dbk-Monatsmagazin

dbk 08/08

Thema des Monats:
Chancen nutzen - Wege erschließen
weitere Themen:
Milch und mehr
DBV-Fachforen beim Bauerntag 2008
Neues Konjunkturbarometer Agrar
Imagewerbung beim Tag des offenen Hofes
 
 
Beitrag der Landwirtschaft für Gesellschaft von großer Bedeutung
Europapolitiker Schulz im Interview mit der Deutschen Bauern Korrespondenz
 
„Ich bin der Ansicht, dass die bäuerlichen Traditionen einen ganz wesentlichen Anteil zur Entwicklung des kulturellen Reichtums und zur Vielfalt unserer einzigartigen europäischen Gesellschaft beitragen. Der Beitrag der Landwirtschaft für unsere Gesellschaft ist von besonderer Bedeutung.“ Dies sagte der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Martin Schulz, im Interview mit der Deutschen Bauern Korrespondenz dbk. Er erinnerte daran, dass es in erster Linie die Landwirte seien, die die einzigartige europäische Kulturlandschaft hegten und pflegten. Gleichzeitig seien sie auch die Hersteller der Lebensmittel. Schon alleine das Wort Lebensmittel - Mittel zum Leben - zeige die besondere Bedeutung dieses Berufszweiges.
 
Im Hinblick auf die Agrarpolitik sprach sich Schulz dafür aus, das Geld zielgerichteter auszugeben. „Wir werden nicht ganz ohne Förderung der Landwirtschaft auskommen können. Die steigenden Preise aber führen auch dazu, dass landwirtschaftliche Betriebe wieder mit mehr Gewinnorientierung produzieren können“, betonte Schulz. Die hohe Qualität der Nahrungsmittel könnte nur eine qualitätsorientierte Landwirtschaft produzieren, die auch entsprechend honoriert werden müsse. „Wir müssen sicherstellen, dass diejenigen, die unsere Nahrungsmittel und damit die Sicherstellung unserer Lebensgrundlagen in den Händen halten, den entsprechenden Respekt in der Gesellschaft und in der Politik genießen“, machte Schulz deutlich.
 
Nach Einschätzung von Schulz befindet sich Europa nach dem gescheiterten Referendum in Irland zum Lissabon-Vertrag in einer schweren Krise. „Wenn dieser Vertrag scheitert, was nach dem irischen Referendum nicht auszuschließen ist, dann gibt es keine schnelle Alternative mehr. Die EU wäre zurückgeworfen auf den Vertrag von Nizza, einen Vertrag, der schon für 15 Staaten nicht ausreichend war“, befürchtet der Europapolitiker. Die Tatsache, dass durch den Lissabon-Vertrag die sogenannten obligatorischen Ausgaben wegfallen würden und die Landwirtschaftspolitik dem vollen parlamentarischen Verfahren unterworfen wäre, hätte nach seinem Dafürhalten zu erheblichen Änderungen geführt. Bleibe es bei den alten Verträgen, dann werde sich an der bisherigen Struktur der Landwirtschaftspolitik in der EU wenig ändern, erklärte Schulz.
 
Auf die Frage, was grundsätzlich falsch in Europa laufe, appellierte Schulz an die Staats- und Regierungschefs, endlich zu begreifen, „dass es nicht so weitergehen kann wie bisher“. Die Erfolge, die im Rahmen der Europäischen Union erzielt werden, dürften nicht vordringlich als Erfolge der Regierungen der Mitgliedstaaten bzw. der Regierungschefs dargestellt werden und die Misserfolge, die die gleichen Regierungschefs zu vertreten haben, "Europa" oder "Brüssel" zugeschoben werden. „Alles Gute ist national, alles Schlechte ist europäisch – dies darf sich nicht fortsetzen! - sonst schadet dies der gesamten europäischen Einigung“, betonte Schulz. Er erhofft sich von der französischen EU-Ratspräsidentschaft, die institutionellen Reformen durchzusetzen, die im Lissabon-Vertrag beschrieben sind, und das Klimapaket unter Dach und Fach zu bringen. Dabei müsse ein Weg der Vernunft eingeschlagen werden. „Der Klimaschutz darf nicht mit einer Strategie der Entindustrialisierung verbunden werden. Wir brauchen beides, saubere Umwelt und Arbeitsplätze“, hob Schulz im Interview mit der dbk hervor.
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-August-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
Dreimal Klartext!
Ja, Klartext ist notwendig. Der Fiskus will bei uns abkassieren. Der Fiskus will uns deutschen
Landwirten eine steuerliche Mehrbelastung von bis zu 700 Millionen Euro aufdrücken – die in
den Folgejahren nicht ausgeglichen wird! Der Fiskus will, dass wir für das gerade zu Ende gegangene Wirtschaftsjahr 2007/2008 zwei Betriebsprämien versteuern müssen, obwohl
die Betriebe nur eine Betriebsprämie erhalten haben!
 
Wir können und werden als Bauernverband nicht zulassen, dass die Landwirte steuerlich
abgestraft werden, dass die Finanzverwaltung der heimischen Landwirtschaft nahezu willkürlich
Schaden zufügt! Auf der Arbeitsebene wurden sämtliche Hinweise des Berufsstandes
schlichtweg ignoriert – wir Landwirte erhalten weder mehr Prämie, noch erhalten wir die Zahlung früher oder zu erleichterten Bedingungen. Deshalb ziehen wir jetzt das Thema politisch
hoch! Das Bundeslandwirtschaftsministerium steht hier voll auf unserer Seite.
 
 
„Die EU ist in einer schweren Krise“
Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Martin
Schulz, war Gast im DBV-Präsidium zum Deutschen Bauerntag. Dies war Anlass für die dbk,
ein Gespräch mit dem in der Nähe von Aachen geborenen Europaabgeordneten über die
aktuellen Herausforderungen der europäischen Politik zu führen.
 
 
Sommer 2008 - Milch und mehr!
An „Gipfeln“ mangelt es in den Sommertagen 2008 nicht. Immer spielt die Landwirtschaft
eine große oder gar die zentrale Rolle. Das gilt für den G8-Gipfel im fernen Japan wie für
die vielleicht entscheidende Ministerkonferenz der Welthandelsrunde WTO in Genf. Und
voran auch für den Milchgipfel in Berlin.
 
 
Imagewerbung am „Tag des offenen Hofes“
In der Wirtschaft läuft der Wettlauf um qualifizierte junge Männer und Frauen auf Hochtouren. Gerade die Landwirtschaft muss sich dieser Aufgabe stellen, da auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben der Generationswechsel ansteht und für die Zukunfts aufgaben der Landwirtschaft Spitzenkräfte gebraucht werden. Das Rennen um den besten Berufsnachwuchs machen
diejenigen, die etwas zu bieten haben. Wer wenig attraktive Bedingungen oder ein schlechtes Image hat, wird zu den Verlierern zählen. Umso wichtiger sind Aktivi täten wie der „Tag des offenen Hofes“, bei denen der Berufsstand seine Leistungen und Möglichkeiten authentisch darstellt.
 
 
Interessenten können die dbk direkt beim Deutschen Bauernverband bestellen:
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