dbk-Monatsmagazin

dbk 03/09

Thema des Monats:
Was bringt das EU-Pflanzenschutzpaket?
weitere Themen:
Zum Aus für den Absatzfonds
Bienenmonitoring: weltweit einzigartig
Auftakt zum Weltagrarforum
DBV-Foren bei der Grünen Woche
 
 
Katastrophe konnte verhindert werden
dbk-Schwerpunkt zur Umsetzung des Brüsseler Pflanzenschutzpaketes
 
Es wird auf eine sachgerechte Umsetzung in den Mitgliedstaaten ankommen, um die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und die Qualität landwirtschaft­licher Produkte zu minimieren. So heißt es in der Märzausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk), der Mitgliederzeitschrift des Deutschen Bauernverbandes (DBV), die sich im Schwerpunkt vertieft mit den Brüsseler Beschlüssen zum Pflanzenschutzpaket und deren Umsetzung befasst. „Auch wenn die tatsächlichen Auswirkungen für die landwirtschaftliche Produktion erst in einigen Jahren sichtbar werden, steht fest, dass der Kompromiss zum EU-Pflanzenschutzpaket den landwirtschaftlichen Betrieben zukünftig einiges abverlangen wird“, kommentierte Friedhelm Decker, Umweltbeauftragter des DBV und Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes. Lobend erwähnte Decker, dass nach den „sehr emotional geführten Verhandlungen“ doch „noch ein gewisses Maß an Vernunft“ einkehrte und die von der Mehrheit im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments verfolgte Verbots- und Extensivierungsstrategie abgelehnt wurde. Positiv bewertete Decker, dass mit der zonalen Zulassung endlich der erste Schritt in Richtung Harmonisierung der Pflanzenschutzzulassung in Europa getan sei.
 
„Das schon sehr hohe Schutzniveau für Umwelt und Verbraucher wird weiter ausgebaut. Die Wirkstoffverfügbarkeit chemischer Pflanzenschutzmittel wird indes eingeschränkt“, betonte Dr. Klaus Kliem, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Getreide/Pflanzliche Qualitäts­produkte und Präsident des Thüringer Bauernverbandes in einem weiteren Kommentar der dbk. Dies stelle Landwirtschaft, Züchtung und Industrie vor neue Herausforderungen. Indes mache es die Praktiker betroffen, so Dr. Kliem, „dass die bisherigen freiwilligen und gesetzgeberischen Anstrengungen, die zu einem erheblichen Rückgang des Pflanzenschutz­mitteleinsatzes geführt haben, in keiner Art und Weise gewürdigt wurden. Stattdessen wurde in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, es finde Pflanzenschutz um jeden Preis statt.“
 
Im Aktuellen Interview der dbk ging Dr. Hans-Gerd Nolting, Abteilungsleiter Pflanzen­schutzmittel beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, davon aus, dass es zu keinem Engpass bei Pflanzenschutzmittel kommen werde. Zudem können die Landwirte nach Aussage von Dr. Nolting auf schnellere Zulassungsverfahren und schnellere Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln hoffen. Weitere Artikel im Rahmen des Schwerpunktes schildern die Historie des modernen Pflanzenschutzes und die berufsständischen Aktivitäten zur EU-Pflanzenschutzpolitik. Was Persönlichkeiten aus Praxis und Politik von den Brüsseler Beschlüssen halten, dokumentiert die Rubrik „Nachgefragt“. Die Bedeutung des Deutschen Bienenmonitorings und der deutschen Bienenschutzbestimmungen analysiert der Schwerpunkt ebenso.
 
Vor dem Hintergrund des jüngsten Urteils des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland, das zur Auflösung von CMA und ZMP führt, zeigt die dbk in einer weiteren Analyse das kräftige Engagement der meisten EU-Länder für ein gezieltes Agrarmarketing auf. Dort ist die Finanzierung über Pflichtabgaben der Wirtschaft und/oder Steuergelder gängige Praxis. Schwerpunkt ist dabei häufig die Exportförderung.
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-März-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
EU-Pflanzenschutzpaket - Was kommt auf die Betriebe zu?
Mitte Januar 2009 wurde nach mehr als zweieinhalbjährigen Verhandlungen eine Einigung
zur EU-Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung sowie zur EU-Pflanzenschutz-Anwendungs -
richtlinie erzielt. Zunächst befürchtete katastrophale Folgen einer überzogenen Pflanzenschutzpolitik konnten weitgehend verhindert werden. Dennoch werden die Beschlüsse
Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Praxis haben. Es wird aber auf eine verhältnismäßige
und sachgerechte Umsetzung in den Mitgliedstaaten ankommen, um die Auswirkungen
auf die landwirtschaftliche Produktion und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte
zu minimieren.
Dokument zum Download
 
 
Deutsches Bienenmonitoring weltweit einzigartig
Im Dezember 2008 wurden die neuesten Ergebnisse des Deutschen Bienenmonitorings
2007/2008 vorgestellt. Das Deutsche Bienenmonitoring besteht seit vier Jahren und ist
nach wie vor einzigartig in Europa und der Welt. Erstmals werden von wissenschaftlicher
Seite die Ursachen für die immer wiederkehrenden Völkerverluste von Bienen im Winter
konkret und nach einem abgesprochenen einheitlichen Untersuchungsplan erforscht.
Dazu hatte der Deutsche Bauernverband Anfang 2004 zu einem „Runden Tisch“ Imker-
Landwirtschaft-Industrie geladen. Bereits bei der ersten Zusammenkunft herrschte große
Einigkeit darüber, ein Monitoringsystem zu erarbeiten. Noch im Laufe des Jahres 2004
kam es dann zur Vereinbarung zum Deutschen Bienenmonitoring, und die Arbeiten wurden
zügig aufgenommen.
Dokument zum Download
 
 
"Beste Bienenschutzbestimmungen"
Wie die Brüsseler Beschlüsse zur Pflanzenschutzpolitik die Bienenschutzbestimmungen
beeinflussen und welchen Stellenwert das Bienenmonitoring einnimmt, erläuterte
Dr. Peter Rosenkranz, Landesanstalt für Bienenkunde, Stuttgart, im Gespräch mit der
Deutschen Bauern Korrespondenz.
 
 
Interessenten können die dbk direkt beim Deutschen Bauernverband bestellen:
Die Zeitschrift erscheint monatlich und kann gegen eine Gebühr von 31,50 Euro inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer abonniert werden über g.reuser@bauernverband.net oder per Fax. 030-31904-431