dbk-Monatsmagazin

dbk 05/10

Thema des Monats:
Landwirtschaft und Klimawandel
 
weitere Themen:
Klimawandel: Fakt oder Fiktion?
Bundesumweltminister Röttgen im Interview
Landwirtschaft in Polen
Neues Konjunkturbarometer Agrar
 
Klimaschutz und Landwirtschaft - Mehr Klarheit zu den Zahlen
Seit 2007 steht auch der landwirtschaftliche Beitrag zum Klimaschutz in einer stärkeren
öffentlichen Diskussion. Die Anteile der Landwirtschaft am Ausstoß von Treibhausgasen
unterscheiden sich je nach Betrachtungsweise und vor allem in Abhängigkeit von den festgelegten Systemgrenzen. Die nationalen Zahlen für die internationale Berichterstattung im Rahmen des Kyoto-Protokolls werden vom Johann Heinrich von Thünen-Institut vTI einheitlich erhoben und veröffentlicht. Es gibt also eine offizielle Datenquelle für die Emissionsdaten der Landwirtschaft. Auf dieser Basis beruhen im Wesentlichen auch die meisten anderen Veröffentlichungen, die unterschiedlichen Zahlen in der Öffentlichkeit beruhen auf unterschiedlichen Interpretationen. Als Grundlage für eine verlässliche Klimapolitik ist eine fundierte und allgemein anerkannte Datengrundlage unerlässlich. Deswegen wollen die Klimaexpertin des vTI, Dr. Annette Freibauer, und der Umweltreferent des Deutschen Bauernverbandes, Steffen Pingen, mit diesem Beitrag für mehr Klarheit bei den Zahlen sorgen.
 
 
„Landwirtschaft ist Partner im Klimaschutz“
Deutsche Bauernkorrespondenz befragt Akteure aus Politik und Berufsstand
 
Heiß und trocken, das könnten die globalen Wetteraussichten für die Zukunft sein. Der Klimawandel ist ein weltweites Problem und geht uns alle an. Deshalb interviewte die Deutsche Bauernkorrespondenz in ihrer Maiausgabe namhafte Persönlichkeiten aus Berufsstand, Politik und Wissenschaft zum Thema Landwirtschaft und Klimaschutz. Einigkeit besteht in mehreren Punkten, so wird das Scheitern der Kopenhagener Klimakonferenz als Enttäuschung gesehen, die Landwirtschaft als Beteiligte aber auch als Betroffene des Klimawandels anerkannt und eindeutig eine Stärkung der Agrarforschung gefordert.
 
Conni Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimaschutz, sieht die Landwirtschaft als Beteiligte am Treibhausgasausstoß - aber auch als Leidtragende. Sie begrüßt die Ausweitung der globalen Forschung zu landwirtschaftlichen Treibhausgasen und fordert eine stärkere Einbindung des Klimaschutzes in die EU-Agrarpolitik. Jo Leinen (SPD), Mitglied des EU-Parlaments, hat die Leistungen der Landwirtschaft bei der Kohlenstoffspeicherung klar im Blick, schreibt der Landwirtschaft aber auch einen noch stärkeren Beitrag zum Klimaschutz ins Pflichtenheft. Beispielhaft nennt er die Vermeidung übermäßiger Beweidung, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung innovativer Anbaumethoden. Jo Leinen geht davon aus, dass sich künftig auch die EU-Agrarpolitik dem Thema Landwirtschaft und Klimaschutz mehr widmen wird. Ähnlich sieht es Karl-Heinz Florenz, der für die CDU im EU-Parlament sitzt, zudem wünscht er sich eine Ausweitung der Agrarforschung, um dem Klimawandel zu begegnen. Prof. Dr. Kai A. Konrad, Stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, bringt die Aufgabe auf den ökonomischen Punkt: „Klimapolitik nach dem Motto: ’Viel hilft viel’ ist oft nutzlos und teuer. Nationale und internationale Zusammenhänge und Rückwirkungen sind entscheidend!“ Einzelstaatliche Vorleistungen im Klimaschutz würden laut Konrad vielmehr zur Verringerung der klimapolitischen Anstrengungen in anderen Ländern führen.
 
Friedhelm Decker, Umweltbeauftragter des DBV, sagte: „Die Landwirtschaft hat ein vitales Interesse an einer konsequenten Klimaschutzpolitik. Entscheidend dabei ist der weltweite Schulterschluss, da der Klimawandel ein globales Problem ist.“ Die Agrarforschung müsse endlich aus ihrem Schattendasein heraustreten, um die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel zu sichern, fordert Decker. Die Landwirtschaft werde auch in Zukunft durch die Steigerung der Effizienz und der Produktivität der Erzeugung ihre Treibhausgasemissionen weiter senken, jedoch müsse die Sonderrolle der Landwirtschaft bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln Berücksichtigung finden. Die Leistungen der Landwirtschaft durch die Bindung von Kohlenstoff in Böden, über die Vermeidung fossiler Brennstoffe durch nachwachsende Rohstoffe oder durch Senkung der Treibhausgasemissionen, müssten künftig stärker anerkannt werden. Um dies zu honorieren, sollten die Versteigerungserlöse aus dem Zertifikatehandel genutzt werden.
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von weiteren ausgewählten Artikeln der dbk-Mai-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
"Landwirtschaft ist Verbündeter des Umweltschutzes"
Im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien spielt die Stärkung der Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Naturschutz eine große Rolle. Was die Landwirtschaft von einer solchen Partnerschaft zu erwarten hat, welche Strategie es gibt, um den Flächenverbrauch zu reduzieren, und welche Rolle die Landwirtschaft schließlich für den Klimawandel spielt, hat Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, im Gespräch mit der Deutschen Bauern Korrespondenz erläutert.
 
 
"Landwirtschaft ist Partner im Klimaschutz"
Der Klimawandel ist ein globales Problem und geht alle an. Darin besteht wohl Einigkeit.
Die Bundesregierung hat sich dementsprechend ehrgeizige energie- und klimapolitische
Ziele gesteckt. Im Gegensatz dazu sind sich aber zahlreiche Nationen uneins darin, welchen verbindlichen Beitrag zum Klimaschutz sie zu leisten bereit sind. Ebenso uneins
verläuft die Diskussion darüber, welche Rolle die Landwirtschaft in Sachen Klimawandel
spielt: Verursacher oder Lösung des Problems? Die Deutsche Bauern Korrespondenz hat
bei Persönlichkeiten rund um das Thema Klimawandel nachgefragt, was ihr Plan allgemein und speziell auch für die Landwirtschaft ist.
 
 
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