Pressemeldungen  | 02.11.2016

DBV berät beim Aufbau eines Dualen Ausbildungssystems in Vietnam

Partnerschaftsprojekt mit dem vietnamesischen Bauernverband wird ausgebaut

Das Duale Ausbildungssystem in Deutschland ist für viele Länder wegen der hohen Qualifizierung der Auszubildenden beispielgebend. Auch asiatische Länder sind an dem in Deutschland längst bewährten System der umfassenden Ausbildung von Schulabgängern interessiert. So stand das Duale Ausbildungssystem im Mittelpunkt eines Seminars, das im Rahmen des Partnerschaftsprojektes des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des vietnamesischen Bauernverbandes (VNFU) durchgeführt wurde. Die vietnamesische Landwirtschaft will dieses Ausbildungsmodell für sich entwickeln. Der DBV und Experten aus seinem Netzwerk werden den vietnamesischen Partnern ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen. Ziel der beiden Bauernverbände ist es, in gemeinsam organisierten Seminaren und Workshops Möglichkeiten zur Einführung des Dualen Ausbildungssystems zu erarbeiten.

 

Die Aus- und Weiterbildung ist für die vietnamesische Landwirtschaft eine dringende Aufgabe und Herausforderung. Rund 70 Prozent der Bevölkerung Vietnams leben im ländlichen Raum. 50 Prozent der Erwerbstätigen sind unter 30 Jahren und nur 5 Prozent haben überhaupt eine Ausbildung absolviert. Der vietnamesische Bauernverband will ein praxisorientiertes Ausbildungsprojekt landesweit aufbauen. Dazu gehört auch der Austausch mit den deutschen Experten. In diesem Jahr waren Experten des Bauernverbandes in der Provinz Lam Dong in Mittelvietnam, um über die Aus- und Weiterbildung zur Milchvieh- und Rinderhaltung zu informieren. Die Rinderhaltung spielt in Vietnam bisher eine eher untergeordnete Rolle, der Großteil der im Land konsumierten Milch muss importiert werden. Die meisten der landwirtschaftlichen Betriebe sind klein strukturiert und halten im Schnitt weniger als zehn Kühe. Landesweit wurden in 2014 nur 456.400 Tonnen Milch produziert. Damit kann nicht einmal ein Drittel der vietnamesischen Nachfrage gedeckt werden, die Importe steigen deshalb, vor allem bei Babynahrung.

 

Das Partnerschaftsprojekt wird seit 2012 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziell gefördert.