dbk-Monatsmagazin

dbk 08/10

Thema des Monats: 
Forschung und Bildung
weitere Themen:
1. Erntebericht des DBV
Konjunkturbarometer Agrar II. Quartal
Berufsbilung ausbauen
Perspektiven der Agrarforschung
 
 
„Vom Klimawandel getroffen und gefordert“
DBV-Präsident schreibt in „Klartext“ in der dbk
 
Über den Klimawandel zu reden sei das eine. Mit ihm zu leben und darauf zu reagieren das andere. Hier seien die Landwirte besonders betroffen und gefordert. „Wir müssen unsere Betriebe, Technik und Anbauentscheidungen darauf einstellen und von der Wissenschaft und Züchtung neue Lösungen einfordern“, hob Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), im „Klartext“ der Deutschen Bauern Korrespondenz dbk, der DBV-Mitgliedszeitschrift, hervor. Die Landwirte würden zuallererst einen wichtigen Beitrag zum aktiven Klimaschutz, zum Beispiel durch effizienteres Arbeiten und vor allem durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe, leisten. „Wir dürfen uns da nicht verstecken und sollten uns ehrgeizige Ziele setzen und der Gesellschaft ein Angebot machen, wie wir da in den nächsten Jahren weiterarbeiten wollen und können“, erklärte der Bauernpräsident. Aus seiner Sicht lassen sich so auch verquere Diskussionen um den vermeintlichen „Klimakiller“ Landwirtschaft oder um fleischlose Tage in Bundestagskantinen auffangen.
 
Klimawandel und Wetter sei derzeit in aller Munde. „Wir Bauern reden seit jeher und gerne übers Wetter und müssen damit leben und umgehen können“, so Sonnleitner. Dieser Sommer fordere aber auch die Landwirte, „wir sind mitten in einer schwierigen Ernte“. So werde die diesjährige Ernte unter dem Schnitt der letzten Jahre liegen. „Wenn wir diese Einschätzungen dann vermelden, beginnt ein interessantes Spiel in den Medien: Sofort wird ein Anstieg der Lebensmittelpreise, insbesondere der Brötchenpreise, befürchtet“, beschrieb Sonnleitner. Es sei faszinierend, wie sensibel das ganze Land auf das Thema Lebensmittelpreise reagieren würde. In diesem Zusammenhang machte Sonnleitner deutlich, dass grundsätzlich eine Debatte über Lebensmittelpreise gut sei. „Ich habe aber was dagegen, dass Lebensmittel immer die Billigmacher der Nation sein sollen. Wer nachhaltig erzeugte Nahrungsmittel haben will, der muss der deutschen Öffentlichkeit die einfache Botschaft ins Stammbuch schreiben: Lebensmittel sind mehr wert!“, erklärte der Bauernpräsident. Er hegt die leise Hoffnung, dass „wir angesichts der augenscheinlichen Zunahme von Wetterextremen, wie wir sie in diesem Jahr wieder erleben, in dieser für uns wichtigen Frage weiterkommen.“
 
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-August-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
Was treibt den Markt?
Am 22. Juli hat der Deutsche Bauernverband auf der Grundlage der ersten Erntemeldungen
der Landesbauernverbände deutlich herausgestellt, wie heftig die ungewöhnliche Hitze -
periode im Juni und Anfang Juli die Aussichten auf eine gute Ernte 2010 zunichte gemacht
hat. Die gesamte Produktionskette muss sich nun darauf einstellen, dass in Deutschland
und Europa bei Getreide, Raps, aber auch bei der Raufutterversorgung (Grünland und
Mais) kein drängendes Angebot zur Verfügung stehen wird. Genau diese Erkenntnis hat
zwischenzeitlich zu einer deutlichen Belebung der Notierungen für fast alle Getreidearten,
aber auch die Ölsaaten und Kartoffeln geführt. Zugleich hat der Deutsche Bauernverband
aber auch klargemacht, dass es nicht zu ernsten Verknappungen kommen wird und die verbesserten Erzeugererlöse im Grunde nur das extreme Preistief des letzten Jahres glattstellen.
Trotzdem war aus den nervösen Reaktionen des Mühlen- und Bäckergewerbes, aber
auch aus Nachfragen der Verbraucher und der Medien die uralte Sorge um das „tägliche
Brot“ spürbar.
 
 
 
EU-Agrarpolitik nach 2013 - zwischen Markt und Gesellschaft
Die Diskussionen über die Fortentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013
sind in vollem Gange. Fast im Wochentakt werden in Brüssel Positionspapiere präsentiert,
die sich darüber auslassen, wie Agrarpolitik nach 2013 ausgestaltet werden sollte. Die
Spanne der Auffassungen könnte breiter nicht sein. Sie reicht von der Degradierung der
GAP zur reinen Umwelt- und Naturschutzpolitik bis hin zu Forderungen einer wieder stärker
reglementierten GAP alter Prägung. Nicht nur inhaltlich, auch vor dem Hintergrund von
neuen institutionellen Strukturen der EU verspricht die Debatte über die GAP nach 2013
Spannung. Eine neue Kommission mit einem neuen Agrarkommissar will bis Ende des Jahres
einen ausgewogenen Vorschlag erarbeiten. Bei der Beschlussfassung ist als Konsequenz
des Vertrages von Lissabon das EU-Parlament neben dem Europäischen Rat ein neuer,
gleichberechtigter Verhandlungspartner. Die Fortentwicklung der GAP nach 2013 wird mithin
zu einem Balanceakt zwischen den Ansprüchen von zunehmend globalen Märkten und
den vielfältigen Anforderungen der Gesellschaft an die heimische Landwirtschaft.
 
 
 
Forschung auch zur Politikberatung
In Deutschland gibt es eine umfangreiche Ressortforschung, darunter versteht man die
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Bundes- und Landesministeriums. Ressortforschung bildet die Brücke zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Prof. Mettenleiter erläutert im dbk-Interview Aufgaben und Vorteile der Ressortforschung für Agrarund Ernährungsthemen.
 
 
 
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