dbk-Monatsmagazin

dbk 05/09

Thema des Monats:
"Bioenergie - Weiter eine Boombranche"
weitere Themen:
Zum Runden Tisch
EU-Kommissar Piebalgs zu Bioenergie
Europawahl 2009
Neues Konjunkturbarometer Agrar
 
 
Wir brauchen Bioenergie, um Agrarmärkte zu stabilisieren
Schwerpunktthema in der Maiausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz
 
(DBV) „Die Realität an den Agrarmärkten gibt den Landwirten, die auf Bioenergie setzen, aktuell wieder recht. Wir brauchen die Bioenergie mehr denn je, um Agrarmärkte zu stabilisieren.“ Das betonte DBV-Abteilungsleiter Udo Hemmerling in der Maiausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk) im Schwerpunkt „Bioenergie – Weiter eine Boombranche“. Dabei, so Hemmerling, sei Bioenergie mehr als ein zweites Standbein, sie stärke auch die Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Die Bioenergie sei aber nicht nur in der Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen ein strategischer Zukunftsmarkt für die Landwirte. Vielmehr müssten die Landwirte auch als Energiewirte mit eigener Weiterverarbeitung oder mit Kooperationspartnern weitere Marktpotenziale erschließen, so DBV-Abteilungsleiter und Energieexperte Hemmerling. Der Deutsche Bauernverband (DBV) werde vor allem bei der Umsetzung der neuen Nachhaltigkeitsverordnungen sorgfältig darauf achten, dass neue Bürokratielasten für die heimischen Landwirte vermieden werden und Umwelt- und Sozialdumping beim Import von Biomasse tatsächlich verhindert werden.
 
Auch der Vorsitzende des Bundesverbandes BioEnergie (BBE), Helmut Lamp, erläuterte im Gespräch mit der dbk, dass die Bioenergie eine wichtige Absatz und Einkommensalternative für die Landwirtschaft sei. Schließlich entscheiden laut Lamp die Risikobereitschaft und die Betriebsstruktur darüber, ob Landwirte in die Bioenergieproduktion einsteigen oder lediglich die Rohstoffe an die Energiewirtschaft liefern.
 
Im „Aktuellen Interview“ zeigte sich der Vorsitzende des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) und DBV-Vizepräsident, Norbert Schindler, enttäuscht über die Entscheidung des Bundestages zu den Biokraftstoffquoten, die rückwirkend reduziert wurden. Ungeachtet dessen werde Schindler weiter dafür kämpfen, „dass auf Dauer 10 Prozent der EU-Ackerfläche als Ölquellen genutzt werden“. Dies mache die Landwirtschaft unabhängiger von den Rohstoffmärkten, Europa unabhängiger vom Erdöl und trage zudem zum Umweltschutz bei.
 
In einem Gastbeitrag beschrieb EU-Energiekommissar Andris Piebalgs die führende Rolle der Bioenergie und ihre Rolle als treibende Kraft für Innovationen in der „grünen“ Wirtschaft. Dadurch würden, so der EU-Kommissar, neue Geschäftspotenziale erschlossen und zusätzliche grüne Arbeitsplätze geschaffen. Dies leiste einen entscheidenden Beitrag für einen europäischen Wirtschaftsaufschwung.
 
Chancen und Gefahren, die das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für die Landwirtschaft birgt, analysiert Energieexperte Harald Wedemeyer vom Niedersächsischen Landvolk. Über die neue und entscheidende Rolle von Umweltgutachtern, deren Prüfung und Gutachten künftig über die Auszahlung von Boni für Strom aus Bioenergie entscheidet, berichtet Umweltgutachter Dr. Markus Racke, Geschäftsführer der DAU Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter mbH. Wie es um die Investitionsbereitschaft in Bioenergie bestellt ist, beschreiben Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden. Dabei rät der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses Nachwachsende Rohstoffe und Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Tietböhl, seinen Berufskollegen, sorgfältig durchzurechnen, ob auch Kooperationen mit anderen Landwirten in Betracht kommen und die Preisentwicklung bei Rohstoffen ebenso sorgfältig zu kalkulieren. Präsident Tietböhl wörtlich: „Das EEG ist kein Förderkissen.“
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-Mai-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
Talfahrt der Landwirtschaft muss jetzt ein Ende finden
Das Titelbild dieser dbk-Ausgabe hält fest, wie rund 150 Bäuerinnen und Bauern aus ganz
Deutschland im Vorfeld des von Bundesministerin Aigner einberufenen „Runden Tisches“
in Berlin am 27. April dieses Jahres ihren Frust und ihren Ärger plakativ auf den Verhandlungstisch brachten. Ihnen ging es zuvorderst um zwei Dinge. Zum einen darum, die akut drückenden Probleme der Bauern auch tatsächlich auf die Berliner „Bühne“ zu bringen,
und zum anderen, rasch wirksame und ganz konkrete Vorschläge zur Entlastung der Landwirtschaft voranzubringen.
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Bioenergie: Eine Boombranche - bald nur noch mit "Zertifikat"
Die Bioenergie-Branche in Deutschland war in den letzten Jahren vom Erfolg verwöhnt.
Dank günstiger Marktlage und guter politischer Rahmenbedingungen konnten stetig
Marktanteile – teilweise sprunghaft – hinzugewonnen werden, sowohl bei Biogas und
Biomasse als auch Biokraftstoffen. Doch der jähe Abbruch der Erfolgsgeschichte bei den
Reinkraftstoffen, bei Biodiesel, Bioethanol und Bio-Öl zeigt die Kehrseite: die Abhängigkeit
von den Entscheidungen der Politik. DBV-Abteilungsleiter Udo Hemmerling führt in
den Schwerpunkt „Bioenergie“ dieser dbk-Ausgabe mit der Frage ein, was von politischen
Versprechen noch zu halten ist, wenn die Bundesregierung unter dem Eindruck einer
öffentlichen „Teller-oder-Tank-Debatte“ die ursprünglich geplanten Rahmenbedingungen
wieder ändert und zurücknimmt und welche Folgen die sogenannte Nachhaltigkeitszerti -
fizierung für die Marktbeteiligten haben kann.
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Bioernergie - Kraftstoff für einen grünen Wirtschaftsaufschwung
Durch die kürzlich erzielte Einigung der EU über eine Gesetzgebung in der Klima- und
Energiepolitik hat die Bioenergie nun ein reales Potenzial, sich zu einem neuen grünen
Kraftstoff und damit für einen europäischen Wirtschaftsaufschwung zu entwickeln. Das
neue EU-Rahmenwerk für die Nutzung erneuerbarer Energien und die bindenden Ziele für
2020 – 20 Prozent erneuerbare Energie insgesamt und ein Anteil von 10 Prozent erneuerbarer
Energien im Transportsektor – ist so etwas wie ein grüner „New Deal“, der die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie in einer Welt der zunehmenden Kohlenstoffbeschränkungen stärken wird. Der Schritt hin zu einer Niedrig-Kohlenstoff-Wirtschaft wird Innovationen begünstigen, neue Geschäftspotenziale eröffnen und neue grüne Arbeitsplätze schaffen. Die Bioenergie wird eine führende Rolle bei dieser Entwicklung spielen, schreibt EU-Energiekommissar Andris Piebalgs in seinem dbk-Gastbeitrag.
 
 
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