Pressemeldungen  | 31.03.2016

DBV fordert vom Lebensmitteleinzelhandel Trendwende bei den Milchpreisen

Preisverhandlungen mit Molkereien in entscheidender Phase

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in der entscheidenden Verhandlungsphase über die Preise von Käse, Trinkmilch und einigen weiteren Molkereiprodukten an den Lebensmitteleinzelhandel appelliert, seine Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland wahrzunehmen. Der DBV forderte die Unternehmen auf, in den aktuellen Verhandlungen mit den Molkereien eine Trendwende für Milch und Milchprodukte einzuleiten.

 

Die derzeitigen Erzeugerpreise, die bereits in etlichen Regionen Deutschlands im Bereich von 25 Cent je Kilogramm Milch liegen, würden die Kosten der Milchproduktion bei weitem nicht mehr decken. Die Milchbauern und ihre Familien wären somit in einer existenzbedrohenden Situation. Der DBV schlug vor, dass die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels gemeinsam mit den Landwirten und den Molkereien einen kurzfristig wirksamen Aktionsplan zur Unterstützung der deutschen Landwirte umsetzen. Beispiele dafür gebe es in anderen EU-Mitgliedsstaaten bereits.

 

Die durch die globalen Marktentwicklungen und die politischen Krisen hervorgerufene Preismisere sei von den Vermarktern und den Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels dazu genutzt worden, Lebensmittel zu Niedrigstpreisen anzubieten, kritisierte der DBV. Zudem seien die Vermarktungsspannen in der in den letzten Monaten deutlich zulasten der Milchbauern ausgeweitet worden. Letztlich seien es die Landwirte, die den Kampf um Marktanteile zu schultern hätten.

 

In der aktuellen Marktlage widerspreche der Umgang des Lebensmitteleinzelhandels mit ihren Lieferanten den eigenen Nachhaltigkeitszielen, gab der DBV zu bedenken. Lebensmitteleinzelhandel und Lebensmittelindustrie forderten die Einhaltung hoher Produktions- und Qualitätsanforderungen sowie zusätzliche Standards im Sinne der Nachhaltigkeit. Diesen gesellschaftlichen Anforderungen würden die Bauern nachkommen, doch eine fortlaufende Erhöhung der Anforderungen verlange auch eine adäquate Berücksichtigung bei den Erzeugerpreisen.