dbk-Monatsmagazin

dbk 10/09

Thema des Monats:
In der Veredlung gut aufgestellt
weitere Themen:
DBV-Präsident Möllers im Interview
Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung
Positiver Trend am Milchmarkt
DBV-Veredlungstag in Münster
 
„In der Veredlung gut aufgestellt“
DBV-Vizepräsident im Interview mit der dbk
 
„Wir stehen im Vergleich zu unseren wichtigsten Konkurrenten innerhalb der EU, also Spanien, den Niederlanden und Dänemark, gut da, auch gegenüber Nordamerika und Brasilien. Wir haben Marktanteile hinzugewonnen und nicht nur den regionalen Markt bedient, sondern vor allem auf den europäischen und internationalen Märkten spürbar hinzugewonnen“. Dies betonte Franz-Josef Möllers, der Vorsitzende des Fachausschuss für Veredlung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in der Deutschen Bauern Korrespondenz dbk. In Zukunft gelte es, „unsere Position zu verteidigen oder sogar auszubauen“. Damit dies gelinge, müssten dringend gegenüber der Politik geplante Auflagen in den Bereichen Immissions- und Tierschutz abgewehrt werden. Es könne nicht sein, dass Deutschland immer wieder auf EU-Vorgaben draufsattle und von der 1:1-Umsetzung abweiche. Dies würde die deutschen Schweinehalter im Wettbewerb deutlich benachteiligen. Außerdem sei es auch „wichtig, dass uns die Politik Spielraum lässt, um unsere Betriebe weiter entwickeln zu können, selbstverständlich immer die gesellschaftliche Akzeptanz vorausgesetzt“, stellte Möllers fest.  
 
Möllers zeigte sich stolz „auf unsere gute Position im Wettbewerb; darauf lässt sich aufbauen“. Die Erfolgsfaktoren der Vergangenheit werden seiner Ansicht nach auch die der Zukunft sein: an aller erster Stelle stehe das Know-how der gesamten Veredlungskette von der Landwirtschaft über das Schlachtgewerbe, die Verarbeitung und die Vermarktung der Fleisch- und Wurstwaren. Die gesamte Branche sei untereinander sehr gut vernetzt, nicht zuletzt über QS. Sie sei innovativ und verstehe es sowohl in der Landwirtschaft wie in den nachgelagerten Stufen „an den kleinen Schräubchen zu drehen, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden“, so der DBV-Vizepräsident.
 
Eine klare Absage erteilte Möllers staatlichen Eingriffen. Sie würden Marktanteile kosten, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit einschränkten. Landwirte müssten sich am Markt behaupten und im Wettbewerb bestehen. Dabei seien sie Marktrisiken ausgesetzt, aber freiere Märkte böten auch größere Chancen. Um Marktkrisen besser überstehen zu können seien die Veredler immer mehr gefordert, Eigenvorsorge zu betreiben. Dazu zähle genaue Marktbeobachtung, um beispielsweise beim Verkauf von Getreide und Ölsaaten günstige Verkaufszeitpunkte zu erwischen, Ausfallversicherungen und eine ausreichende Eigenkapitaldecke, „denn Liquidität geht wie wir wissen vor Rentabilität“, stellte Möllers fest. Darüber hinaus erwartet Möllers, dass die neue Bundesregierung die Risikoausgleichsrücklage beschließt, um die Steuerlast der Betriebe gleichmäßiger über mehrere Jahre verteilen zu können. „Das wird unsere Hauptforderung nach der Bundestagswahl sein. Damit würde die Eigenvorsorge gestärkt und die Liquidität der Betriebe verbessert“, betonte der DBV-Vizepräsident in der dbk-Oktoberausgabe, die sich schwerpunktmäßig mit der Veredlung beschäftigt.
 
Ausgewählte Artikel zum Download:
Von ausgewählten Artikeln der dbk-Oktober-Ausgabe erhalten Sie hier eine Leseprobe:
 
"In der Veredlung gut aufgestellt"
Das Auf und Ab des Schweinezyklus ist für die Veredler seit langem unternehmerischer Alltag.Hinzu kommen steigende Anforderungen der Gesellschaft an den Tierschutz, immer
größere Auflagen beim Stallbau und Wettbewerbsbenachteiligungen durch Verschärfungen
des nationalen Rechts gegenüber EU-Vorgaben. Die Deutsche Bauern Korrespondenz
sprach mit Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Schweinefleisch über den Veredlungsstandort Deutschland.

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Erfolgreich am Weltmarkt
Über 700 Schweinehalter diskutierten beim Veredlungstag 2009 des DBV am 16. September
2009 bei der AGARVIS Raiffeisen AG in Münster mit hochkarätigen Gästen die ganze
Bandbreite drängender Herausforderungen in der Schweinehaltung. DBV-Vizepräsident
und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef
Möllers, verdeutlichte in seinem Eingangsreferat, dass sich die deutsche Schweinehaltung
trotz Wirtschaftskrise und entgegen des Bestandsrückgangs in anderen EU-Mitgliedstaaten
als robust erwiesen habe und die Produktion sogar ausdehnen konnte. Gemeinsam
mit den vor- und nachgelagerten Betrieben sei es gelungen, die Wettbewerbsposition
Deutschlands als Veredlungsstandort zu festigen. Möllers warnte jedoch davor, sich mit
dem Erreichten zufriedenzugeben. Er sprach sich für gebündelte Aktivitäten von Wirtschaft
und Politik aus, um das Marktpotenzial für deutsches Schweinefleisch im Export auszuschöpfen.
Zugleich forderte er eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, um den heftigen
Turbolenzen auf den Bezugs- und Absatzmärkten zu begegnen.
 
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Umweltanforderungen in der Tierhaltung - Effizienz statt Verzicht!
Seit 20 Jahren nehmen die Umweltanforderungen der EU, des Bundes und der Länder für
die Landwirtschaft und speziell die Tierhaltung zu. Angefangen von der Nitrat-Richtlinie
über das Wasserrecht bis hin zu Anforderungen des Emissionsschutzes und der Umweltverträglichkeitsprüfung,– die Tierhaltung in Deutschland muss heute höchsten Umweltanforderungen gerecht werden. Parallel dazu wurden die Viehbestände besonders bei Schweinen und Geflügel im gleichen Zeitraum ausgedehnt. Das Größenwachstum und die zunehmende Spezialisierung der Betriebe sind besonders in den Veredlungsregionen – auch bei begrenzter Flächenverfügbarkeit – dadurch mit dem Umweltschutz vereinbar, dass überbetriebliche Verwertungsmöglichkeiten der Wirtschaftsdünger und technische Neuerungen in der Emissionsminderung genutzt werden. Dieser Weg muss weiter beschritten werden.

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