Öko-Landbau

Umstellungsschub auf Ökolandbau

Ende 2016 fast 10 % Öko-Landwirte in Deutschland

  • Laut DBV Konjunkturbarometer Umstellungsinteresse mit 14,2 % auf Höchststand
  • Deutsches Öko-Marktvolumen bald 10 Mrd. €
Das DBV-Konjunkturbarometer zeigt für Dezember 2016 das höchste Umstellungsinteresse auf ökologischen Landbau seit Aufnahme der Öko-Fragestellung in 2008. Ende 2016 antworteten 14,2 % der befragten Landwirte am Ökolandbau Interesse zu haben und 1,9 % waren sicher zur Umstellung entschlossen. Das sind insgesamt 16,1 % der deutschen Landwirte. Am höchsten ist das Umstellungsinteresse in Süddeutschland mit 19.5 %, im Norden liegt es bei 12,5 %, im Osten bei 12,3 %. Insbesondere Futterbaubetriebe interessieren sich mit 18,8 % für die Ökolandbauperspektive während es bei den Veredlern nur 10,3 % sind. Von den Ackerbaubetrieben äußern 14,5 % Interesse an einer Umstellung.
 
Die DBV-Daten korrespondieren mit dem Umstellungsgeschehen in 2016. Die Zahl der Biobetriebe legte nach Angaben von AMI und BÖLW in 2016 um 8,5 % auf 26.855 Ökohöfe zu. Das ist ein Anteil von 9,7 % der Landwirtschaftsbetriebe. Die deutsche Ökofläche wuchs 2016 um 9 % oder 96.633 ha auf 1.185.471 ha. Das entspricht einem Ökoanteil von 7,1 % an der Landwirtschaftsfläche.
 
Die Marktdaten sind positiv. In 2016 stiegen die Verkaufserlöse der Bio-Landwirte laut AMI um fast 10 % auf 1,81 Mrd. €. Anders als in den Vorjahren trugen vor allem stärkere Preissteigerungen bei pflanzlichen Produkten zum Anstieg bei. Bei den tierischen Produkten lagen Rindfleisch und Eier vorn, ausschlaggebend für die hohen Erlöse waren hier höhere Verkaufsmengen. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Konsumgetreide und noch mehr nach Futtergetreide bestehen besonders im Öko-Ackerbau gute Perspektiven. Heimisches Biogetreide gilt derzeit nach mäßigen Ernten 2015 und 2016 als ausverkauft.
 
Nach von der AMI ermittelten Zahlen wurde 2016 mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken ein Umsatzplus von 9,9 % und ein Marktvolumen von insgesamt 9,48 Mrd. € (2015: 8,62 Mrd. €) erreicht. Besonders stark wuchs um 14,6 % der Bio-Umsatz im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel auf 5,45 Mrd. € (2015: 4,76 Mrd. €). Der Naturkostfachhandel erzielte mit plus 5 % einen Umsatz von 2,85 Mrd. €. Die Sonstigen wie Reformhäuser, Bäckereien oder der Versandhandel erzielten 1,18 Mrd. €.
 
Damit entfielen 58 % des Bio-Umsatzes auf den Lebensmitteleinzelhandel, 30 % auf die Bioläden und 12 % auf die sonstigen Verkaufsstätten.
 

 
Alle Angaben zum Markt und zur Umstellung 2016 aus BÖLW (2017) „Zahlen, Daten, Fakten Bio-Branche 2017“.