Pressemeldungen  | 11.01.2018

DBV sieht wenig Realitätssinn in den Forderungen des Fleischatlas

Krüsken: „Die Welt der Tierhaltung ist komplizierter“

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die im sogenannten Fleischatlas geäußerte Pauschalkritik an der Tierhaltung in Deutschland zurückgewiesen. Gegenüber dem Pressedienst Agra Europe (AgE) hat DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken die Forderung nach einer „Abstockung der Tierbestände“ als unausgegoren bezeichnet. Krüsken sprach von einer „nach wie vor holzschnittartigen und zugespitzten Weltsicht", die dort ausgebreitet werde.

 

Die Forderung nach einer Halbierung des Tierbestandes nannte Krüsken populistisch. Entscheidender für die Umwelt und Grundwasserqualität sei die regionale Nährstoffbilanz. Wenn die Landwirte die Vorgaben der Düngeverordnung auch mit höheren Tierbeständen erfüllten, müsse eine solche Tierhaltung möglich sein.

 

Die vorgeschlagene Fleischkennzeichnung nach der Haltungsform der Tiere hält er allenfalls für sinnvoll, wenn Tierhalter, die mehr als die gesetzlichen Vorgaben leisteten, dies auch dem Verbraucher gegenüber kenntlich machen können. Dies könne aber nur auf freiwilliger Basis geschehen. Die Vergleiche mit dem Erfolg der Kennzeichnung bei Eiern hält Krüsken nicht für geeignet. „Die Welt der Tierhaltung ist komplizierter“, betonte er. Wesentlich hilfreicher für eine Weiterentwicklung der Tierhaltung wäre es, die planungs- und genehmigungsrechtlichen Hindernisse für diejenigen Landwirte aus dem Weg zu räumen, die in neue Ställe und in mehr Tierwohl investieren wollten.