dbk-Monatsmagazin

dbk 02/11

Thema des Monats:
Grüne Woche 2011
weitere Themen:
Produktionskette noch nicht reißfest
Schwerpunkt Milchwirtschaft
Medienarbeit der Landwirtschaft
Neues Konjunkturbarometer Agrar
 
 
Imageschaden nach dem Dioxinskandal
Sonnleitner spricht Klartext in der Deutschen Bauern Korrespondenz
 
„An Nachrichten aus unserer Branche hat es in den ersten Wochen wahrlich nicht gemangelt – leider waren es grottenschlechte! Ausgelöst durch den Dioxinskandal, durch gesetzwidriges kriminelles Verhalten eines Einzelunternehmens. Unser Image wurde ramponiert, unsere Erzeugerpreise in den Abgrund gerissen.“ So lautet das Fazit des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in seinem Klartext zum jüngsten Dioxinskandal in der Februarausgabe der dbk. Kritisch bewertete der DBV-Präsident die Rolle der Medien: Zahlreiche Fragen, was man überhaupt noch essen könne, hätten Hochkonjunktur gehabt. „Nicht gefragt, oder zumindest viel weniger gefragt war hingegen, dass Länder, Bund und EU schnell und gut zusammengearbeitet haben. Dass auch das seit der BSE-Krise von der Wirtschaft aufgebaute System der Transparenz und Rückverfolgbarkeit gegriffen hat.“ Auch hätten viele Medien die offizielle Entwarnung der für die Risikobewertung zuständigen Bundesbehörden nach Vorliegen der Ergebnisse von hunderten von Beprobungen weder aufgegriffen noch wiedergegeben. Gleichermaßen sei die Aussage dieser Behörden - „Die Lebensmittel waren noch niemals so sicher wie heute, das ist unsere Erkenntnis“ - schlichtweg verhallt, gab Sonnleitner zu bedenken.  
 
Volle Unterstützung erhalte der 14-Punkte-Aktionsplan von Agrar- und Verbraucherministern aus Bund und Ländern vom DBV, so Sonnleitner. Auch gebe es nach „harten – teils auch lauten – Wortwechseln zwischen uns und der Futtermittelbranche, zwischen uns und der Schlachtbranche wieder Einvernehmen“, Sonnleitner wörtlich. Einig sei man darin, dass die Lebensmittelwirtschaft eine Verantwortungskette sei. „Jede Stufe aber muss sich auf die Vorstufe verlassen können!“, betonte der DBV-Präsident. Und, so Sonnleitner weiter, die Lebensmittelwirtschaft sei eine Wertschöpfungskette, in der es aber an der gerechten Verteilung der Wertschöpfung in der Kette noch gewaltig hapere.
 
DBV-Pressesprecher Dr. Michael Lohse betont in einem weiteren Autorenbeitrag, dass der Dioxinfall einen erheblichen Imageschaden verursacht habe. Nachdem der Dioxinfall in den Medien abgeklungen war, seien die Folgen für die Schweinemäster, Ferkelerzeuger und Legehennenhalter durch einen deutlichen Absatz- und Preisrückgang von Schweinefleisch und Eiern im Markt erst recht spürbar geworden. Ebenso kritisch beschreibt Lohse, dass sich für die Landwirte, die zu Beginn des Dioxinskandals von den Medien noch eindeutig als „Opfer“ dargestellt worden seien, im Laufe der öffentlichen Diskussion mit dem Vorwurf konfrontiert sahen, dass sich die moderne Landwirtschaft zur Industriealisierung und ihre Tierhaltung immer mehr zur Massentierhaltung entwickele. Die Fakten jedoch sähen anders aus, wie aktuell auch die jüngste Landwirtschaftszählung zeige.
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-Februar-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
Nach dem Dioxinskandal
DBV-Präsident Gerd Sonnleitner bei der Eröffnungspressekonferenz der Internationalen Grünen Woche 2011 in Berlin
 
 
Steter Tropfen höhlt den Stein
"Tag der Ausbildung" auf dem ErlebnisBauernhof wirbt für grüne Berufe
Am Montag, dem 24. Januar 2011, wurde der ErlebnisBauernhof der Internationalen
Grünen Woche zum Klassenzimmer: Etwa 430 Schülerinnen und Schüler aus Berlin und
Brandenburg informierten sich beim „Tag der Ausbildung“ über 21 Berufe aus der Landwirtschaft und ihrem Umfeld. Der „Tag der Ausbildung“ wurde gemeinsam vom DBV und
der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft zusammen mit dem Bund der Deutschen
Land jugend sowie dem Deutschen LandFrauenverband organisiert.
 
 
Zukunft gemeinsam meistern
Die folgenden Jahre bergen für die Milchwirtschaft große Herausforderungen. Die Milchquote
wird 2015 auslaufen. Der Strukturwandel wird sich bei den Milcherzeugern und Molkereien
fortsetzen. Dem Lebensmittelhandel muss mit starken Marktpartnern begegnet werden. Exportmärkte müssen erschlossen und innovative Milcherzeugnisse entwickelt werden. Der Milchmarkt wird weiterhin Preisschwankungen aufweisen. Die Politik wird das Sicherheitsnetz anpassen und neue Maßnahmen zum Risikomanagement unterstützen müssen.
 
 
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