dbk-Monatsmagazin

dbk 06/10

Thema des Monats: 
Verband im Wandel
 
weitere Themen:
Riesengroßer Schutzschirm
Präsident Sonnleitner im Interview
Agrarfinanztagung: Branche fasst Tritt
Mehr Glaubwürdigkeit bei Herkunft
 
 
Verbandsarbeit muss „Herz und Verstand“ widerspiegeln
DBV-Präsident Sonnleitner im Interview mit Deutscher Bauen Korrespondenz
 
„Eine stärkere Marktorientierung bietet Chancen, die es zu nutzen gilt. Gleichwohl fordern wir politischen Flankenschutz. Schon aufgrund der äußerst hohen Standards bei uns müssen wir darauf bestehen, dass die EU-Direktzahlungen erhalten bleiben. Das ist jetzt im Hinblick auf die Zeit nach 2013 die ganz große Herausforderung.“ Das sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, im Interview mit der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk), die sich in der aktuellen Juniausgabe mit dem Schwerpunktthema „Verband im Wandel“ befasst. Sonnleitner weiter: „In der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Krieg haben wir erreicht, dass seitens der EU doch noch bei Getreide und Milch interveniert wurde, sonst wären die Preise noch weiter abgesackt. Und wir haben national eine Art Konjunkturprogramm für unsere heimische Landwirtschaft durchsetzen können.“ In der aktuellen Spardebatte gelte es nun, krasse Einschnitte zu verhindern. „Das ist das, was ich unter Marktorientierung mit Flankenschutz verstehe“, betonte der DBV-Präsident.
 
Über den Tag hinaus werde aber vor allem die Abwehr von eigentumsfeindlichen Gesetzen und Verwaltungsakten zum herausragenden Aufgabenfeld der berufsständischen Arbeit. Überdies werde beim Deutschen Bauerntag in Berlin am 1. und 2. Juli 2010 darüber diskutiert, wie sich der Bauernverband künftig aufstellen müsse, um in einem sich verändernden Umfeld weiterhin für seine Mitglieder leistungsfähig zu sein. Dazu habe der DBV drei Arbeitsgruppen von Vertretern des DBV und der Landesbauernverbände beauftragt, die Themenbereiche Leitbild, Marktorientierung und Öffentlichkeitsarbeit zu beackern. „Wir wollen als Berufsstand eine starke Kraft sein. Deshalb wollen wir die Einheit im Berufsstand wahren. Deshalb diskutieren und überprüfen wir in einer Art Leitbildprozess unser Selbstverständnis als Berufsstand“, so Sonnleitner.
 
Auch solle der Agrarstandort vorangebracht werden. Dafür ist nach Meinung des DBV-Präsidenten eine verstärkte Marktarbeit und Produktprofilierung unverzichtbar. Der DBV beschäftige sich daher damit, wie dies innerhalb des Bauernverbandes organisiert, die Beweglichkeit innerhalb der Strukturen gesteigert und auch Experten dabei eingebunden werden könnten, erläuterte der Präsident im Gespräch mit der dbk. Sonnleitner wörtlich: „Ziel muss es sein, noch näher am Marktgeschehen zu sein und wirtschaftliche Entwicklungen zu verstehen und daraus die richtige Information für unsere Mitglieder bereitstellen zu können, damit sie in den Märkten erfolgreich agieren können.“
Als „Daueraufgabe von höchstem Rang in unserer Verbandsarbeit“ bezeichnete Sonnleitner die Öffentlichkeitsarbeit. So sei gerade in der Debatte um die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik Kreativität gefragt. Zudem sei es erklärtes Ziel, das Zusammenspiel im Bauernverband, vom einzelnen Mitglied über den Kreis- und Landesbauernverband bis zum Deutschen Bauernverband weiter zu verbessern.  Sonnleitner im Wortlaut: „Unsere Verbandsarbeit braucht ein gutes Zusammenspiel von Ehrenamt und Hauptamt, unsere Verbandsarbeit muss sozusagen „Herz und Verstand“ widerspiegeln!“
 
Das vollständige Interview können Sie hier downloaden
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
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Riesengroßer Schutzschirm - lädierter Euro - gestärkte EU
Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat und Bundespräsident haben in der zweiten und
dritten Maiwoche Geschichte geschrieben. Gleich zwei Gesetze wurden jeweils in einer
Woche vom Kabinett beschlossen, in den Bundestag und Bundesrat eingebracht, abschließend
beraten, beschlossen und schließlich am jeweiligen Wochenende vom Bundespräsidenten
gegengezeichnet. Das eine Gesetz trägt den geradezu belletristischen Titel:
„Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen zum Erhalt der für die Finanzstabilität in
der Währungsunion erforderlichen Zahlungsfähigkeit der hellenistischen Republik” (Währungsunion- Finanzstabilitätsgesetz/WFSTG). Es ermöglicht die deutschen Bürgschaften (22,4 Milliarden Euro) für den europäischen Rettungsschirm (110 Milliarden Euro) zugunsten Griechenlands. Das zweite Gesetz kommt eher nichtssagend daher. Es ist betitelt „Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus“ und sichert Bürgschaften von 750 Milliarden Euro für überschuldete Länder im Euro-Raum mit einem deutschen Anteil von bis zu 148 Milliarden Euro. Diese bisher ohne Beispiel dastehenden staatlichen Gewährleistungen waren offenkundig notwendig, um ein erneutes Versagen der europäischen Finanzindustrie zu verhindern.
 
 
Geocaching - moderne Schnitzeljagd erobert den ländlichen Raum
Die Landwirte, deren Höfe in der Nähe von Ballungsräumen und Erholungsgebieten wie
der Eifel oder dem Bayerischen Wald liegen, kennen das Phänomen bereits: Erholungssuchende Städter, die es am Wochenende in die ruhige Natur zieht und die sich leider nicht immer auf die ausgeschilderten Wege beschränken. Wandern, Pilzesuchen, Radfahren oder Hundeausführen sind dabei die bekanntesten Freizeitbeschäftigungen. Doch in
den letzten Jahren erfreut sich eine moderne Form der Schnitzeljagd zunehmender
Beliebtheit, bei welcher mit Hilfe der GPS-Technik kleine Gegenstände in der freien Landschaft versteckt und gesucht werden: das sogenannte Geocaching (von „Geo“ = Erde und
„cache“ = geheimes Lager). Hierdurch entsteht einerseits neues Konfliktpotenzial, andererseits
besteht aber auch die Chance, Bevölkerungsschichten, ohne Bezug zur Landwirtschaft
und Natur, für die Anliegen des Berufsstandes zu sensibilisieren.
 
 
 
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