dbk-Monatsmagazin

dbk 11/11

Thema des Monats: 
Qualitätssicherung
weitere Themen:
GAP-Reform auf die Spur gesetzt
Erntedank - modern und zeitgemäß
Zur Verabschiedung von Adalbert Kienle
Neues Konjunkturbarometer
 
 
Qualität – messbare Eigenschaft oder Ansichtssache?
Schwerpunkt Qualitätssicherung in Deutscher Bauern Korrespondenz
 
„Für 96 Prozent der deutschen Verbraucher ist die Qualität eines Lebensmittels dann gegeben, wenn es schmeckt.“ Das schreibt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, in seiner Einführung ins Schwerpunktthema Qualitätssicherung in der Novemberausgabe der Deutschen Bauern Korrespondenz dbk, dem Mitgliedermagazin des DBV. Born bezieht sich dabei auf die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die im September diesen Jahres 30.000 Haushalte zu deren Vorstellungen über Qualität bei Lebensmitteln befragt hat. „Die Verbraucher geben nach dieser GfK-Studie ganz überraschende Antworten“, so Dr. Born. Nach Angaben des DBV-Generalsekretärs steht nicht eine möglichst detaillierte Kennzeichnung der Inhalts- und Zusatzstoffe, nicht die Sicherheit und Gesundheit der Lebensmittel, auch nicht artgerechte Tierhaltung und faire Preise ganz oben auf der Qualitätsskala, sondern Geschmack, Appetitlichkeit und Frische. Höchstens für die Hälfte der Verbraucher seien dagegen Qualitätseigenschaften, wie die Nachhaltigkeit der Produktion und des Konsums eines Produktes entscheidend. Ebenso seien biologische Erzeugung, Verpackung und Marken zwar das i-Tüpfelchen der Qualitätspyramide, aber zugleich nur für jeden fünften Verbraucher von Lebensmitteln ein unverzichtbares Qualitätskriterium.
Die GfK-Studie, deren Mitautorin die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie ist, habe aber auch gezeigt, dass die Verbraucher in Sachen Qualität den Bauern weitaus größeres Vertrauen schenken als den Lebensmittelherstellern und dem Lebensmittelhandel. Das sind nach Ansicht Borns durchaus positive Ergebnisse für den bäuerlichen Berufstand. Gleichzeitig zeige sich, dass die objektiv messbare Seite der Qualität von Nahrungsmitteln sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte für die Verbraucher deutlich verbessert habe und die Verbraucher dies auch zu schätzen wissen. Die Lebensmittel seien haltbarer geworden, Hygienestatus (z.B. Keimgehalt) und Frische sehr gut. Born gab aber zu bedenken, dass das Urteilsempfinden der Verbraucher durcheinandergewirbelt werde, wenn Kriterien wie mangelnde Nachhaltigkeit, Monokulturen auf den Feldern und Massentierhaltung in den Ställen ein verzerrtes Bild vom Produkt und seiner Entstehung vermitteln.
Weitere Autorenartikel des Schwerpunktthemas erläutern den Stellenwert der Kontrollen bei der Qualitätssicherung und wie die Qualitätssicherung insbesondere bei Fleisch und Futtermitteln Vertrauen beim Verbraucher schafft, um Absatz und Märkte abzusichern. Ebenso sprach die dbk anlässlich des 10-jährigen Bestehens des stufenübergreifenden QS-Systems mit dem Geschäftsführer von QS Qualität und Sicherheit GmbH, Dr. Hermann-Josef Nienhoff, über die Entstehung von QS, Verbesserungen, Akzeptanzprobleme und gesellschaftliche Anforderungen.
 
 
 
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Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat im September dieses Jahres 30.000 Haushalten
– zu deren Vorstellungen über Qualität bei Lebensmitteln befragt. Die Verbraucher
geben nach dieser GfK-Studie ganz überraschende Antworten. Für 96 Prozent der deutschen
Verbraucher ist die Qualität eines Lebensmittels dann gegeben, wenn es schmeckt.
Wer hätte das nach so vielen „Skandalen“ und „Krisen“ bei Lebensmitteln gedacht. Nicht
eine möglichst detaillierte Kennzeichnung der Inhalts- und Zusatzstoffe, nicht die Sicherheit
und Gesundheit der Lebensmittel, auch nicht artgerechte Tierhaltung und faire Preise
stehen ganz oben auf der Qualitätsskala, sondern Geschmack, Appetitlichkeit und Frische.
Altruistische Qualitätseigenschaften, wie die Nachhaltigkeit der Produktion und des Konsums
eines Produktes folgen erst mit weitem Abstand. Sie sind höchstens für die Hälfte der
Verbraucher entscheidend.
 
 
Lebensmittelskandale haben gezeigt, dass Qualität kein Selbstläufer ist, sondern die
Definition von Qualitätskriterien innerhalb des gesamten Produktionsprozesses unverzichtbar
ist. Vor 10 Jahren hat daher die gesamte Lebensmittelkette das stufenübergreifende
QS-System entwickelt. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens sprach die dbk mit
Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH.
 
 
Erntedank bei sommerlichem Wetter. Die meisten der Erntedankveranstaltungen, die auf
Höfen, Märkten oder in Kirchen in diesem Jahr stattfanden, wurden von wärmender Sonne
verwöhnt, während in der Getreideernte im Hochsommer meist kühles, regnerisches Herbstwetter
herrschte. Wetter paradox. Doch für Erntedank, dem Begegnungsereignis von Landwirtschaft
und Gesellschaft, waren die diesjährigen äußeren Bedingungen optimal. Dementsprechend
groß war der Besucherandrang bei den meisten dieser öffentlichkeitswirksamen
Events, die in Zeiten von Datenautobahnen und sozialen Netzwerken ein emotionales
Ereignis für den stressgeplagten Bürger sein können.
 
 
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