt traditionell
die erste Ausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz am Anfang des Jahres detailliert
Auskunft.
 
 
 
Die zweite Chance der Zuckerrübe
Der Boom bei der Erzeugung von Biogas hält an. Das Substrat Nr. 1 ist nach wie vor Mais,
weswegen in einigen Regionen Deutschlands intensiv Mais angebaut wird. Hieraus könnten
negative Folgen für die landwirtschaftliche Praxis resultieren. Aber auch in der Bevölkerung
schwindet die Akzeptanz der Erzeugung von Biogas aus Mais. Über alternative Substrate
muss daher dringend nachgedacht werden. In Deutschland wurden im Jahr 2009
knapp 5.000 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von rund 2.000 MW betrieben;
knapp 1.100 Neuanlagen sind gebaut worden. Da Mais das in der Regel bevorzugte Substrat
ist, wird intensiv Mais angebaut. Die Fruchtfolge ist mittlerweile sehr eng. Dies begünstigt
auch die Ausbreitung des Westlichen Maiswurzelbohrers, der im August 2010 bis
in den Kölner Raum vorgedrungen ist. Zudem sinkt die Akzeptanz der Bevölkerung für die
Biogaserzeugung aufgrund der intensiven Maisproduktion.
 
 
 
Schwankungen weniger extrem als in 2007
Im Kalenderjahr 2010 hat sich die Anzahl der Schweineschlachtungen wieder auf ein
Rekordniveau zu bewegt. Mit rund 58,3 Millionen Schlachtungen wird ein Plus von ca. 2 Millionen Schweinen (plus 3,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Damit liegt Deutschland nach China und den USA weltweit an dritter Stelle in der Weltschweineproduktion. In diesem Zusammenhang war es besonders günstig, dass sich der Export gut entwickelt hat. Hilfreich war dabei der relativ schwache Euro. Unterstützend kam hinzu, dass die Produktion in Nordamerika rückläufig war und der Schweinefleischkonsum in Brasilien deutlich anzog. Dadurch blieb der Druck aus den Hauptkonkurrenzländern vergleichsweise moderat. Auch die Belebung der Weltwirtschaft hat zu einem Anstieg der Drittlandsexporte geführt.
 
 
 
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