dbk-Monatsmagazin

dbk 02/09

Thema des Monats:
Milchproduktion hat Zukunft
weitere Themen:
Grüne Woche 2009
Junglandwirte im Interview
Milchmarkt und Kartellrecht
Neues Konjunkturbarometer Agrar
 
 
"Mit frischen Ideen in die Zukunft"
Junglandwirte im Interview mit der Deutschen Bauern Korrespondenz
 
Die Zukunft gehört den Junglandwirten. Dies zeigte sich beim Milch- und Junglandwirtekongress auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Sebastian Maier, David Flosbach, Heino Klintworth und Stefan Dürr präsentierten dort ihre konkreten Vorstellungen als Jungunternehmer, wie die Milchviehhaltung der Zukunft gestaltet werden kann. Mit der Deutschen Bauern Korrespondenz dbk sprachen sie über Perspektiven und Ziele für ihre eigenen Höfe und die weitere Entwicklung der Milchproduktion in Deutschland und Europa.
 
„Mit einer sehr gut aufgestellten Molkerei an der Seite und einer guten Ausbildung sehe ich mich für die Zukunft bestens gerüstet", schätzt Sebastian Maier aus Truchtlaching, nördlich des Chiemsees, die Entwicklung für seinen Betrieb grundsätzlich positiv ein. Seiner Meinung nach werden die volatilen Märkte den Bauern im langjährigen Schnitt höhere Gewinne als bislang bescheren. Dabei müsse aber darauf geachtet werden, die Produktionskosten niedrig zu halten, um nicht die Rentabilitätsschwelle zu unterschreiten, betonte der Junglandwirt. Klare Forderungen gegenüber der Politik stellte Heino Klintworth Cuxhaven: „Bis 2015 muss primäres Ziel die Entwertung der Milchquote sein. Eine dauerhafte Baustelle ist die weitgehende Befreiung der Landwirtschaft von Bürokratie und politischer Einflussnahme. Wenn uns die Politik in einen liberalen Markt lässt, dann darf sie uns nicht stärker regeln, als unsere Mitbewerber." David Flosbach aus dem Bergischen Land, erwartet ebenfalls einen deutlichen Kurs in Richtung weiterer Liberalisierung der europäischen Milchmärkte. Als Vorsitzender des deutschen Jugendbeirates von Campina sieht er gute Chancen für junge Milchviehhalter, sich in genossenschaftlich organisierten Molkereien aktiv mit eigenen Meinungen in die Unternehmenspolitik einzubringen.
 
Einer ganz besonderen Herausforderung hat sich Stefan Dürr aus Baden-Württemberg gestellt. Er bewirtschaftet insgesamt vier verschiedene Milchviehbetriebe und einen Ackerbaubetrieb mit 12.000 Hektar in Russland. „Eine Herzensangelegenheit ist es für mich persönlich, mit den unwahren Geschichten über das ‚ach-so-korrupte’ Russland aufzuräumen. Ich habe hier ganz andere Erfahrungen gemacht", sagte Dürr gegenüber der dbk und bestärkte interessierte Unternehmer mit Drang nach Russland in ihrem Vorhaben. „Es ist einen Versuch wert", sieht Dürr in Zukunft viel Potenzial für junge Milchviehhalter, die sich mit einem eigenen Betrieb auf den Weg in die Zukunft machen wollen.
 
Klare Erwartungen in Bezug auf die Ausgestaltung von politischen Zielen haben die Junglandwirte auch von ihrem Berufsverband. „Der Bauernverband muss weiterhin im Gespräch mit der Politik bleiben, um die Rahmenbedingungen nach den Gesichtspunkten einer wirtschaftlichen Landwirtschaft zu gestalten, forderte Flosbach. Sebastian Maier sieht im Bauernverband vor allem eine Stimme, die sich für gleiche Chancen aller Bauern in Europa einsetzt: „In einem gemeinsamen EU-Markt müssen gleiche Rahmenbedingungen herrschen. Ich erwarte, dass der Bauernverband dafür kämpft. Der Rest liegt dann am Geschick und an der Risikobereitschaft des einzelnen Unternehmers."
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-Februar-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
Milchproduktion zukunftsorientiert ausrichten
Das Jahr 2009 birgt für die Milchwirtschaft neue Herausforderungen. Die Beschlüsse des Health Checks werden national umgesetzt. Dies gilt insbesondere für die Begleitmaßnahmen Milch. Durch den Rückzug des Staates aus der Steuerung des Milchmarktes gilt es auch, die Zusammenarbeit zwischen Molkereien und Milcherzeuger zu optimieren. Der aktuellen Schwäche am Milchmarkt muss mit absatzbelebenden Instrumenten begegnet werden. Aber auch eine Entlastung für die Milcherzeuger muss in dieser Phase greifen.
 
 
"Der Zug fährt in die richtige Richtung"
Jung und dynamisch, entscheidungsstark und zukunftssicher: So präsentierten sich die
vier Junglandwirte beim Milch- und Junglandwirtekongress des Deutschen Bauernverbandes
und des Bundes der Deutschen Landjugend anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2009. Die Deutsche Bauern Korrespondenz sprach mit ihnen über die Zukunft der
Milchproduktion.
 
 
Milchmarkt und Kartellrecht
Im Zusammenhang mit dem Milchsektor spielen verschiedene wettbewerbs- und kartellrechtliche Fragestellungen eine wichtige Rolle, z. B. wenn es um unzulässige Verkäufe von Milchprodukten unter Einstandspreis geht oder wenn der Lebensmitteleinzelhandel zeitgleich identische Preissenkungen in diesem Segment vornimmt. Aber auch die Ereignisse
des Sommers 2008 im Zusammenhang mit dem sogenannten Milchboykott oder Überlegungen
zur Stärkung der Anbieterseite im Rahmen von Fusionen oder Erzeugergemeinschaften rufen das Wettbewerbs- und Kartellrecht auf den Plan.
 
 
Klimawandel: Die Landwirte sind Teil der Lösung
Landwirtschaft ist nicht Problem, sondern Lösung bei der Bekämpfung des Klimawandels. Das war die zentrale Botschaft des Weltbauernverbandes im Rahmen des UN-Klimagipfels Ende letzten Jahres in Posen, Polen. Etwa 10.000 Delegierte aus 192 Staaten, internationalen Organisationen sowie Vertreter von Umwelt- und Entwicklungsverbänden haben an den Verhandlungen und Diskussionen teilgenommen. Ziel der 14. Konferenz war es, die Grundstruktur des nächsten Klimaabkommens nach dem Kyoto-Protokoll festzulegen. Zum ersten Mal ist die Landwirtschaft mit einer zwanzigköpfigen Delegation des Weltbauernverbandes (International Federation of Agricultural Producers, IFAP) auch mit Vertretern aus Deutschland als ein wichtiger Ansprechpartner in diesem internationalen Prozess zum Klimawandel aufgetreten. Ziel der Teilnahme der IFAP war, das Bewusstsein der internationalen Gemeinschaft über die positiven Beiträge der Landwirtschaft zum Klimawandel zu schärfen.
 
 
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